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Mittwoch, 29. Juni 2011

Finnische Mahlzeiten...

Ich hatte heute ein Interview zum Thema "Deutsche Migranten in Finnland". War sehr interessant, auch wenn ich mich vielleicht schon viel zuviel mit den gängigen Klischees beschäftigt habe und es mir daher manchmal schwerfällt, Realität und Mythos zu trennen, auf beiden Seiten =) Auf die Frage, was ich hier am schwierigsten finde, habe ich "die Sprache" geantwortet, weil man eben nur schwer integriert wird, noch schwieriger Arbeit findet usw., wenn man kein native speaker ist.

Aber in der Praxis ist etwas anderes noch viel gewöhnungsbefürftiger, überraschenderweise auch noch nach 10 Jahren: die finnischen Essenszeiten. Kein Deutscher, den ich kenne, hat sich voll daran gewöhnt, wir schweben irgendwo dazwischen, aber müssen uns daran halten, seitdem die kleine Frida unseren Haushalt bereichert und erst recht, seitdem sie ins finnikliche Tagespflegesystem eingebunden wurde. Also:

8:00 Frühstück (traditionell mit Haferbrei, Milch und Orangensaft)
11:00 Mittagessen (warme Hauptmahlzeit, häufig Aufläufe, neuerdings auch viel Salat)
14:00 Välipala, Zwischenmahlzeit (Brot, Joghurt, Früchte)
17:00 Päivällinen (zweite warme Hauptmahlzeit, Aufläufe, Nudeln, Fleisch, Sosse, Kartoffelbrei, Reis o.ä.)
20:00 Iltapala, Abendbrot (Schnitte, Joghurt, Früchte)

Kennengelernt habe ich den Anfang dieses hirnrissigen Plans schon in der Fachhochschule, als sich alle um 11 Uhr todeshungrig auf das Mittagessen stürzten. Klar haben da die Germanen noch keinen Hunger, aber mir war es ganz recht, weil ich als chronischer Langschläfer und Morgenmuffel so das Frühstück auslassen konnte - gab ja eh bald wieder etwas. Im Büro gab es um 9 und 14 Uhr Kaffee, irgendwann dazwischen habe ich meine mitgebrachten Brote oder Mikroessen verschlungen und abends haben wir Chaoten halt dann gegessen, wenn wir Hunger hatten bzw. unsere exotischen Kreationen fertig waren.

Anders kam es dann, als Frida schlüpfte. Im Krankenhaus sah ich staunend zum ersten Mal, wie es denn bei "richtigen Finnen" abends weitergeht: da hing nämlich der o.g. Plan an der Wand. Die essen also tatsächlich gleich nach der Arbeit noch einmal warm!!! Ich dachte immer, das war nur so ein Spleen von uns, weil wir ja tagsüber keine Kantine hatten. Wahrscheinlich war das früher, wenn die Leute vom Feld gekommen sind und das Essen tagsüber langsam alleine in der Restwärme des Ofens gegart worden war.

Und dann gibt es, damit man vor Hunger nicht umfällt, gegen 20 Uhr noch einmal eine Schnitte oder einen Joghurt. Aha! Nur schnell aus der Küche geholt natürlich. Worüber sich meine deutschen älteren Bekannten hier tierisch aufregen... kaum ist deren Küche vom Päivällinenchaos gereinigt, fangen die finnisch-deutschen Teenies schon wieder an, den Kühlschrank auszuräumen *ggg* Das ganze löst bei deutschen Besuchern auch den Eindruck aus, dass wir ständig am Fressen sind, dafür sind die Portionen aber kleiner als in deutschen Landen. 

Richtig kompliziert wird es aber dann, wenn man zwar theoretisch den finnischen Plan befolgen will, aber gleichzeitig von 24 Jahren früher Kindheit und internationalen Studentenzeiten noch etwas anderes gewöhnt ist (davon abgesehen, dass ich sehr gern abends warm esse...), wenn man ein Baby hat, von dem man nie genau weiss, ob es wegen Hunger oder Müdigkeit stinkig ist, wenn man einen superflexiblen, schweigenden Männe hat, wenn man gerne ausschläft und gleichzeitig noch Geld sparen und abnehmen muss... dann kocht man nämlich z.B. an den Wochenenden garantiert keine zwei Mahlzeiten, sondern schlägt sich so irgendwie durch. So ganz habe ich das also immer noch nicht verinnerlicht und es hat zu Fridas Kleinkindzeiten ewige Diskussionen gegeben, bis wir vor ungefähr zwei Jahren zumindest das Päivällinen unter Dach und Fach hatten.

Jetzt schwächelt noch das Iltapala, weil Fridas Abende noch zu unregelmässig sind, mal sind wir unterwegs, mal spielt sie ewig lange draussen, mal geht sie mit Papa spazieren oder Sähly spielen, oder wir essen das Päivällinen schon zu spät, weil die Zubereitung länger dauert oder wir zu spät von der Arbeit kommen, mal stinkert Tiita schon früh am Abend so herum, dass man kaum das Zähneputzen schafft, in der Stube hängt keine Uhr mehr und die ständige Helligkeit trägt auch nicht gerade dazu bei, einen regelmässigen Rhytmus zu bekommen.... aber das schaffen wir auch noch =)

Ziel ist jedenfalls, dass das Kind spätestens um 19 Uhr reinkommt, dann ein Brot isst, die Spielsachen einpackt, sich wäscht und Zähne putzt und spätestens um 20 Uhr pennt, damit Mami und Papi noch aufräumen, Zeitung lesen und vielleicht mal Fernsehen gucken können. Und damit alle um 7 aufstehen können, ohne zu treten, boxen und zu schreien. Uff. Schöne Träume. Die Realität sieht oft so aus, dass Frida herumrennt und spielt und Terror macht, bis wir sie mit Macht ins Bett verfrachten und uns tot stellen, Mami um 22 Uhr das Buch vor Müdigkeit aus der Hand fällt und Fridi daneben immer noch kaspert... und dann morgens niemand aus der Falle kommt. Na super. Aber ich habe die leise Hoffnung, dass das besser wird, wenn sie im Herbst in den (anstrengenderen) Kindergarten geht...

Hei, und jetzt merke ich, dass da oben mindestens ein Absatz hops gegangen ist. In dem ging es unter anderem noch darum, dass man zu jeder Mahlzeit mindestens ein Glas Milch herunterkippt, oft auch Kotikalja, ein süssliches Malzgetränk (fast immer) ohne Alkohol, oder verdünnten Saft; und dass die meisten Finnen zu den warmen Mahlzeiten noch ein mit Butter, Margarine, Frischkäse beschmiertes Brot, Baguette oder knochenhartes Winzbrötchen essen. Süsses ist ziemlich verpönt, dafür stopfen sich aber die Kinder zum karkkipäivä am Sonnabend mit Gummibären und Schokolade voll, so wie sie das Jahre später dann mit dem Allehol machen werden (früh übt sich... *räusper*). 



Marmeladenbrote kennt man nicht, Gehacktesbrötchen würde niemand nimmernich anrühren, und wenn man einen Finn so richtig erschrecken will, dann schmiert man Honig auf dunkles Brot, hahaha =) Und um auf die Kommentare zurückzukommen... der Kaffee ist oft schon zumindest für einige Leute eingegossen, weil man hier fast immer Buffet und Selbstbedienung hat, auch bei Feiern und zuhause. In Männes Familie gibt es auch so viele Leute, dass die unmöglich um einen gedeckten Kaffeetisch passen würden. Alternativ gibt es pladdernde Thermoskannen. Dass Finnen weltweit (?) den meisten Kaffee trinken und das meiste Eis schlecken, habe ich bestimmt irgendwo schon geschrieben... und wenn Ihr mal hierher kommt, müsst Ihr natürlich unbedingt Mämmi, Rentiergeschnetzeltes und Elchsuppe probieren, das ist jetzt so das exotischste, was mir auf Anhieb eingefallen ist.

Dienstag, 31. Mai 2011

Ganz allein...

Frida hat die erste Nacht ganz allein, und die ganze Nacht bis wir sie aufgeweckt haben, in ihrem Zimmer geschlafen. Woooow. Mit vier Jahren kann man das natürlich. Und die Mama war bis 1 Uhr nachts wach, weil das schnaufende Plüschkind neben ihr gefehlt hat. Beziehungsweise weil sie noch ewig surfend auf dem Sofa sass, weil sie dachte, dass die Kleine eh bald schluchzend in die Stube tapsen würde.


Pustekuchen. Getestet haben wir übrigens schon ab und zu, am Sonntag schon einmal ganz ernstlich (jetzt bleibst Du in Deinem Zimmer und schläfst schön... blabla), aber da war sie einfach nicht müde genug, hat bis Mitternacht gelesen und gekaspert und Quatsch gemacht (siehe Bild) bis wir sie bei uns eingeschläfert haben. Sonst wollte sie immer gleich bei Mami und Papi schlafen, oder kam spätestens nachts, oder hatte nach dem Vorlesen Sehnsucht nach Papa oder Angst allein oder ist völlig ausgetickt, geturnt und gerappelt oder da waren Monster.

Aber jetzt ist sie schon nach einer Prinzessinengeschichte ganz apathisch gewesen und ist dann freiwillig eingenickt, während die Mama auf dem Teppich VOR dem Bett sass. Dass ich das noch erlebe...

Freitag, 29. Oktober 2010

Kura...

Wir sind ja in Finnland, zumindest in den Kreisen, in denen ich mich seit Babyzeiten mehr oder weniger bewegen, Meister im Wiederverwenden, Flohmarktdurchstöbern und Internetauktionendurchforsten. Teilweise aus Ökogedanken, aber noch mehr aufgrund der ansonsten horrenden nordischen Preise - und weil es ja auch Schwachsinn ist, gut erhaltene Sachen wegzuschmeissen bzw. andererseits teuer zu kaufen, wenn man sie für einen Bruchteil des Geldes auch gebraucht haben kann. Und für das gesparte Geld kann man dann wieder ein paar ganz schicke neue Teile kaufen =)

Also suche ich schon wochenlang nach einem Doppelstock- oder etwas erhöhtem Bett (wie heissen bloss kerros- und parvisängyt auf deutsch???) für die kleine Tiita, die sich so etwas schon jahrelang wünscht, weil sie ja im Kindergarten und bei Tante Laura so schlafen darf. Jetzt mal davon abgesehen, dass sie bei uns noch keine ganze Nacht in ihrem eigenen Zimmer, und nur zwei drei Nächte in ihrem eigenen Bett verbracht hat, hahaha. Aber die würden ja auch besser aussehen als so eine auf den Boden geschmissene Matratze in ihrem Reich. Also geguckt.

Teuer waren die immer noch, kaum etwas unter 200-300 Euro und das auch noch ohne Matratzen. Selbst eine Suchanzeige geschaltet, aber das änderte immer noch nichts am etwas mageren Angebot. Neu kaufen für ca. 500 ist irgendwie auch Quatsch, solange sie noch dicht an Mami gekuschelt im Familienbett nächtigt. Dann haben wir im Ikea-Katalog so ein umdrehbares Kura-Bett gefunden. Relativ zierlich, nicht zu hoch, vielseitig einsetzbar und Kostenpunkt nur 149 Euronen. Nicht schlecht, sowas muss es sein.

Sicherheitshalber noch einmal bei Keltainen Pörssi und Huuto.net geguckt, ob nicht jemand so etwas gebraucht loswerden will, aber nein. Aha, vielleicht ist das (im Gegensatz zu den dort massenweise angebotenen Erwachsenenhochbetten) sehr beliebt und erfüllt seinen Zweck, so dass das alle noch behalten wollen. Bloss wann sollen wir bei dem Wetter und der Dunkelheit zu Ikea? *garkeinelusthab* Vier Stunden Fahren bei Glatteis, Elchen im Gebüsch und Nebel...

Noch mal nach Doppelstockbetten gegoogelt und weitergestöbert, auf der Suche nach allen möglichen anderen nützlichen Dingen (Hundewelpen, Regale und so) noch einmal den Uniflohmarkt von oben nach unten durchgelesen (gruslig, ohne Bilder und ohne alles, nur ewig lange Listen...) und da stand plötzlich "Kura Bett zu verkaufen" Cool, wie geil ist das denn? Vor über einer Woche schon gepostet, aber nur für 69 Euro... sofort gemailt. Das musste einfach klappen.

Witzigerweise wohnten die sogar nur 2-3 km von uns entfernt und das Bett war in sehr gutem Zustand, sogar schon fertig abgebaut und im Hausflur herumstehend. Deren Haus war übrigens wie gemalt, ganz neu und mit hohen Decken innen *hach* und superschick eingerichtet *träum*, aber offensichtlich hat das Geld dann nur noch für ganz billige Möbel gereicht *grins* Nee, egal, die wollten ja jetzt ein neues haben... und wir standen dann überglücklich sogar nur mit 60 Euro weniger in der Tasche und Bett inklusive Baldachin im Anhänger mitten im Dunkeln in Haukkalanranta. Super! Keine Fahrerei, innerhalb von zwei Tagen erledigt und sogar noch Kohle gespart. Was für ein Glücksfall.

Frida hätte das Bett am liebsten noch am gleichen Abend aufgebaut, sie war total hibbelig, aber dann vertagten wir das doch auf gestern abend, wo Mummo und Pappa mithelfen konnten. So ein gelernter Zimmermann ist ja immer zu was gut, vor allem bekommen wir uns zumindest nicht in die Haare, wenn noch jemand anders da ist =) Und Frida konnte mit Mummeli Pikku Kakkonen gucken (wenn sie nicht gerade wie angestochen zwischen Stube und Kinderzimmer hin- und hergerannt ist). Selbsgebackene Pulla gab es auch, sinnigerweise hatte ich auch noch daran gedacht, einen Streifen Dallaspitko zum Kaffee zu kaufen. Ja, Finns trinken auch abends und nachts das giftige Zeugs und Mummo weiss schon, dass wir normalerweise keinen Kuchen im Haus haben =)

Dann wollte Frida unbedingt oben schlafen, ist zigmal hoch- und wieder runtergeklettert und hat sich totgelacht. Resultat war dann aber doch, dass Mami und Frida nebeneinander auf der 80 cm Matratze unter dem Bett gepennt haben *lach* Inklusive zehnmal aufwachen, weil ich fast aus dem Bett gefallen bin oder die Decke fehlte oder das Nachtlicht in die Augen schien =) Frida wollte aber unbedingt in ihrem Zimmer bleiben und nicht zu Papa ins grosse Bett. Apua. Und jetzt sieht unsere Stube wieder wie nach einer Bombenexplosion aus, weil wir alles Spielzeug, alle Schränke und alle Bücher aus dem Kinderzimmer in die Stube tragen mussten, um das Bett aufbauen und umdrehen zu können *seufz* Ob wir jemals dem Chaos Herr werden? Mülltonne auf...

Achja, und kura (mit kurzem u und gerolltem r) heisst auf finnisch Matsch. Also wieder ein witziges Beispiel aus der allseits beliebten Small Talk Kategorie international marketing mistakes =) Das Gesicht hättet ihr sehen sollen, als ich sie zum ersten Mal gefragt habe, ob sie ein Matschbett haben möchte!!! Ihre Cousine Petra war auch ganz entgeistert. Sonst haben die Kids ja nur (täglich) mit kurahousut Erfahrung, mit den im Kindergarten üblichen Gummimatschlatzhosen *ggg*

Freitag, 9. April 2010

Einschlafenergie...

Gibt es sowas wie Einschlafenergie? Eine Art Hormon, das einem die Augen zufallen lässt, egal ob man will oder nicht, das einen ganz plötzlich ganz tief einnicken lässt - aber nur einmal pro vuorokausi wirkt (was sagt man zu 24 h auf deutsch???) Mich macht das seit einem halben Jahr wahnsinnig... ich penne neben Frida ein - egal ob gegen 8 Uhr viel zu früh oder gegen 23 Uhr genau richtig - und dann gibt es drei Möglichkeiten:

  • a) Ich wache morgens um 7 mit dem Weckerklingeln auf (und bin immer noch totmüde, haha) - das kommt neuerdings sehr selten vor. Manchmal an Sonnabenden *lach*
  • b) Ich wache nach gefühlten Minuten schlagartig wieder auf, stelle fest, dass Frida schon schnarcht, dass ich wieder mal weggesackt bin und manchmal, dass ich etwas geträumt habe, bin mir aber nicht sicher, ob das Traum oder Ernst war und muss mich erstmal wieder zurechtfinden, ärgere mich gleichzeitig, dass ich 1) überhaupt eingeschlafen und 2) wieder aufgewacht bin *grummel* - mindestens drei mal in der Woche.
  • c) Ich wache nach 3-5 Stunden Schlaf zwischen 1 und 2 Uhr plötzlich auf oder Frida brüllt nach der gleichen Zeit oder Männe kommt ins Schlafzimmer oder ich muss mal oder ich denke, ich habe verschlafen oder träume schlecht oder sonstwas - kommt mindestens vier mal in der Woche vor.

Das Schlimme an Möglichkeiten b) und c) ist, dass ich danach nicht mehr einschlafen kann. Ich grüble nicht mal über verschiedene Dinge oder so, gucke nicht Frida an und schiele auch gar nicht mehr auf die Uhr - aber die "Einschlafenergie" ist dann einfach weg. Meistens liege ich dann 1-2 Stunden im Bett und wälze mich herum, bis dann irgendwann das Klo ruft oder der Hunger oder ich dringend was im Internet gucken oder die Waschmaschine ausräumen oder den Katzen Futter geben muss *räusper*

Daraus werden dann mal so 3-4 Stunden, ins Bett traue ich mich gar nicht erst. Manchmal fahre ich so zur Arbeit und der Tag verläuft dann überraschenderweise völlig normal, ohne bleiernde Müdigkeit bis zum Abend. Manchmal falle ich gegen 4 oder 6 nochmal ins Bett, penne den Rest der Zeit und bin morgens totmüde, aber der Tag ist dann auch wieder okay. Aber insgesamt nervt mich das total, weil ich eben meist viel zu früh neben Frida einschlafe - und dann keine Zeit für Männe, Spaziergänge, Aufräumen, Rechnungen, Mails usw. habe.

Irgendwie ein Teufelskreis - vielleicht würde ich abends nicht einfach so einpennen, wenn ich nachts vernünftig geschlafen hätte. Vielleicht sind auch Kaffee ( zwei Tassen am Tag???) und die Schild"kröten"medikamente nicht ganz unschuldig. Oder noch der Stillrhythmus? Ich denke auch, dass ich mehr machen muss, mehr an die frische Luft und richtig auspowern und so, aber wann? Wenn Männe nachts aufwacht, schläft der selbstverständlich wieder ein, und wenn es im Stehen ist. Und ich glaube, dass das bei mir vor der Schwangerschaft und als Frida noch klein war, auch so war. Hmmmpppffff. Any ideas? Holzhammer übers Bett hängen? Witzigerweise habe ich kein Problem, wenn ich bis 11 oder 12 ausschlafe und dann auch gegen 22 oder 23 Uhr ins Bett gehe... Eule!!!

Dienstag, 29. September 2009

Kuhgeschichte...

Frida ist doch heute tatsächlich zum allerersten Mal zuhause von selbst eingeschlafen, während ich neben ihr auf dem Bett sass. Ohne Milchbar im Mund, ohne Auto und ohne Betäubungsspritze. Booaah, ich kann es noch gar nicht fassen.

Und alles dank der grossartigen Geschichte von der braunen Kuh, die so viel Schokomilch gab, dass alle Kinder sich satt trinken konnten und dann nicht mehr wusste, wie man aufhört und das ganze Dorf schwemmte. Und dann den Bürgermeister und den Weihnachtsmann anrufen musste, die schliesslich Frau Holle um Hilfe baten, die wiederum die Goldmarie bat, doch schön vielen Schnee zu schicken, damit die vielen Milchseen eingefroren, aufgeschnitten, verpackt und nach Afrika geschickt werden konnten. Puh, und als endlich der Friedensnobelpreis am Bande verliehen werden sollte, schnarchte die kleine Socke. Aaaah, das gibt es doch gar nicht.

Ein bisschen Vorarbeit hatten wir schon geleistet, so haben wir in den vergangenen Wochen und Monaten wirklich mehr Abendroutine bekommen, waren kaum noch weg (Dunkelheit lässt grüssen), darauf geachtet, dass Madamchen besser isst und dass wir immer pünktlich um 8 Uhr ins Bett gehen - woraus nach und nach auch für uns Routine geworden ist. Und Frida ist auch grösser geworden, vielleicht ein bisschen verständiger und nicht ganz mehr so ein Irrwisch. Wobei man bei ihr ja nie so richtig weiss, ob und was wie nun wirkt oder nicht. Ist ja nicht zum ersten Mal, dass wir verschiedene Dinge probieren. Oh und noch etwas ganz neues: sie wird jetzt direkt nach der Arbeit ausgiebig gestillt und beknuddelt, statt sich sofort auf den Haushalt zu stürzen. Habe ich aus dem berühmten "Schlafen und Wachen" Weichspülratgeber. War es das vielleicht?

Jedenfalls hat es heute geklappt. Jetzt müssen wir nur noch das grössere Problem bekämpfen, von dem ich glaube noch nichts geschrieben habe, was aber z.B. meine Bloggerei ziemlich negativ beeinflusst hat: Frida ist seit Mitte Juli ein richtiger Nachtwächter geworden. Jede Nacht von entweder 11 (wenn wir in der Stube sind) oder gegen 1 Uhr (wenn wir im Bett liegen) ist sie hellwach, trinkt erst Milch, weint dann, kaspert herum oder will essen, dann hopsen und spielen, lacht und trotzt und kreischt und singt und ist einfach nicht mehr in die Waagerechte zu bekommen. Und das dann 3-4 Stunden lang. Dass ich auf Arbeit bzw. im Sommer mit meiner Familie auf dem Zahnfleisch gehe ist klar.

Hoffnung gab es Ende August, als sie urplötzlich nachts wieder mit 1-2 winzigen Trinkunterbrechungen durchpennte. Aber Mitte September ging es wieder los. Jede Nacht vier Stunden Theater mit Kaspern, Weinen, Nuckeln und Nervenzusammenbrüchen bei alt und jung. Sorgen? Die neuen Kinder bei Laura? Ferienstress? Mama zu viel weg? Oder doch der neue Backenzahn, der sich da durch die Gegend schob? Keine Ahnung... auf jeden Fall klaut es einem die letzten Nerven. Eins der potentiellen Hilfsmassnahmen war, dass Frida abends ohne Milch einschlafen sollte. Mal gucken, ob es irgendwie etwas bringt.

Aber alleine das selber Einschlafen ist schon ein RIESENERFOLG, wenn man bedenkt, dass Frida im Grunde immer noch die gleichen Bettrituale hat wie als 2 Monate altes Baby. Damals konnte man sie nach vielen Schossmonaten auf einmal gestillt im Elternbett liegen lassen und sich wegschleichen... und das gleiche machen wir notgedrungen immer noch =) Ich bin ja immer vom Donner gerührt, wenn ich von Säuglingen im Bekanntenkreis höre, die einfach so hingelegt werden und dann einpennen, wir haben dafür jetzt 2 Jahre gebraucht *lach*

Montag, 22. Juni 2009

Bettchen zu verkaufen...

Ich kann mich noch gut erinnern, wie wir das Ding bei Ikea bestellt, ungeduldig gewartet und dann total aufgeregt alles aufgebaut haben. Und jetzt ist das gute Teil zu verkaufen. Ganz neu, zwei Jahre alt und immer noch schneeweiss. Wer will, wer will, wer hat noch nicht? Natürlich hat Tiita nie wirklich da drinne geschlafen. In Mamis Armen ist es halt gemütlicher *seufz* Hätte ja auch mal wer eher sagen können... Jetzt bessern wir damit hoffentlich unsere Haushaltskasse auf.


Frida hat natürlich ein neues Bett bekommen. Aus dem Anzeigeblatt, ein typisch skandinavisches, ausziehbares Kinderbett (die sind ja soooo toll!!!) für schlappe 20 Euronen. Da ist es nicht so schade, wenn es unbenutzt bleibt *grins* Hat meiner einer ganz zufällig gefunden und sofort eine SMS geschickt, abends noch angucken gefahren und sofort eingesackt. Die Konkurrenz lauerte nämlich, war aber so dumm, erst per E-mail Grösse und Zustand zu erfragen, während wir sofort und höchstpersönlich in Tikkakoski-Kuikka angeschneit kamen.

Drin gelegen hat sie schon :) Und stolz von "minun sänky" erzählt, gesungen und gelacht und bequem ein Buch gelesen. Aber wenn die Augen zufallen, muss wieder "iso maito" her. Und das Familienbett. Nukutaan äidin luona...tietenkin jeeaaah! Okay, ich geniesse es auch, wenn die kleine Schwitznase da so neben einem schnauft. Aber durchschlafen muss sie. Und irgendwann pennt sie einfach in ihrer Falle ein. Vielleicht mit Mikael im Arm, hahaha.

Dienstag, 14. April 2009

Heikko linkki...

Ha, kaum ist Fridas Schlafrhythmus einigermassen im Lot, fängt die Kette an einer anderen Stelle zu bröckeln an... Mama wacht natürlich Punkt 3 nachts auf (der Hund ist durch die Wohnung getapst) und kriegt die Augen nicht mehr zu. Ich glaube, wir brauchen statt einer Dreiraumwohnung doch einen Palast mit 10 Zimmern...

Montag, 13. April 2009

Ostermontag...

Ha, wenn einer fragt, was wir Ostern gemacht haben, kann ich nur sagen, dass ich an den Fingern stunden gezählt, gerechnet und gegrübelt habe, was in Frida vor sich geht, wann sie müde ist, wann sie es sein sollte, wie die Mahlzeiten liegen müssen und wann und wo sie pennt. Ein Ziel war es natürlich, dass sie nachts durchschläft und nicht kaspert (oder meinetwegen trinkt, aber dann wieder einschläft, so wie vorher) und das andere, das sie das zwangsläufig entstehende Schlafdefizit bitte nicht tagsüber ausgleicht. Und wir schon gar nicht. Gar nicht so einfach, denn mit Macht wachhalten kann man so eine Maus ja auch nicht. Nur allmählich Mittags- und Nachtschlaf so verschieben, dass die lange Phase wieder nachts und die kurze tagsüber ist.

Am Sonnabend mussten wir nach durchwachter Nacht und blankliegenden Nerven alle drei noch totmüde von 10 bis 17 Uhr schnarchen. Danach dann den Tag "simulieren" *lach* Mit Zähneputzen, Frühstück, dann Mittag und um 20 Uhr Mittagschlaf im Auto (die totsichere Methode) und einem verpennten Osterfeuer. Nach zwei Stunden wieder aufwecken und den Nachmittag durchspielen. Kein Problem, wir waren ja alle nicht müde und dunkel hatten wir es ja im Winter auch gehabt *lol* Frida ist wahrscheinlich das erste Baby der Welt, dass um 0:00 noch fröhlich kreischend baden durfte. Mami und Papi abduschen und sich kaputtlachen. Dann planmässig um 1:00 ins Bett, um 2:00 waren die Augen zu.

Wie erwartet (befürchtet), klappten genau die gleichen Augen um 7 wieder auf. Nichts mit langer Schlafphase nachts. Na suuuuper, aber ich hatte nichts anderes erwartet. Also wieder Tag gespielt, obwohl man selbst ziemlich in den Seilen hing. Aber die Uhrzeit war grundsätzlich schon einmal richtig und es war hell draussen. Zähneputzen, Frühstück, spielen, Wäsche waschen, aufräumen, basteln (Männe war völlig k.o. und lag noch im Bett) bis wieder das Mittagessen auf dem Tisch stand. Madamchen um 12 Uhr in den Overall und ins Auto verfrachtet. Wie erwartet fielen die Augen sofort zu (ihre, nicht meine =). Männe musste bei seiner Schwester den Computer neu installieren und Frida sollte eigentlich im Auto weiterschlafen - aber ich wollte versuchen, ob wir sie drinne hinlegen könnten.

Fehlanzeige, alles war so aufregend, dass man natürlich spielen wollte. Ganz blass und wackelig, aber man hielt durch. Um 15 Uhr sogar noch im Auto gekaspert, dann zuhause gleich ins Bett zum Mittagsschlaf. Mama auch *gääähn*, Papa zum Eishockey. Witzigerweise war Frida nur zum Schlafen zu überzeugen, als ich ihr sagte, dass der Papa wieder da ist, wenn sie aufwacht. Erst um 16 Uhr schnarchte sie. Man beachte den Unterschied zu gestern, fast genau spiegelverkehrte Uhrzeiten! Plan war eigentlich, dass das der Rest vom Mittagschlaf war, dass sie also abends noch einmal wach wäre und dann um 22 Uhr oder so ins Bett gehen würde und wir morgen mit einem normalen Rhythmus weitermachen könnten.

Aber Frida war anderer Meinung. Pennte und pennte und pennte, nörgelte als wir sie aufweckten und noch einmal mit nach draussen nahmen, nuckelte auf dem Sofa an der Mama und fiel schliesslich fix und foxi um 20 Uhr ins Bett. Gute Uhrzeit eigentlich, aber sie würde garantiert dann wieder mitten in der Nacht weitermachen... *heul* Naja, mit Macht geht es eben nicht, dachten wir. Räumten noch auf, diskutierten alle möglichen Methoden und plumpsten um Mitternacht neben die friedlich schlafende Maus. Puuuhhh. Im Dunkeln krabbelte dann jemand auf mir herum, suchte nach Milch, schubste und pustete und nuckelte. Och nööööö biiiiitteee... und dann schielte ich auf die Uhr und grinste: 6 Uhr früh. Dunkel war es nur, weil die Jalousien und die Gardine zugezogen waren. Jetzt also sofort aufstehen und den Tag so vergehen lassen, wie es sich gehört. Zur Not meinetwegen wieder mit Autotour gegen 12 Uhr.

Und ich hoffte, dass Frida bis mittag durchhalten würde.... und das hat sie gemacht. Zwar zwischendurch mal Decken und Kissen in die Stube geschleppt und den Kopf auf die Tischplatte gelegt, aber sie hatte ja eigentlich 15 Stunden (!) geschlafen und sollte es schaffen. Vorsichtshalber schon um 10 Mittag gekocht, langsam abkühlen lassen, Kind um 11 gefüttert und um 12 schlafen gelegt (natürlich mit der Mama...), eine halbe Stunde kaspern lassen, dann Milch und weg war sie. Hoffen wir, dass sie jetzt 2 Stunden pennt und dann auch wirklich wieder wach wird. Und dann erst wieder um 20 Uhr ins Bett. Anstrengend so ein Eulenkind. Sears schreibt übrigens auch von high-need babies und von starken Persönlichkeiten *lach* die nur schlecht auf Tricks reagieren und wissen was sie wollen =) Und sobald sie wieder einen normalen Rhythmus hat, fangen wir mal mit seinen Abstillmethoden an. Falls es mich dann noch stört, bisher sind wir ja mit dem Familienbett sehr gut gefahren.

Keine Ahnung, was Frida letzte Woche so durcheinander gebracht hat. Die langen Tage, die Zeitumstellung, ein neues Meerschweinhaus, unsere frühlingshaften Aufräumaktionen, die nach und nach alle Zimmer und Schränke aus dem zweijährigen Dornröschenschlaf befreien? Oder die Topfgeschichten... sie merkt jetzt fast immer, wenn sie aufs Klo muss, möchte aber noch nicht auf den Topf gehen. Und spricht extrem viel, lernt neue Dinge blitzschnell und ist an allem sehr interessiert. Vielleicht ist das alles zu viel auf einmal. Vielleicht ist die Mama auch zu viel weg, muss für Geld, Lebensmittel und alles mögliche andere sorgen statt mit Madamchen zu spielen - das holt man sich dann nachts zurück. Ich bin gespannt, wie es nächste Woche weitergeht. Laura und die anderen Kinder und das Spielen draussen werden etwas helfen. Mama wird abends mehr für Frida da sein, sämtliche Abendunternehmungen streichen und ganz genau auf die Uhr gucken. Und ich habe Männe jetzt erst einmal zu striktem Fernsehverbot zwischen 19 und 20 Uhr verdonnert. Valomerkki sozusagen =)

Samstag, 11. April 2009

The sixth night....

So, das war die 6. Nacht, in der Friederikchen von ungefähr 3 bis 7 genuckelt, herumgekaspert, nach Brot verlangt, Mama gekratzt, Papa gehauen und die Milchbar gebissen hat und dreimal Mal auf die Strafbank (ne ganz neue Erfindung...) musste. Tränen von allen drei beteiligten Parteien inklusive. Aaarrghhhhh. Kann man da was machen? Wie kann man einer fast zweijährigen erklären, dass es durchaus möglich ist, dass ein kleines Kind länger als 3 Stunden am Stück schläft, ohne zu verhungern oder verlassen zu werden? Beziehungsweise bei der Gelegehnheit auch gleich, dass sowohl Brei als auch warmes Essen und Brot vor dem Schlafen in den dicken Bauch und nicht in den Müll gehören und u.a. dazu beitragen, dass man nicht alle drei Stunden irgendwelche labberwarme süsse Milch braucht?

Oder dass Mama nicht spurlos verschwindet oder eingesaugt wird, wenn sie nachts mal aufs Klo muss? Oder dass man wirklich einschlafen sollte, wenn man nach dem Kaspern gebeten hat, ins Bett zu gehen? Oder noch besser, dass man gleich von vornherein im Bett bleibt? Oder wenigstens die Tobsuchtsanfälle, hauen, beissen und kreischen mit 100 Dezibel auslässt? Zum Glück sind jetzt wenigstens Feiertage. Nicht gut, nach 4+2 Stunden Schlaf im Büro sitzen zu müssen... Nach wie vor bleibt die Alleine-im-Bett-heulen-lassen-Methode, auch als Unikoulu oder Ferbern bekannt, aber ich glaube nach wie vor nicht, dass das wirklich die beste Lösung ist *seufz*

Donnerstag, 22. Januar 2009

Ausgeschlafen...

Wow, es mussten doch tatsächlich geschlagene zwei Jahre vergehen, bis Susannita mal wieder eine Nacht durchschlafen konnte. Oder sogar zwei Nächte. Ich kann es selbst noch gar nicht glauben, dass ich vorgestern und gestern abend mit Frida ins Bett gegangen bin und nachts, als ich aufs Klo musste und mit halbgeschlossenen Augen und ohne Kontaktlinsn auf die Küchenuhr schielte, der grosse Zeiger auf der 12 und der kleine auf der 6 stand (und nicht andersrum).

Das ist ja fantastisch! Vor allem, das Gefühl, endlich mal richtig wach zu sein. Den ganzen Tag ein Liedchen auf den Lippen, viele neue Ideen für die Arbeit, viele Pläne für Friseur, Arztbesuche, Klamottenkäufe und andere Verwöhneinheiten, Platz im Gehirn für Urlaubspläne und neue Wohnungen und alles mögliche, statt sich nur mit einer bleiernden Müdigkeit herumzuschleppen.

Wie wir das gemacht haben... ja ich weiss auch nicht. Vielleicht ist es so, dass Fridas Alter eine Rolle spielt - sie hat ja wirklich langsam den unruhigen Babyschlaf hinter sich gelassen und ist immer mehr zu einem wirklich festen Schlaf übergegangen. Dazu kommt, dass wir aufgrund der Dunkelheit wirklich unsere Abende beruhigt haben. Man kann ja eh nirgends hin. Und unsere Routinen, die wir im Sommer noch bei uns selbst felsenfest mit Stift und Uhr durchdrücken mussten, und wegen denen es immer wieder Streit gab ("denk doch Du auch einmal daran, dass wir vor 19 Uhr essen müssen!) fangen langsam an, wirkliche Routinen zu werden.

Zuerst klappte immer das Abendessen bzw. Päivällinen. Statt nach der Arbeit noch irgendwo rumzudüsen oder einzukaufen, gewöhnten wir uns nach und nach daran, sofort zuhause Essen zu machen und zu spachteln. Mir ist im Oktober zuerst aufgefallen, dass es darüber keine Diskussionen mehr gab, sondern dass es ganz automatisch und selbstverständlich geworden war.

Dann Fridas Nickercken... zu Anfang ihrer Tagesmamikarriere brauchte sie ja noch den zweiten Tageschlaf. Und der brachte immer alles total durcheinander. Entweder man pennte sofort und verpasste das Essen oder man pennte später und war dann bis in die Puppen wach oder man pennte im Auto ein und war nicht mehr wachzukriegen - ausser mitternachts natürlich, wenn alle anderen schlafen wollten.

Morgends war man dann nicht aus dem Bett zu kriegen, tagsüber schnarchte man drei Stunden bei Laura und war dann abends wieder nicht müde - aaarrhh. Ich sandte Stossgebete gen Himmel, dass es doch wenigstens draussen hell wäre, so dass Männe mit ihr bis 19 Uhr oder so auf den Spielplatz könnte, damit sie nicht vorher müde wird.

Und dann noch die finnische Unsitte, gegen 20-21 Uhr noch einmal Abendbrot zu essen. Daran werde ich mich nie gewöhnen - Frida war dann entweder schon müde oder noch müde oder ich war völlig durcheinander - als deutsches Kind sollte sie da schon schlafen, aber als finnisches müsste sie sich nochmal den Bauch vollstopfen (merke: päivällinen war schon um 17 Uhr!) damit sie die Nacht übersteht - oft war sie aber zu müde oder zu wach und alles endete in Geheule - wenn sie dann im Bett lag und wir in der Stube sassen, wachte man auch zwei Stunden später wieder brüllend auf (Hunger!) oder wollte spielen oder was weiss ich. Nervenzerreissend.

Jetzt ist es irgendwie anders. In der schlimmen letzten Woche haben wir uns viel gestritten - aber ich habe auch Mika dazu verdonnert, dass wir immer vor 18:30 essen und dann nix besonderes mehr veranstalten. Kein Kochen, kein Aufräumen, keine Besuche. Mein südeuropäischer Finn wurde unter Androhung schlimmer Sanktionen instruiert, dass wir immer bis 18 Uhr gekocht haben und wenn nicht, gibt es eben Brot. Ohne Pardon. So wie in Dshörmäni.

Weitere Gefängnisregeln sagen, dass das kleine Fräulein Punkt 19 Uhr im Schlafanzug zu stecken hat, dass dann das Sandmännchen oder Late Lammas oder was weiss ich wer vom Video kommt und dass dann spätestens um 20 Uhr in der Falle zu liegen ist. Dazwischen kann man meinetwegen noch herumhampeln, das Bad überfluten oder die Brio-Eisenbahn durch die Gegend pfeffern, aber ansonsten wird nicht abgewichen. Irgendwie war ich mir auf einmal sicher, dass das so und nicht anders zu laufen hat.

Und diesmal funktionierten die ganzen Theorien auch. Statt zehnmal wieder aus dem Bett zu krabbeln und ihre Eltern in den Wahnsinn zu treiben, rieb sich die kleine Madame tatsächlich gegen 19 Uhr die Augen und lag nach vielen Spielen, Lachen und Kitzeln um acht mucksmäuschenstill im Bett, genoss die Mamamilch und schnarchte ein. Und durch. Ohne Aufwachen bis 6 Uhr.

Nicht ganz unschuldig an dem Erfolg war auch, dass Männe erzwungenerweise etwas mehr im Haushalt mitgeholfen hat, als ich das vorher von ihm gewöhnt war. Beziehungsweise, dass ich die Krankheitstage wenigestens ansatzweise dazu genutzt hatte, die Bude auf Vordermann zu bringen (sowas geht bei mir im Fieberwahn immer ganz gut). Und dass wir beide wahrscheinlich von der ganzen Grippegeschichte ziemlich fertig waren.

Und noch etwas... ich schlafe andersherum. Spasseshalber mit dem Kopf am Fussende, Männe aber noch richtig herum. Frida liegt neben mir, krabbelt aber nachts im Halbschlaf immer in die falsche Richtung und bricht dann dort schlafend wieder zusammen *kicher* ohne mich oder sich aufzuwecken. Ist das jetzt ein Geheimtip? Aber sie schläft auch so viel fester, nach dem Trinken ist sie sofort weg, legt den Kopf selbst auf ihr Kopfkissen, lässt sich sogar richtig zudecken und ist einfach süss *knuddel* Ob das so bleibt? Ich hoffe ja, dass das muntere frühe Aufstehen auch dazu beiträgt, dass sie abends zur richtigen Zeit totmüde ist. Dass wir den Teufelskreis irgendwie durchbrochen haben. Mal gucken.

Dazu kommt auch noch, dass Frida sich inzwischen ganz gut verständlich machen kann, dass sie klar und deutlich um essen, trinken, spielen, raus, auf den Arm, Fernsehen, den Hund und schlafen bittet. Alles, was ihr wichtig ist - ohne Geheule. Solange Mami und Papi mitspielen, braucht dann auch nicht gebockt zu werden. Und solange wir klare Regeln haben, aber auch weich uns sanft mir ihr umgehen und sie fast alles selber machen lassen - und selbst ausgeschlafener sind, weniger streiten und uns besser den Haushalt teilen - geht es auch Frida besser. Denke ich mal so.

Jedenfalls haben Mami und Frida zwei Nächte jetzt sehr gut geschlafen und das Gefühl ist einfach klasse. Seit Februar 2007 nicht mehr durchgeschlafen, dass muss man sich mal einwerfen...

Mittwoch, 26. November 2008

Abendruhe...

Ich glaube, wir haben es. Ich habe mich bisher noch nicht getraut, darüber zu schreiben, aber seit ca. drei Wochen braucht Frida ihren zweiten Tagesschlaf nicht mehr *freu* Es fing ja damit an, dass ihr Abendschläfchen später und später anfing und wir Mühe und Not hatten, sie dann, wenn sie einmal wieder aufgewacht war und gegessen hatte, wieder ins Bett zu verfrachten. Möglichst vor Mitternacht, wohlgemerkt, damit man selber einigermassen fit im Büro erscheinen konnte.

Vor zwei Wochen waren wir dann abends bei einer Nachbarin eingeladen und irgendwie schaffte Frida es, über ihre Abendmüdigkeit hinwegzukommen. Sie war zwar saumüde, hat dauernd das Shirt hochgeschoben, die Augen gerieben und wollte immer "nam nam", aber das ging ja nicht. Witzigerweise war sie nach einer halbe Stunde Durchhänger wieder voll da und ist dann erst gegen 21 Uhr ins Bett gegangen. Und zwar "endgültig".

Und genau das ist jetzt öfter passiert. Sie schläft noch nicht einmal unter Garantie im Auto ein, wenn wir abends noch irgendwohin müssen! Dafür ist sie gegen 19, 20 oder 21 Uhr breit und absolut bettreif. Wir können ihr in Ruhe Essen geben, Zähne putzen, Schlafanzug an und dann lässt sie sich von Mami hinlegen, hört noch ein Märchen an, nuckelt ein paar Schluck Mamimilch und weg ist sie. Und Mami und Papi haben ein kleines bisschen Zeit für sich, äääh, den Computer und den Fernseher und das Aufräumen. Na, wie finde ich das?

Dienstag, 11. November 2008

Ungerecht...

Ungerecht ist, wenn der olle Männe gemütlich in der Sauna schmorgelt und meinereiner schon Windeln gewechselt, gestillt, zwei Wäschen gewaschen, trockene Sachen zusammengelegt, Spülmaschine aus- und eingeräumt, Milchnudeln gekocht und Baby gefüttert hat. Pah. Davor hat er alte Videokasetten durchgeguckt, den Hund ausgeführt, das Bett gemacht und das Kind spazierengefahren. Während ich Essen einkaufen war, Stoff für den Nähkurs gekauft und den gemeinsamen Familienkalender upgedated habe. Und wer führt jetzt? =)

Morgen wird dann übrigens ein bad hair day, hehe. Und ich muss schreiben, dass der Abend gestern keineswegs wie im Bilderbuch ausgegangen ist, sondern die kleine Madame wieder hellwach war, als ich um 21 Uhr totmüde in die Falle gekraxelt bin. Und dass wir es dann bis 1 Uhr nachts mit einem äusserst aufgedrehten, aber auch ab und zu stinkwütenden Kleinkind zu tun hatten, was die Welt auf den Kopf stellen wollte, aber wegen fortgeschrittener Stunde nicht durfte oder einfach nicht mehr konnte. Ojjeeeeeeee....

Offiziell waren wir heute übrigens beim Martinsumzug der deutschsprachigen Kinder in der Cygnaeus-Schule. Sehr schön, es gab sogar ein kleines Theaterstück, saftige Brezeln und den ersten Glöggi des Jahres. Dann kann der Advent ja kommen. Oh, und ich bin wohl endgültig am Postcrossing-Haken hängengeblieben. Ärgere mich nur, dass die Karten ewig nicht registriert werden *ungeduldigsei* Und ich habe entdeckt, wie man eklige Vanille-Milchnudeln (zum ersten Mal gekocht) einigermassen schmackhaft bekommt. Mit Lakritzsosse!

Montag, 10. November 2008

Novemberroutinen...

November ist glaube der grusligste Monat in Finnland. Genau wie anderswo auch =) Dunkel, dunkel, dunkel und regnerisch. Man kann absolut nichts machen, nur drinne sitzen und warten, dass Schnee fällt. Oder der Sommer kommt. Oder zumindest die Adventszeit. Letzte Woche hatten wir noch jeden Tag Sonne, oder zumindest Licht, aber jetzt hat die Depriphase voll zugeschlagen. Was aber andererseits gut ist - unsere Tagesroutinen haben sich so eingepegelt, dass vielleicht sogar Frida zu einem normalen Baby mutiert.

Morgens um 7 im Dunkeln aufstehen (oder doch eher panikartig gegen 8), dann waschen, anziehen, Frida zur Tagesmami und uns auf Arbeit bringen. Vielleicht noch schnell das Mittagessen, Meeris Möhren und die Milch einkaufen (wir waren schon wochenlang nicht mehr abends in einem Laden und wenn, dann nur Lähikauppa und ohne Zwergi). Ein kleines bisschen Tageslicht angucken. Den Tag drinnen bei Neonlampen verbringen, dann im Dämmerlicht Männe abholen, nach Palokka fahren, Frida abholen.

Mit Laura über die kakelnden Zwerge lachen. Quengelndes Kind einfangen, nach Hause kutschen, aus dem Overall pellen, selbst aus den Jeans befreien und Schlafanzug (!) anziehen, im Eiltempo Essen machen (das klappt jetzt wirklich gut!). Gemütlich Familienmahl halten. Post angucken. Während Männe Kind wäscht und Windeln wechselt, schnell Küche und Stube in einen bewohnbaren Zustand versetzen (auch sehr routiniert). Geschirrspüler an, Waschmaschine an (im Schlaf sozusagen).


Frida spielen lassen, Nelson ausführen, kurz Mails lesen, Facebook checken und sich dabei schlechten Gewissens fragen, was man eigentlich mit dem Kleinkind spielen könnte. Vielleicht ein bisschen malen. Oder singen. Oder doch noch schnell die paar Rechnungen bezahlen und gucken, was im Fernseh kommt. Sie hat ja auch schon den ganzen "Arbeitstag" hinter sich. Gähnend auf die Uhr schielen, ob man nicht doch schon ins Bett kann (das geht mir jeden Winter so, egal ob mit oder ohne Frida). Gegen 19 Uhr Männe fragen, ob er nicht doch schon die Prinzessin ins Nachtkostüm stecken will. Bevor sie müde wird und weint. Damit rechnen, dass man noch eine Weile spielen und toben wird.

Dann doch sofort von kleinem Stackelforz im Nachtkostüm an die Hand genommen und ins Schlafzimmer geführt werden. Fünf Minuten Buch vorlesen, zehn Minuten Mamamilch trinken, ankuscheln und Babyaugen zu. Mama mühsam wieder aufstehen und einige Zeit mit Papi (oder dem Kompjuter) verbringen. Na, das hört sich doch gut an, oder? Und trotzdem freue ich mich schon sooooo auf mein Bett. Herzlich willkommen im finnischen Winterschlaf *krook krook krook krook*

Montag, 3. November 2008

Mysteriös...

Sehr mysteriös ist es, wenn die kleine Maus plötzlich keinen zweiten Tagesschlaf mehr braucht und das ausgerechnet am Montag, wo wir sonst immer hundemüde sind. Das heisst, natürlich ist die Mama hundemüde, aber dem Baby fällt gar nicht ein, seine Augen zuklappen zu lassen. Oder halt - dreimal waren wir schon im Bett, zweimal eine Geschichte vorgelesen und dreimal genuckelt, aber dann ist man jedesmal wieder aufgestanden und in die Stube spielen gegangen. Häääh?

Wir haben jetzt 21 Uhr und seit 18 Uhr tue ich nichts anderes, als mich abwechselnd von einem verzweifelten, quengelnden Kind ins Schlafzimmer führen zu lassen, dort eine halbe Stunde herumzuhängen, bis das Kind wieder fidel und munter ist, und dann in der Stube wieder aufzupassen, dass Madamchen nicht mit ihren Wachsstiften auf dem Fussboden herumkritzelt, dass sie in ihren heissgeliebten Crocs (!) nicht auf die Nase fällt und dass sie den Hund nicht mit Pedigree Pal überfüttert. Jaaa, irgendwie hat Frida wieder einmal total viel gelernt. Und es wäre klasse, wenn sie jetzt wie jedes halbwegs normale Kleinkind immer gegen 20-21 Uhr ins Bett gehen und dann fest schlafen würde, so dass Mama und Papa noch Zeit für sich haben.

Aber andererseits waren die beiden Stunden Nickerchen am frühen abend auch ganz nett. Besonders für unsere Wohnung, die in den letzten beiden Wochen in einen fast bewohnbaren Zustand versetzt wurde. Siehe Foto. Oooh, und ich glaube, ich gucke gerade nicht richtig: Frida ist in den Aufsatz von ihrem Kinderwagen geklettert, der für den Teddy im Wohnzimmer steht und liegt tatsächlich lang. Wenn der ganz allein die Augen dort zufallen, renne ich morgen im Hühnerkostüm über die Kauppakatu *lol*

Mittwoch, 8. Oktober 2008

3 Stunden...

Kaum ist Frida wieder gesund, haben wir ein neues Problemchen... das kleine Ungetüm schläft nur noch drei Stunden am Stück. Um 7 aufstehen, von 12 bis 14:30 Mittagsschlaf, dann von 19 bis 21 Uhr zweites Nickerchen, was eigentlich in den Nachtschlaf übergehen sollte - aber Madamchen zieht es vor, spät abends noch einmal wild zu spielen. Gut wäre, wenn sie dann (so wie früher) mit uns um 10 oder 11 ins Bett gehen und bis morgens pennen würde. Aber nein, man muss bis nach Mitternach kaspern oder - falls man doch versehentlich eingepennt ist - mitten in der Nacht wach werden und seine Eltern wahnsinnig machen. Och mannooo.... und dann stundenlang nuckeln, den Hund ärgern, wieder Krach schlagen, kaspern, weinen, wieder müde werden, doch noch aufwachen, wieder nuckeln... aaarghhhh. Ich weiss, dass sie abends nicht mehr so viel schlafen sollte. Aber was soll man machen, wenn sie hundemüde ist? Und wenn sie selbst nach einer halben Stunde oder Stunde Schlaf, wenn man sie mit Gewalt aufweckt, noch so müde ist, dass sie sich sofort wieder hinlegen will oder sonst ein furchbares Gebrüll veranstaltet? Bis um 21 Uhr oder so wach zu bleiben, schafft sie auch noch nicht. Sie braucht also den Schlaf - aber nur kurz und dann nachts wieder nicht.Und morgens bekommt man sie nicht aus dem Bett, da schläft sie wie tot. Mamas Milchbar ist schon total ausgenudelt. Und wir müssen arbeiten...

Montag, 22. September 2008

Maulfaule Sensation...

Soeben ist eine Sensation passiert. Frida ist zum ersten Mal ganz allein mit ihrem Papa eingeschlafen!!! Ich kann es gar nicht glauben... *umfall* Das geht doch gar nicht!!! Vorausgegangen sind allerdings weniger schöne Tage. Fridas Geheule hatte wie immer (das müsste die Mama inzwischen eigentlich wissen!) einen echten Grund: am Donnerstag Abend leichtes Fieber, am Freitag ziepende Zähne, am Sonnabend knallrotes, geschwollenes Zahnfleisch und am Sonntag plötzlich unglaublick ekliger Gestank aus dem Schnütchen - das kann nur Mundfäule sein. Buch aufgeschlagen und tatsächlich. Böse Herpes-Viren. Wie gut, dass manche Krankheiten so heissen wie ihre Symptome.

Jedenfalls tat mir das Mäuschen plötzlich nur noch unglaublich leid und ich war überhaupt nicht mehr genervt. Nur noch Milch schmeckte, die ganze Nacht durch wurde genuckelt und immer wieder geweint und Mama "glänzte" auf Arbeit unheimlich mit ihrer Schusslichkeit und geistigen Abwesenheit plus zufallenden Augen. Weia. Heute war das Kind dann mit Papi beim Arzt und hat Salbe verschrieben bekommen. Der Witz ist übrigens wieder einmal, dass der deutsche Ratgeber sagt, man soll auf jeden Fall sofort zum Doc, der finnische aber, dass man ärztlichen Rat erst einholen soll, wenn das Kind gar nichts mehr isst oder trinkt und apathisch wird. Ausserdem kann ein maulfaules, äähm, mundfauliges Kind hier durchaus in den Kindergarten. Extra in der superschlauen Päivähoito-Broschüre nachgelesen. Die Finnen sind halt hart im Nehmen. Was Dich im Polar nicht umbringt, macht Dich stark =)

Eben waren Mama und Papa dann nacheinander in der Sauna (das war ja sowas von nötig...), Frida ist von ihrem Abendschläfchen aufgewacht, hat ein bisschen gespielt, geweint, gelacht, eine kleine Wurst gegessen (nix anderes ausser Milch und Makkara schmeckt...), auf Papas Schoss gesessen, geträumt und die Augen gerieben. Dann sind die beiden ins Schlafzimmer gegangen. Und genau aus der Tür kommt schon seit einer Stunde kein Laut mehr! Und ich wette, dass auch der Papa pennt. Paradies auf Erden... und das nach fast 16 Monaten, jiiiihaaaa! Dass der Tag einmal kommen würde...

Freitag, 5. September 2008

Kitakind...

Fräulein Frida geht wieder schön brav jeden Morgen zu ihrer Tagesmami, wie man auf dem Bild sieht. Und manchmal wacht sie sogar von selber auf *ggg* Lacht und freut sich auf ihre Tagesgeschwister. Zu denen jetzt auch eine süsse 18-monatige Aino gehört.

Wir haben tatsächlich diese Woche damit verbracht, an ihrem Schlafrhytmus herumzufeilen. Nach ihrer mysteriösen Fieberkrankheit von letzter Woche war sie sehr weinerlich und verbrachte fast jeden Morgen und jeden Abend damit, sich auf den Fussboden zu werfen, jämmerlich zu weinen und die Bude zusammenzukreischen, dass ich schon fast einen Privatarzt konsultiert hätte. Aber gleichzeitig wusste ich, dass bei 15 Monaten wieder ein Schub anstehen würde. Mmmh, nur Trotz? Hunger? Sehnsucht? Stress? Zumindest schien auch die Müdigkeit eine Rolle zu spielen.

Baby ging freiwillig jeden Abend um 18, spätestens 19 Uhr in die Falle und schlief fest 2-4 Stunden, so dass die erschöpften Eltern Zeit für sich verbringen konnten. Beziehungsweise aufräumen und essen kochen. Kurz vor Mitternacht rief sie uns zu sich *wuuaaaa wuaaaa* und die Familie sollte pennen. Damit aber fingen die Probleme an - entweder man nuckelte im Halbschlaf die halbe Nacht oder fing gegen 23 Uhr zu spielen an oder kreischte so, dass die Nachbaren aus dem Bett fielen. Oder die Mama konnte die Augen nicht zubekommen. All das trug zu unbefriedigendem Nachtschlaf und damit verbundenen Minderleistungen auf den Gurkentalerverdienststellen sowie mehr oder weniger entnervten Krisengesprächen im Familienkreis bei.

Gestern hatte dann Männe die glorreiche Idee, dass wir zu zwei Tagesschläfchen zurückkehren könnten. So wie ich das auch gemacht habe, als Fridas Papa in Dshörmäni war. Also, ausprobiert. Kind im Auto einschlafen lassen, zur Oma gefahren, Kind eine Stunde pennen lassen, dann nach Hause, ordentlich Abendbrot essen, warme Milch ins Baby dann um 22 Uhr zusammen ins Bett. Und es hat geklappt! Frida hat abends dann richtig gespielt, statt nur zu heulen, ist beide Male sofort eingeschlafen, hat nachts kein Theater gemacht, Mami und die Brust schön schlafen lassen und war heute früh von selbst um 7 wach. Yesss. Jetzt muss das nur noch so weitergehen. Vielleicht könnten wir das zweite Nickerchen sogar mit einem schönen Abendspaziergang verbinden...

Sonntag, 17. August 2008

Selber schuld...

Selber schuld ist man eigentlich, wenn es nachts um 2:19 ist und hier immer noch ein Zwerg durch die Gegend turnt. Der schon dreimal im Bett lag, aber dank lautem Fensterklopfen, penetranten Hundeärgern, Wändehauen und sonstigen Spässen wieder in die Stube befördert werden musste. Und das schlimmste daran ist, dass die Mama selber daran schuld ist. Obwohl sie ja auch nicht müde ist - aber Babies und werktätige Menschen gehören halt samstag nachts ins Bett. Basta.

Aber so einfach ist das nicht, wenn man bis 14 Uhr tief und fest geschlafen hat. Wenn man den ganzen Tag wegen Dauerregens nicht an die frische Luft konnte. Wenn man drei kranke Meeris pflegen musste. Und wenn das oben genannte Baby in der letzten Nacht zwar von 20 bis 2 Uhr geschlafen hat (während die Mama eine höchst interessante wissenschaftliche Studie über finnisch-deutsche Beziehungen studierte), aber dann zwei Stunden herumgekaspern musste. Was wiederum ein Grund für das Verpennens des heutigen Vormittags war - der Wecker war zwar gestellt (Vorsatz: wir wachen immer, auch am WE um 8 auf, damit Fridas Rhytmus nicht durcheinander kommt), drang aber nur von weitem und ganz leise in die Traumlandschaften der schlummernden Weibsbilder. So wie immer eigentlich.

Also, alles wieder im Eimer, Susku Raben- und Assimutter, Kind völlig durcheinander und ahnungslos und morgen um 10 haben wir Sommerausflug. Bei strömenden Regen und totmüde. Und am Montag müssen wir wieder um 6 aus den Federn. Kann mir mal jemand bitte helfen? Ein hoffnungsloser Fall...

Sonntag, 6. Juli 2008

Echte Familienbettler...

Witzig, wie lange es gedauert hat. Obwohl ich schon lange Pläne geschmiedet habe. Aber man muss so eine Investition ja erst gründlich überlegen =) Wir sind richtige Familienbettler geworden! Mama und Papa, die nachgegeben haben und das Welpi gerne und aus Überzeugung mit im Elternbett schlafen lassen. Ja, sogar extra dafür anbauen *ggg*

Ich habe ja schon längere Zeit nicht mehr versucht, Fridachen in ihr eigenes Gitterbettchen zu verfrachten. Und Männe fragte auch immer ganz vorwurfsvoll bei den seltenen und kläglichen Versuchen "muss das sein? warum weint die denn???" bis ich sie wieder in unsere Koje holte. Klar haben wir die Tatzenmethode versucht, aber wie bei so vielen anderen Babies (20% sollen es wohl sein...) half kein Streicheln und keine Flasche und kein Poklopfen, um Frida ruhig zu bekommen, sondern nur Mamis Milch, der schwabbelweiche Streifenbauch, die Tissikissen und überhaupt die Gemütlichkeit. Was ich ja irgendwie auch verstehen kann - wer schläft schon gern allein. Und selbst, wenn Frida im Gitterbettchen pennen würde - irgendwann wäre sie krank oder hätte sie Albträume oder bekäme Zähnchen... oder eben halt ihr Nachfolger oder der Hund oder was weiss ich, wer da in Zukunft noch bei uns schlafen möchte.

Also haben wir gestern die grosse Umräumaktion gestartet. Erst unsere frisch gelieferten drei Betten von Kodin Ykkönen abgeholt, extra mit kostenlosem VIP-Transporter, weil ich ja letztes Jahr mein Schlepptopp bei denen gekauft hatte. Dann musste das Schlafzimmer geleert werden. Was bei der Ansammlung von Müll, die wir da aus Platzgründen unter und neben dem Bett lagern müssen (Zitat: "das will ich aber noch versteigern..." und "das brauchen wir noch"), ein richtiger Gewaltakt war. Aber geschafft! Nur, dass man dann weder im Flur noch im Bad noch im Wohnzimmer treten konnte. Pünktlich gegen 16 Uhr, als das Bett von sämtlichen Matratzen befreit war, wurde das Fridakind müde. Rieb die Augen und war stinkig. Upsista. Und jetzt?

Ich hatte die geniale Idee, Männe mit Frida nach Kuohu zu schicken, wo er ja eh am Abend noch hinfahren wollte. Meine Aufgabe war es, die restlichen Trümmer aus dem Schlafgemach zu tragen und vielleicht noch das Bett auseinanderzuschrauben. Einen eigenen Akkuschrauber habe ich ja *stolzbin* Also los. Wie schön ruhig es war. Und wie wenig man aufpassen musste, auf jemanden zu treten *lach* Und wie man alles selbst entscheiden konnte. Überhaupt bin ich soooo selten allein zuhause, vielleicht erst zwei-dreimal seit Fridas Geburt. Der Himmel auf Erden! Jedenfalls hat Susku getragen und gewischt und geschraubt und dann war alles leer. Nur die Sauna kann man nicht mehr benutzen, weil da die Teile des noch zu versteigernden Bettes stehen =)

Vor den Computer geknallt, Mails gelesen und über Nelson geschrieben. Nix von Männe gehört. Telefon war natürlich auch unauffindbar, aber die wissen ja, wo wir wohnen. Gegen 20 Uhr dachte ich, dass wir ja abends doch vielleicht irgendwo schlafen müssen. Hotel buchen??? Neee, ich habe mir dann doch schon einmal die Matratzen angeguckt. Riesige Holzrahmen, ob ich die ins Schlafzimmer bekommen würde? Vielleicht erstmal auspacken. Und die Schutzmatte extra legen. Nach und nach wuchtete ich dann alle drei Bettchen ins Nebenzimmer, wo sie artig nebeneinander auf dem Fussboden lagen und ich mir zum ersten Mal vorstellen konnte, wie so ein Familienbett eigentlich aussieht. Genial!!! Dann die Beine anschrauben. Dank Buchstütze bekam ich das auch allein hin *puuuh*

Gerade als ich unter der letzten Matte feststeckte, rauschte draussen ein grosses Auto vor die Tür. Meine Family! Mika kam herein und man konnte die Überraschung in seinem Gesicht ablesen, aber er sagte nur "Ah, so sieht das also aus" Kein Wort, dass ich das alles allein aufgebaut hatte *maul* Sowas muss man einem Finn immer explizit sagen bzw. ein Lob aus der Nase ziehen... Aber egal. Ich war ja selbst so stolz auf mich =) Den Rest des Abends verbrachten wir damit, im Auto zu pennen (Frida), den Müll aus der Stube und dem Flur wohlgeordnet unter dem neuen Bett und in den Schränken zu verstauen (Mama) und die Kameras für die morgigen Rallytests einzustellen (Männe). Dann gab es noch lecker Hähnchen und Salat für alle (natürlich von Mama zubereitet).

Und gegen 1 Uhr nachts sind wir dann alle in die schöne neue Falle gesunken. Dass Frida wie ein junger Hund zigmal im Kreis auf ihrer neuen Koje herumgehüpft ist und erst nach einer Stunde und nochmaligem Aufstehen einpennen konnte, muss ich ja vielleicht nicht mehr erwähnen. So munter und so aufgeregt. Ich glaube, die mag das neue Bett auch! Von sagenhaften 2 m x 2,40 m. Die sich richtig schön ins Zimmer einfügen, ein schneller Besucher sieht gar nicht, dass das Bett grösser ist. Von Wand zu Wand, so dass niemand herauskullern kann. Und wie schön aufgeräumt alles ist *schwärm* Hätten wir viel eher machen sollen... Oh, und das Gitterbettchen steht natürlich auch noch da. Weil es so niedlich ist und weil man vielleicht darin irgendetwas aufbewahren könnte oder Besuch darin schlafen könnte oder so. Keine Ahnung!

P.S. Als Nebeneffekt haben wir viele Sachen gefunden, die monatelang als verschollen galten. Fridas vier Zahnbürsten, diverse unbenutzte und eingestaubte Schnuller, eine 25-Euronen-Geschenkkarte von H&M, die ich seit Fridas Geburt fieberhaft gesucht habe *winkewinkeanpilzi*, Männes Unterhosen und meine Visaabrechnungen. Hat sich doch gelohnt, oder? Und einen besonders frischen Geruch bekommt man, wenn man versehentlich auf eine vom Baby vor langer Zeit heruntergeworfene Zahnpastatube tritt und den Inhalt dergleichen dann mit schön viel Wasser aufwischen muss...

Mittwoch, 2. Juli 2008

Kinderarbeit, Betten und Sitz...

Heute wurde Frida zum ersten Mal höchst professionell als Büroassistentin eingesetzt. Männe hatte vormittags ein Palaveri mit Kunden und da alles im Sommer in Finnland ein bisschen lockerer als sonst abläuft, habe ich das Baby eine Stunde mit mir auf Arbeit gehabt. Alles ging gut, die Kollegen haben sich gefreut und mein Büro wurde endlich wieder einmal aufgeräumt. Nach Fridas Meinung zumindest =)

Sie hat nicht geweint, hat nur alles untersucht, Staub gewischt, die Post ein- und ausgepackt und krabbelnderweise die anderen Büros angeguckt. Ein grosses vernünftiges Mädchen halt! Gläschenessen mit Thunfisch zum Mittag war bääääh, aber das hat die Mama dann mit etwas Zitronensalz schmackhaft gemacht und selbst gegessen. Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass wir jetzt den richtigen Kindersitz für das Friederikchen haben? Gestern gekauft, ein grüner HTS Besafe izi, so ziemlich das Beste was es fürs Kleene gibt. Sauteuer natürlich, aber was macht man nicht alles. Hier sollen ja Kinder bis zum 3. Lebensjahr rückwärts fahren und das ist auch ganz gut so.

Ausserdem haben wir am Sonnabend drei (!) Betten bestellt. Solche schicken weissen Spiralmatratzen mit festem Rahmen und Beinen daran. Statt unsererem geschenkten Klapperdoppelbett mit jahrzehntealten, muffigen und rückenschmerzverursachenden Schaumstoffmatten. Ich hatte die Dinger bei Kodin Ykkönen schon lange im Auge und wo sie jetzt zum dritten Mal im Angebot sind und ich demnächst Urlaubsgeld bekomme, haben wir zugeschlagen. Wofür wir DREI brauchen, ist dem aufmerksamen Leser sicherlich so klar wie Klossbrühe =)