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Donnerstag, 3. März 2011

Abendspaziergang...

Ich bin mal wieder mehr mit Tiita allein zuhause als mir das lieb ist, vor allem, wo die sechs Löcher im Bauch und meine Kondition im Keller sind, aber was soll man machen... Männe filmt ja zwei-drei Mal in der Woche sein geliebtes Eishockey und bekommt sogar noch Geld dafür =)

Am Donnerstag war erst Patenonkel Teemu bei uns *freu* und dann haben wir Mädels einen fast zweistündigen Abendspaziergang unternommen. Mit Fridas Potkurischlitten, damit sie auch ja nicht die Lust verliert. Weit weg vom Haus waren wir allerdings nicht, nur ungefähr 500 m nach rechts vom Haus... bergrauf und runtergerodelt, Skifahrer beobachtet, ein Haus für Omi und Opi gefunden und die ersten Weidenkätzen gestreichelt.

Dann 500 m nach rechts, bergrauf und bergrunter, balanciert, Briefkasten entdeckt und überlegt, ob wir nächsten Herbst da schon jeden Tag zum Kindergarten langspazieren. Und ob wir dann einen Husky oder Afghanen haben, der Fridas Schlitten zieht =) Und dann wieder nach links, gucken ob bei uns wer zuhause ist und rodeln und Schneeberge steigen und porodeln so weiter. Schön war's!






Eigentlich will ich jeden Abend raus, aber solange Tiita für das Anziehen immer noch Stunden und mehrere Stänkeranfälle braucht, wird das wohl doch eher selten bleiben. Oder wir müssen auf den Sommer warten, wenn man einfach so in den Hof stürmen kann! Zum Glück kommt sie ja bei Tante Laura schon jeden Tag zweimal raus. Und wie schön, dass schon März ist und man dem Schnee förmlich beim Schmelzen zusehen kann =)

Sonntag, 28. September 2008

Myrsky...

Es gibt doch nichts Schöneres als einen geruhsamen Sonntag mit Kleinkind. Schön auschlafen, im Bett herumkaspern, zum Frühstück gestrige Schotensuppe aus der Tüte und ein paar trockene Cornflakes naschen (hatten keine Milch mehr...), dann das Kind spontan in die Badewanne stecken, selbst klatschnass werden, im Bett trockenrubbeln, ein bisschen Milch geben und kuscheln.

Dann Mittag kochen - ein internationales, hochkarätigesTiefkühlmenü aus Blumenkohl mit Brokkoli, Couscous und Seelachs, was das Kind auch begeistert löffelt *freu* Dann dicke Sachen anziehen, Klein-Frida in den Buggy stopfen und losmarschieren.

Viele Fotos von gelben, roten und grünen Blättern machen und sich den Wind, ääähm Sturm, um die Nase wehen lassen. Fast in den Palokkasee gepustet werden (mit hohen Wellen), schöne neue Häuschen angucken, den Umsatz des K-Marktes erhöhen, einen Schokoriegel knabbern *räusper*, mit Frida auf Luhtisens Spielplatz herumtoben.

Dann den Heinämäki-Berg raufschieben, aufgrund der mangelnden Fitness fluchen und überlegen, in welche flache finnische Stadt wir denn mal ziehen könnten (Vorschläge werden gerne entgegengenommen).

Den Postkasten inspizieren, verschwitzt in die Bude kommen, das Kind noch einmal zudecken, Fenster aufmachen, Hund streicheln und dann eine grosse Tasse Kaffee schlürfen (finnisiert...).

Ein Honigbrot mampfen (ein Finne würde sich zu Tode ekeln) und griechische Weintrauben naschen. Kurz Mails lesen,
ein bisschen den Fussboden fegen, den Fernseh anmachen, Beine hochlegen und auf Männe warten. Aber eigentlich fehlt der gar nicht!

P.S. Frida hat draussen lieb geschlafen, sogar drei Stunden lang. Und ich glaube, dass sie mit ihrer Tagesgruppe auch schon auf Luhtisen's war, so gezielt, wie sie heute auf die Geräte zuspaziert ist und genau wusste, was man dort machen musste.

Genauso wie sie im Kindergarten bei der Musikschule und letzten Freitag bei einem Hasentheaterstück war. Tsja, Frida hat jetzt schon ihre eigene kleine Welt und Mama ist darüber ein klein bisschen traurig. Aber Hautpsache Frida erlebt viele schöne Sachen und ist glücklich. Dann geht's Mami auch gut =)

Sonntag, 7. September 2008

Durchgeschnorrt...

Einen kostenlosen Sonntag in Jyväskylä kann man erleben, wenn man folgendermassen vorgeht: Frühstück mit Paella beim Ford-Autohaus. Mittag mit leckerer Makkara bei Rinta-Jouppi. Auch Autohaus. Zwischendurch natürlich schöne, viel zu teure Familienkutschen und Kombis angeguckt und ein bisschen geträumt. Dann Kaffeetrinken mit Preiselbeerkuchen beim Toyotahändler.

Zum Abschluss noch Päivällinen mit saftiger Lasagne bei Oma & Opa inklusive Keksen zum Abendkaffee. Durchgeschnorrt und einen schönen sonnigen Tag verlebt. Und spazieren waren wir auch - von einem Autohaus zum anderen durch den schönen Seppälänkangas, hahaha. Ausserdem hat die Mama Armgymnastik gemacht, indem sie ca. einen Kubikmeter Giersch und ähnlich nervtötende Pflanzen aus dem grosselterlichen Garten gerupft hat. Bei Sonnenschein und frischer Luft, wieso konnte das nicht im Sommer so sein?

Freitag, 29. August 2008

Hysterie...

Manchmal könnte ich die liebe kleine süsse Frida wirklich irgendwo einfach vergessen, einfach weitergehen, kenne ich nicht, noch nie gesehen... So heute. Die zuhause bleibende Mama wollte mal eine Vorbildmama sein. Hat Frida nach dem Mittagschlaf und nach dem Essen in ihre neue Gummihose gesteckt, einen warmen Pullover angezogen, Turnschuhe an und wollte nach draussen gehen. Cool, so wie man das als richtige Mama macht. Zum Toben auf Luhtisen's Spielplatz. Oder gegebenenfalls für ein Schlummerchen im Buggy, falls man doch etwas müde war. Frische Luft fürs Kind und Bewegung für die Mama. Gut.

Vor der Hautür ein paar Fotos von umpurzelnden Babies gemacht, dann Buggy aus dem Auto geholt, während Frida lustig auf dem Parkplatz herumgetapst ist. Die ist schon ganz schön schnell und will immer alles selbst machen - also auch ohne Mami an der Hand laufen. Taps taps taps purzel, lach. Kies umgraben und Moos betasten und sich freuen. Die ersten Meter durfte sie ihren Buggy schieben, aber dann kamen wir an eine Strasse und ich beschloss, dass Frida lieber im Buggy sitzen sollte. Damit sie nicht unter ein Auto läuft. Tsja, Pustekuchen. Madamchen war anderer Meinung und heulte und brüllte, dass einem die Ohren klingelten.

Gut, dachte ich, jetzt fängst Du mal an, das Kind zumindest ein bisschen zu erziehen (gestern englische Super Nanny geguckt). An der Strasse darf man nicht laufen, also bleibt Frida im Buggy und Mama schiebt einfach weiter. Sowas funktioniert immer im Fernsehen und in Büchern, aber nicht in unserer Familie. Fräulein Pasanen kreischte und heulte, dass es die wahre Freude war. Passanten guckten, Mama versank im Erdboden, Frida brüllte weiter. Wir haben ungefähr einen Kilometer zu dem Spielplatz und die ganze Zeit bockte das Kind, warf sich hin und her und zeterte aus Leibeskräften. Das kann doch nicht wahr sein - mit Dir gehe ich nirgends wieder hin. 15 Minuten lang Gekreische in höchsten Tönen, nur weil man nicht laufen darf? Und natürlich kamen uns mindestens 10 Kinderwagen entgegen, in denen ein vor sich hin starrendes, leises liebes Finnenkind sass. Selbstverständlich.

Am Spielplatz angekommen, dachte ich, dass sie sich sofort auf den Sand stürzen und riesig freuen würde. Aber Fehlanzeige, sie brüllte einfach weiter. Liess sich auf die Knie fallen, legte sich auf die Erde, strampelt und brüllte, als ob man ihr ans Leben wollte. Trotzalter mit 15 Monaten??? Oder tat ihr doch etwas weh? Zu warm, zu kratziger Pullover, kneifende Windel? Hatte sie ein Trauma bekommen, weil ihre dämliche kaltherzige Mutter sie nicht getragen hatte? Ich zog Frida die Schuhe, die Jacke und die Gummihose aus, wollte ihr Milch geben, hielt sie fest, schaukelte sie auf dem Knie, liess sie lang im Sand liegen, hob sie wieder hoch, zeigte ihr die Spielsachen - nichts half. Nur hysterisches Brüllen, Zittern und Umsichschlagen. Na toll. Was die Leute dachten, die am Spielplatz vorbeigingen, möchte ich gar nicht wissen.

Schliesslich fand ich etwas braunes in ihrer Windel - vielleicht doch wunder Po? Mit sich windender Frida unter dem Arm ging ich langsam und zögernd in Richtung ihrer Tagesmami. Ob sie sich dort beruhigen würde, wenn sie eine neue Windel bekäme und Kiia sähe? Aber ich hatte noch nicht einmal Windeln mit. Peinlich wäre es auch. Langsam versiegte auch das Schluchzen. Vielleicht doch einfach zurücklaufen. Kiia kam mit ihren Eltern vorbei und Frida winkte. Langsam schob ich den Wagen und versuchte, die verrückte Frida auf dem Arm zu beruhigen. Schuhe an. Jacke auch. Willst Du laufen? Nööö, nur wieder Gebrüll. Den ganzen Kilometer zurücktragen mit Buggy an der Hand? Nicht schon wieder... selber heulend musste ich erstmal Männe anrufen.

Dann schickte der liebe Gott zwei Yorkshireterrier vorbei. Frida sagte "koira koira" und liess sich nur mit einigen wenigen Tränen in den Buggy setzten. Dann schnell nach Hause, aber ganz schnell. Frida sang nur vor sich hin, völlig erschlagen, und irgendwann fielen die Augen zu. Nachmittags um 15:30... obwohl sie schon 1.5 Stunden geschlafen hatte. Ich verstehe mein Kind wirklich nicht. Gut, sie ist krank, aber es ist nicht das erste Mal, dass sie auf einem Spaziergang weint, als ob ihr jemand ans Leben will. Ich glaube, ich gebe es auf, eine Vorzeigemami sein zu wollen. Ab jetzt bewegen wir uns keine 100 m mehr von unserem Zuhause weg. Gut, dass Frida in der Woche Laura hat. Ihre Mama ist wirklich unfähig.

Freitag, 4. Juli 2008

Sommerabend...

Komisch, obwohl ich viel über Nelson nachdenken muss, bin ich doch zur Zeit richtig glücklich. Jedenfalls entweder himmelhoch jauchzend oder zu Tode betrübt - mir fällt nämlich gerade ein, dass ich mich auch mehr als notwenig mit Männe in der Wolle habe. Das Abwechseln beim Babyhüten bringt nämlich doch ziemlich viel Stress - jeder versucht, seine knappe Freizeit bzw. sogar die Arbeitsstunden um jeden Preis zu verlängern *ggg* was dann aber am anderen Ende wieder nicht hinkommt.

Aber ansonsten bin ich richtig froh. Heute habe ich schon um 12 Uhr das Büro (wo sich auch langsam Licht am Horizont meines überquellenden Schreibtisches zeigt) verlassen, weil Mika dringend einige Kunden besuchen musste. In der Stadt waren dann Himmel und Menschen. Kein Wunder bei weit über 20 Grad und ganz sanftem, erfrischendem Wind. Also habe ich spontan beschlossen, mit der müden Frida eine Buggyrunde zu drehen. Was ja in der Stadt dank Brüllbaby mehr als selten vorkommt. Aber diesmal war Frida ganz lieb! Zumindest solange man um die Geschäfte einen weiten Bogen machte. Nur ganz kurz war ich in Kapp Ahl, habe eine andere Mama gegrüsst, die ich vom Sport kannte (die erinnerte sich natürlich nicht an mich... Finnen!), dann einen neuen Buchladen durchstöbert (und Frida nur dadurch beruhigt, dass ich ihr das ungefähr 10. Tierbuch gekauft habe), die neue Filiale von Juniorit begutachtet (schön gross, aber zu weit vom Schuss) und dann wieder zurück zum Auto - Parkzeit abgelaufen. Und Frida schnarchte.

Also habe ich den guten Automaten nochmal gefüttert (gut, dass neuerdings immer Münzen in den unaufgeräumten Hosentaschen stecken) und bin mit pennender Frida weitergetrabt. Und zwar zum Hafen. Der ist richtig schön, obwohl er gar nicht offiziell als Jyväskyläer Sehenswürdigkeit gilt und ziemlich klein ist. Aber dort gibt es schmucke alte Dampfschiffe und funkelnde kleine Yachten zu besichtigen. Der See funkelt und plätschert lustig vor sich hin. Ausserdem sind meist Enten da und am Kiosk gibt es leckeres Eis. Jedenfalls für Leute, die ihr Geld noch nicht am Parkautomaten verbraten haben. Also habe ich nur ein Wasser gekauft und bin langsam mit dem Mäuschen zurückgeschlendert. Sehr schön, so ein Spaziergang. Auch wenn man hinterher total verbrannt und verschwitzt ist.

Zuhause haben Frida und ich gegessen und dann ging es gleich weiter - Männe war bei einer Kundin auf dem Mökki eingeladen und wir durften mit. Überraschenderweise mussten wir mit zwei Autos dahin, das heisst, ich habe unsere Familienkutsche gesteuert. Aber da muss ich mich eh dran gewöhnen - schliesslich kann man Fridas grossen Sitz nicht mehr einfach so von einem Auto ins andere schleusen. Puuuh, fast 60 km über staubige Waldstrassen, bis endlich die Hütte vor uns auftauchte. Per Luftlinie ist es gar nicht so weit, aber in der Praxis muss man zig von uralten Gletschern in die Länge geschliffene Seen umfahren, wenn man von hier aus nach Nordosten will. Auf dem Mökki hat Frida alles durcheinandergebracht, wir haben uns bewirten lassen und zahme Eichhörnchen mit Erdnüssen gefüttert. Das eine sass fast auf Mikas Hand, hahaha. Sehr schön. Wo man doch als Städter sonst kaum Gelegenheit hat, mal einen Abend in einem Haus an einem See zu verbringen.

Aber was rede ich da - abends waren wir schon wieder ganz woanders. Bei Männes Eltern in Kuohu, wo die gesamte schwedische Verwandtschaft eingetrudelt war. Samt neuen Baby von Männes Cousin. Und das war dann der alles entscheidende Moment: Frida ist nicht mehr die kleinste! Das noch namenslose Wesen war genauso gross wie unsere damals, als genau die gleichen Leute zu Fridas Taufe hier waren. Boaaaaaah. Wie die Zeit mal wieder rennt. Jetzt sass Frida schon staunend und ohne festgehalten zu werden, auf der Couch daneben und hörte sich das Gebrüll an, was die kleine Puppe in rosa da von sich gab. Und die Mama des Babys bestätigte, wovor ich sie gewarnt hatte: Frida wird jetzt für Dich ein Riese sein. Genau so wie es mir vor einem Jahr mit der Tochter von Männes Schwester gegangen war. Hahahaha. Und alles Girls!!!

Aber über eines bin ich froh: ich finde immer noch, dass meine Tochter die Allerniedlichste ist. Hatte ich doch ein bisschen befürchtet, mein grosses Mäuschen nicht mehr sooo knuffig zu finden, sobald das neue Zwergi da ist. Dass ich mir meine Zwergenfrida zurückwünschen würde. So wie ich vor einem Jahr alle Kinder, die nur wenige Wochen älter als Frida waren, komisch dick, gross und ganz fremd fand und nur meine zarte süsse Prinzessin liebte. Aber das ist nicht so. Das kleine Baby ist zwar niedlich, aber es kann ja noch gar nichts. Nicht niedlich lachen, lustig "koira koira" sagen und die allerbesten Grimassen ziehen. Weint viel zu viel, wedelt unkoordiniert mit den Armen, kann nicht laufen und hat noch gar keine Haare. Hat die Natur schon richtig eingerichtet, dass man immer genau die Kiddies mag, die zu einem gehören *lach*

Zum Vergleich nochmal das Foto von vor einem Jahr, hahaha. Auf unserem Ferienhaus im Juli aufgenommen, die beiden Mädchen, die da oben auf dem Bild rechts sitzen. Unglaublich. Wenn das so weitergeht, hat Frida Amanda bald überholt =)

Mittwoch, 13. Februar 2008

Kinderwagen...

Also ich muss ja ehrlich zugeben, dass ich immer neidisch aus dem Autofenster auf Frauen gucke, die ihren Nachwuchs im Kinderwagen durch die Botanik schieben. Nicht nur, dass der Nachwuchst meist fröhlich gelaunt und neugierig aus dem Wagen guckt, nein, die Mamis sehen auch glücklich aus oder lachen gar, wenn sie beim Herumschieben das Handy in der Hand haben und warscheinlich mit ihrer besten Freundin klönen. Oder shoppen, Bekannte besuchen oder irgendwo einen Kaffee trinken gehen.

Bei uns ist das nicht so. Frida hat zwar einen sauteuren, von Oma und Opa spendierten Kinderwagen, aber den guckt sie am liebsten mit dem A. an. Das heisst, am besten gar nicht. Sinnigerweise komme ich meistens auf die Idee, mit Frida spazierenzufahren, wenn sie ein bisschen müde wird. Normale finnische Kinder schlafen schliesslich alle ihre Mittagsschläfchen im Emmaljunga draussen vor der Tür. Frida dagegen heult schon, wenn ich sie nur anziehe. Klar, verständlich, wenn man müde ist und in einem dämlich kalten Land wohnt, indem man ohne Overall, Handschuhe und Mütze nicht aus der Tür gehen sollte. Mich selbst muss ich auch anziehen. Im Gegensatz zu oben beschriebenen Frauen finde ich in der Panik immer nur olle Schlabberhosen, uralte Pullis und jahrzehntealte Jacken. Vom Makeup und Handy ganz zu schweigen, aber das ist ja auch sinnlos, weil ich hier gar keine beste Freundin habe, die mich anrufen könnte. Und auf die ollen Zeitungsverkäufer kann ich gern verzichten. Und zum Glück brauche ich ja meinen Traummann nicht mehr zu suchen. Und mich kennt eh keiner hier. Also Baby und Mama angezogen.

Nächster Schritt: Wagen aus der Tür. Das ist auch ein Akt für sich, weil unser Flur so schmal ist, dass sich dort nur entweder Schuhe oder der Kiwa befinden können. Ich schmeisse also in meiner Daunenjacke die Stiefel aus dem Weg, schwitze und fluche und muss dabei hören, wie Frida zu heulen anfängt. Egal, ob sie nun im Gitterbett, auf dem Fussboden, im Elternbett oder gar im Kinderwagen warten muss. Aaaargh. Aber das Baby muss doch pädagogisch korrekt an die frische Luft! Und die Mama soll sich laut offizieller Gesundheitsempfehlung eine Stunde pro Tag bewegen *räusper* Man könnte ja irgendwie die Reihenfolge dieser Aktionen verändern, aber bisher war die Wirkung immer gleich - angezogen schwitzt und allein gelassen heult man.

Wenn der Wagen dann endlich im Flur bereit steht und wir angezogen und fertig (sprich fix und fertig) sind, stelle ich jedesmal fest, dass ich nicht über den Wagen hinweg an den Türknauf komme. Tür offen stehen lassen und rückwärts raus geht aber auch nicht, weil der Hund diese Möglichkeit sofort für einen zusätzlichen Waldspaziergang nutzen würde. Also quetsche ich meinen leicht übergewichtigen Luxuskörper irgendwie am Wagen vorbei zur Tür, ziehe und schiebe und bekomme uns mit Ach und Krach nach draussen. Nur um dann festzustellen, dass sich Babys Handschuhe und meine Mütze noch drin befinden. Auch egal, für die paar Minuten geht das. Wohl bemerkt, heult das Baby zur Stärkung meines Nervenkostüms die ganze Zeit mehr oder weniger laut vor sich hin.

Erst beim Schieben beruhigt sie sich langsam, oder sagen wir, in 70% aller Fälle. Nach und nach wird der Blick ganz starr und die Augen fallen zu. Oder man schreit so schlimm, dass die Mama nach 100 m entnervt umkehren muss. Und wenn Frida einschläft, ist es eigentlich egal, ob sie beim Schlafen die schöne finnische Winterlandschaft oder unser Schlafzimmer sieht, denkt das praktisch veranlagte Elternteil. Von Sport oder gar Erholung für die Mama kann auch keine Rede sein, wenn man bei Minusgraden eine halbe Stunde lang ein 10 Kilo schweres Balg durch die hügelige Gegend bugsiert, dabei abwechselnd friert und schwitzt und panisch lauert, ob das verwöhnte Welpi losweint. Da ist mir mein gut beheiztes, helles und freundliches Elixia-Fitnesstudio mit Babysitterservice sehr viel lieber. Zumal sich der Sonnenschein vom Losgehen inzwischen in einen mittleren Schneesturm verwandelt hat. Und es ohne Mütze doch arg in den Ohren zwickt.

Zuhause angekommen holt man dann die Post und kiloweise Werbung aus dem Briefkasten und überlegt, ob das Baby besser draussen oder drinnen weiterschlafen soll. Angesichts der gerade überstandenen Erkältung entscheidet man sich für drinnen. Also wieder die Bugsiererei im Flur, Hund und Stiefel irgenwie aus dem Weg räumen, Kiwa ins Schlafzimmer, Fenster weit aufreissen und sich dann selbst aus den warmen Klamotten schälen. Finnische Wohnungen sind immer gut geheizt und dementsprechend angenehm ist es, mit Daunensachen in einem 24 Grad warmen Wohnzimmer herumzuhantieren *uff* Dann kann man sich genau 10 min wahlweise vor den PC oder aufs Sofa schmeissen und erholen, bis ein lautes Wuuaaaaa aus dem Schlafzimmer kommt. Das Mäuschen ist dann meist noch total müde und unausgeschlafen und will nichts weiter, als im Bett an Mamis Brust zu kuscheln und weiterzuschlafen. Mama liegt also zwei Stunden daneben und liest. Genau das, was wir ohne Spaziergang auch gemacht hätten... braucht vielleicht jemand von Euch einen neuwertigen Brio Kombi?

Achja, Frida bekommt jetzt richtig ihren Po hoch und wippt dann gern vor und zurück. Und stellt sogar mal ein Bein auf, in die Bärengangstellung. Dass man die Beine und Arme einzeln vorschieben kann, hat sie aber noch nicht entdeckt. Dafür kam sie mich heute robbenderweise im Bad besuchen. Unbeschreiblich, wie niedlich so eine kleine Nixe ist, die da sprühend vor Eifer und keuchend vor Anstrengung, aber mit leuchtenden Augen auf einen zukommt *schmelz* Seit gestern ist sie auch so gut wie gesund - jetzt erst merkt man, dass sie letzte Woche doch ruhiger gespielt hat - aber dafür habe ich jetzt eine Rotznase. Schon das zweite Mal dieses Jahr, grumpf. Und wir haben die Matratze in ihrem Bett tiefergesetzt. Richtig komisch, so ein Kleinkindbett in unserem Schlafzimmer. Dabei haben wir doch erst ein winziges rotes nackiges Mäusebaby aus dem Krankenhaus geholt. Wo ist das bloss hin?

Samstag, 12. Januar 2008

Glucker glucker...

Also normalerweise ist es ein wunderschönes Gefühl, hier irgendwann im April den ersten Regen zu erleben. Wenn es so schön gegen die Fenster pladdert, nachts leise rauscht und nach Wald duftet, nachdem man fast fünf Monate nur Schnee und Eis um sich hatte. Allerdings werden wir wohl dieses Gefühl dieses Jahr nicht bekommen. Genauso wenig wie letztes Jahr. Gestern hat es mitten im Januar geregnet und jetzt ist der Schnee auch schon wieder braun und matschig, wie ich das eigentlich nur von D gewohnt bin. Plus vier Grad. Nanu? Dabei haben die hier sonst um diese Zeit mindestens einen halben Meter Schnee und bis zu -30 Grad, so um die -10 wäre normal. Global warming...

Wir haben das milde Wetter heute zu einem mittäglichen Spaziergang genutzt. Sogar mit Kinderwagen und Hund. Hat richtig Spass gemacht und auch Frida hat es genossen, hat danach sogar schlafenderweise noch eine halbe Stunde im Wagen im Schlafzimmer ausgehalten, bis es ihr zu warm wurde. Draussen vor der Tür stehen lassen, wie es in Finnland üblich ist, traue ich mir immer noch nicht =) Und um in unseren Garten zu kommen, müssten wir den tropfnassen Wagen durch die ganze Stube schieben - auch nicht das wahre. Jedenfalls ist das gute an dem Tauwetter, dass man zumindest nicht ausrutschen und auf die Fr***e fliegen kann, wie ich das sonst immer mehrmals im Winter geschafft habe. Und man braucht das gute Auto nicht so oft freikratzen. Man friert sich nicht ganz so die Nase ab. Und im Frühjahr wächst eher Gras für die Schweine. Aber ansonsten mag ich Schnee, wirklich!


Nachmittags waren wir wieder in Kuohu und haben unsere Bude aufgeräumt. Und abends hat Frida gebadet. Ich hatte ein schlechtes Gewissen, weil sie wegen meines Schnupfens morgens nicht schwimmen gehen konnte - also musste unser klitzekleiner Pool im Badezimmer herhalten. Und Baby geniesst es immer mehr. Sie hat heute so gelacht, aufs Wasser gehauen und mit den Füssen gestrampelt, dass Mama hinterher ohne weiteres an einem Wet T-shirt Contest hätte teilnehmen können. Dass Papa neue Socken anziehen musste. Und das Bad total überschwemmt war.

Woran erinnert mich das? An gewisse Waschlappenschlachten mit meiner Lieblingscousine, bei der ich als Kind oft übernachten durfe. War das immer cool! Übrigens meint die gleiche Lieblingscousine, dass Frida mir momentan sehr ähnlich sieht. Ehrlich? Machen bestimmt die neuen Hasenzähne mitten im Babygesicht und die dicken Plusterbacken =) Und die Knutschschnute. Denn ansonsten ist sie nämlich immer noch voll und ganz mein Minimika *ggg*

Sonntag, 23. September 2007

Sonntag...

Mmmh, eigentlich dachte ich, dass heute ein mittelprächtiger Tag war, weil Frida am Nachmittag, als wir bei Mikas Tante Pirjo zu Besuch waren, ziemlich schlimm geweint hat. Bauchschmerzen oder vielleicht bekommt sie schon Zähnchen. Oder nur müde. Oder es ist der 4 1/2 Monate Wachstumsschub, der sich langsam ankündigt. Aber als ich mir eben die Fotos angeguckt habe, musste ich feststellen, dass heute ein richtig schöner und produktiver Sonntag war.

Also, ich bin um 8 aufgewacht und habe in ein grinsendes kleines Gesicht neben mir geguckt. Hihi, die Knuddelmaus war schon wach und sehr gut gelaunt. Wir haben dann im Bett noch herumgekaspert, gelesen und geschmust, bis Mika gegen 11 wach geworden ist. Dann angezogen, gefrühstückt und versucht, die inzwischen wieder müde Frida zum Pennen zu bringen. Was wieder ziemlich schwierig war. Letztendlich haben wir sie in den Kinderwagen verfrachtet und haben einen schönen langen Familienspaziergang gemacht. Bestimmt der erste längere überhaupt - es waren 3-4 km durch unser Wohngebiet, bei Johanna vorbei, zum Spielplatz, an Luhtisens Kindergarten (wo Frida eventuell nächstes Jahr hingeht) entlang, rings um die Baustelle an der Norolantie und zu uns zurück. Nicht nur Nelson hing am Ende die Zunge aus dem Hals, hihi. Und Friederikchen hat lieb geschlafen.

Zuhause dann kam der Talo + Koti Effekt zum Vorschein. Immer, wenn ich eine meiner geliebten Einrichtungszeitschriften zu Fassen kriege, erwischt mich das Umräum- und Wegschmeissfieber. Das ist hier um so schlimmer, da das skandinavische Design, was ich so mag, wirklich nichts mit unserer Krambude voller Raritäten, Geschenke und sonstigem Müll zu tun hat. Also entrümpeln! Heute musste der Flaschen-Reinigungsmittel-Alles-Mögliche-Schrank unter der Spüle, der Kerzen-Partyzubehör-Mixer-Raclette-Waffeleisen-Serviettenschrank neben den Kühlgeräten sowie der Plastesachen-Gläser-Tassen-Geschirrtrockenschrank über der Spüle (überhaupt eine typisch finnische Erfindung) daran glauben.

Ich habe alles weggeschmissen, was wir eh nie brauchen, ein kleiner Rest kommt in den Speicher und alles schöne, einfarbige, teure und oft benutzte (sprich: Tupperware, Oliivi, Kermansavi, Arabia und Indiska) steht jetzt schön sortiert in den Regalen. Und mehr Platz haben wir auch. Erstaunlich. Nur Männe weiss nicht mehr, was er wohin packen soll. Ich muss wohl Fotos vom neuen "Originalzustand" innen an die Schranktüren pappen =)

P.S. Ich habe Frida um 20:30 ins Bett gebracht, eine Stunde später wegen einem quersitzenden Pups nochmal getröstet und jetzt haben wir 23:41. Stille. Wir haben aufgeräumt, Wäsche gewaschen (Bodies in 62/68 sind immer noch total süss) und original Lidl-Hotdogs gegessen. Ohne Weinen. Ohne Milchnachschub. Ich kriege mich gar nicht mehr ein. Das Kätzchen ist einfach klasse.