Ein Blog über Finnland, das schöne Jyväskylä, verrückte Finnen, meterhohen Schnee, tiefen Wald, dicke Babybäuche, kreischende Fridas, vierköpfige Meerschweinchen, estnische Tax Free Wolf Retriever, spanische Minikläffer, wuschlige rote und blaue Katzen und viel mehr...
Donnerstag, 4. August 2011
Katzensorgen...
Ich bin jetzt zum zweiten Mal in meinem Leben (winke an Polly) zu der realistischen Einschätzung gekommen, dass mir Schlappohren, Hechelzunge, stinkendes Fell und tapsende Füsse ein viel grösseres Grinsen ins Gesicht zaubern als unabhängige, selbstbewusste und elegante Schleichtiger mit Schlitzaugen. Obwohl ich vor zwei Jahren ganz dolle ein Kätzchen wollte. Aber wahrscheinlich liegt es auch an Alva... die blaufellige Katze pisst von Anfang an mindestens ein, zwei mal in der Woche da hin, wo sie nicht soll. Nämlich in unser oder Fridas Bett, auf Mikas auf dem Fussboden herumliegende Klamotten (da gehören die ja auch nicht hin) und letztens sogar auf unser teures Sofa. Ich glaube, ich werde nicht wieder...
Normalerweise wasche ich die Sachen einfach, bin stinksauer, aber behalte die Hoffnung und gehe zur eh stressigen Tagesordnung über. Yksi päivä kerrallaan. Nur langsam sammelt sich halt die schlechte Stimmung. Zumal es zwei Tiere sind, die da um die Füsse wuseln und jetzt im Sommer auch noch ständig nach draussen jammern. Wenn sie laut Stadtgesetz überhaupt dürften, wenn wir kein Reihenhaus mit eventuell katzenhassenden Nachbarn und keine befahrende Strasse davor hätten...
Mir tut es als alter Tierschützer superleid, dass sie nicht so können, wie sie wollen, und mir tut es leid, dass ich sie nicht so mag, wie sie es verdient haben. Gerade Alva daher, weil die Ärmste aus dem Tierheim kommt, und Ouni, weil sie die schönste Katze ist, die man sich vorstellen kann - und weil ich sie mir ja selbst als Baby ausgesucht habe *verliebtsei* Aber es sind halt ganz andere Haustiere als Hunde, so sehr von Instinkten geprägt, so sehr wilde Tiere, und wir werden ihnen nicht gerecht. Wobei ich die Meeris über alles liebe, die sind aber auch in ihrem Haus, gucken nicht so fordernd, quiezen nur ständig nach Gras und pinkeln halt die Streu voll (überall, haha).
Inzwischen habe ich festgestellt, dass Alva wahrscheinlich dann losstrullert, wenn ihr das Katzenklo zu dreckig ist (wahrscheinlich wurde sie genau deshalb auch abgegeben!). Also IHR... ich mache inzwischen morgens, abends und mittags nichts anderes mehr, als sofort zuhause angekommen, das Bad zu stürmen und die Klos sauber zu machen, damit Madame ja nichts zu meckern hat. Trotzdem: nach drei, vier Tagen reisst es wieder ein... weshalb ich auch nicht denke, dass sie körperlich ein Problem hat. Aber so zickig... aarrgghh. Einmal hat sie sogar vor meinen Augen auf die Matratze.. und dann raste mal nicht aus.
Und dann die Tatsache, dass man nie Fenster und Türen richtig aufmachen kann, ohne die Tiere in ihre Geschirre zu fummeln und auf die Terrasse zu setzen *nerv* Und dass sie nicht alles fressen, sondern total wählerisch sind. Ouni leidet natürlich auch darunter, dass ich Alva immer kritischer beäuge, Frida dagegen liebt Weckerkatze Alva über alles, ist aber auf die kratzbürstige Ouni schlecht zu sprechen (klar, die wehrt sich ja auch, wenn sie fast erdrückt wird). Und dann sind sie doch wieder total weich und schmusig...
Jedenfalls überlege ich schon wochenlang hin und her. Alva abgeben ist Scheisse, weil wir sie ja gerettet haben, weil sie das nicht versteht und uns immer so schön weckt. Ouni abgeben ist erst recht Mist, weil sie ja nichts "Böses" getan hat und so ein hübsches Tier ist. Davon abgesehen, dass beide immer nach draussen wollen und man sich schon vorkommt wie ein Gefängniswärter. Beide abgeben ist Käse, weil ich sie dann vermisse, bzw. Frida - wobei sie sich ja immer schnell an neue Situationen gewöhnt.
Davon abgesehen ist es in Finnland gar nicht einfach, Katzen abzugeben. Hier will die nämlich niemand haben - jedes Jahr werden vom Tierschutzverein ca. 10.000 Samtpfoten eingeschläfert, Welpen wechseln für lau den Besitzer und überhaupt ist es gang und gäbe, mal so ein Katzenkind vom Bauernhof für den Sommer aufs Mökki mitzunehmen und dann im August einfach da im Wald zu lassen... es gibt ja noch Füchse und den Frost. Am liebsten wäre mir, wenn beide in ein Einfamilienhaus aufs Land könnten, am liebsten noch zu Bekannten, aber das bleibt wohl ein Traum.
Nach langem Überlegen habe ich Mitte Juli eine Anzeige ins Netz gesetzt, dass beide Katzis in ein Haus mit Freilauf abzugeben wären - ich hoffte, dass die halblanghaarige Ouni der "normalen" blauen Alva mit einen Platz verschafft. Aber bisher Fehlanzeige: eine Frau antwortete zwar, schrieb aber fast gar nichts von sich. Eine andere Familie wohnt im Dorf von Mikas Eltern, aber genau an der grossen Landstrasse, da kann ich sie ja auch selbst unters Auto schmeissen.
Man könnte sie auch schwuppdiwupp ins Tierheim bringen - aber das bringe ich nicht übers Herz. Bei Alva, weil sie von dort ist (oder hat die noch Garantie? Auslaufschaden oder so was?) und bei Ouni, weil sie ja eben völlig unschuldig ist, so schön und gar nichts anderes als unsere Familie kennt. Und dann lauert da ja auch die Spritze, wenn niemand sie nimmt. Aarggh.
Noch präkärer war die Situation jetzt, weil wir ja bald in den Urlaub fliegen und zwei unserer traditionellen Katzensitter ausgefallen sind. Na suuuuper. Alle 354 Facebook-Freunde gefragt, aber wie das so ist... zwischen engen Freunden und meinen finnischen Bekannten und Verwandten besteht ein himmelweiter Unterschied, da kennt man nicht so etwas wie Loyalität oder ist nicht bereit, extra irgendwas zu machen, um jemanden einen Gefallen zu tun (keine Ahnung, wie das in Deutschland wäre... aber ich wäre im absoluten Notfall bestimmt für einiges zu haben). Zumal die noch gar nichts von der Pieselmadame wissen...
Jedenfalls gestern wieder stundenlang Männe zugequatscht, alle Optionen abgewogen und laut überlegt, während vom Finn nur ein "mmh" und "ei se käy" und "en tiedä" kam. Also kann ich ja gleich selbst mit mir (oder meinem Blog) reden. Aber da war noch ein winziges Schlupfloch: in Korpilahti gibt es eine Tierpension. Zwar mit komischen Betonräumen, aber das ist vielleicht genau das richtige für die unberechenbare Pisskatze, die sozusagen eine eigene Klofrau braucht. Kostet 15 Euronen am Tag, aber was will man machen, dafür haben sie auch freie Kost und Logis, können zusammenbleiben und pieseln keine fremden Sofas voll. Und die waren sogar noch frei, super.
Was danach ist, müssen wir sehen. Wie gesagt, der Leidensdruck wechselt, eigentlich sind sie ja ganz lieb und süss, wir (ääähm ich) haben uns einmal für sie entschieden, Frida spielt eh mehr draussen, bald wird es wieder kalt und was ist schon dabei, dreimal täglich das Katzenklo durchzuwühlen, statt dreimal täglich eine halbe Stunde Gassi zugehen, mmmh? Wobei ich sooo meine Waldspaziergänge mit Nelsonhund vermisse, aber da waren wir ja noch ohne Kind und konnten machen, was wir wollten.
Meinereiner hat also jetzt bei Musti & Mirri extra feinen, klumpenden Katzensand gekauft, dazu Urinwegspray, und neues Futter, vielleicht stinkt die Kaka dann auch nicht mehr so, und wir haben ein drittes Katzenklo ganz ruhig aufgestellt. Vielleicht verbessert es die Situation und dann bin ich auch besser auf die beiden Landstreicher zu sprechen. Immerhin geht das ja schon eineinhalb Jahre so mit der Pieselei. Oh, und habe ich schon geschrieben, dass letzte Woche eine halb zerbissene Maus auf dem Fussweg lag, nachdem Alva für zwei, drei Stunden ausgerissen war??? Nee, also wirklich =)
Samstag, 16. April 2011
Mausfänger...
Frida kam gleich auf die Idee, dass wir ja draussen frühstücken könnten (um 14 Uhr...). Also verfrachteten wir Milch und Brot und alles andere auf den Terrassentisch. Bei der Gelegenheit durften dann natürlich auch die Schweine ins Gras. Jippiiiii, das erste Mal! Viel eher, als ich gedacht hatte. Klar sieht es auf den Fotos aufgrund des grauen Rasens noch ganz kalt aus, aber wir waren mindestens zwei Stunden nur in Shorts, Leggings, T-shirts und mit nackten Beinen draussen. Ist das schön...
Und die Finns waren witzig: Sonst schickt es sich ja hier überhaupt nicht, in fremde Gärten zu glotzen. Machen sie auch nicht. Nur meiner einer guckt immer, was bei anderen Leuten so wächst und wie sie ihre gardinenlosen Wohnungen eingerichtet haben. Heute aber fielen den Leuten fast die Augen raus. Mit um 90 Grad gedrehten Köpfen radelten und walkten sie an unserem sehr gut einsehbaren Garten vorbei, selbst wenn wir Einwohner gross und deutlich auf dem Rasen standen. Ich habe nur darauf gewartet, dass sie zusammenstossen oder über den Lenker fliegen würden =)
Was ist das denn da im Gehege? Ninchen ohne Ohren? Ratten ohne Schwänze? Grau, braun,weiss, glatt, langhaarig und lockig? Hundewelpen oder gar der Osterhase höchstpersönlich? Im Gegensatz zu Deutschland sind Meerschweinchen hier ganz und gar keine "'gängigen" Tiere. Und wenn man die doch schon mal im Zooladen gesehen hat, dann nur eins oder zwei und nicht vier. Und schon gar nicht draussen. Ein Mann mit Kinderwagen sagte sogar laut "oho!!!". Ich glaube, wir können ein Schild draussen aufstellen "Marsutarha" und gleich um 5 Euro Eintritt bitten. Wenn ein fremder Finn sichtbar guckt und staunt oder sogar etwas sagt, muss er wirklich sehr sehr baff sein.
Frida und ich haben von der allgemeinen Verwunderung unbeachtet die alten Stauden abgerissen, die struppigen Sträucher geschnitten und den Meeris Heu gepflückt. Und dann sah ich, wie Alva eine Maus im der Schnauze hielt. Ohhh, die war bestimmt erfroren und jetzt aufgetaut. Aber die Eingeweide sahen irgendwie frisch aus und die Maus war auch ganz weich und dick und rund. Und genau das Blumenbeet hatte ich fünf Minuten vorher von Hand saubergemacht, ohne etwas zu sehen. Häh? Frida gerufen - und dann war das Vieh auch schon spurlos verschwunden.
Im Mund meiner Stubenkatze! Mit Haut und Haar und nackten Füssen und Schwanz *grusel* Unsere ganz kleine und schüchterne Katze ist ein Mäusefänger! Deshalb haben die auch immer aus dem Fenster gestarrt. Und an den Steinen gesessen, bis die ahnungslose Maus aus ihrem Loch kam. Stadtkind staunt. Ouni hätte ich das vielleicht noch zugetraut, aber der kleinen Alva... und das noch an der Flexi und am hellichten Tag. Mika sagte nur trocken, das sei ja auch deren Aufgabe. Wow. Ich bin platt.
Donnerstag, 30. Dezember 2010
Ronja...
Darf ich vorstellen? Ronja, unsere Pflegekatze über Weihnachten, sonst bei Männes Cousin in Keltinmäki zuhause. Hat die erste Woche nur in der Sauna zugebracht *schnurrrrr*, ist aber nicht ganz scheu, sondern nur sehr schüchtern, lässt sich streicheln und das Futter in die Sauna bringen *verwöhntesbiest* und jetzt klettert sie schon auf den Gardinenstangen herum *umfall* Richtig gemütlich mit drei Katzenviechern, zumindest solange sie nicht irgendwo herumpinkeln...Montag, 8. Februar 2010
Beauty...
... auf dem Schoss sitzen muss, die die Spinnenweben von der Wohnzimmerdecke holen und überall mitkommen will, die zur Begrüssung maunzt und vor nichts, rein gar nichts, Angst hat, die auf die höchsten Regale klettert und in der Sauna schläft, die sich stundenlang mit Alva balgt und dann von Frida die Schnurrhaare langziehen lässt, die liebe, gute Nervensäge, das Plüschkissen, Fellmonster, Puschelmieze, der Hund unter den Katzen. Übrigens jetzt mit tollem knallrosa Namens- und Telefonnummerhalsband von kittycollars.co.uk *sehrempfehlenkann*
Montag, 14. Dezember 2009
4 gewinnt...
Ansonsten nix neues... Tiita pennt immer ganz musterhaft händchenhaltend mit Mami ein, draussen sind gruslige -20 Grad, aber Sonnenschein und ein klein bisschen Schnee und die Katzen verstehen sich von Tag zu Tag besser. Mein vollgepinkeltes Handy ist auch wieder getrocknet, hat aber nach einem kurzen Wiederbelebungsversuch jetzt ganz den Geist aufgegeben. Ich traue mich gar nicht, bei unserer Versicherung anzurufen. Wenn ich denen erzähle, dass da ein Katzenvieh draufgepisst hat, muss ich so lachen, dass aus dem Gespräch üüüberhaupt nichts wird. *LOL*
Mittwoch, 25. November 2009
Blaufellchen...
Jetzt ham wer also zwei Katzenviecher. Drückt Daumen, dass alles gut geht. Die Kleine war gestern so überrascht, dass ihr Beachtung geschenkt wird, dass sie ein eigenes Bett und Futter bekam und dass sie endlich frei herumlaufen kann... und Ouni ist jetzt so beschäftigt mit wundern, forschen und fauchen, dass man sogar in Ruhe am Computer sitzen oder gar das Fenster aufmachen kann *ggg*
Dienstag, 24. November 2009
Maunz...
Wir haben übrigens am WE noch eine Wohnung angeguckt. Diesmal direkt am Wald, in der Strasse, die ich schon 2002-2003 mit meiner Anwesenheit beehrt hatte. Ganz toll, hübsch, mit hellen Schränken, grossen Fenstern und tollem Laminat und so... aber warum müssen die läpperlichen 78 qm auf zwei Etagen verteilt sein? Und wieso zwei Balkons statt eigenem Garten? Den Bauherren müsste man den Hals umdrehen *kopfschüttel*Montag, 28. September 2009
Nachtwanderung...
Samstag, 29. August 2009
Ouni...
Aber zurück zu Ouni... am 18. Juli, dem ersten Tag unserer Ferienhausreise haben wir das Schmusetier aus seinem Streichelzoo abgeholt. Die ganze Zeit war ich mit Männes Cousine am Telefon, die mit kaputtem Auto irgendwo in der Pampa bei Dresden festsass und dringend Übersetzungshilfe brauchte (zugegebenerweise habe ich das sächsische Geschwafel auch kaum verstanden...) und dann sass auch schon ein mauzendes, scharrendes und protestierendes Katzenkind im Transportkorb auf meinem Schoss.
Der Urlaub verging wie im Fluge und immer leicht in Panik, ob Frida nicht doch in den See fällt oder die Katze ausbüchst (davon ein anderes Mal) und dann war Miezi auch schon ein Teil des Inventars geworden. Alle staunten, wie wunderschön sie doch ist. Wie biegsam und träge, wie eine Ragdoll. Wie rot. Kuschlig wie eine Maine Coon. Und kämpferisch, wenn sie ihre Jagdanfälle bekam. Und wie geschickt, wenn sie auf den hohen Balken des Blockhauses herumbalancierte. Dann kam Männe ins Schlafzimmer und sagte, dass er den ultimativen Namen gefunden hätte und es jetzt keinen Widerspruch mehr gäbe: OUNI. Angesichts der drohenden Neste Oil Rally der Name schlechthin - heisst doch eine der legendärsten Strecken dort Ouninpohja.Für cool und selten befunden und entschieden, das Kind heisst Ouni. Und ist jetzt schon 4 Monate alt. Gestern waren wir bei der ersten Impfung und sie hat einen Chip in den Hals geschossen bekommen. Damit sie nicht abhanden kommt... so eine Katze bekomme ich wirklich nicht wieder. Hach, ich schwärme schon wieder... aber ich wollte wirklich schon immer eine Halblanghaarkatze in rot. Oder creme oder egal, hauptsache plüschig und lieb. Frida ist auch ein Katzenfan geworden, aber sie steht auch oft vor Nelsons Foto und sagt "Nelso meni pois" und guckt dann ganz traurig. Ich vermisse ihn auch, aber nicht halb so schlimm, wie ich mir das vorgestellt hatte. He's just next door, isn't he?
Frida ist allerdings manchmal ein kleines Scheusal. Will zwar Ouni liebhaben und streicheln, aber meist geht es dann doch mit ihr durch... am Schnurrbart ziehen, den Schwanz kneifen, hinterherjagen, hauen, das Futter wegnehmen, sie herumtragen... das hat sie mits Hundi eigentlich nicht gemacht. Zum Glück ist unser Katzentier offensichtlich so etwas gewohnt und zuckt kaum mit der Wimper. Weia.Die Katze rächt sich dafür an den Meeris. Zwar liegt sie oft in deren Auslauf und geniesst es, die Quieker zu beobachten, aber manchmal wird auch mit der Pfote gehauen oder sich angeschlichen oder im Heu herumgetätzelt, ob da nicht doch ein Mäuschen sitzt =) Nun ja, ich muss öfter und mehr schreiben, aber das war erstmal die Einführung zu unserem Tiernachwuchs. Ouni the kitticat!
Freitag, 17. Juli 2009
Stellvertreter...
Die Frau staunte und freute sich und meinte, dass sie mit ihrem Mann sprechen müsste, gab aber ihre Telefonnummer. Ich war inzwischen näher getreten und hörte plötzlich meine eigene Stimme "Die kleine hellrote Katze ist nicht zufällig eine von den beiden, oder?" Natürlich konnte sie es nicht sein, so ein hübsches Vieh muss doch weggehen wie warme Semmeln. Was erwartete ich bloss... und spinnst Du, überhaupt zu fragen? Wo sollen wir denn mit einer Katze hin???
Zu meiner grossen Überraschung sagte die Frau etwas abwertend "ach, die helle, ja, die wollte eine Frau von gegenüber, aber von der habe ich auch nichts mehr gehört". Völlig ungläubig (und mit zitternden Knien vor schlechtem Gewissen) gab meine Stimme auch meine Telefonnummer. Sagte, dass wir einen ganz lieben alten Hund hätten und dass wir eigentlich wegen der kleinen Katze noch einmal in den Park gekommen waren. Absagen könnten wir ja immer noch. In der Nacht zum Sonntag überlegte ich mir, dass wir absagen müssen - kranker Wuffi mit unklaren Aussichten und Mökki und Meerschweinchen und überhaupt zuwenig Platz und zu viel Aufregung.
Am Sonntag dann mussten wir Nelson auf seine letzte Reise begleiten. Und beim Benzinholen klingelte das Telefon und ich erfuhr, dass diese Frau von gegenüber kein Interesse mehr hätte. Hat eh schon zu viele Tiere. Pinkkikissa vapaana. Nelsons Platz auch. Verdammt. Sollten wir? Natürlich musste ich zustimmen. Und freute mich riesig, überhaupt einen Lichtblick zu haben. In dem Moment wusste ich noch nicht, wie wir Nelsons Abschied überhaupt verkraften würden.Klar, es ist eine heikle Sache, vielleicht sollten wir länger warten. Die Trauer zulassen. Die Zeit ohne Wollmäuse auf dem Fussboden geniessen. Später eine Katze aus dem Tierheim holen. Oder eine Rassemiez. Aber vielleicht hat Nelson das auch alles noch so eingefädelt. Pinkkitraumkatze statt Tax Free Retriever. Mmmh, ich bin gespannt. Am Sonntag können wir sie abholen. Innerhalb von einer Woche vom Hund zu Katze... ich bin übrigens einer der wenigen Menschen, die beide mögen =) Huch, ist das spannend.
Überhaupt muss ich zugeben, dass es mir jetzt besser geht. Die Sorgen um Nelson haben mich wirklich zermürbt, sogar die Schuppenpflechte prangte wieder hier und da - dagegen war das wirkliche Einschläfern ein leichtes. Endlich konnte man wirklich etwas tun und die Weltgeschichte ging weiter, irgendwie hingen wir seit 1-2 Jahren fest in sämtlichen unangenehmen Situationen, von der Wohnungssuche über Männes Job, Fridas Schlaferei und meinem Body zu den Tieren.
Und am wichtigsten ist ja, dass Hundi nichts mehr wehtut. Klar, wir streiten mehr als sonst, irgendwie macht sich alles als Frust und fehlender Geduld Luft, aber alles ist zumindest momentan noch sehr viel einfacher, als ich das gedacht hätte. Und danke für Eure lieben Wünsche! Vor allem die geposteten Erinnerungen in Facebook waren klasse - ich wusste gar nicht, dass so viele Leute Nelson gekannt hatten. Mein lieber lieber Hund.
Samstag, 11. Juli 2009
ABC + Lemmikit...
Aber ich muss etwas anderes schreiben, oder vielleicht zugeben. Don't mourn the living und natürlich ist Nelson der beste Hund der Welt... aber ich habe die letzten Wochen wirklich damit zugebracht, mir verschiedene Katzen anzugucken. Meine jahrelangen Lieblinge, die Maine Coons und ihre puschligen Verwandten der Sibirierfraktion. Und dann Ragamuffins, eine ziemlich neue Rasse, die noch ganz selten ist, aber durch Sanftheit und Ruhe glänzt und damit ganz gut zu den Nagertieren hier passen würde. So ähnlich wie die Ragdoll, aber in allen verschiedenen Farben. Und dann natürlich die ausgesetzten und vergessenen Miezis im Turvakoti Magenda, bei Pelastetaan Koirat und Rekku Rescue.
Eigentlich hatte ich da schon im letzten Juli, als Nelson operiert wurde, einen knallroten estnischen Kater im Visier. Mehr oder weniger ernst, niemals als Ersatz für Nelson, sondern um mich an irgendeinem Strohhalm festzuhalten, um wenigstens irgendetwas positives für die Zukunft zu sehen. Blöd zu erklären, aber es musste einfach etwas geben, auf das ich mich freuen konnte - und das waren damals und sind jetzt grosse, halblanghaarige, puschlige Katzen. In rot oder schildpatt oder blau... klar, die kosten 600-800 Euronen und ich will ja eigentlich den heimatlosen Viechern helfen und überhaupt ist der liebe Hund ja noch da, aber gucken kann man ja mal.
Männe hat mir übrigens schon vor fünf Jahren eine kleine rotgestreifte Plüschkatze namens Artturi geschenkt, als ich unter unerklärlicher Katzensehnsucht litt. Irgendwann hatten wir auch mal ein Angebot für eine graugetigerte Langhaarkatze, aber die konnte ich unter schweren Kämpfen noch absagen *ggg* Später, wenn wir unser eigenes Haus haben, möchte ich unbedingt zwei Miezis. Oder jetzt, wenn der Nelson weggegangen ist... sie wird keinen Hund ersetzen, Katzen sind überhaupt ganz anders, aber wir sind momentan wirklich nicht die perfekte Hundefamilie. Zu wenig Zeit und Geld und Platz...
Na, ich sollte langsam zum Thema kommen... heute sind wir früh aufgestanden und haben so einen richtig schönen Urlaubstag (meinen ersten!) verbracht. Erst zu ABC nach Vaajakoski gefahren um Frühstück zu essen. Darauf wurde dann angesichts unserer knurrenden Mägen doch schon das Mittagessen. Um 10:30 *lach*, ich glaube, es gibt kein Volk in Europa, dass sich so früh schon den Mittagstisch hinter die Kiemen schiebt =) Dann Proviant eingekauft und weiter zum Ysitien Lemmikkipuisto gefahren, dem kleinen Zoo in Leppävesi.
Ich wollte dort noch einmal hin, weil der Platz einfach wunderschön ist, wenn man kleine Kinder hat (Erwachsene sind da in 10 min durch...) und auch, weil dort dieses rosafarbene Katzenbaby war. Mit halblangem Fell, die wollte ich unbedingt Männe zeigen, weil ich doch genau so eine auch irgendwann haben möchte. Und die beiden roten Kurzhaarmiezen, ihre Geschwister und die anderen beiden grauen, die wir mit dem deutsch-finnischen Verein im Mai bewundert und beschmust hatten. Damals musste ich mich übrigens tagelang davon abhalten, zum Telefon zu greifen und nachzufragen, was die mit den Katzen nach dem Sommer machen...
Jedenfalls rannte dort heute eine langhaarige rote Katze rum und ich staunte, wie gross mein Schatz doch schon geworden war. Wow, die wachsen aber schnell. Dann sahen wir die anderen Kätzchen - alle mächtig gewachsen, aber doch noch sehr klein. Also war die das nicht... aber wo war das rosa Miezenkind? Überall Kinder, die Katzen streichelten... und dann lag sie da, schlafend in einem Schuppen und liess sich schnurrend von zwei Jungs durchknuddeln. Immer noch so schön. Frida und ich setzten uns dazu, nahmen sie auf den Arm und genossen den Moment. So eine Schönheit und so lieb...
Draussen unterhielt sich eine Frau mit der Tierpflegerin. Ein vorwitziger Kater war in den unteren Korb von deren Kinderwagen geklettert und schien sich dort pudelwohl zu fühlen. Die Kinder waren hin und weg und ich hörte, wie die Pflegerin halb im Spass vorschlug, dass sie den Kleinen doch mitnehmen könnten. Häh? Die gaben die also doch ab... die Frau war überhaupt nicht abgeneigt, erzählte von ihrem Schäferhund zuhause und dass sie tatsächlich schon lange eine Katze gewünscht hätte. Ob sie? Sie muss noch darüber schlafen und den Mann anrufen.Die Pflegerin berichtete dann, dass die Kätzchen schon seit vielen Wochen praktisch von Besuchern "reserviert" worden seien, aber zwei sich nicht mehr gemeldet hatten. Meine Ohren spitzten sich. Die gaben sie also doch ab... (bis hierher am Sonnabend abend gekommen)
Samstag, 16. Mai 2009
Simbaschwimmer...
Also aus den Federn geschält, allen Beteiligten Brei gekocht, gefrühstückt und dann Männe überredet, mit zum Zwergenschwimmen zu kommen, wo doch gerade einmal die Gelegenheit dazu besteht. Bisher hatten wir das bekanntlich ja fast immer verpennt... ich glaube, wir waren diese Saison nur ein einziges mal im September gewesen. Fräulein angezogen und dann los nach Vaajakoski. Wir waren ausnahmsweise zu früh und konnten noch Kaffee und einen Orangensaft trinken (auch eine Sensation) bevor die Babies ihre Session beendeten. Dann mit Frida umziehen gegangen, was diesmal auch total entspannt ablief. Hach, bin ich stolz auf meine grosse Tochter. Da stand sie im Body herum, guckte sich alles genau an und schäkerte mit den anderen Mamis, während meiner einer sich ganz in Ruhe ausziehen konnte. Nichts mit minutemlangen Brüllen und Angstanfällen so wie früher als Baby am gleichen Ort.Tapfer tapste Frida mit in die Dusche, lief munter auf und ab und testete ihre neuen Badepuschen (die übrigens von den Finns bestaunt wurden - sie kannten sowas noch gar nicht, obwohl ich die hier im ganz normalen Supermarkt gekauft habe). Dusche war auch Spass pur - Frida hielt ihre eigene Brause fest und lachte sich kaputt, weil Mama immer wieder den Bewegungsmelder betätigen musste, weil sie ja viel zu weit unten stand. Mama konnte derweil mehr oder weniger in Ruhe Haare und Body waschen. Ohne gestresst durch die Gegend zu hucken oder Panik zu haben, dass das Fridababy aus der Hand glitscht.
Dann latschten wir Hand in Hand in die Halle - auch diesmal konnte Mama den Säugling nicht mehr auf die Fliesen fallen lassen *aufatm* und am Becken wartete schon der Papa (der absolut wasserscheu ist...). Frida fand das Wasser total spannend, sie konnte sich sicher nicht mehr erinnern, dass sie schon mehrmals dort gewesen war. Hat geplantscht und gelacht und es genossen, wenn sie auch ab und zu vorsichtig und etwas angespannt war - sie kannte es ja gar nicht, ihre langen Flossen einfach so hängen zu lassen =)
Im Gegensatz zum Babyschwimmen machten wir in dieser Gruppe auch richtige Übungen, schwammen oder hopsten von einer Seite zur anderen, tanzten mit den Kindern, setzten sie auf ein Floss, nahmen sie auf den Rücken, liessen sie vom Beckenrand platschen - und dann durfte Frida sogar die grosse rote Wasserrutsche ausprobieren. Seeeehr cool fand man und lachte wieder von einer Speckbacke zur anderen. Meine Maus. Frida war so glücklich, dass sie sogar ein Lächeln auf das Gesicht ihres ewig mürrischen Papas zaubern konnte. Nur die Kamera wollte er nicht aus der Umkleide holen. Und als Strafe hat er seine Badehose da vergessen und muss demnächst wieder mit uns da hin, hahaha. Jedenfalls sehr schön, Vormittag gut genutzt! Und die Sauna, das Abduschen und das Anziehen verliefen natürlich auch völlig reibungslos, Mama konnte sogar die Haare trocknen und sich nett mit anderen Frauenzimmern unterhalten. Aaah, Paradies.
Danach brach der typische Wochenendstress aus: Es war 11:30, Frida sollte eigentlich was essen, aber Männe wollte sein eigenes Programm durchziehen und einige Autohäuser besuchen. Mmmh. Also schnell ins Portemonaie geguckt, nächste Ausfahrt genommen und bei Viherlandia Mittag essen gefahren. Das Café da kenne ich schon lange, aber wir sind erst vor wenigen Monaten auf die Idee gekommen, dort wirklich einmal zu essen - und es ist richtig toll. Luftig und hell und natürlich mit Gewächshausatmosphäre und gutes Essen - jetzt schon zum zweiten Mal und wir sind immer noch sehr zufrieden. Frida schmiss zwar mehr Salat und Fisch und Fleisch auf den Boden als in ihren Magen, aber sie war zumindest relativ brav und leise =)
Dann Einschlafrunde bis nach Leppävesi und dann konnte Männe Autos gucken. Schöne dabei, aber die meisten zu teuer und überhaupt konnten wir ja Frida nicht lange im Auto alleinlassen. Also weiter... kurz nach Hause, Nelson raus und Schweinecaddy geholt und dann nach Killeri zur Meerschweinchenausstellung. Meiner einer war ja jetzt tatsächlich in der Lage, nach langer Zeit mal wieder einen der geliebten Meeriböcke zu holen. Jaskas "Planstelle" stand ja schon seit Februar leer und jetzt wo Gwenllian gegangen war, hatten wir sogar genug Platz.
Aber das wollte gut durchdacht sein. Eine Anzeige im diversen Foren hatte schon 3-4 Angebote gebracht, aber die meisten waren zu weit entfernt und nicht wirklich interessant... und es waren auch keine wirklichen Nottiere dabei. In den Foren waren zwar ausrangierte Zuchttiere, auch in der Nähe oder zumindest hätten sie zur Ausstellung gebracht werden können, aber ich wollte erst die Allergie- und Wegschmeissmurkel ausschliessen. Oder vielleicht doch ein spontanes Rentner-Traumschwein auf dieser Ausstellung? Im Karvakorvat Zooladen sass auch noch ein dunnkelbrauner Rexmann... mmmh (für 80 Euro *umfall*).
Erstmal ohne Caddy in die Ausstellung. Es war wie fast immer enttäuschend, die Schweine nur in dunklen Boxen und Katzenkörben, in denen man sie kaum sehen konnte. Darum standen verpickelte Teenager. Und dann gab es dämliche Peruaner mit halbmeterlangem frischgewaschenen und geföhnten Fell, die von ihren detschen Besitzern auch noch gekämmt wurden. Und eine Schlange von aufgeregten Hühnern, die ihre Tiere auf Tabletts (!) zum Preisrichter brachten. So ein Irrsinn... die armen Viecher. In D dürfen Peruaner (die tatsächlich meine Lieblingsrasse sind...) nur noch geklippt, also mit auf Bodenlänge gestutzten Haaren, ausgestellt werden, was das Leben der Tiere viel einfacher macht. Die meisten Meeris hassen es, gekämmt zu werden. Von Baden ganz zu schweigen. Und überhaupt diese Preisgeilheit... manno, die Kebabrollen wären für einen Tag im Grünen und für eine Handvoll Löwenzahn viel dankbarer gewesen als für diesen Showwahnsinn. Zu verkaufen war auch nur ein Langhaarmädel.. keine Böcke, und nachfragen wollte ich auch nicht. Sollen die doch unter sich bleiben....
Ausserdem hatte ich ja noch einen Trumpf im Ärmel... in der Auffangstation Turvakoti Magenda waren seit kurzer Zeit drei Schweinchen. Seit wenigen Tagen auch ein braunes, ooohhh... der hatte mir gleich gefallen, nur die für cresteds typische Stirnrosette fand ich wieder ganz schlimm. Also erstmal zu Oma und Opa gefahren. Und zwar weil (heute war wirklich ein ereignisreicher Tag) unser Gefrierschrank überraschend total vereist war und wir ihn dringend abtauen, also auch unsere Eisdinger irgendwo unterbringen mussten. Männe sagte, ich sollte ihm jetzt mal den Magenda-Bock zeigen. Also Netz auf. Kommentar auf das Bild, ganz knapp finnisch: den nehmen wir. Punkt, basta, keine Diskussion, heisst das. Ich also meinen Mut zusammengenommen und da angerufen.
Ich kennen die Diskussionen um den Platz, einigen kommt die Frau dort komisch, zu engagiert und vielleicht auch verbittert vor. Aber wenn man weiss, dass hier Fundtiere nach 15 Tagen eigentlich eingeschläfert werden und dass 90% der aufgeschnappten Katzen nicht mehr abgeholt werden, kann man verstehen, dass einem da mit der Zeit die Frustration an den Hals springt =) Zudem ist sie auch noch Estnin... war witzig, als ich sie einmal bat, nicht so schnell und ein bisschen deutlicher zu sprechen, weil ich kein Finne bin und sie antworte "hehe, ich auch nicht..." =) Zuerst war sie etwas reserviert, aber dann, als sie merkte, dass wir das Kerlchen wirklich nehmen würden, irgendwie heilfroh und aufgeschlossen - wir konnten sogar noch am gleichen Abend vorbeikommen.
Cooool, da wollte ich schon lange mal hin. Wir hatten zwar Weihnachten ein Paket vor die Tür gelegt, aber nie wirklich die Tiere gesehen oder die Betreuerin kennengelernt. Jetzt würden wir auch die zahllosen Katzen besichtigen können. Also, hingefahren. Auf dem Hof tobten zwei knuddlige Boxer herum, die sich gar nicht mehr einkriegen konnten und immer wieder gestreichelt werden wollten. Einer guckte sogar zum Autofenster herein (Frida wusste nicht, ob sie sich totlachen oder Angst haben sollte...) und zerkratzte dabei mein eh schon demoliertes Auto, während ein kleines zerräubertes Mädchen einen ersten Blick auf unsere Madame warf.
Dann wurden wir schon zu den Schweinies geführt, in ein kleines rotes Haus voll mit verschiedenen Verschlägen und Käfigen für Hunde und Katzen. Die in Einzelhaft gehaltenen Miezis kamen sofort ans Gitter, maunzten und wollten gestreichelt werden. Boooaaah, die waren alle schön... wo ich mir doch immer geschworen hatte, nur einen roten Kater oder eine gestreifte Maine Coon mein eigen nennen zu wollen, hätte ich jetzt fast alle der sanften Schmuser einpacken können. Schwarz-weisse und getigerte und gefleckte und und und..a Bittende Augen und Sehnsucht, vielleicht etwas Resignation... ich möchte auch nicht auf knapp 80 x 80 cm eingesperrt sein. Vor allem, wenn man dann noch hört, dass einige der Besitzer ihre entlaufenen Katzen zwar gefunden und erkannt, sie aber aufgrund der Kosten nicht mehr abgeholt hatten. Na hallo.
Aber ich wollte über das Böckchen schreiben (man sieht, Frida schläft abends und ich habe Zeit zum tippen...) In einem Seitenraum sassen die drei in getrennten Käfigen. Wegen Allergie abgegeben. Oder doch, weil sich die drei Herren nicht mehr verstanden hatten? Einen Moment dachte ich daran, doch einen der beiden schwarzen Jungen zu nehmen, weil dunkle Tiere eh schwieriger zu vermitteln sind, aber dann war es doch Liebe auf den ersten Blick - der Braune hatte richtig fossiges, schön glattes Fell und dunkle Rubinaugen und war wiedermal eine richtige Kebabrolle - der musste es sein.Wir redeten noch über die Tiere, eine haarsträubende Geschichte nach der anderen, zwischendurch klingelte das Telefon und die kleine Motte vom Lande spielte grob und unbeholfen mit der zarten Frida, während die Katzen maunzten und ich alle Leute durchging, die ein Haus aber keine Fellviecher mehr haben... und dann sassen wir wieder im Auto. Nicht ohne noch einen Blick auf die wildfarbenen bellenden Hunde in ihren Gattern geworfen zu haben, die niemand mehr wollte. Schade... oh, noch zu erwähnen, dass Hundeausstellungen hier tausende von Besuchern haben, aber Mischlinge für ein paar Euro verramscht werden. Aber in D ist das alles noch viel schlimmer, denke ich. Ich habe der Tante 40 e in die Hand gedrückt und das mitgebrachte Hunde- und Katzenfutter - hoffentlich war das okay.
Jedenfalls habe ich mein erstes richtiges Notschwein geholt, mein erstes Tierheimtier hier in Fin und bin sehr stolz darauf. Soll der Kleine seinen Harem haben =) Jetzt muss er allerdings erst einmal kastriert werden und seine Wartezeit absitzen. Einen richtigen Finnmeeri-Namen hat er noch nicht, aber es kann sein, dass er einfach bleibt, was er ist: Simba. Der stand eh schon lange auf meiner Namensliste. Auch wenn ich erst "Tsimppa" verstanden hatte und mich wunderte, was das denn nun wieder soll... *lol* Und ich habe mich überhaupt gefreut, in der Fundstation gewesen zu sein und mit der Tante geredet zu haben. Jetzt kann ich mit noch besserem Gewissen die Viecher einzeln in Facebook posten und an meine Bekannten verteilen =) Will nicht noch wer ne Miezekatze???Sonntag, 9. November 2008
Katzenvermittlung...
Wir selbst können nicht wirklich - aber da war ja noch Männes Tante, bei der in diesem Jahr sowohl der liebe Hund als auch Kater Allu eingeschläfert werden musste. Die könnten vielleicht, Platz und Geld und Zeit wären da.... also allen Mut zusammengenommen und eine Mail geschrieben. Ergebnis war, dass die Tochter noch sehr deprimiert wäre und nicht wirklich über Katzentiere sprechen wollte. Verständlich. Aber der Mann hätte schon gerne wieder eine... Am nächsten Tag kam eine Mail, dass man abends Familienrat gehalten hätte und nun sehr gerne eine Mieze aufnehmen würde. Oder sogar mehrere? Über den Satz freute ich mich besonders - hatte doch meine Freundin auch inzwischen signalisiert, dass sie die Welpen eigentlich nur paarweise abgeben wollte, weil sie sich sehr gut verstehen und weil sie auch noch unheimlich jung sind. Ohne Mama ganz allein, das geht natürlich nicht.
Also sind wir gestern angucken gefahren. Als routinierte Secondhandtierabholerin hatte ich vorsorglich den grossen Caddy der Meerschweinchen mitgenommen. Und tatsächlich, nach einer halben Stunde reden, streicheln und spielen wanderten beide Plüschpfoten ins Körbchen. Wie schön!!! Wir verbrachten dann noch den ganzen Abend mit Solja, Ellu, Jukka und den neuen Vierbeinern, die das grosse Haus auf den Kopf stellten. Frida war auch begeistert, miaute in ohrenbetäubenden Frequenzbereichen, rannte Miez und Mauz hinterher und lernte, was eine "kissa" ist. Na endlich! Jetzt skandiert sie ständig koira und kiia... *umfall*Fairerweise muss ich jetzt noch sagen, dass es noch einen dritten im Bunde gibt: meine Kollegin muss ihren erwachsenen Kater wegen der Allergien der Töchter abgeben. Dass der rot und gross und gestreift ist, macht die Sache nicht sehr viel einfacher - genauso einen hätte ich mir nämlich geholt, wenn Nelson im Sommer über die Regenbogenbrücke marschiert wäre. Aber so haben wir einfach nicht genug Platz. Ausserdem geht es wegen der Meeris nicht - Viiru ist ein begnadeter Eichhörnchenjäger. Aber vielleicht kann ich wieder meine Kontakte spielen lassen. Wer möchte einen Garfield haben? =)
Samstag, 10. Mai 2008
Tiere, Poliisi und Paloauto...




Sonntag, 13. April 2008
Maailma muuttuu...
Am Sonnabend war ich schon zum zweiten Mal diesen Frühling mit guten Freundinnen essen. Hach war das schön. Das Essen beim Inder war richtig lecker und ausserdem hatten wir wieder einmal gute Gespräche unter Mädels und Frida kam nur in jedem 10. Satz oder so vor *ggg* Dabei habe ich natürlich jede Menge soziale Updates bekommen, was Freunde von Freunden und deren Cousinen und deren Bekannte und überhaupt das ganze Suomi so machen *lach* Genaues kann ich jetzt allerdings nicht schreiben, weil ich das alles dank Stilldemenz schon wieder vergessen habe =) Danach waren wir noch bei Memphis einen trinken, während das Baby lieb zu Hause bei Papa gespielt und geschlafen hat. Beziehungsweise waren die in Kuohu und Frida hat der Einfachheit halber im Auto gepennt.
Sonnabend Nacht bekam ich dann auch wieder einmal den lebenden Beweis dafür, mit einem echten Finnen liiert zu sein. Ist der doch tatsächlich nach der Sauna, als wir Mädels schon schnarchend in der Falle lagen, splitternackt auf dem Fussboden des Wohnzimmers eingepennt *ggg* Ich dachte schon, ich habe es mit einer Leiche zu tun, als ich um 3 mit der weinend aufgewachten Frida in die Stube spaziert kam, um in Ruhe aufs Klo gehen zu können. Oh my goodness!!! War übrigens schon der zweite Kerl, der das gemacht hat. Aber nicht weitersagen =) Dementsprechend hat sich Männe am Sonntag gefühlt. Hehehe, selber Schuld. Ich bin trotzdem mit Körben und Kisten voller zu klein gewordener Frida-Robin-Sassi-Nooa-Huuto.net-Sachen auf den Kinderflohmarkt in die Palokkaer Schule marschiert, während meine Familie noch geschlummert hat. Der Verkauf lief dann wegen Überangebot, Dumpingpreisen und mangelnden Babyfamilienkäufern ziemlich schleppend, aber sozial war es ein Riesenerfolg. Ich kannte nämlich ungefähr jeden 10. Besucher (Finnland ist ja eh immer ein Dorf). Linda und Marianne vom Babycafé, Outi und Kati von der Musikschule, Sani und Jarkko vom Studium, Piia und Raisa vom Palokkaer MLL, jemand namentlich unbekanntes von der Stillgruppe, Frau Rauhaniemi aus der Nachbarschaft und und und. Also mehr gequatscht als verkauft.
Und die paar eingenommenen Kröten gingen gleich wieder beim Shoppen an den Nachbarständen drauf. Wo ich dann wieder sehr glücklich über die Dumpingpreise war. Himbeerfarbene Kleidchen und grün-rot gestreifte Pullis, rosagestreifte Bodies, pinke Mumins-Strumpfhosen, eine weinrote nagelneue Tunika-kombi und was weiss ich. Noch glücklicher war ich dann am Ende, als es hiess, dass wir übrig gebliebene Sachen für Kinder in Russland einpacken und dalassen können. Das liess ich mir als alter Freund der Sowjetmenschen und armes Ossikind nicht zweimal sagen und voll waren zwei grosse Tüten mit Sachen, für die ich selbst keine Verwendung mehr hatte, die ich aber auch nicht wegschmeissen hätte können. Also bin ich nur mit einer kleinen halbvollen Wäschekiste nach Hause gekommen. Dass eine andere Freundin mir am Sonnabend drei grosse Tüten mit Mädchensachen ab Grösse 80 in die Hand gedrückt hatte, trug allerdings dazu bei, dass das Klamottenchaos hier trotz Flohmarkt und karelischer Waisenkinder weiterhin andauert =)
Am Nachmittag dann - man merkt, dass die Finns langsam im Frühlingslaune kommen - waren Mikas Cousin Jani mit seiner dickbäuchigen Freundin hier. Da sie genau ein Jahr nach mir entbinden wird, hatten wir natürlich viel zu quasseln. Ich muss da nur immer aufpassen, dass ich nicht allzu gruslige Dinge erzähle, hehehe. Aber es ist so schön, das zu verfolgen, weil es eben genau parallel zu meiner Schwangerschaft verläuft. Lang lang ists her... und da hätten wir schon den Übergang zu den nächsten beiden Neuigkeiten... eine entfernte Freundin (Kategorie Saufkumpan) ist im 3. Monat schwanger (habe mich schon gewundert, wo die neuen Dickbauchnachrichten bleiben, wo jetzt mehr und mehr Bekannte schon im 8. Monat sind) und eine gute Freundin aus Kindertagen hat am Sonnabend einen kleinen Gustav entbunden. Soooo cooler Name! Schade, dass wir nicht in der gleichen Stadt wohnen. Es wäre sicher köstlich, mit Buggys spazieren zu gehen, in denen nebeneinander eine Fri(e)da und ein Gustav sitzen. Die Gesichter der Rentner in HBS dazu würde ich zu gern sehen =)
Danach sind wir noch nach Muurame zum Geburtstag von Mervi, der Frau von Mikas nächstem Cousin gefahren. Die haben ja mit ihren beiden Kiddies seit kurzem ein riesengrosses Kastelli-Haus auf einem wunderschönen Grundstück. Frida konnte auf den nagelneuen weissen, Fliesen im Eingangsbereich krabbeln und sich sogar darin spiegeln! Das würde bei uns nie vorkommen, haha. Ausserdem wurde sie von der äusserst dekorativen Burma-Katze des Hauses unter die Lupe genommen. Die grossen Katzenaugen gingen hin und her wie bei einem Tennisspiel, während das königliche Tier äusserlich völlig unbeeindruckt unter dem Couchtisch thronte. Hihihi. Währenddessen unterhielt Frida alle Anwesenden mit "kalja kalja" Reden und ass zum ersten Mal in ihrem Leben einen Löffel Geburtstagstorte. Das erstaunte Gesicht war unbeschreiblich...
Samstag, 1. März 2008
Besuch aus der Ferne...
Ansonsten habe ich mich mal wieder mit Aktivitäten zugepackt. Gut ist eigentlich auch, dass ich vor lauter Katzenkummer meine Eltern nicht mehr vermisse. Wobei deren Aufenthalt hier eh nur so kurz war, dass ich schnell wieder in meinen normalen Babyalltag zurückgefunden habe. Heute kam sogar Männe mit zum Babyschwimmen! Nach meiner grossen Beschwerde im Januar, dass ich da immer ganz deprimiert werde, weil "alle anderen" Papis "immer" mit sind, hat er sich auf eine Ausnahme am 1. März festgelegt - und da konnte er heute trotz aller möglicher Beteuerungen (Originalton: ich hab doch gar keine Badehose...) nicht mehr raus. Umso erstaunter war ich dann, als der gute Finn im Becken stundenlang mit einem ehemaligen Klassenkameraden quasselte und am Ende sogar "Hei hei bis nächste Woche" sagte. Hääääh? Männer!
Am Nachmittag habe ich mich dann richtig gefreut: ein Freund aus Singapur, der im Herbst 1999 zusammen mit mir hier studiert hatte, kam zu Besuch. Ich mag die Leute aus diesem magischen Jahr in Jyväskylä so sehr, dass ich sie eigentlich stundenlang knuddeln könnte. Mit den meisten bin ich immer noch mehr oder weniger in Kontakt, über Mails und neuerdings Facebook, und einige habe ich schon in ihren Heimatländern besucht. Eigentlich sind sie wie Geschwister, die besten Freunde, die ich je hatte. Umso komischer ist es dann, wenn doch die ersten Gesprächsminuten stocken, weil man sich einfach so freut und soviel gemeinsam hat, und dann doch zwei völlig verschiedene Leben führt. Ganz komisch. Aber es war so schön, einfach zusammen bei Memphis zu sitzen, ein bisschen zu labern, Frida vorzuführen und dann ein paar Meter spazierenzugehen, bis einem die Ohren abgefroren sind. Bis zum nächsten Mal. Gute Freunde sind wie Sterne - sie sind immer da, auch wenn man sie nicht immer sieht!
Freitag, 29. Februar 2008
Miilu...
Nachdem ich Männe zur Arbeit gebracht hatte, haben Frida und ich noch eine Runde gedreht, damit das Baby noch ein bisschen die Augen zubekommt. Spontan beschloss ich, über Saarenmaa zu fahren, wo eine Cousine von Mika ein Häuschen gebaut hat. Ich war noch nie dort gewesen und die Fahrt war wirklich sehr schön. Tolle Hügellandschaft, Wald und Seen und schöne Holzhäuser... bis plötzlich ein schwarz-weisser Fellball direkt vor mein Auto raste. Aus einer Hofeinfahrt in einem Affenzahn vielleicht 2 m vor mir auf die spiegelglatte Strasse. Bei nur 40 oder 50 km/h. Trotzdem war da absolut nichts mehr zu machen. Ich stieg auf die Bremsen, lenkte kurz nach links, aber da rumste es schon zweimal und das Auto huckelte. Ohhhh nein!!! Das konnte alles nicht wahr sein. Im Rückspiegel humpelte die Kitti zurück auf ihren Hof.
Ich bin vor Schreck noch 100 m weitergefahren, musste dann aber umkehren und Bescheid sagen. Vielleicht brauchte die Katze Hilfe, vielleicht konnte man noch etwas machen? Vielleicht wirklich nur das Bein... Aber da lag sie schon im Schnee. Mausetot. Eine dicke plüschige Draussenkatze, wie man sie so oft in Finnland sieht. Ich hätte mich am liebsten danebengelegt. Hoffentlich war zumindest wer zuhause. Ich bin zitternd und heulend zum Haus gegangen und habe geklingelt. Natürlich hatte ich Angst, und schämte mich so sehr - aber ich hätte auch gewollt, dass mir jemand Bescheid sagt, wenn er mein Tier totfährt.
Eine ältere Frau machte auf. Ich fragte, ob sie eine schwarz-weisse Katze hätten - und die Frau ahnte wohl schon aufgrund meines Zustandes, was passiert war: "Ist sie unter ein Auto gekommen?" Sie zog sich sofort an, Tränen traten in ihre Augen und sie sagte "oh unser Miilu" und "kann man noch was machen?", aber dann fasste sie sich sofort und versicherte mir hundertmal, dass ich keine Schuld hätte, dass er sonst immer geguckt hätte, ob ein Auto kommt, dass es besser ist, dass zumindest ich nicht in den Graben gefahren bin, dass es nur eine Fundkatze und sie schon 20 Jahre alt war und dass sie schnell eine neue bekommen würden, dass man auf dem Dorf eh viele Tiere sterben sieht und und und... ich war trotzdem untröstlich. Katzenmörderin...
Der Mann kam dann auch dazu. Er sagte gar nichts, sondern packte den wuschligen, äusserlich völlig unversehrten Körper nur in eine grosse Plastetüte. Sie würden ihn nicht einmal begraben, geht ja auch nicht wegen dem Frost. Und es sei ein schneller, angenehmer Tod gewesen. Sie guckten auch noch mein Auto an, ob alles in Ordnung sei. Welche Ironie - Henry ist doch eh überall von Hagelbeulen verziert. Zum Schluss meinte die Frau noch, dass ich sicher eine Städterin sei - auf dem Lande haben sie auch schon ganz andere Tiere umgebracht. Schweine und Hühner und was weiss ich. Ich soll mir keinen Kopf machen und keine Albträume bekommen. Frida guckte sie auch noch an und sagte, dass zumindest kein Mensch zuschaden gekommen ist. Okay. Aber sie haben das Katzentier doch trotzdem liebgehabt. Und ich bin schuld, dass sie ab heute kein Haustier mehr haben. Ach Mist. Furchtbar. Wenn ich irgendwas machen könnte. Am besten ich gehe jetzt ins Bett. Arme Katti.
Samstag, 3. November 2007
Pimeys...
Nachmittags sind wir dann zur Aufmunterung doch noch nach Kuohu, aber das war auch mehr als stressig, weil Frida jetzt rechts angeschnallt im Auto auch weint. Mmmh. Nicht, dass mich das Brüllen stört - aber mich stört es, dass ich meiner besten kleinen Freundin nicht helfen kann. Wenn sie mich anguckt und dann den süssen Knutschmund zu einer Schippe zieht, bricht mir jedesmal das Herz. Also müssen wir jetzt erstmal meinen Henry Ford benutzen, wo sie vorn sitzen kann. Ist nur doof, weil es ein zweitüriges Auto ist - Mika muss unbedingt bei seiner Werkstatt anrufen, was es kostet, Foppa's Airbag auszustellen. Schliesslich ist es hinten am sichersten.


