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Dienstag, 28. Juni 2011

Rasenfrage...

Heute musste ich mich von meiner geliebten Fast-Blumenweise trennen, zumindest teilweise. Männe nervt schon wochenlang, dass wir den Rasen hinter unserem Haus mähen müssen, ich dagegen verweise auf die gefrässigen Meerschweinchen, die dort ihren Auslauf haben und auch sonst jeden Tag ungefähr einen Quadratmeter gepflücktes Gras, Löwenzahn und Klee vertilgen. Vor dem Haus ist alles raspelkurz gemäht, so wie es die Finnen lieben *örks*, hinter dem Haus dagegen gibt es wadenhoch alle Pflanzen der Welt, Schmetterlinge und gute Laune (zumindest für meinereiner).

Vorletzte Woche hatte ich schon nachgegeben, dass wir meinetwegen der lieben Nachbarn und Spaziergänger zuliebe die Hälfte davon mähen. Passiert war immer noch nichts. Gestern dann fingen auch meine Eltern an, dass man den Garten besser nutzen könnte, wenn das Gras kurz wäre... aaarrrggghhh. Also nachgegeben und doch Mäher geholt. Frida wollte das laute Ding gar nicht in die Wohnung lassen (Recht hat sie!), Männe wollte dann mit ihr ablenkenderweise spielen gehen, aber dann hätte ja ich meine geliebte Wiese mähen müssen... *schluck* Zum Glück sprang Opi ein und opferte sich für den Spielplatz.

Dass ich dann doch selbst gemäht habe, lag daran, dass es soviel Spass machte. Und die Scherblätter ganz hochgestellt waren, so dass das Zeug bestimmt schnell wieder wächst und nicht unter der Julisonne vertrocknet. Die Meeris haben jezt immer noch ungefähr 12 qm Wiese, der Rest eignet sich gut zum Mölkky-, Hippa- und Fussballspielen *lach* Beim Fussball waren wir gestern übrigens auch, mit der ganzen Familie. Witzig finde ich es, wie wirklich alle entsetzt die Augen aufreissen, wenn ich sage, dass wir meine Eltern für fünf Wochen, also den ganzen Sommer einquartiert haben =) Die Finns sind so witzig direkt und geraderaus...

Aber Frida sagte gestern, als wir ins Bett gegangen sind "Mami, weisst Du was an unserem Haus am schönsten ist?" "Ja, was denn, mein Schatz?" (Mama denkt an die vielen Zimmer, Fridas rosa Wand, den Garten etc.) "Dass Omi und Opi hier sind!" Herrlich! Sie ist so eine liebe Maus. Und neben dem Rasenmähen waren Männe und ich gestern auch seit ewig langer Zeit mal wieder gemeinsam in der Sauna. Und Pizza haben wir gemampft. Sehr schön. Wie Urlaub. Ich muss meinen deutschen Verwandten nur noch beibringen, wie man mal für eine halbe Stunde schweigend nebeneinander sitzt, ohne sich dabei unwohl zu fühlen. Lernt man vielleicht nur in zehn Jahren Finnland =)

Samstag, 16. April 2011

Mausfänger...

Von wegen bis Ostern warten. Wir haben heute ewig lange geschlafen, und als ich die ewig aus dem Fenster stierenden Katzen auf die Terrasse befördern wollte, merkte ich sofort,  dass die Sonne schon sämtliche Kraft zusammengenommen und die Landschaft ordentlich gewärmt hatte. Hitze. Nur noch ein winziger Quadratmeter Schnee unter den Büschen und selbst in Schlafanzugshorts (!) war es draussen nicht zu kalt. Woooow!

Frida kam gleich auf die Idee, dass wir ja draussen frühstücken könnten (um 14 Uhr...). Also verfrachteten wir Milch und Brot und alles andere auf den Terrassentisch. Bei der Gelegenheit durften dann natürlich auch die Schweine ins Gras. Jippiiiii, das erste Mal! Viel eher, als ich gedacht hatte. Klar sieht es auf den Fotos aufgrund des grauen Rasens noch ganz kalt aus, aber wir waren mindestens zwei Stunden nur in Shorts, Leggings, T-shirts und mit nackten Beinen draussen. Ist das schön...

Und die Finns waren witzig: Sonst schickt es sich ja hier überhaupt nicht, in fremde Gärten zu glotzen. Machen sie auch nicht. Nur meiner einer guckt immer, was bei anderen Leuten so wächst und wie sie ihre gardinenlosen Wohnungen eingerichtet haben. Heute aber fielen den Leuten fast die Augen raus. Mit um 90 Grad gedrehten Köpfen radelten und walkten sie an unserem sehr gut einsehbaren Garten vorbei, selbst wenn wir Einwohner gross und deutlich auf dem Rasen standen. Ich habe nur darauf gewartet, dass sie zusammenstossen oder über den Lenker fliegen würden =)

Was ist das denn da im Gehege? Ninchen ohne Ohren? Ratten ohne Schwänze? Grau, braun,weiss, glatt, langhaarig und lockig? Hundewelpen oder gar der Osterhase höchstpersönlich? Im Gegensatz zu Deutschland sind Meerschweinchen hier ganz und gar keine "'gängigen" Tiere. Und wenn man die doch schon mal im Zooladen gesehen hat, dann nur eins oder zwei und nicht vier. Und schon gar nicht draussen. Ein Mann mit Kinderwagen sagte sogar laut "oho!!!". Ich glaube, wir können ein Schild draussen aufstellen "Marsutarha" und gleich um 5 Euro Eintritt bitten. Wenn ein fremder Finn sichtbar guckt und staunt oder sogar etwas sagt, muss er wirklich sehr sehr baff sein.

Frida und ich haben von der allgemeinen Verwunderung unbeachtet die alten Stauden abgerissen, die struppigen Sträucher geschnitten und den Meeris Heu gepflückt. Und dann sah ich, wie Alva eine Maus im der Schnauze hielt. Ohhh, die war bestimmt erfroren und jetzt aufgetaut. Aber die Eingeweide sahen irgendwie frisch aus und die Maus war auch ganz weich und dick und rund. Und genau das Blumenbeet hatte ich fünf Minuten vorher von Hand saubergemacht, ohne etwas zu sehen. Häh? Frida gerufen - und dann war das Vieh auch schon spurlos verschwunden.

Im Mund meiner Stubenkatze! Mit Haut und Haar und nackten Füssen und Schwanz *grusel* Unsere ganz kleine und schüchterne Katze ist ein Mäusefänger! Deshalb haben die auch immer aus dem Fenster gestarrt. Und an den Steinen gesessen, bis die ahnungslose Maus aus ihrem Loch kam. Stadtkind staunt. Ouni hätte ich das vielleicht noch zugetraut, aber der kleinen Alva... und das noch an der Flexi und am hellichten Tag. Mika sagte nur trocken, das sei ja auch deren Aufgabe. Wow. Ich bin platt.

Später waren wir noch auf dem Spielplatz bei Kodin Ykkönen, haben einen lichtdichten Vorhang fürs Schlafzimmer und zwei wunderschöne billige Lampen für den Flur gekauft, unsere ehemaligen Nachbarn getroffen und Kaffee getrunken und die neu eröffnete Gartenabteilung erforscht und dann im SPR Kirri einen Plastelaster aus dem Container gezogen und sind über Puuppola und Heikkilä Beach nach Hause gefahren. Was für ein schöner Tag. Ich liebe es, wenn die Sonne scheint. Und die Helligkeit bis in die Nacht. Und falls das ein Widerspruch zu dem Land ist, in das ich freiwillig gezogen bin: nur hier kann man sich so über den Sommer freuen =)

Dienstag, 15. März 2011

Akvaario...

Vor drei Wochen, am Anfang meiner Zuhausezeit, hatte ich ausserdem die Schnapsidee, dass wir wieder ein Aquarium haben könnten. Eigentlich dachte ich schon lange daran und noch eigentlicher würde ich eins grosses, schmales als Trennwand zwischen Küche und Essecke noch besser finden, aber wir wohnen ja nicht in in einer Luxuswohnung - und unsere Versicherung wäre sicher auch anderer Meinung. Aber vielleicht ein mittelgrosses. Als Katzen-Entertainment und für einen witzigen Wels, die mag ich nämlich.



Also gesurft und gemessen und in Zooläden geguckt, aber die sind hier wirklich unbezahlbar, nix unter 200 Euronen. Aber seit kurzem gibt es ja auch in Finnland Zooplus. Müssen wir mal ausprobieren. Wir haben gelacht, dann aber ein kleines für knapp 60 e bestellt. Mit Sand und Wurzeln und Stroh (!) und Heurolle für die Meerschweinchen, wenn man gleich einmal dabei ist. Glasbecken per Post aus Germany, welch abenteuerliches Unterfangen. Sicher schicken die das irgendwo aus einem Zwischenlager in Helsinki. Aber Pustekuchen, der Tracker enthüllte, das das Paket wirklich direkt aus deutschen Landen kommen sollte. Schiff und Auto und so. Wie sich das rentiert, ist noch eine ganz andere Frage, aber ich glaube, die wollen erst einmal im Ausland Fuss fassen. Exspansion um jeden Preis also.

Eine Woche dauerte die halbe Weltreise und dann konnten wir das gute Stück von Posti Palokka abholen. Männe wurde angeschnauzt, weil die weiche Rückbank noch von Krimskrams übersäht war und er das Ding da einfach draufstellen wollte. Na hallo, das bricht doch bei so ungleicher Verteilung. Suse kopfschüttelnd Platz gemacht. Zuhause sagte der dann auch gleich nach dem Auspacken "kaputt", um mich zu ärgern. Aber natürlich hatte er Recht. Eine Wand durchgeknackst. Und das ist noch ein Wunder, hatten die doch das Becken tatsächlich nur in der Pappkiste des Herstellers verschifft, ohne jede Styrox- oder Luftkissenfederung! So hätte ich das nicht mal _eine_ Strasse weiter gefahren!

Frida, die super aufgeregt gewesen war, weinte bitterlich. Mama rief postwendend da an (english customer service...) und liess sich hochheilig versprechen, dass sie ein neues schicken und das besser verpacken (na hoffen wir mal). Und dann zeigte sich nach langer Zeit mal wieder, wieso ein chaotischer Basselhaushalt doch Vorteile hat - im Speicher stand noch ein uraltes Plastebecken, was wir einmal mit einem Meerschweinchen geschenkt bekommen hatten und das ich schon zigmal in den Müll schmeissen wollte. Jihaaa! Kind beruhigt, Kies untergebracht und voreilig angeschaffte Pflanzen gerettet. Und jetzt warten wir, wieviel deutsche Aquarien wir Finns denn noch so schrotten *ggg*

Montag, 28. Februar 2011

Vergesellschaftet...

Der kleine Luke konnte am Sonntag endlich bei seinen Frauenzimmern einziehen, nachdem die sechs Wochen Samentrocknungsfrist nach der Kastration *ggg* verstrichen waren.

Die Vergesellschaftung verlief wild, aber wahrscheinlich normal, mit Fressen, Zähneklappern und Hinterherjagen, vor allem Saaga war der Meinung, dass der Lockentyp nichts in ihrem Revier zu tun hat und scheuchte den armen Kerl wild durch die Gegend. Die Peruaner waren voller Streu und völlig verdutzt, was da abging, aber die werden den Jungen bestimmt noch zu schätzen wissen. In den nächsten Wochen bauen wir ihr Gehege noch aus und wenn ich bei der DMSL weiterlese, kommt irgendwann später dieses Jahr bestimmt bald noch ein junges Weibchen dazu, weil die anderen Mädels ja schon alle fünf Jahre und älter sind, Luke dagegen nur 6 Monate. *ggg*

Schade finde ich es nur, dass wir Luke nicht wie geplant während seiner Einzelhaft richtig zahm bekommen haben, weil ich doch nicht soviel Zeit hatte, ihn zu betüddeln, zu füttern und auf den Schoss zu nehmen, aber ihm ist das sicher herzlich egal =) Ich freue mich schon, wenn die Schweinchen endlich in den Garten dürfen, hier haben wir nämlich wirklich üppiges Gras.


P.S. Yuri wurde jetzt wirklich in Luke zurückgetauft, so wie ich ihn heimlich im Zooladen schon genannt hatte =)

Mittwoch, 19. Januar 2011

Yuri leikattu...

Yuri war am Dienstag beim Tierarzt und wurde kastriert. Das arme kleine Wollknäuel. Aber dafür kann er ja dann bald mit den Mädels herumtollen. Bisher allerdings frisst er noch nicht richtig - ich habe heute früh extra Fenchel, Dill und Petersilie aus dem Supermarkt geholt und bin noch einmal vor der Arbeit nach Hause gefahren, um dem kleinen Mann die Leckereien zu präsentieren. Durch die gierigen Weiber nebenan angesteckt, hat er ein bisschen geknabbert, aber über den Berg ist er noch lange nicht. Die Meeris sind immer so heikel mit ihrer Verdauung und ihren Zähnen, dass man sich immer Sorgen machen muss, sobald sie nicht literweise Heu konsumieren. Drückt mal Daumen...

Und die Meerihaltung hier im Polar ist ein wirklich teurer Spass. Schweinie 69 e und Kastration 139 *umfall* Das ist doch kein Hund!!!! =) Für das Geld kann ich eigentlich auch nach good old Germany fliegen und eine Kiste
Notschweinies importieren... aber was macht man nicht alles. Und überflüssige Kastraten gab es ja hier weit und breit nicht. Apropos Schweinchen: ich bin seit kurzem wieder Mitglied auf der DMSL, der besten Meerschweinchenmailingliste der Welt. Jetzt weiss ich wieder, womit ich vor Fridas Geburt meine überflüssige Freizeit totgeschlagen habe! *lach* So viele Bekannte da und tipsende Mailschweine und geniale Insidergeschichten *freu*

Samstag, 8. Januar 2011

Marsumann...

Wir haben endlich wieder ein Böckchen! Die beiden letzten Wochen habe ich das Internet durchforstet, um einen passenden Meerschweinmann zu finden, bevor unter den Damen hier der Zickenterror ausbricht. Aber Finnland ist gross, Kastraten und Notmeeris gibt es so gut wie gar nicht, von Sonderfarben oder roten Augen ganz zu schweigen, und kleine Böcke kastrieren sie erst mit 6 Monaten... und ich habe mal wieder nicht die Geduld, auf ein Tierheimtier zu warten und mag erwachsene Meeris viel mehr als Babies... also standen im Internet u.a. ein Himalaya in drei Stunden, ein schwarz-beiges Sofakissen in zwei Stunden Entfernung und ein beige-weisses Coronet in unserer Stadt zur Auswahl - und eine Alpakkazüchterin von hier antwortete nicht auf meine Mails... grumpf.

Ich war schon über Weihnachten zweimal im Karvakorvat Zooladen gewesen, sogar schon heimlich, nachdem Jasmiina gegangen war, obwohl ich eine Abmachung mit mir selbst habe, dass immer erst Nachschub kommt, wenn mindestens zwei gegangen sind. Da sassen ungefähr zehn süsse Schweinies, kurzhaarige, langhaarige und sogar ein paar Teddies und ein explodiertes Sofakissen, alle fein säuberlich nach Geschlecht getrennt und mit Geburtstagen am Stall - aber so etwas richtiges war nicht dabei. Achja, und dann war da noch Luke, ein grauer Teddynotschweinemann aus Bremen, aber das ist ja noch viel weiter weg.

Irgendwie spukte mir dann doch das dunkle Lockensofatier im Kopf herum, was bei Karvakorvat gesessen hatte. Vielleicht der? Nochmal gucken? Oder doch warten? Neue Mails kamen auch nicht und weit fahren wollte ich jetzt im Winter auch nicht... also mit Frida und Caddy (!) zum Zooladen und noch einmal geguckt. Da waren inzwischen schon neue Schweinies eingetroffen. Die Besitzerin züchtet selbst und tauscht die Tiere ab und zu aus, auf deren Bauernhof waren wir im Sommer auch gewesen (muss mal die alten Bilder durchgucken)... mehrere zuckersüsse Teddies und ein Glatthaar mit gold-weiss-lemonagouti *verliebtsei* und dann immer noch das ganz grosse, ruhige Lockentier.

"Wir nehmen den da..." hörte ich meine Stimme, nachdem wir eine halbe Stunde auf Knien um die Käfige gekrochen waren *freu* Danach folgte ein fast einstündiges Polizeiverhör zu unseren anderen Schweinchen und ihren Lebensumständen und ich erzählte und erzählte und nachher war die Verkäuferin wohl auch halbwegs überzeugt, dass sie uns den Mann anvertrauen durfte und ich war auch froh, weil es eben doch ein verantwortungsvoller Zooladen gewesen war und nicht so eine Wegschmeiss-Station wie viele in Deutschland *grusel*

Jedenfalls sitzt der kleine Kerl jetzt noch in Einzelhaft neben unseren Finnmeeris, ist noch ganz scheu und mag nicht mal Gurke, hat noch keinen Namen und ist auch sonst ganz traurig, aber das wird noch. Ein neuer kleiner Jaska! Beige-braun-weisser Alpakkamann, am 8. Juli geboren =) Hey, und hier könnt ihr für einen Namen abstimmen: http://doodle.com/dnzv7zrbpbt583zz Als Namensfreak hat man nämlich ein riesiges Problem, weil man alle coolen Namen eh schon auswendig kann und nicht mehr schön findet, weil man zuviele Leute mit bestimmten Namen kennt und weil man inzwischen auch richtig hohe Ansprüche hat... =)

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Pepe...

Der letzte Tiefschlag des Jahres - unser kleiner Meerschweinchenmann ist ganz überraschend über die Regenbogenbrücke marschiert. Für mich völlig unverständlich, denn er war doch laut Tierheim erst 2-3 Jahre alt und bisher quietschfidel, hatte sogar seine Kastration und den darauffolgenden richtig dicken Abzess am Po gut überstanden, obwohl er damals bei den Grosseltern in Pflege und wir in Deutschland waren. Aber bei den Nagern steckt man wirklich nicht drin.

Am Sonntag abend hat er beim Fressen etwas gezögert und ich habe ihn herausgenommen und getüvt, aber nichts besonderes gefunden und beschlossen, ihn im Auge zu behalten. Montag habe ich total verschlafen, weil Tiita wieder einmal die Nacht zum Tag gemacht hatte. Montag nachmittag im Auto sagten meine Eltern dann, dass das rote Meeri tagsüber gar nicht fressen wollte. Häh, oh shit!!! Zuhause gleich überprüft, nein, er will nicht, ist sonst aber fidel und da war der Tierarzt natürlich schon zu. Nachts noch die Bereitschaft angerufen, aber die war in Karstula, fast zwei Stunden von hier. Böckchen mit Pelletbrei und Heusud gepäppelt und gleich morgens sämtliche Tierärzte durchtelefoniert, aber niemand konnte uns vor 15:30 einen Termin geben. Mmmh, nicht gut, aber er war ja sonst noch munter.

Bei der Tähti-Tierklinik wurde ihm dann ins Maul geschaut, die Zähne abgeschliffen und festgestellt, dass er keine zu langen Backenzähne, aber Entzündungen in der Schnute hatte. Also Antibiotika, Schmerzmittel und etwas für die Darmflora. Zu meiner Besorgnis war er für die Untersuchung betäubt worden, aber ich wusste ja, dass man ihn danach warm halten sollte und für mich war die grösste Herausforderung, ihn in den nächsten Tagen wieder zum Fressen zu bringen - aber Pepe war ja ein Kämpfer.

Den ganzen Abend abwechselnd auf dem Schoss gehalten, gestreichelt, Wasser und Päppelbrei gegeben und mit Kirschkernkissen gewärmt. Schwach war er, aber guckte immer besser. Nachts um drei noch einmal aufgestanden und gefüttert, da sass er schon und guckte mit ganz klaren Augen, wollte aber immer noch nicht selber fressen. Ob ich ihn mit ins Büro nehmen sollte?

Als ich um 6 Uhr aufstand, lag er schlapp und kalt in seinem Kuschelnest. Was soll man da noch machen? Verzweifelt und traurig, nichts hat geholfen. In der Nacht hatte ich schon so eine Ahnung, weil er auf einmal doch struppig und alt aussah. Und im Grunde ist es ja ganz schnell gegangen. Wer weiss, was er noch alles hatte... Meeris zeigen ja immer erst sehr spät, dass sie überhaupt krank sind. Und wenn man dann nicht am gleichen Tag noch zum Tierarzt kann... wobei ich inzwischen auch die Hoffnung verloren habe, dass jemals ein Arzt ein krankes Meeri heilen kann.... Mach's gut kleiner Pepe. Let's take care of the living ones. Und Frida sagte und zeigte mit den Fingern "Sei nicht traurig Mama, erst hatten wir so viele (fünf), dann so (vier) und jetzt sind doch noch die da (drei)". Stimmt. Logische Rechnung. Nur ohne mein Rotfellchen. Voi vitsi.

Sonntag, 12. Dezember 2010

Jasmi...

Schlaf gut, kleine Jasmiina, gute Reise in das Land, wo immer Sommer ist und das Gras auch im Winter wächst und grüss Nelson und Jaska von uns. Heute früh, noch mitten in der Nacht, ist unsere kleine Marsu-Omi für immer eingeschlafen. Sie hat auf uns gewartet und war noch ganz warm, als wir sie gefunden haben. Mach's gut Kleines und ich bin froh, dass Du doch noch zu uns gekommen bist und dass Du jetzt so schnell und ohne krank zu sein, gegangen bist. R.I.P. Jasmiina Marsunen, Lene, Goldhill's American Beauty 23.5.2003 - 12.12.2010. Jetzt haben wir also nur noch vier Finnmeeris - Pepe, Niamh, Saaga und Vilma.

Samstag, 5. Juni 2010

Schweinies...

Und auf vielfältigen Wunsch noch ein aktuelles Bild der berühmten Finnmeeris in aktueller Besetzung. Bei einem ihrer ersten Ausflüge ins Grüne - irgendwie ist es immer unheimlich schwer, alle fünf auf einmal vor die Linse zu bekommen. Aber überhaupt ist es Zeit, wieder einmal so ein Kebabrollenbild auf der Couch zu machen *überleg*

Von links nach rechts also oder im Uhrzeigersinn... Jasmiina (7 Jahre alt) Peruaner und Schwester des legendären Jaska, Niamh (fast 5) ausrangiertes peruanisches Züchterschwein aus Peine, Pepe (vielleicht 2) rotes Glatthaar aus Tierheim Vehniä und Chef der Bande, Saaga (vielleicht 3) weisses pe Glatthaar aus Karstula second hand und Vilma (4) lilac Peru-Sheltiemix aus Berlin. Die Truppe war mal viel bunter, aber ich kann ja nichts dafür, dass mir dauernd lilafarbene Mikrofonschützer aufgeschwatzt werden *ggg*

Und so sah es vor Frida aus, im Jahr 2006 mit sieben Quietschkonzertlern. Talulah und Gwenllian und Pedrita, Flinga, Jaska, Ruubi und Vilma. Ist das lange her... von dem Bild ist nur noch Vilmababy bei uns, der Rest hat es sich auf der anderen Seite der Regenbogenbrücke bequem gemacht. In der neuen Wohnung sollen die Schweinies übrigens wieder einen länglichen Eigenbau bekommen und auch mehr Platz haben. Aber wir müssen noch überlegen, wo wir sie überhaupt hinstellen. 81 qm sind nämlich bei so vielen Zimmern nicht allzu gross. Vielleicht unter die Decke hängen?

Dienstag, 11. Mai 2010

Ruhe vor dem Sturm...

Da sind sie, meine über alles geliebten 2-3 Tage (oder waren es doch nur 24 Stunden???), in denen hier alles schlagartig explodiert. In denen die Birken, Weiden und Erlen wie über Nacht einen ganz dünnen grünen Schleier tragen - und dann beim nächsten Augenaufschlag, meinetwegen nach einem langen Bürotag, schon voller frischer grüner Blätter sind. Das ist jedesmal soooo coooool.

Und Frida ist in der Zeit geboren. Wenn Finnland wie ausgewechselt wirkt. Genauso schnell sind dann nämlich auch die legendären Seen postkartenblau statt einfach nur schwarz oder weiss. Minun Suomeni. Und die Fotos musste ich ganz schnell machen, weil es am Wochenende SEHR heiss werden soll. Jetzt weiss ich auch wieder, wieso Frida auf den Maibildern auf ihrem Pixum-Kalender sowohl Mütze und Schal als auch kurze Hosen anhat *grins* 

Oh, und unsere Schweine werden sich erst freuen! Wir haben jetzt übrigens hier einen tollen Grassammeldienst. Ich brauche nur einen leeren Korb vor die Tür zu stellen und schon rennen Frida und Nachbarskind Silja los, das schönste Heu und die saftigsten Grashalme für die Nageviecher zu suchen =)

Sonntag, 25. April 2010

Reihengeschichten...

Es hätte ja einfach sein können, aber ist es nicht. Heute schien die Sonne aus allen Knopflöchern und natürlich ist da so ein Reihenhaus mit Garten klasse. Auch mit vier Zimmern, alles nur etwas kleiner und verwinkelter als die, die wir uns gestern angeguckt haben. Die beiden kleinen Zimmer müssten wir umstreichen, eins davon hat einen Klamottenverschlag, das andere einen normalen Schrank. Küche okay, Flur geräumig, Bad und WC extra, Fussboden hellgraues Laminat. Zwei Speicher und ein Parkplatz so far.


Der Garten ist zwar grösser als unserer jetzt und in der Sonne, hat aber eben die Strasse davor (und nen schweinefressenden Terrier nebenan). Draussen spielten schon ein paar Overall-Steppkes in Fridas Alter. Und viel Gras. 10 km von der Stadt entfernt, aber eben in Palokka, ganz in Ruhe und draussen gelegen. Vielleicht zu ruhig. Und die Zimmer zu weit voneinander entfernt? Richtig herumspazieren kann man da vielleicht auch nicht. Und kein See. Aber so ein Garten macht was aus. Auch einen Fuffi billiger. Hätten die uns nicht nur eins der beiden schicken können? Dann wären wir nur glücklich, endlich etwas passendes gefunden zu haben und würden uns nicht nen Wolf grübeln und total deprimiert sein =) 

Männe meint ja, dass wir abwarten sollen, ob wir nicht eh nur eine oder gar keine zugesprochen bekommen, aber ich befürchte, dass die wieder beide zusagen und wir dann blitzschnell eine Entscheidung treffen müssen. Also schicke Riesenwohnung gegen kleinere Gartenwohnung oder so, wobei es da noch zig andere Dinge gibt, die mir im Sekundentakt durch den Kopf gehen und gegeneinander abgewogen werden müssen. Immerhin bin ich im Herzen Städter. Und wir haben 9 Monate im Jahr so ein Wetterchen, dass man gut und gerne auf Terasse & Co. verzichten könnte. Der Spielplatz in der Stadt ist wiederum recht zugig und erinnert eher an einen Sportplatz und man müsste dann frierenderweise immer ganz raus. Aber son Glasbalkon hat auch was. Ojeee... was machen wir da bloss?

Auf dem Bild ist übrigens Frida mit Vilma Peruanerschwein zu sehen. Die Meeris waren heute schon mal Frischluft schnuppern, als ich ihre Behausung saubergemacht habe. Allerdings nur im Korb und mit Decke, weil die Erde noch viel zu kalt ist. Aber gucken kann man ja schon mal =) Im übrigen sind Meerschweinchen absolut nichts für Zweijährige. Ich fürchte jedesmal um ihr Leben, obwohl Frida ansonsten sehr vernünftig ïst und - ihrer Meinung - sehr liebevoll mit Püppis und Tieren umgeht. Katze und Hund sind da weitaus härter im Nehmen *malgesagtwerdenmuss* Im übrigen lieben sie Wärme... so ein Auslauf hätte in der Riesenstube von gestern durchaus Platz... ''äääähm*

Sonntag, 14. Juni 2009

Privatzoo...

Wie man sieht, waren die Schweine zum ersten Mal in diesem Jahr draussen und wir hatten sogar einen neuen, sehr professionellen Tierpfleger. Ja, ich weiss, in der Vor-Babyz-Ära sassen Jaska & Co. auch schon im März, April draussen. Aber die Zeiten ändern sich!

Für die Schweinefreunde: momentan wohnen also bei uns Pepe, Kisu, Vilma, Saaga und Jasmiina, Von zwei über acht auf fünf Giermäuler sozusagen =) Mehr dazu auf www.finnmeeris.de.ms.

Samstag, 16. Mai 2009

Simbaschwimmer...

Hach, wie ereignisreich die Tage immer sind, wenn das Kind einen schon früh um 6 aus der Falle schmeisst! Richtig gut *find* auch wenn ich heute früh erst leicht genervt aus meiner Bettwäsche geschaut habe, als ein kleines Mädchen punkt 5:30 an die Milchbar gerobbt kam und danach ein Buch lesen und dann gleich in die Stube gehen wollte "äiti auteen!" (aufstehen meint sie natürlich).

Also aus den Federn geschält, allen Beteiligten Brei gekocht, gefrühstückt und dann Männe überredet, mit zum Zwergenschwimmen zu kommen, wo doch gerade einmal die Gelegenheit dazu besteht. Bisher hatten wir das bekanntlich ja fast immer verpennt... ich glaube, wir waren diese Saison nur ein einziges mal im September gewesen. Fräulein angezogen und dann los nach Vaajakoski. Wir waren ausnahmsweise zu früh und konnten noch Kaffee und einen Orangensaft trinken (auch eine Sensation) bevor die Babies ihre Session beendeten. Dann mit Frida umziehen gegangen, was diesmal auch total entspannt ablief. Hach, bin ich stolz auf meine grosse Tochter. Da stand sie im Body herum, guckte sich alles genau an und schäkerte mit den anderen Mamis, während meiner einer sich ganz in Ruhe ausziehen konnte. Nichts mit minutemlangen Brüllen und Angstanfällen so wie früher als Baby am gleichen Ort.

Tapfer tapste Frida mit in die Dusche, lief munter auf und ab und testete ihre neuen Badepuschen (die übrigens von den Finns bestaunt wurden - sie kannten sowas noch gar nicht, obwohl ich die hier im ganz normalen Supermarkt gekauft habe). Dusche war auch Spass pur - Frida hielt ihre eigene Brause fest und lachte sich kaputt, weil Mama immer wieder den Bewegungsmelder betätigen musste, weil sie ja viel zu weit unten stand. Mama konnte derweil mehr oder weniger in Ruhe Haare und Body waschen. Ohne gestresst durch die Gegend zu hucken oder Panik zu haben, dass das Fridababy aus der Hand glitscht.

Dann latschten wir Hand in Hand in die Halle - auch diesmal konnte Mama den Säugling nicht mehr auf die Fliesen fallen lassen *aufatm* und am Becken wartete schon der Papa (der absolut wasserscheu ist...). Frida fand das Wasser total spannend, sie konnte sich sicher nicht mehr erinnern, dass sie schon mehrmals dort gewesen war. Hat geplantscht und gelacht und es genossen, wenn sie auch ab und zu vorsichtig und etwas angespannt war - sie kannte es ja gar nicht, ihre langen Flossen einfach so hängen zu lassen =)

Im Gegensatz zum Babyschwimmen machten wir in dieser Gruppe auch richtige Übungen, schwammen oder hopsten von einer Seite zur anderen, tanzten mit den Kindern, setzten sie auf ein Floss, nahmen sie auf den Rücken, liessen sie vom Beckenrand platschen - und dann durfte Frida sogar die grosse rote Wasserrutsche ausprobieren. Seeeehr cool fand man und lachte wieder von einer Speckbacke zur anderen. Meine Maus. Frida war so glücklich, dass sie sogar ein Lächeln auf das Gesicht ihres ewig mürrischen Papas zaubern konnte. Nur die Kamera wollte er nicht aus der Umkleide holen. Und als Strafe hat er seine Badehose da vergessen und muss demnächst wieder mit uns da hin, hahaha. Jedenfalls sehr schön, Vormittag gut genutzt! Und die Sauna, das Abduschen und das Anziehen verliefen natürlich auch völlig reibungslos, Mama konnte sogar die Haare trocknen und sich nett mit anderen Frauenzimmern unterhalten. Aaah, Paradies.

Danach brach der typische Wochenendstress aus: Es war 11:30, Frida sollte eigentlich was essen, aber Männe wollte sein eigenes Programm durchziehen und einige Autohäuser besuchen. Mmmh. Also schnell ins Portemonaie geguckt, nächste Ausfahrt genommen und bei Viherlandia Mittag essen gefahren. Das Café da kenne ich schon lange, aber wir sind erst vor wenigen Monaten auf die Idee gekommen, dort wirklich einmal zu essen - und es ist richtig toll. Luftig und hell und natürlich mit Gewächshausatmosphäre und gutes Essen - jetzt schon zum zweiten Mal und wir sind immer noch sehr zufrieden. Frida schmiss zwar mehr Salat und Fisch und Fleisch auf den Boden als in ihren Magen, aber sie war zumindest relativ brav und leise =)

Dann Einschlafrunde bis nach Leppävesi und dann konnte Männe Autos gucken. Schöne dabei, aber die meisten zu teuer und überhaupt konnten wir ja Frida nicht lange im Auto alleinlassen. Also weiter... kurz nach Hause, Nelson raus und Schweinecaddy geholt und dann nach Killeri zur Meerschweinchenausstellung. Meiner einer war ja jetzt tatsächlich in der Lage, nach langer Zeit mal wieder einen der geliebten Meeriböcke zu holen. Jaskas "Planstelle" stand ja schon seit Februar leer und jetzt wo Gwenllian gegangen war, hatten wir sogar genug Platz.

Aber das wollte gut durchdacht sein. Eine Anzeige im diversen Foren hatte schon 3-4 Angebote gebracht, aber die meisten waren zu weit entfernt und nicht wirklich interessant... und es waren auch keine wirklichen Nottiere dabei. In den Foren waren zwar ausrangierte Zuchttiere, auch in der Nähe oder zumindest hätten sie zur Ausstellung gebracht werden können, aber ich wollte erst die Allergie- und Wegschmeissmurkel ausschliessen. Oder vielleicht doch ein spontanes Rentner-Traumschwein auf dieser Ausstellung? Im Karvakorvat Zooladen sass auch noch ein dunnkelbrauner Rexmann... mmmh (für 80 Euro *umfall*).

Erstmal ohne Caddy in die Ausstellung. Es war wie fast immer enttäuschend, die Schweine nur in dunklen Boxen und Katzenkörben, in denen man sie kaum sehen konnte. Darum standen verpickelte Teenager. Und dann gab es dämliche Peruaner mit halbmeterlangem frischgewaschenen und geföhnten Fell, die von ihren detschen Besitzern auch noch gekämmt wurden. Und eine Schlange von aufgeregten Hühnern, die ihre Tiere auf Tabletts (!) zum Preisrichter brachten. So ein Irrsinn... die armen Viecher. In D dürfen Peruaner (die tatsächlich meine Lieblingsrasse sind...) nur noch geklippt, also mit auf Bodenlänge gestutzten Haaren, ausgestellt werden, was das Leben der Tiere viel einfacher macht. Die meisten Meeris hassen es, gekämmt zu werden. Von Baden ganz zu schweigen. Und überhaupt diese Preisgeilheit... manno, die Kebabrollen wären für einen Tag im Grünen und für eine Handvoll Löwenzahn viel dankbarer gewesen als für diesen Showwahnsinn. Zu verkaufen war auch nur ein Langhaarmädel.. keine Böcke, und nachfragen wollte ich auch nicht. Sollen die doch unter sich bleiben....

Ausserdem hatte ich ja noch einen Trumpf im Ärmel... in der Auffangstation Turvakoti Magenda waren seit kurzer Zeit drei Schweinchen. Seit wenigen Tagen auch ein braunes, ooohhh... der hatte mir gleich gefallen, nur die für cresteds typische Stirnrosette fand ich wieder ganz schlimm. Also erstmal zu Oma und Opa gefahren. Und zwar weil (heute war wirklich ein ereignisreicher Tag) unser Gefrierschrank überraschend total vereist war und wir ihn dringend abtauen, also auch unsere Eisdinger irgendwo unterbringen mussten. Männe sagte, ich sollte ihm jetzt mal den Magenda-Bock zeigen. Also Netz auf. Kommentar auf das Bild, ganz knapp finnisch: den nehmen wir. Punkt, basta, keine Diskussion, heisst das. Ich also meinen Mut zusammengenommen und da angerufen.

Ich kennen die Diskussionen um den Platz, einigen kommt die Frau dort komisch, zu engagiert und vielleicht auch verbittert vor. Aber wenn man weiss, dass hier Fundtiere nach 15 Tagen eigentlich eingeschläfert werden und dass 90% der aufgeschnappten Katzen nicht mehr abgeholt werden, kann man verstehen, dass einem da mit der Zeit die Frustration an den Hals springt =) Zudem ist sie auch noch Estnin... war witzig, als ich sie einmal bat, nicht so schnell und ein bisschen deutlicher zu sprechen, weil ich kein Finne bin und sie antworte "hehe, ich auch nicht..." =) Zuerst war sie etwas reserviert, aber dann, als sie merkte, dass wir das Kerlchen wirklich nehmen würden, irgendwie heilfroh und aufgeschlossen - wir konnten sogar noch am gleichen Abend vorbeikommen.

Cooool, da wollte ich schon lange mal hin. Wir hatten zwar Weihnachten ein Paket vor die Tür gelegt, aber nie wirklich die Tiere gesehen oder die Betreuerin kennengelernt. Jetzt würden wir auch die zahllosen Katzen besichtigen können. Also, hingefahren. Auf dem Hof tobten zwei knuddlige Boxer herum, die sich gar nicht mehr einkriegen konnten und immer wieder gestreichelt werden wollten. Einer guckte sogar zum Autofenster herein (Frida wusste nicht, ob sie sich totlachen oder Angst haben sollte...) und zerkratzte dabei mein eh schon demoliertes Auto, während ein kleines zerräubertes Mädchen einen ersten Blick auf unsere Madame warf.

Dann wurden wir schon zu den Schweinies geführt, in ein kleines rotes Haus voll mit verschiedenen Verschlägen und Käfigen für Hunde und Katzen. Die in Einzelhaft gehaltenen Miezis kamen sofort ans Gitter, maunzten und wollten gestreichelt werden. Boooaaah, die waren alle schön... wo ich mir doch immer geschworen hatte, nur einen roten Kater oder eine gestreifte Maine Coon mein eigen nennen zu wollen, hätte ich jetzt fast alle der sanften Schmuser einpacken können. Schwarz-weisse und getigerte und gefleckte und und und..a Bittende Augen und Sehnsucht, vielleicht etwas Resignation... ich möchte auch nicht auf knapp 80 x 80 cm eingesperrt sein. Vor allem, wenn man dann noch hört, dass einige der Besitzer ihre entlaufenen Katzen zwar gefunden und erkannt, sie aber aufgrund der Kosten nicht mehr abgeholt hatten. Na hallo.

Aber ich wollte über das Böckchen schreiben (man sieht, Frida schläft abends und ich habe Zeit zum tippen...) In einem Seitenraum sassen die drei in getrennten Käfigen. Wegen Allergie abgegeben. Oder doch, weil sich die drei Herren nicht mehr verstanden hatten? Einen Moment dachte ich daran, doch einen der beiden schwarzen Jungen zu nehmen, weil dunkle Tiere eh schwieriger zu vermitteln sind, aber dann war es doch Liebe auf den ersten Blick - der Braune hatte richtig fossiges, schön glattes Fell und dunkle Rubinaugen und war wiedermal eine richtige Kebabrolle - der musste es sein.

Wir redeten noch über die Tiere, eine haarsträubende Geschichte nach der anderen, zwischendurch klingelte das Telefon und die kleine Motte vom Lande spielte grob und unbeholfen mit der zarten Frida, während die Katzen maunzten und ich alle Leute durchging, die ein Haus aber keine Fellviecher mehr haben... und dann sassen wir wieder im Auto. Nicht ohne noch einen Blick auf die wildfarbenen bellenden Hunde in ihren Gattern geworfen zu haben, die niemand mehr wollte. Schade... oh, noch zu erwähnen, dass Hundeausstellungen hier tausende von Besuchern haben, aber Mischlinge für ein paar Euro verramscht werden. Aber in D ist das alles noch viel schlimmer, denke ich. Ich habe der Tante 40 e in die Hand gedrückt und das mitgebrachte Hunde- und Katzenfutter - hoffentlich war das okay.

Jedenfalls habe ich mein erstes richtiges Notschwein geholt, mein erstes Tierheimtier hier in Fin und bin sehr stolz darauf. Soll der Kleine seinen Harem haben =) Jetzt muss er allerdings erst einmal kastriert werden und seine Wartezeit absitzen. Einen richtigen Finnmeeri-Namen hat er noch nicht, aber es kann sein, dass er einfach bleibt, was er ist: Simba. Der stand eh schon lange auf meiner Namensliste. Auch wenn ich erst "Tsimppa" verstanden hatte und mich wunderte, was das denn nun wieder soll... *lol* Und ich habe mich überhaupt gefreut, in der Fundstation gewesen zu sein und mit der Tante geredet zu haben. Jetzt kann ich mit noch besserem Gewissen die Viecher einzeln in Facebook posten und an meine Bekannten verteilen =) Will nicht noch wer ne Miezekatze???

Mittwoch, 6. Mai 2009

Gwenllian...

Ich habe Gwenllian über die Regenbogenbrücke geschickt und bin sehr stolz darauf. Eigentlich hatte ich sie schon am Montag mehr oder weniger aufgegeben. Zu krank, zu schwach, Antibiotika schlugen nicht an, Stronghold brachte nichts, Ivomec wäre ja auch nicht besser und Pilze hatte der Doc angeblich keine entdeckt. Schöne Sch... und das Fressen fiel ihr auch immer schwerer. Bekanntlich wachsen Meerizähne über die Zunge, wenn sie nicht genug abgeschliffen werden *seufz*

 Also den Dingen ihren Lauf lassen, weiter Medis geben und abwarten. In ein paar Tagen wäre es vorbei. Es war ja immer so. Oder? Einschläfern kostet auch so um die 60 Euro, die wir nicht haben. Verdammt. Es bin nicht ich, die da leidet. Weggucken. Augen zu, weiter füttern und ignorieren. Oder doch nochmal behandeln? Aber mit was? Pilzmittel? Zähne abschleifen und päppeln? Ein Kissen aufs Mäusegesicht?

Heute früh hatte ich schon Schuhe und Jacke an und wollte ins Büro, als ich doch spontan mein Handy schnappte und den Arzt anrief. Scheiss aufs Geld, Du tust dem Tier einen Gefallen, Du kannst das doch nicht so verrecken lassen. Schon sass Gwenllian im Auto und mittags waren wir beim Arzt. Die Otso Tierklinik in Kinkomaa ist echt toll, dort bekommt man anders als hier in Palokka noch am gleichen Tag einen Termin. Der Doc guckte nur kurz, stellte fest, dass Gwenllian seit letzter Woche abgenommen hatte, dass ihre Haut noch genauso schlimm war und sie nicht richtig fressen wolle und beschloss, dass wir sie gehen lassen. Gut so. Innerhalb von zwei Minuten war die kleine Motte eingeschlafen und musste nicht mehr diese Kitzelei ertragen.

Und ich war stolz. Die Scheine waren gut angelegt. Und jetzt kümmern wir uns verstärkt um die restlichen vier - Jasmiina ist vielleicht noch nicht ganz über den Berg und überhaupt streiten sich die Weiber viel zu viel.... langfristig muss wieder ein Bock her, um die Zanktanten zu beruhigen und Liebe zu verteilen =) Abends war Begräbnis in Kuohu und es war rührend wie Frida immer wieder auf finnisch sagte: Meeri krank, Meeri schläft, Meeri weg, Meeri im Himmel, Gute Nacht, hei hei, winke winke! Was wohl in ihrem Köpfchen vor sich geht? Es wird sicher nicht das letzte Mal sein, dass wir uns von jemandem verabschieden müssen.

Und ich bin - anders als viele meiner Bekannten - immer noch der Meinung, dass Tiere während der vielen Jahre, die man gemeinsam verbringt, so viel schöne Momente geben, dass man es aushalten kann und muss, wenn sie krank und alt werden und schliesslich gehen. Gute Reise Gwenllian, mein Kuhschwein, meine walisische Prinzessin!

Dienstag, 14. April 2009

Jyp Cavia mites...

Eigentlich müsste ich jetzt schreiben, dass JYP heute abend finnischer Meister geworden ist, jiiiiihaaaa! Aber ich hatte heute ganz anderes vor... irgendwie kratzen sich die Schweine mehr als sonst und tatsächlich habe ich bei Jasmiina und Gwenllian argen Milbenverdacht. Es wird von Tag zu Tag schlimmer - beide werden dieses Jahr ja auch sechs, irgendwie ein mistiges Alter. Grosse Lust, sie zum Tierarzt zu schleppen, hatte ich auch nicht. Der macht eh nur das, was ich ihm anhand von zig Internetausdrucken vorschlage, hahaha.

Stronghold musste her, bloss wo? Offensichtlich gibt es das nur gegen Rezept. Glücklicherweise ist eine Bekannte von Männe Tierarzthelferin. Ich hasse es, immer wieder auf Vitamin B zurückgreifen zu müssen, aber hier im korruptionsfreien Hohen Norden ist das wohl die gängige Methode, alle möglichen Dinge zu regeln. Ich da also heute vorbeigeschneit, war eh in der Gegend, und gefragt, ob ich das Zeug bekommen könnte, ohne die Tiere vorzuzeigen.

Viel Erfahrung, weiss sie ja und wir hatten das schon öfter und das hilft garantiert und blabla... und innerhalb von einer halben Minute und einem kurzen Gespräch mit der Ärztin hielt ich eine kleine Tube in den Händen. Für schlappe 5 Euronen statt 2 x 65 Euro Tierarztkonsultation. Wer sagt's denn =) Jetzt also Daumen drücken, dass die alten Damen den Sommer noch erleben! Jedesmal im Frühling diese Durchhänger - Finnland ist wirklich kein Meeriland. Denen fehlt das frische Gras...

An der Stelle sollte ich jetzt noch erwähnen, dass wir am WE das neue Meerigehege fertig bekommen haben! Die Marsulinna war wirklich schon alt und morsch, auf den Rücken gelegt nahm sie auch zu viel Platz weg und man konnte die Schweinis nicht richtig beobachten, geschweige denn einfangen oder saubermachen. Also abgewrackt - vielleicht wird daraus ein vergitterter Gartenauslauf - und jetzt haben sie ein etwas kleineres, oben offenes, hochgestelltes schickes Kästchen mit grossem topschicker Fensterfront und Gartenblick =) Mama hatte die Idee, hat bezahlt und gemalert und Opa hat beim Einkaufen geholfen und Schwiegerpapa hat gebaut (Zimmermann!) und Frida hat ganz dolle beim Schleifen geholfen *hervorhebenmuss* während der Papa faul herumgesessen hat =)

Es ist mir eigentlich ein bisschen zu klein, aber wir könnten noch eine zweite Ebene anbauen und, wie gesagt... wir sind inzwischen von "idealen" Sixpack auf dem Weg zu einem idealen Vierer und vielleicht sogar noch weniger. Damit man sich richtig auf die Knabberkünstler konzentrieren kann. Bei acht Schweinies war das nur noch Gewusel und gar kein persönlicher Kontakt irgendwie, obwohl es wunderschön war, wenn sie draussen im Gartenauslauf herumquiekten. Hachja. Schade, dass wir so wenig Zeit und Platz haben. Es sind immer noch die idealen Haustiere *find* Wenn nur das Grasproblem nicht wäre!

Freitag, 13. Februar 2009

Jaska....

Jaska Marsunen ist über die Regenbogenbrücke gegangen. Der kleine, stille Herzensbrecher, mein erster Peruaner. Den wir als Baby aus Nurmijärvi abgeholt haben, meine kleine Fellkugel. Fast sechs Jahre alt ist er geworden und daran sieht man auch, wie schnell die Zeit vergeht - waren doch Mika und ich im Sommer 2003 ganz frisch zusammen, total glücklich, haben viel unternommen und die Meeritis grassierte =)

Jaska war schon seit mehreren Monaten nicht mehr ganz fit, hatte seit Juli Milben, die mehr oder weniger erfolgreich mit Stronghold behandelt wurden, ein Schneidezahn faulte mehr oder weniger vor sich hin und man konnte nur zugucken, wie der kleine Kerl immer mehr verfiel - aber andererseits hat er immer gefressen, war lustig und hat niemals gesträubt in einer Ecke gesessen. Heute haben wir den ganzen Tag auf der Couch verbracht, Frida schlapp und auf meinem Bauch schlummernd und mir fiel auf, dass Jaska uns durch das Fenster der Marsulinna richtig anguckte.

Hallo mein Kleiner, dachte ich und dass wir keine Möhren und Äpfel mehr im Haus hatten und dass ich seine Zähne wieder einmal kontrollieren sollte. Und abends lag er einfach da, gegangen, mausetot, futsch. Er ist gegangen, ohne grosse Aufregung zu verursachen, ohne dass er noch einmal zum Tierarzt musste, einfach so. Ich hoffe nur, dass es ihm nicht wehgetan hat und dass er jetzt wieder mit seinen guten alten Mädels, mit Talulah, Xenia, Lumi, Flinga, Ruubi und Pedrita zusammen ist. Gut, wenn es so schnell geht. Wobei ein Fuchs in der Natur das sicher noch früher und reibungsloser gemacht hätte *seufz*

Freitag, 12. Dezember 2008

Peru und Uganda...

Ja, so ist das nunmal im Haushalt von Klein-Frida. Heute nacht haben wir ihr sogar ein Zäpfchen verpasst, weil sie nur geweint und genuckelt hat. Armes Mäuschen (und arme Eltern).

Aber noch was Positives, wovon ich schon lange schreiben wollte: meine Patenkinder!!! Susannita hat seit vielen Jahren eine Patentochter in Uganda, die mit ihren inzwischen 8 Jahren genauso alt ist wie die kleine, ääähm grosse Tochter meiner lieben Cousine. Und die genauso heisst wie ich *lach* Wir unterstützen Suzan, helfen ihrem Dorf und tragen dazu bei, dass sie zur Schule gehen kann, über Aids informiert wird, gesund bleibt und so weiter. Nur schreiben müsste ich öfter...

Seit September habe ich noch ein kleines Mädchen, sozusagen eine Patenschwester für Frida. Yenifer ist knapp 2 Jahre alt und wohnt in den peruanischen Anden. Ich habe lange überlegt, ob wir uns das finanziell leisten können - aber die Leute haben dort wirklich nichts. Wir haben das mit einem ausgelassenen Einkauf wieder raus. Und Peru mag ich schon lange... schliesslich kommen da meine geliebten Meerschweinchen her. Von dem Fakt abgesehen, dass sie dort als Schlachttiere gehalten und gezüchtet werden =)

Jedenfalls haben wir jetzt einen ersten Brief von Yeni bekommen. Mit gemalter Zwergenhand und dem Jahresplan der Kinder *freu* World Vision sendet im Gegensatz zu Plan sogar direkt aus Mexico, was dem ganzen noch einen authentischeren Eindruck gibt. Wooow, die Kleine... sie ist also genau so ein Mädchen wie unser Baby. Jetzt muss ich faule Nase aber auch antworten, statt nur am Computer herumzudaddeln. Ich freue mich!

Freitag, 5. Dezember 2008

Geldsegen...

Irgenwie witzig, wenn man eine riesige Steuerrückzahlung bekommt und die dann sofort investiert. Hauskredit an Mama und Papa, Nelson und Jaska sofort zum Tierarzt und die erste richtige Durchsicht für Henry Ford nach 7 Jahren Finnland. Und wech war die Kohle wieder =)

Jaska hat offensichtlich Milben und der Tierarzt hat ihm auf meinen Rat hin Stronghold verpasst. Hier sind ja Meeris so exotische Tiere, dass man sich immer am besten das halbe Internet auf deutsch, englisch und finnisch ausdruckt, bevor man zu den Docs geht. Nicht dass die wieder nur mit Antibiotika und C-Vitamiini herumdoktern. Wir waren übrigens wieder bei der Otso-Klinik in Kinkomaa, auf die wir letztes Jahr mit Nelsons Ohrentzündung ausweichen mussten, weil es in Palokka und Jkl einfach keine freien Termine gab. Und die ist richtig gut! Jetzt waren wir mit beiden Tieren genau eine Stunde da und haben Antworten auf alle Fragen bekommen, die mir schon immer auf der Seele brannten, statt von total gehetzten Tuti-tuti-Frauenzimmern abgefertigt zu werden *sorryaberwahr*

Nelson hat also neben Herzfehler, daraus resultierenden (war mir auch neu) Nierenproblemen, seinem überstandenem Hodenkrebs und Taubheit auch noch grauen Star (sieht nur Schatten, heul), Probleme mit der Hüfte (daher setzt er sich so schwer hin) und eben zur Zeit eine Humpelpfote. Aber ansonsten fand der Arzt noch nicht, dass man ihn einschläfern müsste. Nur Entzündungsmittel hat er bekommen und den Rat, etwas für die Gelenke zuzufüttern. Aufatmen... aber irgendwann werden wir nicht umhin kommen, ihn zu verabschieden. Zumindest haben wir ihn jetzt tatsächlich auf Hill's umgestellt, da weder Barfen noch Billigfutter wirklich mit seinem maroden Hinterventil kooperieren wollten. Mal sehen, ob es besser wird - ich habe es satt, ständig hinter kackenden Babies und Hunden hinterherzuwischen =)

Jaska hat (meine Diagnose...) offensichtlich Milben, was ich ja schon letzten Freitag befürchtet hatte. Pilze vielleicht auch, aber ich denke, dass wir mit der Milbenbehandlung erst einmal hinkommen. Ausserdem fault sein einer Schneidezahn schon seit dem Sommer vor sich hin, er wächst total verkruckelt und immer wieder über den alten Stumpf hinweg, was meiner Meinung nach auch die anderen Probleme auslöst. Immunsystem im Eimer und dadurch nehmen die Milbchen überhand. Seine Augen sind auch irgendwie trüber geworden und er ist sehr dünn - frisst aber wie ein Scheunendrescher. Also aufpassen und abwarten. Mit seinen fast 6 Jahren ist er auch schon Opi...

Das liebe Henryauto (der dritte Opi) hat einen neuen Türgriff bekommen und die Fordmechaniker haben sich die Zähne an der Wegfahrsperre ausgebissen, sie aber nicht ausgestellt bekommen. Funktioniert also zumindest *ggg* Dass an der Wand hinter deren Auftragsannahme grosse Fotos mit Mikko Hirvonen als ganz normalem Mechaniker und Teammitglied hängen, fand ich richtig cool. Der hat da nämlich mal gearbeitet. Ausserdem wurden zig Ventile, Schrauben und was-weiss-ich ausgetauscht, neue Hinterbremsen eingebaut und überhaupt das Auto so geölt, dass es jetzt leicht wie eine Feder fährt. Woooow, das hat sich also gelohnt. Und die Moneten habe ich überhaupt nur bekommen weil ich a) während des Mutterschutzes nicht die Steuerprozente habe senken lassen (wohlweislich) und b) weil der nette finnische Staat 28% der Zinsen für Wohnungskredite sponsort. Sehr gut, oder?

Montag, 25. August 2008

Abschied von Ruubi...

Ruubi hat es jetzt besser... wir haben sie heute über die Regenbogenbrücke ziehen lassen. Ihr Gesamtzustand war wirklich schlecht - sie war relativ dünn, sehr knochig, hatte überall "Löcher" im Fell und auf beiden Augen hatte sich innerhalb einer Woche grauer Star gebildet. Dazu die Lähmung in den Hinterbeinen. Der Tierarzt wollte es nicht so geraderaus sagen, aber mir war es ziemlich klar, dass wir ihr mit der letzten Spritze helfen würden. Sechs Jahre ist ja auch ziemlich gut für so ein zierliches Rasseschwein.

So hatte sie einen schweinewürdigen Abschied - bis zuletzt gefressen und vielleicht keine Schmerzen. Der TA sagte, dass es kein Vitamin C-Mangel wäre, dann hätte sie Gefühl in den Beinen gehabt, aber starke Schmerzen. So waren zwar die Gelenke verdickt, aber sie hat nicht reagiert, als er an ihren Füssen herumgedrückt hat. Also nur ein Problem von vielen... und ich bin wirklich froh, dass sie so friedlich gehen konnte. Er hat ihr eine Beruhigunsspritze gegeben, dann ist sie vor mir auf dem Tisch eingeschlafen und später gab es einen zweiten Pieks ins grosse Mümmelherz. Dann war es schon vorbei. Mach's gut und wir sehen uns!

Jaska Stummelzahn hatte ich als Begleitschwein mit und der Doc hat ihm netterweise gleich mit in die Schnute geguckt. Die Backenzähne sind okay und haben keine Spitzen. Wir müssen nur warten, dass der obere Schneidezahn nachwächst und aufpassen, dass er ordentlich Heu mümmelt und die Zähne unten nicht zu lang werden. Er hat mir auch noch gezeigt, wie man die Zähne gegeneinander reiben muss, um zuhause zu prüfen, dass da nichts hakt. Schon der Begriff "Spitzen" hat mich aufhorchen lassen - vielleicht kannte sich da wirklcih mal jemand ein bisschen aus. Jedenfalls machte diese Klinik einen besseren Eindruck als unsere Stammklinik - oder es lag nur daran, dass Männer als Ärzte eh immer einen kompetenteren Eindruck machen *seufz*

Jedenfalls bin ich nicht besonders traurig, sondern richtig erlöst. Endlich durfte mal ein Schweinchen ohne Aufgasung oder ähnliches und relativ schnell gehen. Ach Ruubi... ich weiss noch, wie Du auf meinem Arm sasst und ich fand, dass Du wunderschön zu meiner schwarzen Daunenjacke passt =) Es war schön, Dich kennenzulernen!

Samstag, 23. August 2008

Schock...

Heute habe ich mich zweimal zu Tode erschrocken. Das erste Mal war noch relativ mild... Ruubi kann die Beine nicht mehr bewegen. Ansonsten ist sie ruhig und frisst - und ich weiss immer noch nicht, was die Tiere haben könnten. Jaska und Jasmiina sind fit. Ruubi ist dagegen schon alt und es könnte sein, dass allgemein etwas nachlässt, aber auch, dass Frida ihr etwas auf den Rücken geworfen oder Saaga sie umgerannt hat. Ich befüchte, dass wir die Kleine am Montag wirklich einschläfern müssen. Ich muss das jetzt wirklich beobachten. Und noch einmal surfen, ob es diese legendäre Meerschweinchenlähme wirklich gibt.

Der zweite Schock war dann wirklich heftig. Ich war ja mit Frida den ganzen Tag allein, wir haben Heu geholt, einen schönen Retro-Pyjama (orange-braune Igel) und eine Matschhose (türkiiiiis) gekauft. Dann Fussboden gefegt und gewischt, neue Bettwäsche aufs Bett (ganz schick in schwarz-weiss) und überhaupt mal wieder Ordnung in unsere Bude gebracht, während Frida geholfen oder gespielt hat. Dann sollte es Obstbrei zum Kaffee geben. Frida pappelte selbst, sehr schön macht sie das schon. Zwischendurch quäkte sie ab und zu mal, ich dachte eigentlich an beginnende Müdigkeit, Hunger oder den wohlbekannten Willen, selbst alle Löffel halten zu wollen. Als sie fast satt war und mit Schmierei anfing, nahm ich selbst Glas und Löffel in die Hand, um ihr noch ein bisschen zu helfen. Haps, haps... ähm, was hat sie da Rotes an der Hand? Und ich auch? Und was ist da komisches durchsichtiges auf dem Löffel?

Sorry, es klingt wie im Gruselfilm, war aber leider echt: grosse Glassplitter. Ich dachte, ich spinne. Das kann doch nicht wahr sein!!! Drei Splitter puhlte ich aus dem Matschzeug, rief schnell Männe an und dann sassen wir auch schon im Auto zur Poliklinik. Verdammte Sch.... ich stotterte mir total etwas zusammen, als wir an der Anmeldung standen. Die Frau guckte ganz ungläubig, aber zum Glück hatte ich das Glas mitgenommen - unten an der Kante war ein winziges Loch. Irgendwo muss das Glas also hingefallen und die Splitter nach innen gekommen sein. Der Albtraum einer Babyfamilie. Komischerweise war ich immer noch ziemlich ruhig - Frida machte ja auch einen ganz normalen Eindruck.

Der Arzt guckte Frida in den Mund, fragte mich aus und sagte dann, dass wir sicherheitshalber noch zum richtigen Krankenhaus fahren sollten. Es kann sein, dass sie über Nacht dort beobachtet werden muss. Leider sieht man Splitter weder im Röntgen noch im Ultraschall richtig, wenn dem Glas nichts besonderes beigemischt ist. Im richtigen Krankenhaus - wo die Notaufnahme im Gegensatz zum letzten Jahr jetzt richtig modern und freundlich ist - wurden wir von Schwester zu Schwester und Fenster zu Fenster weitergereicht. Frida wurde von einer ganz lieben Schwester gewogen (10.3 Kilo) und rannte mit wachsender Begeisterung und laut jodelnd dann auf den Gängen auf und ab, bis die Müdigkeit sie übermannte. Über eine Stunde mussten wir warten.

Dann guckte eine junge, ziemlich unfreundliche Ärztin Frida in den Mund. So gut sie konnte, unser Mädchen hatte nämlich keine Lust mehr. Nichts kaputt. Das Auf-den-Bauch-drücken gefiel Frida auch nicht. Aber die Ärztin meinte, es sei sehr unwahrscheinlich, dass Frida erstens einen Splitter verschluckt hätte und zweitens, dass dieser Schaden anrichten würde. Mmmh. Wenn die meint??? Inzwischen wollte ich eigentlich auch nur noch weg. Sie schlug vor, dass wir über Nacht auf der Station bleiben - aber wenn wir nicht weit weg wohnen, können wir auch nach Hause. Bei Bauchschmerzen oder sonstigen Auffälligkeiten sofort anrufen. So sitzen wir jetzt zuhause, gehen gleich ins Bett und können nur hoffen, dass nichts passiert ist. Dämlich. Obwohl ich kein schlechtes Gefühl habe. Also, drückt Daumen. Ich hoffe ja, dass die Dinger erst nach oben gekommen sind, als ich umgerührt habe. Und dass Frida inzwischen alle sperrigen Sachen selbst aus dem Mund nimmt. Auf jeden Fall gucke ich mir jetzt jedes Glas auch von unten an - das darf wirklich nicht war sein.

P.S. Mein intelligenter Mann hat vorhin Puzzle gespielt... alle Teile aus dem Brei gesiebt und dann angelegt - und wir haben wirklich alle drei abgeplatzten Stücke. Wieso die allerdings nach innen gefallen sind, ist mir auch schleierhaft. Wobei die Gläschen ja mit Unterdruck abgefüllt werden. Naja, ich rufe bei der Firma an - wenn wir in Amerika wären, könnten wir von der Schadenersatzklage nach Beverly Hills ziehen. Entweder bei der Firma oder im Supermarkt hat jemand etwas fallen lassen, was nicht fallen hätte dürfen. Schwein gehabt.