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Sonntag, 10. Juli 2011

Kangasniemi...

Ganz spontan sind wir am Sonntag nach Kangasniemi gefahren, und zwar weil dort a) eine kleine Hausmesse war und b) Timo Harjakainen auftreten sollte, Baumeister vom Dienst und fast so berühmt wie Munamies, der Eiermann... beide waren als Figuren aus dem diesjährigen Putous Komikersketch-Wettbewerb hervorgegangen, den besonders die finnischen Kinder mit wachsender Begeisterung verfolgt hatten *lach*

Also dahin, schlappe 70 km, was für finnische Verhältnisse wirklich ein Katzensprung ist. Die grosse nationale Hausmesse in Kokkola müssen wir dieses Jahr bestimmt eh ausfallen lassen, weil dort alle Hotels ausgebucht bzw. völlig überteuert sind (ab 150 Euro pro Nacht...), und weil die schnieken Häuschen auf solchen Veranstaltungen meinereinen inzwischen eher zu Wut- und Neidausbrüchen als zu Freudestrahlen anregen, weil wir uns eh so etwas niemals leisten werden können.

Also, kleine Brötchen backen und bei den bezahlbaren Buden in Kangasniemi, mitten auf dem Lande, gucken. Die waren auch sehr schick, wenn auch meistens winzig klein (was macht eine durchschnittliche vierköpfige Familie mit 3 Zimmern?) und einige davon noch nicht ganz fertig bzw. mit grusligen zusamengewürftelten alten Möbeln eingerichtet - und die bierbäuchigen Besitzer standen auch noch dabei herum, ganz schlimm und unprofessionell *find*

Dafür waren einige umso niedlichere Schmuckstücke, wie z.B. die von Muurametalot und Situra oder so. Und die Bäder waren toll, meist aber mit dunklen Fliesen, an die ich mich immer noch nicht ganz gewöhnt habe, die ich aber doch irgendwie schick finde. Das meiste waren aber wirklich namenlose Baufirmen... nix Kastelli, nix Jukka, nix Mammutti... keine hohen Decken und viel zu wenige Räume, also mitnehmen konnten wir da nicht wirklich etwas. Das Gebiet war aber wunderschön, ein lichter Kiefernwald, am See gelegen und mit ausreichend grossen Grundstücken.

Und natürlich war Harjakainen cool. Männe hat so gelacht, wie ich das bei ihm wochenlang nicht gesehen hatte. Frida strahlte auch. Und Autogramme haben wir bekommen. Passend zum Namensthema fragte der Typ (der übrigens in "zivil" wirklich mehr als schnuckelig aussieht) Frida gleich, wie sie heisst. "Etwa Siiri oder Nelli oder Petra oder Aino oder Liisa..." die gängigen durch, bis unsere Kleine ganz leise und verschmitzt "Friida" sagte. Oh was ganz neues. Sehr cool.

Die Hälfte der Zeit verbrachten wir übrigens zwangsweise in netter Gesellschaft in einem grossen Restaurantzelt, weil draussen ein kräftiges Gewitter tobte. Sowas von Platzregen und wie die Stangen wackelten, weia. Und die Blitze krachten nur so über den nahegelegenen See... Männe lachte übrigens schon wieder, weil auch ein Freund von ihm da war und die beiden über Rallys quatschen konnten. Alles in allem ein sehr schöner Ausflug. Und die Häuser sahen nach dem Regenschauer noch viel besser aus.

Nur, dass es insgesamt nur 9 Buden waren (die hatten bestimmt so um die 30 geplant und es waren auch noch massenhaft Grundstücke zu verkaufen), dass Frida mal wieder nicht hören konnte, bis fast zu den Waden im Schlamm der neuen Blumenbeete versank und sich einmal fast ganz hinlegte, und ich ganz verzweifelt immer das dritte Schlafzimmer suchte. Aber ansonsten sehr schön, alles super organisiert, leckeres Essen, toller Shuttleservice und niedliche Rentnerhäuschen. Aber Leute im arbeitsfähigen Alter können ja eh nicht in so einem Nest wohnen, sondern müssen in die überteuerten Wachstumszentren, wenn man nicht gerade Friseuse gelernt hat *örks*

Sonntag, 27. März 2011

Waldhäuschen...

Heute haben wir uns ein Haus angeguckt, bei dem mir vor einem oder zwei Jahren dermassen die Kinnlade heruntergeklappt wäre. Genau, was wir immer gesucht hatten. Und zwar mitten in einem lichten Wald (kangasmetsä), ganz ruhig gelegen, nur drei Kilometer von Mikas Heimatdorf entfernt, mit einem hektargrossen Grundstück, 1990 gebaut, aber wunderschön und geschmackvoll renoviert.


In weiss, grau und braun, mit neuem Bad und Hauswirtschaftsraum und Lavasteinofen und Holzofen in der Sauna, mit hellbraunem Laminat und schicker Küche, mit extra Speicher und Erdkeller und ganz viel Platz... Sogar umzäunt, was in Finnland ziemlich selten ist, mit Hundezwinger und diesen wunderschönen, typisch skandinavischen schrägen Holzzäunen vor dem luftigen Gitter. Ein Traum. Nur, dass die Bude mit 86 qm und nur zwei Schlafzimmern für unsere jetzigen Ansprüche zu klein ist, und dass der Preis mit 189.000 für unseren Geldbeutel (und bei der Entfernung und bei dem Alter und bei der Grösse) wiedermal absolut umwerfend ist.

Dazu war das Haus aus Betonelementen errichtet, was mich vielleicht jetzt nicht stört, aber bestimmt irgendwann. Und zum nächsten Bus waren es glatte 7,4 km *umfall*. Dafür Wald satt ringsherum, wunderschöne finnikliche Natur und sogar mehrere Nachbarn  mit Kindern. Wie gesagt, wenn wir nicht unsere winzigen VIER Zimmer jetzt hätten, wenn wir nicht so umzugsmüde wären, wenn wir das finanziert bekommen hätten, und wenn ich nicht so gern unter Menschen wäre, hätte ich vor einem Jahr zugeschlagen. Da hätte man sogar zwei Galgos und einen echen Lapphund halten können *hachja* 

Samstag, 22. Januar 2011

Dörfler...


So ganz habe ich ja meine Immobilienhobby noch nicht aufgegeben, wisst Ihr ja. Heute waren wir zum Geburtstag einer deutschen Freundin auf dem Land und das war wieder so eine Erfahrung in die Richtung, plus einige andere Vorzeichen. Hey, ich glaube überhaupt, ich habe dank unserer deutschen Spielgruppe inzwischen mehr deutsche als finnische Bekannte hier, hahaha, jedenfalls sehe ich sie viel öfter als die Eingeborenen und sie machen auch einen weitaus herzlicheren Eindruck (wen wundert's... *ggg* aber das hatten wir ja schon).


Jedenfalls wohnen die in einem wunderschönen, ganz alten, halbrenovierten Herrenhaus, aus alten Blockbohlen, mit wunderschönen hohen Räumen, grossen Fenstern und ganz viel Atmosphäre. Ein Traum für jeden Talo&Koti-Leser, Romantiker oder Möchtegernarchitekten mit dicker Brieftasche oder dem richtigen Händchen dafür (Männe und ich können nur Photoshop...). Die alten grauen und rot-weissen Gebäude im Schnee, mit Tannen und Erlen drum herum und flackernden Kerzen in der Einfahrt, einfach ganz toll. Ein richtiges Märchenschloss.


Gleichzeitig wurde auf Etuovi ein superschickes Einfamilienhaus in Kuohu zum Kauf angeboten, 110 qm für schwindelnde 250.000 Euronen, nur zwei Jahre alt, und auch nicht ganz in der Pampa, aber doch so, dass man überlegen müsste, ob 3-4 Nachbarn und jede Menge Wald ringsherum zum Glücklichsein ausreichen und ob man zu Schule und Bus 5 km mit dem Rad rund um nen See fahren will. Vor allem, weil das (bis auf den Preis) alle Kriterien erfüllt, die ich bisher so in meinem Spukekopf hatte - jetzt allerdings tendiere ich doch eher dazu, wieder näher in die Stadt zu ziehen... nen Afghanen bekommen wir ja doch nicht *lach* und sogar Waldmensch Mika brummte nur etwas von... "liian kaukana".


Naja, einen Lottoschein habe ich trotzdem geholt, heute war mit 7,4 Millionen der höchste Jackpott aller Zeiten zu vergeben. Oh, und ich gucke übrigens so mit einem halben Auge wieder nach Eigentumswohnungen, weil unsere Miete inzwischen auf nette 750 Taler geklettert ist und langfristig Besitz günstiger und hier auch viel üblicher ist - aber Kaufen ist bei den Preisen (siehe oben) offensichtlich wirklich nicht mehr drin. Es sei denn, man gewinnt im Lotto, kann selbst renovieren (siehe oben), wohnt jott-wee-dee in Kajaani oder macht es sich mit Kind und Kegel auf knapp 40-60 qm in den Wachstumszentren gemütlich.Wobei wir ja eine super Wohnung haben, aber eben genau die gleiche gekauft bammelt schon irgendwo in den 200.000-Sphären *örks* Also weiter brav Miete zahlen und gucken, was Etuovi.com und Veikkaus.fi bringen =)

Dienstag, 23. November 2010

Economy 120...

Nicht, dass ich mit unserem Umzug vergessen hätte, Häuschen anzugucken =) Wir haben seit zwei Wochen wieder Keskisuomalainen bestellt , das lokale Blättchen, und da gibt es natürlich fast jedes Wochenende Präsentationen von neu gebauten Häusern. Ab und zu gucken wir die uns dann an, zumindest, wenn sie um die 100-130 qm und einstöckig sind... so eins hätte ich ja immer noch gern.

Mit Zaun drum für den Afghanen. Oder sollten wir ein Haus bauen, was auf einer Seite aus Holz ist und mit Wald drumherum und auf der anderen Seite mehrstöckig, aus Beton und mit Glasbalkons sowie Bus vor der Tür für das Cityfeeling? Gar keine soo schlechte Idee... Diesmal also ein Kastelli City Economy 120 in Tikkakoski, was erstaunlich schön, gross und dabei sogar fast bezahlbar ist.

Witzig an dieser Hausführung war übrigens, dass erstens uns die Mitarbeiter uns schon kennen (glaube ich zumindest, der heisst ja auch so wie Männe) und dass da zweitens ein Typ mit seiner schwangeren Frau herumkrebste, der schon einmal bei mir auf der Luftmatratze geschlafen hat - ein Freund von meinem 2001er half-year-stand und Wochenendfreund Ari *ggg* Natürlich konnte oder wollte der nicht grüssen, aber ich habe mir vor Lachen fast in die Hosen gemacht. Das waren noch Zeiten...

Samstag, 10. April 2010

Kiefernwasserhäuschen...

Das hier ist auch sooo schön. Schon verliebt während der Hausmesse in Petäjävesi im letzten Sommer, weil es eines der wenigen Häuser war, die ganz versteckt dastanden, nicht so auf dem Präsentierteller wie die meisten Bauten da. Und grau mag ich ja eh total. Steht immer noch leer.
 
Aber der Preis von 240 t ist ja auch astronomisch bei der Entfernung und der doch für ein Vierzimmerhaus geringen Fläche (für uns wiederum genau richtig, hehe). Vielleicht fahren wir da am Sonntag mal vorbei, die haben offizielle Vorführung. So ein Verkäufer verliert bestimmt auch die Nerven, wenn er das für ein halbes Jahr und länger machen muss *ggg* Ob der sich da mal ganz schnell zu um die Hälfte verrechnet? Eine halbe Stunde im Auto ist gar nicht so schlimm, wenn man da eh erst mal drin sitzt. Obwohl ich ja im Herzen immer Städter bin =)

Wir haben übrigens wieder vier Wohnrechtsangebote auf der Mikrowelle liegen. Alle so naja wie immer, aber mindestens eine davon gucken wir uns doch an. Also noch mal für die Statistik: 66 qm in Heinälampi, zu klein und doofe Lage. 79 qm in Kortesuo, auf der falschen Seite und doofer Grundriss. 75 qm in Äijälä, einstöckiges Reihenhaus neben zweistöckigen, aber Garten da, wo alle langlatschen müssen. 73 qm in in Kortesuo, gegenüber von unserem alten Zuhause, aber Balkon kriegt nur morgens Sonne und komische Raumaufteilung. Das ist übrigens genau die gleiche, die uns im Februar auch schon für 850 e Miete gezeigt wurde, nur jetzt 200 e billiger, weil man ja ein paar Tönnchen hinterlegen muss. Aber ich glaube nicht, dass wir im Sommer hier wegziehen.

Donnerstag, 1. April 2010

Grossgrundbesitzer...

So, jetzt reicht es. Irgendwie habe ich schon seit Monaten das Gefühl, dass es die Wohnung, die wir suchen, gar nicht gibt. Entweder zu kleine Schlafzimmer oder zu wenig Schränke oder zu dunkel oder zu kleiner Balkon oder unmögliche Lage oder Nachbarn auf dem Pelz... jetzt machen wir Nägel mit Köpfen. Heute bei Habita angerufen und alle Papiere eingereicht und ab nächsten Monat sind wir Grossgrundbesitzer!!! 5000qm, also ein halber Hektar in dem Dorf, wo eh Männes ganze bucklige Verwandtschaft wohnt, nur 15 Autominuten von unserer schönen Grosstadt entfernt, mitten im Wald, aber nur einen Kilometer von der Landstrasse und damit genau passend in der Pampa. 

Leichter Südhang *freu* so dass der Schnee schneller schmilzt und der Mais für die Schweine besser gedeiht. Und dann kann Frida mit dem Fahrrad zur Mummo radeln! Wir müssen nur überlegen was und wann wir da bauen. Kastelli oder Jukkatalo oder Kontio??? Die Planung für den Ortsteil steht bereits, man braucht bloss beantragen und die Bauskizze einreichen.

Geld für das Grundstück (schlappe 22.000) und das Haus (ca. 110-140.000) hatten wir, ääähm die Bank, aber dazwischen fehlte immer was - die Bauleitung, Erdarbeiten, Genehmigungen, Anschlüsse, Strom und so etwas kosten um die 40.000 Eurönchen. Gestern dann, als wir den Ausdruck herumgereicht haben, deutete Männes Mami an, dass sie Anfang der 90er doch so ein paar Gummistiefelaktien gekauft hätten, aus einer Laune heraus. Nun ist zwar Nokias Kurs inzwischen geschwankt wie eine Weide im Wind, aber wahrscheinlich reicht es doch!!!! Ich sage doch, das wird noch was mit uns...  =) 

P.S. Man sollte unbedingt auf das Datum dieses Eintrags achten *schluck*

Freitag, 29. Januar 2010

Haussuche...

Langsam macht mich diese Wohnungssucherei noch wahnsinnig, schon 9 Monate inzwischen gucken wir nach einer grösseren Bleibe mit Kinderzimmer für Fridadida. Hat sich sicher schon verselbständigt, die einschlägigen Websites sind längst gebookmarkt und werden täglich nach neuen Angeboten durchforstet, um dann doch wieder entnervt den Browser zuzumachen, weil wir ja auf die konkreten Angebote der besch... Wohnungsgesellschaften angewiesen sind.

Und wenn dann mal was kommt, flattern wir von freudiger Erwartung zu massvollem Evaluieren und dann wieder zu tiefer Verzweiflung weil das nicht das ist, was wir (ääähm, ich) suchen. Aber hier... jetzt schon die zweite 3-Raum-Wohnung in einem tollen Haus in unserer alten Strasse. Mit Balkon vom Schlafzimmer, ist mir inzwischen auch egal. Hauptsache modern und hell und in einer guten Gegend. Aber nix Angebot.

Und gleichzeitig das Traumhaus schlechthin zu verkaufen. In einem Dörfchen ca. 20 km südlich von hier, leider genau die falsche Richtung und mit 168.000 eigentlich total billig, aber für uns noch zu teuer. Das wäre der absolute Hammer. Blockhaus mit offener Galerie, drei Zimmern, Holzwänden, Sauna und Kamin... Nun ja, wir warten weiterhin auf einen Brief von Asokodit, Avara, Sato, Realia oder Veikkaus Oy und zahlen brav weiter unseren Immobilienkredit (bis 2021 übrigens).

Donnerstag, 7. Januar 2010

Treppensteigen...

Mmmh. Da suchen wir monatelang eine Wohnung, ich fluche tagaus, tagein, weil wir weder passende Angebote bekommen noch irgendwie Licht am Horizont zu sehen ist und dann kriegen wir doch das Muffensausen, wenn etwas halbwegs passendes vor die Nase gebrezelt wird. Gut, ich habe mich inzwischen damit abgefunden, dass wir das 4-Zimmer-Haus hier in Knuthausen nicht bekommen haben, sondern es an eine andere Familie mit längerer Wartezeit gegangen ist *grumpf* Vielleicht war das eh nicht perfekt.

Aber ich weiss immer noch nicht, ob wir zweistöckige Wohnungen akzeptieren können/sollen oder nicht. Heute wieder so ein Fall. Ein zweistöckiges rotgeklinkertes Reihenhaus (so wie unsers!) in einer meiner Meinung nach sehr schönen Gegend, flach und mit schönen alten Häusern ringsrum und groooossem See (bis nach Lahti) fast vor der Haustür, aber Bus und Laden doch relativ weit entfernt. Uns konkret angeboten (erwähnenmuss), für etwas mehr Geld als unser Haus jetzt kostet + 22.000 Einzahlung.

Aber zweistöckig und irgendwie seltsam. Eine erst unmöglich erscheinende Raumaufteilung... draussen vor der Tür eine Treppe hoch, dann rein, links Küche, rechts Klo mit Dusche, am anderen Ende Wohnzimmer mit grossem Balkon. In der Mitte eine Wendeltreppe runter und da wären dann die beiden Schlafzimmer, ein Wäscheraum und das richtige Bad mit zweiter (!) Dusche und Sauna. Und von einem Schlafzimmer (häh!?) der Ausgang zur Terrasse. 

Hätten wir nur 5 min in der Wohnung gestanden, wäre für mich alles erledigt gewesen. Zu klein und unten zu wenige Fenster. Komische Aufteilung überhaupt. Aber so haben die jetzigen Einwohner uns von 18 bis 19 Uhr sämtliche Ecken und Kanten gezeigt und uns ihre halbe Lebensgeschichte erzählt (sehr nette Leute!) und mit gefiel die Bude immer besser. So sauber und so hell, mit hellbraunem Laminat, weissen Wänden und so hohen Räumen, wie es eben in den 2000er Jahren üblich war und ist. Haaccch, wenn nur die beiden Etagen nicht wären. Oder zumindest die Schlafzimmer oben.

Aber andererseits haben mir schon unzählige Finnen gesagt, dass es gut ist, Generationen und Geschlechter hin und wieder auf verschiedene Ebenen zu verfrachten. Das es gut ist, eine Etage ggf. unordentlich lassen zu können, wenn Gäste kommen. Das so die Schlafzimmer ordentlicher (bzw. unsichtbar, haha) bleiben. Dass Treppen ganz gut für die Fitness sind. Und dass es ein bisschen wie in einem Einfamilienhaus ist. Dass wir so probieren könnten, ob uns zwei Etagen gefallen, bevor wir wieder richtig ein Haus kaufen (und von den zu verkaufenden Reihenhäusern sind wirklich 70% zweistöckig).

Der obere Teil erinnert mich wunderbar an meine erste eigene Wohnung, als ich hierhergezogen bin, 2000 gebaute 38 qm mit grossem Balkon, in die ich über alles verliebt war. Und der untere Teil, die Sauna ohne Fenster, an unsere Kellersauna in einem alten Holzhaus in Rajala zu internationalen Studentenzeiten. Wo wir im Stockdunklen die besten Geheimnisse ausgetauscht haben. Und einen grossen Garten gibt es. Man könnte oben auf dem Balkon Kaffee trinken _und_  unten die Meerschweinchen auf dem Rasen Gras mähen lassen. Die Nachbarn haben Kinder, Hunde und Katzen, man darf den Balkon katzensicher verhängen und den Garten einzäunen. Auto an Steckdose und zweites an den Strassenrand.  

Trotzdem ist es Wahnsinn, magere 82 qm auf zwei Etagen aufzuteilen. 2 x 40 qm sind nicht besonders gross. Unten nur auf der Gartenseite Fenster. Schlafen im Keller sozusagen? Die Bebauung in der Strasse ist für finnikliche Verhältnisse sehr sehr eng und dazu kommen wahrscheinlich noch mehr Häuser. Dumm ist auch, dass wir jetzt alle Wohnungen im Stockdunklen angucken müssen. So ohne Sonnenschein sehen die nie schön aus. Und dass ich so unheimlich faul bin - wenn wir jetzt zusagen, müssten wir (könnten!) ja demnächst zur Bank und unsers verkaufen und packen und saubermachen... wie einfach ist es doch, einfach hier zu bleiben. 

Männe gefällt weder Haus noch Lage, der möchte in seinem Abidorf Palokka und auf einer Etage bleiben. Und dann immer noch die Ungewissheit - was wäre als nächstes gekommen? Ich kenne inzwischen die Gebäudelisten der verschiedenen Anbieter fast auswendig und weiss, dass es gar nicht so viele einstöckige Reihenhäuser zur Miete bzw. Wohnrechtswohnen gibt. Mmmh. Grosser Metusalem, bitte gib ein Zeichen =)

Freitag, 18. Dezember 2009

No niin....

Wohnung angeguckt und für sehr gut befunden. Heller Fussbodenbelag, grosse Fenster, helle, hohe Räume, grosses gefliestes Bad mit Fussbodenheizung, weisse schicke Küche, riesiger Garten mit Gras für die Schweine, kleiner Spielplatz fürs Kind und eigener Speicher direkt vor der Tür... was will man mehr? Nur die Strasse fast direkt vor dem Garten und die blauen Wände stören, aber daran gewöhnt man sich bzw. die kann man ja noch schön rosa anmalen. 

Jetzt brauchen wir nur die niedrigste Anmeldenummer, es waren wohl schon drei andere Familien da. Aber egal, wenn das nicht klappt, warten wir eben weiter. Wobei wir ja schon gewitzelt haben, dass die uns die Bude garantiert schon deshalb geben, damit wir die nicht mehr mit unserer ständigen Anruferei nerven =)f

Wuhuuuu...

Heute gucken wir die Bude da unten an. Jänskättää würde ein Finn sagen, wir sind ganz aufgeregt, weil das wirklich ganz toll aussieht, relativ neu ist und wir wirklich ein konkretes Angebot dafür im Briefkasten hatten, nachdem Männe einen Bettelanruf betätigt hat =) Vierzimmerhäuser standen ja bisher nicht auf unserem Antrag, unter anderem, weil die bisher freigewordenen unerschwinglich waren.

Aber das wäre wahrscheinlich optimal. Im gleichen Ort sogar. Und nicht mal teuer - eben weil es für vier Zimmer und eine Familie mit zwei Kindern wiederum sehr klein ist. Wenn das heute gut aussieht, bestätigen wir. Und wehe nich! Huch, ist das wieder spannend. Drückt bloss Daumen, dass uns das a) gefällt und es b) niemand anders möchte.

Oh, und Omi und Opi kommen heute. Habe ich schon geschrieben, dass es wirklich dutzende von E-mails gebraucht hat, bis ich die Herrschaften davon überzeugt habe, dass Weihnachten in Finnland trotzt Stockdunkelheit sehr schön ist? Vor allem wegen Frida. Die auch schon mit 2.5 ihre aussergeländischen Grosseltern vermisst und dauernd von ihnen redet. Sehr gut! Und mein Dank an Air Berlin für die freien Plätze und moderaten Preise auch noch 2 Wochen vorm Fest =)

Dienstag, 8. Dezember 2009

Omihaus...

Wieder mal etwas von der Häuserfront... Omatalo (heisst wirklich so, oma=eigen wie in Eigenheim *ggg*) Trend 86... ein ganz kleines Häuschen von einem Baumarktanbieter, aber superschick. Mit riesigen Fenstern, grosser Terasse, gestreckter Stube, Wirtschaftsraum und zwei Schlafzimmerchen.

ÄÄhhhm, Baupaket 32.000 plus Baukosten XY macht insgesamt nach finnischem Index ca. € 150.000 plus Grundstück? Wer baut uns das Ding mal schnell auf? Wer stellt uns kostenlos seinen Vorgarten zur Verfügung? Freiwillige vor =)

Ansonsten habe ich mich nach einem Besuch bei Freunden in verglaste Balkons verliebt. Da hätten die Katzen gleich einen Freiluftkäfig. Ob es sowas auch unter 800 e/Monat gibt? So schnell wie sich mein Geschmack ändert, finden wir wirklich nie etwas, hehe.

Freitag, 4. Dezember 2009

Uijuijui...

Da war dank Rezession (lama ist ein viel schöneres Wort, nicht wahr?) mindestens sechs Monate überhaupt nichts los auf dem Jyväskyläschen Wohnungsmarkt und jetzt auf einmal werden gleich 3, 4 unserer Familie würdige Reihenhäuser angeboten. Wow... ich könnte sofort umziehen. Sind die schön! Nur für unsere Verhältnisse immer noch ein klein bisschen zu teuer. Um die 160.000 Euronen für 75 qm *nachluftschnapp*

Kann nicht mal ein Ölscheich hier auftauchen und in ein Viertelchen davon investieren? Statt Wolkenkratzer in Dubai? Ja, ich weiss, ich schreibe gar nicht mehr über Frida =) Aber da tut sich nicht viel: sie redet wie ein Wasserfall, schläft mal schlecht und mal gut *gähn*, lacht und trotzt und puzzelt von morgens bis abends. Und draussen ist es stockdunkel. Nur ein bisschen Frost.

P.S. Das allerbeste ist schon weg =) Vorgestern ins Netz auf etuovi.com und jetzt gerade weg, sicher ohne öffentliche Führung... da haben offensichtlich noch ganz viele andere auf diesen Moment gewartet!

Donnerstag, 17. April 2008

Kampf dem Chaos...

Hu hu sagt der Finne, wenn etwas anstrengend ist oder ihm über den Kopf wächst. So ein ganz kurzes, schnaufendes, abgehacktes hu hu, nicht etwa "huuhuuu" wie wir Germanen sagen, wenn wir jemandem zuwinken. Also, so etwas habe ich gestern mehrmals gebraucht. War wieder einmal der totale Chaostag, aber irgendwie auch witzig und mit gutem Ausgang.

Zunächst einmal muss ich schreiben, dass sich Frida wirklich von Tag zu Tag mehr zu einem Kleinkind mausert. Wahnsinn, wie sie ihren kleinen Körper beherrscht, mit welcher Geschwindigkeit sie krabbelt, sich überall hochzieht, wie neugierig sie ist - und wie schnell sie ihr Umfeld total verwüsten kann. Was bin ich gestern hinter ihr hergestiefelt, um Zeitungen, Socken, Heu, Küchenutensilien, leere Flaschen, diverse Plüschtiere und den Inhalt meiner Handtasche wieder dahin zu stopfen, wo sie hingehören... Ich habe ja nichts gegen spielende Kinder, aber könnten die nicht mal wieder alles zurückräumen, wenn sie fertig gespielt haben? Frida wechselt die Gegenstände ihres Interesses im Sekundentakt und hinterlässt dabei ein Schlachtfeld *lol*

Das ganze wäre wahrscheinlich nicht so dramatisch, wenn ich nicht bei ihrem ersten Tagesschlaf im Bett mein geliebtes Koti & Talo gelesen hätte, wo die frisch gebauten beziehungsweise stilecht renovierten Häuschen vor Ordnung natürlich nur so glänzen. Solche Lektüre gehörte für Kinderfamilien verboten. Hehe, ich glaube den Begriff lapsiperheet gibts im kinderfeindlichen Deutschland gar nicht... Jedenfalls habe ich wieder einmal Anfälle angesichts des 59qm Chaos rings um mich bekommen. Also halb Frida bespielt und halb aufgeräumt - alle Klamotten wech, Waschmaschine mit Baby um die Wette ein- (ich) und ausgeräumt (Frida), dann Klappe zu und Wasser an, während das Kind jauchzend davorstand und gegen die Scheibe hämmerte, weil das da drin sich ja so lustig bewegte, dann Sofa entmüllt, Pappkartons zerlegt, Kommoden gerückt, Tupperware- und Geschirrschrank aufgeräumt (wieso stellen Männer immer alles einfach irgendwohin statt an seinen Platz?), Kühlschranktüren neu sortiert (sehen genauso durcheinander aus wie vorher), Wollmäuse zusammengefegt, dreimal Kakawindeln gewechselt, dreimal gefüttert und zweimal schlafen gelegt... bis ich dann endlich zu einem entspannten Nachmittagsspaziergang aufbrechen konnte.

Jaaa, Frida geniesst neuerdings Spaziergänge richtig. Sitzt wie eine kleine Prinzessin in ihrem Wagen und lässt sich durch die Gegend schaukeln, guckt Bagger (die im halbmetertiefen Schlamm des Permafrost versinken), Autos, Häuser und Bäume an, bis die Augen zufallen. Dann hängt sie wie eine Alleholleiche im Sitz, bis die böse Mami die Lehne in Schlafposition stellt (an alle Schwangeren... holt Euch stufenlos und behutsam verstellbare Fahrgestelle!), was man natürlich mit Jammern und Tränen quittieren muss, dann aber doch wieder einpennt und selig schläft, bis die Mama einen entweder gemeinerweise vor der Tür abstellen will oder bis die Mama die Jacke aushat oder im Idealfall bis die Mama das ganze Internet durchgelesen hat und sich wundert, wo das nervige Wesen steckt, was sonst ihren Alltag bis ins kleinste Detail bestimmt =) Ich hoffe, Ihr könnt Euch noch erinnern, dass Friederikchen es bis vor kurzem üüüberhaupt nicht im Kinderwagen ausgehalten hat!

Aber ich wollte ja schreiben, was uns noch gestern widerfahren ist. Nachdem ich fix und fertig von dem Aufräummarathon gegen fridasche Windmühlenflügel war, wollte ich eigentlich zu einem Windelnähabend des Kestoliina-Vereins. Männe sollte aufs Baby aufpassen, traf aber erst 1.5 Stunden nach seinem "Ich fahre gleich los"-Anruf hier ein. Aaargggh. Die denken auch nie nach... jedenfalls ist mein Männe lieb und verständnisvoll genug, um solche schiefhängenden Haussegen sofort mit Sanftheit und Nachgiebigkeit zu kitten, statt selber stinksauer zurückzumeckern, die Tür zuzuknallen und in eine Bar zu marschieren, wie ich selbst das wohl getan hätte. Zur Versöhnung haben wir schöne Leberwurstbrote mit Gurke gegessen (ich habe jetzt endlich finnikliche Leberwurst gefunden, die man nicht in Scheiben schneiden, sondern schmieren kann, haha) und dann sind wir eine Runde gefahren.

Nach Lievestuore, wo ein wirklich schönes, einstöckiges Häuschen aus den 50ern für den Preis unseres Reihenhauses verscherbelt werden soll. Mannomann. Richtig niedlich ist das, hellgrün, recht gut renoviert und mit einem schönen grossen Hof. Allerdings völlig in der verkehrten Richtung, weg von Männes Familie, zu nah an einer Strasse und mit knapp 30 km Entfernung auch nicht wirklich ein Katzensprung zur Arbeit. Zumal wir geldmässig nicht so gut ausgestattet sind, urplötzlich auftretende Reparaturen an Heim oder Auto aus der Portokasse finanzieren zu können. Aber irgendwann vielleicht... wenn die gleiche Hütte in Vesanka, Sarvenperä oder Kuohu gestanden hätte, sässe ich jetzt bei der Bank =)

Übrigens haben wir das Haus auf Anhieb gefunden, obwohl ich die Karte im Internet nur einmal und ganz kurz angeguckt hatte, jeaaaah. Natural born copilot sozusagen. Nur im Servicepark erwischte uns wieder Murphy's Law. Männe fährt ja immer ganz scharf die Kurven and und so kullerten in Vaajakoski sämtliche Pfandflaschen (man merke: in einer Finnenfamilie sind das einige Dutzend) aus ihrem Korb und meinem armen erschrockenen Hund zwischen die Beine. Hups. Also mussten wir schnell da shoppen gehen. Bei Valintatalo, einer Supermarktkette, die ich komischer- und vielleicht richtigerweise während meiner ganzen Finnlandzeit noch nie betreten hatte.

Erst suchte ich den Flaschenautomaten, der sinnigerweise nicht am Anfang des Geschäfts, sondern irgendwo ganz hinten zwischen Eiern und Milch angebracht war. Während Männe die quengelnde Frida festhielt, stopfte ich Flaschen und Büchsen in die Wand und glaubte schon, bei der versteckten Kamera zu sein. Jede dritte Flasche kam mit weithin hörbarem Piepsen zurück. Angeblich weil der Barcode nicht oben lag (seit wann ist das denn wichtig???), das Geschäft den Flaschentyp nicht erkannte, die Flasche falsch herum lag, zerdrückt war oder - und da guckte ich mich wirklich suchend um - das Gerät einfach voll war. Voll? Häääh? Was ist denn das für ein Billigautomat???

Entnervt und mit drei Quittungen in der Hand schlenderten wir weiter, Männe schimpfte über rosa Klebedinger, die ihn am Fussboden des Geschäfts festhielten, sicher Kaugummi oder Muumins-Fruchtbollos. Hahaha. Schnell wollten wir uns davonmachen, ehe das Dach des Ladens über uns zusammenbrach - und prompt stellte ich an der Kasse fest, dass mein Portemonaie zuhause auf dem Küchentisch lag. Natürlich würde Männe Geld dabeihaben. Hatte er aber nicht, die letzten Scheine waren zehn Minuten vorher in den Tankautomaten gewandert. Huch... wie peinlich ist das denn? Zumal wir im mittwochnachmittäglichen Schlampenlook losgefahren waren. Mein aussengeländerischer Akzent trägt ja auch nicht gerade zur Vertrauensbildung ein.

Jedenfalls fand sich auch nach gründlichem Suchen keine einzige Kreditkarte, kein winziger Euro und mit Handy kann man selbst in Finnland noch nicht bezahlen... Also mussten wir, bis auf Lakritze und Margarine, die wir vom Pfandgeld bezahlen konnten, alles dalassen =) Die Kassentante war dann auch noch zu doof, den ganzen Einkauf zu stornieren und unsere zwei Habseligkeiten neu zu scannen - jedenfalls wanderten Münzen mehrmals von meiner in ihre Hand und zurück, Belege wurden gedruckt und zerknüllt und am Ende war es mir egal, was sie da rechnete, solange wir nur schnell aus dem Laden konnten. Hahahahaha, genial! Wir Pleitegeier kaufen ein Haus und können nichtmal die Milch im Supermarkt bezahlen *ggg*

Sonntag, 17. Februar 2008

Besuch...

Ich sage doch, die Finnen krauchen aus ihren Löchern, kaum dass der erste Sonnenstrahl die Nase kitzelt. Und grüssen auf dem Hof sogar die Nachbarn =) Erst waren ja gestern Mikas Rallykumpane zu Besuch, was lustig war, aber für Männe mit grässlichen sonntäglichen Kopfschmerzen endete. Dann klingelte heute das Telefon und zwei andere Kumpels von uns, darunter Fridas Patenonkel, meldeten sich spontan zu einer Stippvisite an. Wer sagt es denn! Wie schön - ich mag es, wenn Besuch kommt. Nicht nur wegen des Aufräumens, sondern auch so. Leider wohnen wir dermassen weitab vom Schuss, das mein Kaffeekränzchenclub nur äusserst selten vorbei kommt - aufgrund der horrenden Preise für Autos sind die Frauenzimmer hier nur in Ausnahmefällen motorisiert und machen sich dementsprechend rar. Leider. Aber so Kerle sind ja auch ganz lustig. Besonders wenn sie gar nicht wissen, was sie mit kleinen, rosa gekleideten, grinsenden Prinzessinnen anfangen sollen =)

Ausserdem haben wir heute wieder einem meiner Lieblingshobbies gefrönt: Wohnungen angucken. Erst waren wir in Vaajakoski bei einem ganz kleinen süssen Holzhaus, was für knapp 100.000 e den Besitzer wechseln sollte und dann in Keljo bei einer 64 qm Dreizimmerwohnung in der 5. Etage in einem 1998 gebautem Haus, was überraschenderweise genauso günstig war. Das erste Haus konnten wir allerdings aufgrund unserer chronischen Zuspätkommerei *fridabeschuldig* nur von draussen angucken. Es war ein schönes Hanggrundstück und das Haus in gutem Zustand, aber 60 qm auf zwei Etagen sind für uns doch zu klein, um ernstlich mitzubieten. Und ich habe mir geschworen, nie wieder auf einem Berg wohnen zu wollen *lach* Und überhaupt ist ein eigenes Haus vielleicht noch eine Grössenordnung zu weit für mich.

Die andere Wohnung war auch schön, aber momentan braucht Frida ja noch kein eigenes Zimmer (ihre Sachen allerdings schon) und so lange möchte ich meinen kleinen Garten noch behalten. Obwohl so Hochhäuser auch was haben, schöner Blick, schön hell und modern alles und mit verglastem grossen Balkon... hach, eigentlich könnte ich einmal im Jahr umziehen, wenn die Packerei nicht wäre =) Vom Wald an einen See, vom See in den Wald, von der Stadt aufs Land, dann wieder in die Stadt, von Berg ins Tal, vom Tal auf einen Berg, vom Erdgeschoss in die Höhe, dann wieder runter, von D nach Fin, wieder andersrum, vielleicht noch nach Spanien und Irland und wieder zurück und so weiter...



Achja, und wo wir schon bei Besuch sind: übermorgen fallen meine Eltern hier ein! Ich freue mich schon riesig. Die werden staunen, wie gross Frida schon geworden ist. Und wie wenig Schnee hier liegt. Und dann machen wir tagsüber wieder so viel zusammen, dass ich eine Woche später gar nicht mehr weiss, wie es ohne Oma und Opa gewesen ist. Auch wenn wir uns meist spätestens nach drei Tagen in die Haare kriegen *lach* Aber man streitet ja bekanntlich nur mit den Leuten, die einem ganz und gar nicht egal sind, hihi. Schade, dass wir so weit auseinander wohnen. Und dass es so wenige Billigflieger in Finnland gibt.

Samstag, 16. Februar 2008

Puuuhh...

Da war ich doch gestern noch stinksauer auf meinen Gatten. Weil er malwieder nicht aufräumt, seine Sachen überall rumschmeisst bzw. die des Babys nicht wegräumt und genau dann ins Bett geht, wenn ich endlich Zeit habe, die schönen Finnlandbilder in meinen Blog zu stellen. Was passiert? Frida wacht natürlich auf und weint nach der Mama. Aaargghhh. Die daraufhin auch ins Bett muss. Da wird der Hund immer angemeckert, wenn er geräuschvoll ins Schlafzimmer trampelt und dann macht Männe das gleiche, wenn ich gerade mal Zeit für mich habe. Mmmh, Mutterschicksal wahrscheinlich.

Saubermachen tut er natürlich auch nicht. Oder sagen wir, wenn er saubermacht, dann so gründlich, dass es kein Wunder ist, dass er dazu nie Lust hat. Was wiederum auch kein Wunder ist, weil er von zuhause nichts anderes gewöhnt ist. Und dass, wo er heute seine Kumpels eingeladen hat, das zugegebenermassen sehr interessante Video von ihrer Deutschlandreise anzugucken. Schön zu essen, in die Sauna zu gehen und ein Bierchen zu trinken. Zuerst wollten wir zusammen putzen, aber gestern war keine Zeit dazu. Also haben wir beschlossen, es einfach so zu lassen. Der männliche Besuch merkt ja eh nicht, dass es hier aussieht wie im Saustall, hahaha.

Als Männe heute früh zur Rally aufgebrochen ist und mich für die Schwimmhalle geweckt hat, war ich viel zu müde aufzustehen. Das Baby hustet ja auch noch und meine Nase ist verstopft - vielleicht sollten wir mit dem Babyschwimmen dann doch noch eine Woche warten. Also bis Mittag geschlafen. Dann sind "wir Mädels" nach Tikkakoski gefahren, weil dort ein neues Designtalo-Haus Tag der offenen Tür hatte. Frida brüllte unterwegs und ich bin einmal falsch abgebogen, war dann aber automatisch schon auf der richtigen Strasse. Was ich allerdings erst feststellte, als ich schon entnervt wenden und wieder zurück fahren wollte. Sozusagen Wendung auf dem Hof des Designtalo =) Ich kann zwar für eine Frau klasse Karten lesen, aber nicht gleichzeitig fahren und die Karte bzw. das Telefonbuch aus dem Handschuhfach fummeln. Oder sagen wir, nach meinem einsamen Düsseldorf-Jahr habe ich mir aus Sicherheitsgründen geschworen, nie wieder mit Karte auf dem Lenkrad zu fahren *ggg*

Das Haus sah wirklich klasse aus, qualitativ gut gebaut, super eingerichtet und mit vielen Kleinigkeiten, die mir auf Anhieb gut gefallen haben. Hohes, schräges Dach, Mosaikfliesen in der Küche, tolle Sauna, super Raumaufteilung, grosse Fenster, schöne Farben... Also, da könnte ich einziehen! Die haben netterweise auch bis auf die Bodenarbeiten, Anschlüsse und Bauleitung feste Preise, was nicht selbstverständlich ist. Ich muss also jetzt unbedingt eine lukrative Arbeit für Männe finden. Damit wir genug Kohle zusammenkratzen können. Wenn man hier als neufinnische Emäntä nicht alle Fäden in der Hand hält, wird das nämlich nie was *lach*

Aber zurück zu unserer Wohnung. Wieder hier angekommen, setzte ich die gute Bude erstmal notdürftig in Schuss. Dann Essen für die Bande gekocht, lecker Chili con Carne. Ganz nebenbei doch noch Küche geputzt, meinen überquellenden Arbeitstisch leergeräumt, Boden gefegt, Klamotten sortiert, Sofa sitzbar gemacht und Wäsche gewaschen. Zwei Stunden lang gewirbelt. So wie ich früher immer meine eigene Bude sonnabends generalüberholt habe. Und jetzt sieht es hier soooo schön aus. Sogar mit Kerzen auf dem Tisch und alles blitzt (für meine Verhältnisse). Nur Frida hat mir leidgetan. Sie spielt zwar schön auf dem Fussboden und lässt mehr und mehr Schläfchen aus, aber sie robbt mir hinterher. Und wenn ich beim Aufräumen ständig hin und herrenne und sie japsend und ganz eifrig hinterherkraucht, ist das schon zum Gotterbarmen. Sie ist überhaupt diese Woche ganz anders geworden - aber darüber schreibe ich ein anderes Mal.

Freitag, 8. Februar 2008

Update aus dem Lazarett...

Sooo, hier ist mal ein Update aus unserem Krankenlager. Frida ist so tapfer. Und ich schwanke zwischen grenzenlosem Mitleid, wenn sie beim Trinken herzerweichend schnauft, weil sie durch die Nase keine Luft bekommt und zwischen einem stolzen Lächeln, wenn mein Mädchen trotz allem fröhlich lacht, spielt und ihre Hamsterzähnchen zeigt.

Morgens bei der Neuvola wurde der bösen Flunssa gar keine grosse Beachtung geschenkt. Wahrscheinlich haben die da schon genug Rotznasen gesehen und wissen, dass der Spuk in spätestens einer Woche wieder vorbei sein wird. Die Schwester wog und mass Frida und stellte fest, dass alles altersgerecht entwickelt ist. Ein grosses Mädchen ist sie geworden! Die Maus ist aber nicht so gross und schwer, wie ich das nach zwei Monaten Neuvolapause beziehungsweise anhand des langsam aber sicher überhand nehmenden Gewichts des Maxi Cosi erwartet hätte. Genau 9320 Gramm und 68,5 cm. Frida fand die ganze Prozedur übrigens überhaupt nicht lustig und weinte schon, als sie den ollen Wickeltisch der Neuvola sah - schliesslich haben wir zuhause einen viel schöneren, selbstgebauten =) Nur auf dem Schoss konnte man es einigermassen aushalten.

Überhaupt zeigt Frida jetzt ganz deutlich, auf wessen Schoss es am gemütlichsten ist. Sogar bei Papa wird manchmal gemault, gezappelt und die Arme sehnsüchtig nach Mama ausgebreitet. Und oft gibt es jetzt eine Schippe, Gequäke und Tränen, wenn die geliebte Mami den Raum verlässt - halleluja. Als ob mein Gewissen eh nicht schon schlecht genug ist, wenn ich mal meine eigenen Sachen machen will. Aber da muss sie sich dran gewöhnen. Auch wenn man in der Fremdelphase besonders viel Liebe braucht. Und dafür spielt sie ja tagsüber stundenlang allein auf dem Fussboden. Und winkt und robbt. Alles kann man auch nicht haben *lach*

Der Doc machte dann noch verschiedene Tests - Frida sollte nach einem erbsengrossen Spielzeug greifen, fand aber, dass man von fremden Onkels nichts nimmt und schnappte sich lieber die eigene Rassel, die der Papa zufällig in Reichweite hielt =) Nix Pinzettengriff, obwohl sie täglich fleissig mit ihren Maissisnacks übt. Bauch und Ohren und Augen und der Bollerkopf und die Hüften sind auch in Ordnung. Und die Rotznase hält man, so wie wir das bisher richtig gemacht haben, mit Panadol, feuchten Tüchern und Nasentropfen in Schach. Auch 38,9 Grad Fieber, wie sie heute früh hatte, sind offensichtlich noch keinesfalls besorgniserregend, wenn das Kind ansonsten munter ist *winkewinkeankaren*.

Frida schaffte es dann noch, in wachem Zustand mit mir zusammen den Papa zur Arbeit zu bringen, ein bisschen Mittag zu essen und die Post aufzumachen. Dann wollte man stundenlang nuckeln und kuscheln (könnte hier bitte mal jemand vorbeikommen und die inzwischen völlig zugemüllte Küche aufräumen?), bis endlich die Augen zufielen. Zwischendurch musste ich das Hasenkind sogar auf dem Schoss schlafen lassen, damit sie besser atmen konnte. Wie mein ganz kleines Baby im Mai *schwärm* So weich und warm und anschmiegsam mit dem schweren Kopf an die Brust gelehnt... Insgeheim hoffe ich allerdings ein bisschen, dass sie durch die verstopfte Nase lernt, dass man ohne Brust im Mund viel besser einschlafen kann, hihi.

Ab 15 Uhr schlief man dann tief und fest im Elternbett und Mama konnte etwas zwischen die Kiemen schieben und E-mails lesen. Dann das nächste Problem: Papa abholen. Der ja ohne Auto in der Stadt war. Und wir hatten schon sehr langfristig vor, zur heutigen Vorstellung eines Muurametalo Musterhauses nach Keuruu zu fahren. Was Frida anging, war ich optimistisch: sie würde im Autositz sogar sehr viel besser schlafen als zuhause, weil der Kopf ja höher gelagert ist. Meiner einer fühlt sich ja bei einer Erkältung auch immer im Bett am jämmerlichsten. Also das tief schlafende Kind mehr oder weniger erfolgreich in Strickjacke und Haalari gewickelt und warme Wollsocken über die schlaffen Beinchen gestülpt. Witzigerweise merkt das Madamchen, das ja sonst sofort aufwacht, wenn nur das Bett ein bisschen knarzt, überhaupt nichts, sobald sie erstmal in der Tiefschlafphase ist. So selten das auch vorkommt =)

Wie eine leblose Püppi konnte ich sie ins Auto tragen, Männe abholen, dann ins grosse Auto umsteigen und in Richtung Westen düsen. Gemeinsam mit Männes Cousins Frau sind wir in Keuruu eingefallen, haben dank selbstgemalter Karte sogar auf Anhieb das Haus gefunden (laut Navigation befand es sich mitten auf einer Wiese, nix Strasse, haha) und dann mit fachfraulichem Blick das Haus begutachtet. Schöne Tapeten, viel Platz, hohe Räume, grosse Fenster und toller, auf alt getrimmter Holzfussboden - aber wie immer viel zu kleine Kinderzimmer (auf finnisch Schlafzimmer, was der Grösse wohl eher entspricht...), lausig angenagelte Türleisten, eine sperrige Saunatür und im Gegensatz zu durchgestylten Asuntomessut-Häusern viel zu normale Möbel. Worauf man als Weibsbild so achtet, wenn es eigentlich um die Konstruktion und mögliche Baufehler gehen sollte *ggg*

Jedenfalls ganz schön, preiswert und natürlich viel besser als unsere 19 Jahre alte Bude - wenn nicht daneben zwei sauteure Kastelli- oder Honka- oder was weiss ich für schöne Zuhauses gestanden hätten. Hihi. Frida hat auch mal kurz geguckt und dann gleich weitergeschlafen. Um heute früh um 4 aufzuwachen, in die Stube spielen zu gehen und quietschvergnügt einen grossen Kakaberg in die frisch gewechstelte Windel zu setzen. Meine kleine Maus.

Sonntag, 16. Dezember 2007

Rückkehrer...

Wieder einmal liegt ein ereignisreiches Wochenende hinter uns. Stress pur, obwohl noch gar kein Weihnachten ist *lach* Und im Nachhinein schön, obwohl ich zwischendurch sehr schlecht gelaunt war =)

Am Sonnabend waren wir wieder schwimmen. Diesmal waren wir gerade 10 min im Wasser, hatten ein bisschen herumgepaddelt und schliesslich den deutsch-finnischen kleinen Jonas gefunden, als wir auch schon wieder aus dem warmen Nass herausgerufen wurden. Ein Baby hatte offensichtlich ins Wasser gemacht *lach* Wow, ich hätte nicht gedacht, dass das gleich eine Totalevakuierung verursachen würde. Aber besonders nach dem verpesteten Nokia sind hier bestimmt alle sehr vorsichtig. Nicht dass die kleinen Schwimmer krank werden. Zu meiner Verblüffung wurde dann in der Dusche erzählt, dass das wohl erst zwei mal in 8 Jahren vorgekommen ist. Wow! Oh, und wo wir schon beim Thema sind: Frida macht jetzt richtige Häufchen, nicht mehr so eine flüssige Senfpampe *lach* Sie hat sich beim ersten Mal sehr erschrocken und geweint, aber sie muss sich jetzt wohl für die nächsten 90 Jahre daran gewöhnen =) Man wird gross!

Nachmittags wurden wir dann spontan nach Muurame gerufen, um den Eltern der Frau von Mikas Cousin (jaaa, Männe hat ca. 20 Cousins) beim Umzug zu helfen. Das ganze war insoweit bedeutend, dass die Familie frisch aus Schweden eingefallen ist, genau 32 Jahre nach ihrer Auswanderung. Mit einigen Möbeln, vielen Kisten und einem grossen Golden Retriever. Ich habe nicht schlecht gestaunt - es muss ganz schön eine Umstellung für sie sein. Habe ich doch damals schon nach drei Monaten Finnland in Deutschland einen Rückkehrkoller bekommen =) Noch mehr habe ich allerdings gestaunt, als ich das Haus gesehen habe. Ein süsses gelbes Holzhäuschen, 2003 gebaut, mit zwei Schlafzimmern, grosser Stube, Kamin, Küche, Wirtschaftsraum und natürlich Sauna und Garten, alles schön hoch und mit wunderschöner Tapete, wie ein kleines Schloss. So eins hätte ich doch auch gern. Es war richtig komisch, als ich als eine der ersten mit Frida durch die Räume schlich und mir ein ganz klein bisschen vorstellte, es wäre unsers =) Hachja, aber wir haben ja nicht den Jackpott im Lotto geknackt...

Danach sind wir noch zur deutsch-finnischen Weihnachtsfeier in Vanha Pappila. Es war schön, obwohl wir erst relativ spät dort aufkreuzten und die Hälfte verpasst hatten. Aber ein paar Lieder konnte ich noch singen, Kaffee schlürfen und selbstgemachten Kuchen knabbern und Frida konnte den schön geschmückten Weihnachtsbaum bestaunen. Natürlich wären die Glitzerketten, Kugeln und Lampen in der Schnute gelandet, wenn Mama nicht aufgepasst hätte. Das ganze erinnert mich übrigens an ein Foto, wo ich mit ungefähr 10 Monaten auf dem Schoss meiner Mama den Baum begutachte. Lang lang ist's her =)


Am Sonntag hing zunächst der Haussegen schief, weil Männe mal wieder ausgeschlafen hatte und dann schnell zum Geburtstag seiner Cousine (schon wieder eine) aufbrechen wollte, ohne hier Nelsons Haare und Sandberge vom Fussboden zu saugen. Aarrghhh, Männer! Er ist ja jetzt eh sehr viel weniger zuhause als im Sommer, als Frida noch klein war. Aber naja, wer eine saubere Bude haben will, muss zur Not alles selbst machen *seufz* Glücklicherweise hält Frida es jetzt zeitweise schon ganz gut auf dem Fussboden aus. Man muss sie nur ab und zu zurückdrehen, wenn sie allzusehr schimpft, weil sie feststeckt oder einfach nicht mehr kann *ggg* Dann war es aber doch noch ein schöner Tag. Schöne Feier, Kind war ganz lieb, abends haben wir zusammen saubergemacht und dann das WE ausklingen lassen. War wohl doch alles nur PMS Bitching Syndrome =)

Und übrigens schläft das Hasenkind jetzt wirklich durch. Ich bin mir ganz sicher, dass sie 8-10 Stunden nachts ganz bewegungslos neben mir liegt und pennt, man kann sie sogar nach dem Trinken problemlos zur Seite schieben. Süss. Wer sagt's denn!

Freitag, 7. Dezember 2007

Shoppailu...

Hach, war heute ein traumhafter Tag. Ich liebe mein Mädchen =) Aalso, nach dem Aufstehen reichte schon ein Blick aus dem Fenster, um meine Laune sinken zu lassen. Der ganze Schnee weg und so dunkel, dass man um 12 Uhr schon Licht anmachen muss. Na toll. Ich hatte nichts besonderes vor und bot Männe an, dass ich ihn zur Arbeit kutschen könnte, damit ich wenigstens meine Nase ein bisschen aus dem Haus bekomme.

Bei der Gelegenheit könnte ich ja auch todesmutig versuchen, mit Frida zu H&M zu gehen. Wenigstens ein Laden im Stadtzentrum, wenigstens einmal die Weihnachtsbeleuchtung sehen, ohne dass Baby in Soprantönen quietscht und sich beschwert, weil sie im Wagen sitzen muss, beziehungsweise es im Marsupi zu eng und zu warm ist. Ich neige ja immer dazu, lieber faul zu Hause zu sitzen, als das Risiko einzugehen, das brüllende 9 kg Hasenkind in der Öffentlichkeit tragen zu müssen - in der anderen Hand natürlich den Buggy, oder zur Abwechlung ein auf dem Boden schleifendes Tragetuch, Marsupischlingen oder eine baumelnde Handtasche. Zumal ihr süsser Reimatec-Overall noch so furchtbar glatt ist, dass sie einem ständig auf Kniehöhe rutscht. Na??? Man könnte es ja wieder einmal probieren...

Wir also losgefahren, gleich ins Parkhaus von Jyväskeskus, so dass ich viele Läden auf einmal direkt vor der Nase hatte. Männe trabte los und ich schob meine Süsse zuerst probeweise zu KappAhl. Lieb sass sie im Buggy. Wenn nicht ihr Klamottenschrank schon total zugestopft wäre, hätte ich wieder zugeschlagen.... die haben sooo schöne Sachen! Dann Seppälä, wo es glücklicherweise keine Babysachen gibt. Frida guckte sich die schicke bunte Warenvielfalt an und überlegte, was sie als Teenie einmal anziehen könnte. Dann endlich zu H&M. Es gab keine Winterjacke für die Mama (irgendwie passt selbst XL heutzutage nur noch feenhaften Prinzessinen), keine schöne Unterwäsche und nix anderes, was man unbedingt besitzen müsste, aber so Schaufenstershoppen ist ja auch gut. Zumal ich zu schlanken Zeiten ständig Pleite war, weil ich dauernd tolle Klamotten kaufen musste. Hat also auch was gutes, wenn man zu viele Kilos mit sich herumschleppt. Baby murrte immer, wenn ich stehen blieb, aber ansonsten war alles okay.

Dann kam ich auf die Idee, die ganze Kauppakatu rauf- und runterzuschieben, um dem Hasenkind die Weihnachtsbeleuchtung zu zeigen und zu gucken, ob der "fast deutsche" Weihnachtsmarkt schon aufgebaut ist. War auch okay, Frida mag es ja, schnell geschoben und ein bisschen geruckelt zu werden. Von Weihnachtsmarkt war noch keine Spur, aber man konnte ja mal schnell in den Kolmekulma Supermarket, um was zu Trinken zu kaufen. Inzwischen war es schon eine Stunde später, vau! Vielleicht sollten wir sicherheitshalber doch zum Auto zurück.

Auf dem Rückweg machten wir dann einen kleinen Umweg in die Väinönkeskus-Passage, weil ich mal bei Pentik gucken wollte. Und da gab es natürlich auch Suomalainen Kirjakauppa, Stockmann Beauty, Pyttipaja, Aarikka, einen Wolladen, Hemtex, Marimekko und und und, an denen man unmöglich vorbeigehen konnte. Das Baby war nicht ganz meiner Meinung und jammerte ein bisschen, liess sich aber immer wieder beruhigen, wenn der Wagen weitergeschoben wurde. Dann bei Hemtex war ganz Ruhe - angesichts der vielen Bettwäsche waren dem Hasikind die Augen zugefallen. Sehr gut! Ich drosselte mein Tempo und guckte gaaanz in Ruhe alle Handtücher, Decken, Laken und sonstige Angebote an, kaufte einen Badeponcho für die kleine Schwimmnixe, suchte Weihnachtsgeschenke für die lieben Anverwandten und gab schliesslich meine halbe Steuerrückzahlung im Pentik-Laden aus. Die haben aber auch tolle Sachen da. Zum Verschenken einfach ideal - sich selbst gönnt man sich ja wieder nix *lach* Hachja...

Dann quälten wir uns mit dem Wagen durch den vollgebabelten Pyttipaja-Shop, hörten einer deutschen Familie zu, die sich offensichtlich unbelauscht fühlte *ggg*, fuhren mit einem eigenartigen Monstrum-Fahrstuhl ins Erdgeschoss, trappelten durch Spanplattentunnel und landeten schliesslich wieder auf der Kauppakatu. Wo uns die Lichter von Sokos freundlich anguckten. Einladend, sozusagen. Na gut, den würden wir auch noch schaffen. Auch mit inzwischen wieder offenen Babyaugen. Kosmetikabteilung, Zeitschriften, Sportbekleidung, CDs, Einrichtung und dann Spielzeug - der Männe will ja schliesslich auch beschenkt werden. Da war allerdings passenderweise überhaupt kein Durchkommen mit Buggy - viel zu viele Leute und Kisten überall. Und Frida fürchtete sich vor den grusligen Plastedinosauriern. Also traten wir den gesicherten Rückzug an. Um 15:35, zwei einhalb Stunden und null Tränen, nachdem wir die Stadt geentert hatten. Und Männe kam sogar mit zurück. Ich war ja soooooo stolz auf meine Tochter und so glücklich, mal wieder ausgiebig in der Stadt gewesen zu sein, bestimmt das erste Mal überhaupt in diesem Jahr. Mit dickem Bauch war das ja auch ein Ding der Unmöglichkeit *schnauf*

Den späten Nachmittag verbrachte ich dann vor dem Computer und Frida im Bettchen (soooo müde!), während Männe seinem Eishockeyhobby fröhnte. Habe ich doch tatsächlich endlich eine Firma gefunden, die Häuser zu einem für Normalsterbliche erschwinglichen Preis baut. Zwar ganz einfache Fertighäuser, aber immerhin bezahlbar. Natürlich muss ich jetzt sämtliche Lästerforen durchlesen, Amateurbilder angucken und mich persönlich davon überzeugen, dass die bösen Schweden wirklich nur zusammenfallende Kartenhäuser bauen. Vielleicht doch eine Alternative zu den schönen, aber leider sauteuren Kastelli- oder gar Honkahäusern? Wo ich doch gern mal mein eigenes Häuschen auf dem Lande hätte, mit grossem Garten, ein bisschen Wald, viel Auslauf für Nelson, ein paar Hühnern und mehr Platz für Fridas Gerümpel... Übrigens kann ich mich gut erinnern, dass ich auf der Hausmesse in Heinola in einem Älvsbytalo war - ich bin damals nur sehr schnell und rückwärts wieder raus, weil es nicht halb so schön wie die anderen Luxusbuden war. Aber ich kann mich auch gut erinnern, dass die anderen Besucher ziemlich wild da herumgerammelt sind und dem Verkäufer die Prospekte förmlich aus der Hand gerissen haben. Die kannten wahrscheinlich die Preisliste *lach* Aber wie gesagt, wenn wir im Lotto gewinnen würden, wüsste ich sofort, bei welcher Firma ich vor der Tür stehe =)

Wobei es mich immer noch wurmt, dass ich selbst - als in den 90ern gut geschulter Neukapitalist - viel für meine Ausbildung getan habe, Bankkauf- und Diplom-Kaufmann geworden bin statt Gorillas in Ruanda oder Faultiere am Amazonas zu erforschen, weil es meiner Meinung nach finanziell mehr bringt - aber dann bei der Paarungsgeschichte alle guten Vorsätze schleifen lassen habe und einen brotlosen Künstler aufgegabelt habe =) Der früh um 9 mit fast geschlossenen Augen und ohne Murren mein Auto zum TÜV ääähm Katsastus fährt, weil ich mit dem Baby noch schlafen will- Der schon zig mal im Winter die Windschutzscheibe freigekratzt hat. Der mich hunderte male von der Arbeit abgeholt hat. Der meist freiwillig Frida nimmt. Und der zwar kaum ein Wort sagt, aber Donuts in Nikolausstiefel steckt und Depeche Mode Ecards verschickt. Und der ohne Meckern meine Launen und mitteleuropäischen Gefühlsausbrüche erträgt. Alles kann man eben nicht haben, hehe.

Freitag, 2. November 2007

Marraskuu...

Booaaah, jetzt haben wir schon November. Mein "Lieblingsmonat", in dem es meist stockdunkel und nieselig ist, man aber zumindest in Finnland auch auf Schnee hoffen kann. Und der Monat, in dem unsere Frida mit fester Nahrung anfangen darf. Ich bin schon die Nervosität selbst - seit einer Woche plage ich meinen Gatten mit theoretischen Ausführungen, mit was sie wann beginnen sollte, worauf man achten muss, wo sich finnische und deutsche Fütterungsregeln mal wieder widersprechen, was der Unterschied zwischen Velli und Puuro ist, welche Marken man kaufen darf und welche nicht, hinter welchen bösen Worten sich Zucker verbergen könnte, in welchen Gläschen sich riesige Holzsplitter befinden, von welchem Löffel man löffeln soll, wie man das alles praktisch hinkriegt und und und. Ich habe wirklich keinen blassen Schimmer.

Pünktlich gestern, als ich schon entnervt das Handtuch werfen wollte ("dann kriegt sie eben Pitsa..."), kam mit der Post ein dicker Brief von Muksu, in dem alles schön für dusslige Erstlingsmamas erklärt war. Sehr gut und mal wieder just in time! Dann habe ich im Internet noch einen offiziellen Führer für "imeväisikäisen lapsen ruoka" vom Gesundheitsministerium gefunden - total wissenschaftlich und mehr oder weniger für alle verbindlich, wie das in Suomi nun mal üblich ist, hihi. Und das bisher völlig übersehene Beikost-Forum bei Eltern, den aktuellen Babybrief von Pampers und ein grosses Poster von Nestlé, in denen es um das gleiche Thema geht. Und gelesen, dass man in Frankreich wohl einfach das Erwachsenenessen püriert, dass man in Indien die Babies Chilicurry und was-weiss-ich essen lässt und dass man in Afrika überhaupt froh ist, irgendwas geben zu können und damit waren meine Nerven dann schon etwas beruhigter. Das werden wir schon schaukeln, genau wie die Windelgeschichte, das Stillen und überhaupt die ganze Schwangerschaft vorher. Aina yksi asia kerrallaan!

Ausserdem war ich am Mittwoch endlich bei meiner besten Freundin vom Mamaschwimmen. Sie hatte ja Anfang August entbunden und ich hatte es damals total eilig, dass süsse kleine Baby zu sehen - aber irgendwie ist doch immer etwas dazwischengekommen. Jetzt haben wir es endlich geschafft, und glücklicherweise ist Pinja mit ihren knapp 3 Monaten immer noch viel kleiner und "unfertiger" als unser Häse. Im Klartext: Frida sah neben ihr aus wie ein Riese! Wahnsinn. Und so einen Brocken finden wir niedlich und knuddlig? Ähäääm... Ansonsten hatte ich Zeit, ihr Haus zu bewundern... eine schicke Nachkriegsholzhütte mit nur knapp 90 qm, aber wunderschön renoviert und noch im Stadtgebiet - sowas suche ich eigentlïch für uns auch. Musste gleich meinen Vahtikoira bei
etuovi.com wieder anschalten. Mika kriegt auch noch einen Klaps mit meiner Umzieherei. Alle zwei Jahre bisher und zu Studizeiten noch häufiger *lach*

Ansonsten waren wir gestern in Kuohu, haben festgestellt, dass das Baby in Männes Auto mal nicht weint, wenn es rechts statt links angeschnallt ist (in meinem Fiesta ist es nämlich immer lieb...), haben zum ersten Mal unser erstklassiges Deutschland-Video angeguckt und zum ersten Mal eine Videokonferenz mit meinen Eltern gehalten. Die haben jetzt endlich ihr ADSL. Sehr schön!!! T-Online und Skype vielen Dank für die Rettung unserer Familienbande =)

Mittwoch, 9. Mai 2007

Häuser, Ökotees und mehr...

Heute nichts besonderes... aber ich wollte Euch mal die Häuser zeigen, die nun in unserem abgeholzten Wald gebaut werden. Sehr schön, aber auch sehr teuer... *seufz* Für uns wären ja 85 qm mit drei Zimmern ideal, aber die kosten saftige 188.000 e. Wahnsinn. Aber sie sind eine schöne Dekoration für unsere Strasse *lach* Ich hoffe nur, dass wir, wenn alles fertig ist, immer noch unser zweites Auto irgendwo am Strassenrand unterbringen können. Unser Wohngebiet ist nämlich nicht wirklich ans Busnetz angeschlossen, so dass wir auf zwei fahrbare Untersätze angewiesen sind. Und natürlich hoffe ich, dass die Häuser so gebaut werden, dass wir daran vorbei immer noch mit Nelson in den Wald können. Vielleicht können wir mal in eine grössere Bude ziehen, wenn Hugo so 1-2 Jahre alt ist. Momentan kommen wir ja noch sehr gut klar - auch wenn man ab und zu über schicke Kindersitze, überquellende Klamottenkisten und riesige Heusäcke stolpert *lach*

Ausserdem habe ich heute sowohl Fenchel-, als auch Still- und Himbeerblättertee bekommen! Jiiihaaa! Man muss nur wissen wo =) In der Apotheke hatten sie mich ja wieder sehr verdattert angeguckt, aber im Ikivihreä-Shop standen alle drei brav nebeneinander im Regal. Sehr gut! Mal sehen, ob das Zeug etwas bringt... Danach waren wir noch bei Draculan Rehu, Fleisch für's Hundi kaufen und in Kuohu, gleich zweifach Geburtstag feiern. Die knapp einjährige Petra, Mika's Nichte, hat von sich aus immer wieder Torte mit dem Löffel in Nelsons dicke Schnauze geschoben *kaputtlach* und sich lieb die Fingerchen ablecken lassen. Es ist wirklich unglaublich, wie schnell die kleinen Mäuse lernen! Und wie lieb unser Hund ist. Wenn der wüsste, dass hier bald auch so ein quäkender Nacktfrosch einzieht...