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Sonntag, 19. Juni 2011

Helsinki...

Nix genaues weiss man noch nicht, aber es könnte sein, dass meine Arbeit im nächsten Jahr von Jykälä nach Helsinki umzieht. Irgendwie schwebt das schon länger in der Luft, aber so ganz sicher sind sich alle Beteiligten noch nicht. Vor allem, weil die Hauptstadtregion unheimlich teuer ist. Mieten fürs Büro und für Wohnungen blubbern als einzige in Europa noch immer auf ihrer selbstkreierten Immobilienblase herum, alles stöhnt und schimpft über Staus, beengtes Wohnen und die eilige Mentalität der Leute da, und doch kommt es mir so vor, als ob alle Leute früher oder später doch des Jobs wegen dort landen.

Mindestens die Hälfte meines Freundeskreises ist da schon eingetrudelt. Und spätestens wenn Kinder kommen, hängen sie ohne Grosseltern, Tanten und ähnliche Unterstützung da, weil die ja früher ihr Brot noch in kleinen Städten und Dörfern weiter nördlich verdienen konnten und natürlich immer noch dort in ihren geräumigen Einfamilienhäusern mit Hund und Katze den Lebensabend verbringen.

Ich sehe Espoo, Vantaa und Hesa, wie es hier so schön abgekürzt heisst, immer als "schwarzes Loch", was gefrässig, nimmermüde und jederzeit Freunde, Jobs und Finanzen verschlingt, während fast alle Finns doch viel lieber schön verteilt irgendwo im Wald wohnen würden. Aber naja. Wenn unsere Gehälter um einen schlappen Tausender steigen würden, könnte man dort ganz nett wohnen. Auch im Grünen, vielleicht in einem neuen Haus mit verglastem Balkon und mit unseren Freunden (statt Familie) in der Nähe. Mit Ikea, dem Meer und dem Flughafen um die Ecke. DEM MEER!!! Schnellen Schiffen nach Germany, Tallinn und Stockholm. Dem Hafen, vielen Museen und einem anständigen Zoo und ab und zu kommen auch mal internationale Popstars vorbei. Mmmmh.

Alleine würde ich vielleicht gehen. Vor allem, weil es 
fast unmöglich ist, als Aussengeländer hier in Mittelfinnland einen neuen Job zu finden, von der Qualifikation ganz zu schweigen. Männe würde in der Hauptsstadtregion garantiert besser unterkommen (wenn er das will). Aber wir drei da ganz alleine unter uns und meine liebe Tiita, die gerade erst in ihren neuen Kindergarten kommt? Ohne mein geliebtes Jyväskylä und unsere sanften Hügel hier, ohne Mummo und Tanten und Rally? Also ich weiss ja nicht...  Aber und zum Glück ist das noch nicht ganz aktuell. Nur nachdenken muss man vielleicht schon mal. 

Samstag, 18. Juni 2011

Québec in Bildern...






















Ja, es war eine sehr schöne Reise. Wenn auch sehr lang, neun Tage, aber ich wusste ja, dass Männe auf Frida gut aufpassen würde. Eigentlich fast wie Urlaub. Wir hatten Meetings und eine Konferenz mit fast 300 Teilnehmern, aber ich hatte trotzdem jede Menge Zeit, mich mit alten und neuen Kollegen zu unterhalten, Fotos zu machen und Unterlagen zu sortieren. In Ruhe. Sogar ein bisschen Lesen und Internetsurfen waren drin, und ich konnte ganz alleine in meinem riesigen Kingsizebett nächtigen. Jeden Abend waren wir irgendwo essen und feiern, tagsüber habe ich Presentationen zugehört und mitgepinselt und eigentlich hätte das ewig so weitergehen könne, vor allem mit meinen netten Freunden und Kollegen aus aller Herren Ländern. Dabei streikten die Post und Air Canada und am Schluss musste ich noch mit dem Bus nach Montréal, statt das Flugzeug zu nehmen, aber das war alles sehr interessant, witzig und schön. Jetzt müsste ich eigentlich nur noch französisch lernen =)

Samstag, 19. Juni 2010

Konventionswoche...

Eine Woche Meetings, Seminare und Exkursionen mit 97 Kollegen aus 21 Ländern. Hier in Jyväskylä mitten im Land der 100.000 Seen. Mindestens 80% bei meiner einer organisiert. Eine Woche mit Freunden, alten Bekannten und neuen interessanten Menschen, die unheimlich viel wissen und immer ein lustiges Wort oder eine spannende Story im Gepäck haben. Aus Finnland, Estland, Schweden. Schottland, Malaysia, Lettland, Litauen, Frankreich und Ireland. Malaysia, Weissrussland, Polen, Deutschland, Ungarn, den Niederlanden und der Schweiz.

Aus den USA und Kanada. Japan, Indonesia und Burundi und vielen anderen Ländern. Anstrengend, aber nach den durchgearbeiteteten letzten Wochen und Monaten auch sehr erholsam. Wir sind einen grossen Schritt vorwärtsgekommen und ich freue mich schon auf unsere kommenden Meetings. Jetzt ist erst einmal Sommer und Ferien. Thanks to all for coming, for your company and all support during the previous 8 years. Bei Valtra waren wir übrigens auch. Und Frida will ihren Traktor jetzt in rosa... das wäre doch mal was!

Montag, 27. April 2009

Belfast...

Ich glaube, dass ich jetzt bestätigen kann, dass die freundlichsten Menschen Europas in Nordirland wohnen. Wieso ausgerechnet die sich allerdings gegenseitig die Köppe einhauen, ist und bleibt mir ein Rätsel. Mehr über unsere kombinierte Urlaubs-Geschäfts-Reise demnächst... wie man sieht, sind wir heil und glücklich wieder in Finnland eingefallen. Und beide Länder sind wirklich wunderschön!

Die Woche in Belfast war richtig toll, vor allem weil wir die ersten Tage nur für uns hatten und herumstreifen konnten. Erst vorsichtig, aber dann wie in jeder normalen Stadt. Nur die gepanzerten Polizeifahrzeuge, die hochgesichterten Polizeistationen, die schaurig schön bemalten Wände sowie die hier und da aufgestellten Versammlungspunkte für Notfälle erinnerten daran, dass hier eben doch noch Dinge schlummern, die man sich in Europa gar nicht mehr vorstellen kann und will. Aber die Leute... so nett! Und Frida konnte nach drei Tagen schon "thank you" und "second floor" sagen. Meine Kollegen waren wie immer auch sehr hilfreich und sympathisch.

Aber am meisten hat mir unsere Unterkunft gefallen. Wir hatten eine Ferienwohnung ergattert, die in der gleichen Strasse wie unser Meetinghotel lag - ganz zufällig - und die war sogar noch bildschön und geräumig im Vergleich zu einem engen Hotelzimmer. Ausserdem genoss ich es, selbst Lebensmittel einkaufen und kochen zu können, gehören doch Supermärkte zu meinen Lieblingsbesichtigungspunkten in fremden Ländern. Ganz normal deren Milch schlürfen, Brötchen schmieren und alles mögliche unbekannte durchprobieren!

Insgesamt ist es wirklich empfehlenswert, auch mal die eher unbekannten Metropolen dieser Welt zu besuchen. Vor allem, wenn der Flug nach Dublin und der Bus nach Belfast nur wenige Euros kosten, wirklich verblüffend, wie leicht man auch in einem Linksverkehrland reisen kann =) Sowas müssen wir unbedingt mal wieder machen.















Dienstag, 24. Februar 2009

Tiistai...

Von wegen Ferien... heute wollte ich eigentlich für eine Stunde ins Büro, um liegengebliebene Sachen zu erledigen, wo noch Zuarbeit fehlte. Tsja, am Ende sass ich von 10 bis 16 Uhr vor meinem Computer. Ist zwar schön und mache ich gerne, aber das war nicht der Sinn vom Urlaub... zum Glück haben zumindest die Grosseltern auf Frida aufgepasst und alles ist gut gegangen.

Samstag, 21. Februar 2009

Februar...

Klirrender Frost, Sonnenschein, Urlaub und Oma und Opa zu Besuch - so lässt man sich das gefallen =) Die letzte Woche war ich doch tatsächlich mal komplett auf Arbeit, oh Wunder, und habe richtig viel geschafft. Dafür musste Männe Frida hüten, ich war nämlich immer erst so gegen 19-20 Uhr zuhause. Was aber auch nötig war - wir haben jeden Tag verschlafen, weil die liebe Kleine nachts unbedingt 3-4 Stunden herumkaspern wollte. Hunger hatte sie. Und Lust zu spielen. Und überhaupt. Aber ich bin ja schon daran gewöhnt, mit halbzugeklappten Augen im Büro zu sitzen. Immer noch besser, als zuhause über der Schüssel zu hängen =)

Donnerstag, 12. Februar 2009

Worst case...

Das worst case scenario was zur Zeit in vielen Firmen Wirklichkeit wird, hat auch in unserer Familie zugeschlagen. Männe meinte vorgestern abend, ihm ist schlecht und er geht sofort mit dem Hund raus ehe es schlimmer wird. Ich sagte ganz fest und bestimmt, dass er nicht krank wird. Und ich schon gar nicht, schliesslich muss ich nach Amsterdam. Und auf Frida aufpassen. Tsja, gegen 2 Uhr nachts hingen wir dann abwechselnd über die Schüssel. Es war sogar schwer zu entscheiden, ob man mit dem Gesicht oder dem Po zuerst ins Bad gehen sollte. Yäääääkkkkk...

Frida schlapp und weinerlich, Mama und Papa schlecht, Klo verseucht, die Bude stank, alle Laken in der Wäsche, Hund nicht ausgeführt und dann musste ich meinen Chef anrufen und unsere Dienstreise absagen. Gar nicht lustig. So viel wie in diesem Jahr waren wir noch nie krank. Gab es überhaupt eine Woche, in der ich 5 Tage auf Arbeit und Frida 5 Tage bei Laura war? Ich glaube nicht... und langsam ist es wirklich genug.

Am Nachmittag musste Männes Schwester mich dann noch zum Arzt fahren, damit meine Firma zumindest das Geld für die Flüge zurückbekommt. Komisch, so mit Gummibeinen und mit drei Plastetüten und Klopapier in der Handtasche über die Kauppakatu zu wandeln. Mann war mir schwummrig. Aber insgesamt hat die frische Luft gutgetan, mir ging es am späten Nachmittag schon etwas besser als Männe.

Nur Frida machte mir immer noch Sorgen - sie ist jetzt seit Montag krank, lacht nicht, spielt nicht und trinkt nur Mamimilch - wahrscheinlich wäre es mir auch ohne eigene Brechsucht sehr schwer gefallen, jetzt für drei Tage wegzufahren. Och manno. Jedenfalls haben wir den ganzen Tag nur auf der grossen Matratze in der Stube zugebracht. Halbschlaf, Frida nuckelte, Männe schnarchte, alles stank und der Fernseher lief...

Samstag, 22. November 2008

Business...

Neulich hat mich jemand in Facebook gefragt, wie ich das alles unter einen Hut bekomme, wie ich auch noch Zeit für meine Tiere, das Netz und meine diversen Hobbies finde. Ja, gute Frage... ich weiss es auch nicht. Irgendwann wollte ich mal eine Prioritätenliste schreiben, also das, was zuerst hinten herunter fällt, wenn es sein muss. Vielleicht so:

1. Frida (die meldet sich am ehesten, wenn was nicht stimmt =))
2. Arbeit (rückt meist sogar an 1. Stelle)
3. Wohnung (leider oft auch vor Frida, sonst bekomme ich Anfälle)
4. ich selbst (Haare waschen, essen und so etwas)
5. Mails, FB und Blog (zur Nervenberuhigung)
6. Nelson (zum Glück kümmert sich meist Mika)
7. Meerschweine (ojeee, die Ärmsten, zum Glück quiekt man bei Hunger)
8. Männe (beschränkt sich eigentlich auf herumkommandieren + meckern)
9. Pflanzen + Garten (ich habe nur noch Sukkulenten)
10. Henry Ford (der müsste auch mal aufgeräumt werden)
11. andere Leute, Freunde, Familie (tut mir leid...)
12. Fitness, Ernährung, Beauty, Kleidung (vielleicht später)
13. Zukunftsplanung + Archivierung (also gaaar nicht)
14. Karriere, Weiterbildung + Geld (vielleicht in drei Jahren)
15. Reisen (au Mann, das fehlt wirklich)

Diese Woche war ich nicht etwa in der Versenkung verschwunden oder im Urlaub, sondern habe von morgens bis abends gebufft. Wir hatten wichtige Meetings in Helsinki und hier in Jyväskylä und ich hatte alle Hände voll zu tun. Aber es war auch wunderschön, meine Kollegen hier zu haben. Pläne zu schmieden, Protokolle zu tippen, Papiere zu verteilen, Geld einzukassieren, Statements abzugeben, Kaffee, Lunches und Dinners zu organisieren, ihnen ein bisschen die Stadt zu zeigen, so gut das ging, Freundschaften aufzufrischen, small talk zu halten und so weiter. Und gegen 20-22 Uhr mit Frida ins Bett zu fallen, nur um gegen 4-6 Uhr genauso hundemüde wieder aus dem gleichen zu klettern. Ich glaube, ich habe die kleine Maus von Montag bis Freitag nur schlafend gesehen. Aber jetzt ist wieder alles normal. Und Schnee haben wir auch noch. Unsere ausländischen Gäste hatten da wirklich Glück!

Donnerstag, 25. September 2008

Vermeidung...

Irgendwie habe ich diese Woche wieder einmal den Rabenmamaorden der Woche verdient. Und das, wo die kleine kranke Frida eigentlich die Mama am meisten gebraucht hätte. Aber - wie ich schon ganz am Anfang der Babyzeit festgestellt habe - es ist ein Irrwitz der Natur, dass kleine Kinder schreien. Irgendwie ist es so, dass sie sich damit meiner Meinung nach höchstgradig gefährden. Natürlich kümmern sich Mama und Papa besonders liebevoll, sofort und ohne jedes Zögern um ihren kleinen Frosch, wenn er so herzzereissend brüllt. Andererseits gibt es da auch eine Grenze... wenn die Eltern nicht mehr können, übermüdet sind und das Trommelfell dröhnt. Ich denke da an die unglücklichen Eltern die ihre noch unglücklicheren Neugeborenen schütteln, weil die armen Würstchen stundenlang brüllen und die frischen Eldis einfach keinen anderen Ausweg wissen. Die abhauen, sich selbst weh tun oder alles an ihrem Partner auslassen.

Ich habe Frida natürlich noch nie geschüttelt und es würde mir auch nicht im Traum einfallen, aber ich habe am Anfang oft gedacht, dass nur die Hormone helfen, das alles durchzustehen.
Und viel Zeit zum schlafen und kuscheln. Eine unendliche Geduld, die wohl mit der Zeit nachlässt. Und mit den anderen Anforderungen, den eigenen Wünschen. Arbeit, Verpflichtungen, Normalitäten. Raus aus dem Kokon, der heiligen Babyzeit. Diese Woche habe ich bemerkt, dass ich mich jetzt am Nachmittag noch zu gut daran erinnere, dass die kleine kranke Motte am Abend davor viel geweint hat. Dass sie quengelig war, nicht richtig essen, nicht spielen und nicht schlafen wollte. Dass sie nachts immer wieder aufwacht, trinken will und weint und man selbst nur eine Mütze voll Schlaf bekommt. Nur bei Laura ist alles in Ordnung, irgendwie platzt zuhause immer der Knoten und im vertrauen Umfeld macht man die Schleusen auf. Und das schon seit sieben Tagen...

Jedenfalls habe ich unbewusst vermieden, nach Hause zu kommen. Hier noch ein Brief, da noch ein Anruf, vielleicht doch noch Essen kaufen - bloss nicht nach Hause und die Heulerei anhören oder sehen, wie Frida sich verzweifelt auf den Boden wirft. Gleichzeitig das schlechte Gewissen... die Maus ist krank und braucht die Mama jetzt ganz besonders. Liebe und ein warmer Schoss und viel Streicheleinheiten - und trotzdem hängt die Rabenmama mehr auf Arbeit herum als alles andere. Völlig kontraproduktiv, aber es geht automatisch so. Am Mittwoch waren wir in Leivonmäki, eine sehr interessante Tour mit deutschen Studenten. Heute abend war ein Workshop für Deutschlehrer, den ich mir nicht entgehen lassen wollte. Und morgen sind wir zur Verabschiedung unseres Ex-Präsidenten nach Espoo eingeladen. Ich habe sogar fast vergessen, dass sie heute genau 16 Monate alt geworden ist... meine süsse kleine lustige Prinzessin.

Ich schleppe mich also mit einem extrem schlechten Gewissen herum und bin doch froh, dass Mika auf die Kleine aufpasst. Dass sie ja angeblich schon so gross und vernünftig ist. Und dann doch Tränen, wenn ich aus der Tür gehe. Schluchzen und Hängen am Hosenbein. Misst, aber ich muss. Und Frida muss. Das dämliche MUSS. Eine vollkommen explodierte Wohnung, Wäscheberge und Papierhaufen bis zur Decke. Hunderte ungelesene Mails und schlimme Halsschmerzen. Und Männe wird das ganze Wochenende wieder unterwegs sein. Ich glaube, wir packen uns am Sonnabend und Sonntag nur ins Bett und ruhen uns ganz einfach aus.

Und noch etwas zum Thema Vermeidung: ich weiss natürlich, was in Kauhajoki passiert ist. Aber ich weigere mich, auch nur irgendeinen Kommentar zu schreiben - Publicity ist ja alles was diese hirnrissigen Idioten wollen. Wieder in Finnland. Wir haben offensichtlich super Schulen, wenn man nur mit dem Leben davonkommt. Haha. Maailma on tullut hulluksi. Und wir hier brauchen jetzt ganz konkret ein bisschen Ruhe und eine Putzfrau =)

Mittwoch, 17. September 2008

Suotripping...

Sooo, und jetzt ein paar schöne Fotos von meiner ersten Reise ohne Frida - Mama war ja am Dienstag und Mittwoch auf Dienstreise im Kymenlaakso, also die Gegend um Lappeenranta, Kotka und Hamina im Südosten Finnlands. Dass Frida in der Nacht mit Papa nur drei Stunden geschlafen hat, erwähne ich jetzt lieber nur am Rande...

Der Waldpark Mustilan arboretum in Elimäki. Mit interessanten Bäumen und jeder Menge Rhododendren aus Noramerika, Asien und anderen exotischen Regionen, einem tollen Café in einem uralten Holzhaus und mit einem Pflanzenverkauf. Es gab lecker Lachssuppe, Brote und Kaffee.

Im Moor, nach langer Zeit endlich wieder einmal. Die Farben waren umwerfend, die Spaghnum-Moose breiteten sich wie Teppiche aus, die Wasserflächen spiegelten den grauen Himmel und die ersten Moosbeeren konnten gekostet werden. Der Rundweg auf Bohlen war fast 3 km lang und führte durch schöne Landschaften, nur die Rennerei war wie immer etwas nervig. Man würde nicht mal bemerken, wenn 10 m neben dem Weg ein Elch stünde...

Moose und Moosbeeren. Sehr hübsch, oder? Und sie tragen sehr gut, man muss nur an Gummistiefel denken. Der Torf war an diesen Stellen bis zu 5 m hoch, also Jahrtausende alt. Meiner einer hat übrigens vor drei Jahren einen Moorpflanzenkurs an der Uni Jyväskylä besucht und gelernt, die Pflanzen und Moortypen zu klassifizieren, aber irgendwie ist das mit dem Mamagehirn ziemlich in der Versenkung verschwunden *grübel*

Der Hafen von Lappeenranta. Da war ich auch noch nie gewesen, leider hatten wir keine Zeit auszusteigen und die Stadt, die Festung und den Hafen anzusehen. Vielleicht irgendwann einmal. Wir müssen sowieso viel mehr reisen - bloss irgendwie fehlt immer die Zeit dazu.

Noch ein Moor. Insgesamt haben wir mit der finnischen Moorgesellschaft 10 verschiedene Moore und andere Sehenswürdigkeiten angesteuert. In dem hier wurden Torfproben genommen, danach sahen wir uns Instrumente an, mit dem man die Treibhausgasemissionen messen kann. Sehr wichtig in der jetzigen politischen Diskussion um die globale Erwärmung.

Vorbereitung zur Torfproduktion. In Finnland gibt es so viele Feuchtgebiete und Moore (30% der Landfläche...), dass der Torf industriell abgebaut und neben der Verwendung in Kultursubstraten (sprich Blumenerde) zur Wärme- und Energieproduktion genutzt werden kann. Dafür werden bereits durch Gräben teilentwässerte, oft aufgeforstete Moore richtig trocken gelegt und der Torf über viele Jahre hinweg von oben abgefräst, in Luft und Sonne getrocknet und in eine Form gebracht, die von Kraftwerken leicht genutzt werden kann. Also Pulver, Briketts, Elefantendung oder Pellets, alles schon gesehen =)

Die letze Enklave des Westens - Teboil Tankstelle an der Grenze zu Russland. Bei dem Anblick rutschen einem normalen Finnen immer die Hosen in die Knie *lach* Ein bisschen gruslig ist es schon, wenn plötzlich die Speisekarte auf russisch ist und man von lauter Igors, Sergeis und Aljoshas umgeben ist =) Von der kilometerlangen Schlange von Trucks ganz abgesehen... ich finde das immer aufregend.

Ausserdem weilte am Dienstagabend so ein Monster im Badezimmer. Sass mit den anderen Frauenzimmern gemütlich in der Sauna, kippte sich ganz in Ruhe ein Lapin Kulta hinter die Binde und dachte gar nicht daran, zuhause anzurufen. War ne gute Entscheidung =) So ne Torfmaske macht übrigens Jahrzehnte jünger, hehe. Wenn's was bringt...

Dienstag, 16. September 2008

Suche und Treffer...

Oh oh, ich hänge schon wieder hinterher mit frischen Bildern von Frida und dem, was wir sonst noch machen (man beachte die Reihenfolge!). Aber hier ist erstmal was lustiges aus dem grossen weltweiten Netz der Dinge. Ich habe mich vorvorgestern fast scheckig gelacht, als ich die neuesten Suchbegriffe für Suomilokki abgerufen habe.

Man beachte besonders die Häufigkeit, mit dem das Thema "finnische Männer" gesucht wird - was mich anhand der Stieseligkeit hiesiger Mannsbilder keinesfalls wundert *lach* Die anderen Sachen erklären sich glaube selbst, von unsittlichen SMS über Gummiwindeln bis zum Schambeinknochen, heu heu heu heu =)

Ausserdem hatte Susku mal wieder einen Treffer bei den Eurobills. Nach langer Zeit. Von Kotka nach Palokka. Ich hoffe, meine Karte in den nächsten beiden Tagen wieder etwas bunter machen zu können - wir sind nämlich mit den Moorforschern im Kymenlaakso unterwegs. Sumpfwandern und Waldgucken und Sauna und vieles mehr, ich freue mich schon. Wenn auch ein paar Nachtfalter böse im Magen sumsen - das wird die erste Nacht, in der Frida ohne Mama sein muss. Ojeee. Aber das schaffen die schon.

Dienstag, 9. September 2008

Tuuutuuut...

Ha, heute war der unglaubliche Moment, an dem ich zum ersten Mal gesehen habe, wie ein Zug die Strasse überquert, auf der wir immer zu Oma und Opa fahren. Ein weltbewegendes Erlebnis, das gleich auf Zelluloid, ääähm, das Handy gebannt werden musste. Bisher haben die dämlichen hochstehenden Schienen nur dazu gedient, Männes oder meine Stossdämpfer zu ruinieren und auch Männe musste heute scharf bremsen, als die Lichtsignalanlage rot zu blinken anfängt. Ich wäre da bestimmt voll in den Zug gebrettert =) Die Finnen haben übrigens genauso breite Spuren wie in Russland *läster*

Apropos Handy... meiner einer hat heute seinen nur wenige Tage alten Telefonvertrag fürs Arbeitshandy von TeleFinland auf Sonera gewechselt. Haha, hatte ich den ersteren doch nur genommen, weil mir die freien Nummern da so gut gefallen hatten. Jetzt sind wir wieder beim teuren Riesen (übrigens Mutterfirma des o.g. Billigheimers), was auch von Cheffe empfohlen wurde. Netter Kundendienst (äähm hübsche Kerle hinterm Tresen), gutes Image und einige Bekannte arbeiten da - was will man mehr. Mich wundert nur, wieso die immer automatisch die Person als Eigentümer und die Firma als Nutzer des Vertrages nehmen... häh? Dat muss doch andersrum?

Ausserdem war Frida heute zum ersten Mal den ganzen Tag bei ihrer Tante. Männe musste filmen, Mama wollte nicht schon wieder einen Tag freinehmen, also musste das Kind zu Niina gebracht werden. Die zum Glück als Krankenschwester Schichten arbeitet und ganz nebenbei auf ihre eigene kleine Tochter aufpasst. Petra und Frida lieben sich und haben heute stundenlang die Bude auf den Kopf gestellt. Gekaspert, geschaukelt, Kriegen gespielt, gelacht, gebuddelt, sich gegenseitig gefüttert... Und ich konnte meinen Augen kaum trauen, als wir gegen 16 Uhr dort aufliefen und unser Spatz doch tatsächlich draussen im Kinderwagen (!)
auf dem Rücken liegend (!) sanft und friedlich (!) schlummerte. Wie machen die das alle bloss???

Donnerstag, 28. August 2008

Arbeit und mehr...

Dumm ist, wenn man mit halbkranken Kind zuhause sitzt und sich ärgert, weil der Männe nicht wie vereinbart um 16 Uhr nach Hause kommt und wenn einem dann um 16:30 einfällt, dass man den gleichen Männe ja morgens höchstpersönlich selbst zur Arbeit gefahren hat und jetzt eigentlich wieder abholen müsste. Zur Erschwerung der Situation war natürlich das gute Handy stummgeschaltet, welches dann richtigerweise 4 vermisste Anrufe von Männe anzeigte. Jaaa, so kann man seine Beziehung natürlich auch versauen *ggg*

Frida geht es schon besser. Sie macht einen ganz normalen Eindruck, spielt und lacht, hat aber noch 38 Grad Fieber. Wir waren ganz kurz auf Arbeit, haben ihren Schein vorbeigebracht und kurz die Kollegen upgedatet. Zitat finnischer Chef: "unter einer Woche geht das meinetwegen auch ohne Papierkram." Sehr schön.

Ausserdem habe ich schon Anfang der Woche höchstoffiziell bekannt gegeben, dass ich ab September zu 90% arbeiten werde. Musste lange überlegen, wann ich von den jetzigen 80% auf 100% Arbeitsleistung umsteige - schliesslich bin ich gern auf Arbeit und Frida gern bei der Tagesmami, das Geld können wir gebrauchen und so eine richtige Hausmami bin ich eh nicht - aber irgendwie biss doch das schlechte Gewissen. Ab sofort? Ab Oktober? Oder doch erst Weihnachten?

Dann fiel mir glücklicherweise der goldene Mittelweg ein: 90% und das meinetwegen sogar auf längere Zeit. Jiiihaaa! Wo ich doch eh in der letzten Woche immer länger im Büro gehockt habe, damit Frida mittags schön ausschlafen und dann noch in Ruhe ihr Välipala pappeln kann. Vor 15 Uhr brauchen wir da eigentlich gar nicht aufzutauchen - und genauso mache ich das jetzt auch offiziell. Mama glücklich und Baby vielleicht auch. Und bald ist sie auch wieder gesund.

Mittwoch, 2. Juli 2008

Kinderarbeit, Betten und Sitz...

Heute wurde Frida zum ersten Mal höchst professionell als Büroassistentin eingesetzt. Männe hatte vormittags ein Palaveri mit Kunden und da alles im Sommer in Finnland ein bisschen lockerer als sonst abläuft, habe ich das Baby eine Stunde mit mir auf Arbeit gehabt. Alles ging gut, die Kollegen haben sich gefreut und mein Büro wurde endlich wieder einmal aufgeräumt. Nach Fridas Meinung zumindest =)

Sie hat nicht geweint, hat nur alles untersucht, Staub gewischt, die Post ein- und ausgepackt und krabbelnderweise die anderen Büros angeguckt. Ein grosses vernünftiges Mädchen halt! Gläschenessen mit Thunfisch zum Mittag war bääääh, aber das hat die Mama dann mit etwas Zitronensalz schmackhaft gemacht und selbst gegessen. Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass wir jetzt den richtigen Kindersitz für das Friederikchen haben? Gestern gekauft, ein grüner HTS Besafe izi, so ziemlich das Beste was es fürs Kleene gibt. Sauteuer natürlich, aber was macht man nicht alles. Hier sollen ja Kinder bis zum 3. Lebensjahr rückwärts fahren und das ist auch ganz gut so.

Ausserdem haben wir am Sonnabend drei (!) Betten bestellt. Solche schicken weissen Spiralmatratzen mit festem Rahmen und Beinen daran. Statt unsererem geschenkten Klapperdoppelbett mit jahrzehntealten, muffigen und rückenschmerzverursachenden Schaumstoffmatten. Ich hatte die Dinger bei Kodin Ykkönen schon lange im Auge und wo sie jetzt zum dritten Mal im Angebot sind und ich demnächst Urlaubsgeld bekomme, haben wir zugeschlagen. Wofür wir DREI brauchen, ist dem aufmerksamen Leser sicherlich so klar wie Klossbrühe =)

Montag, 2. Juni 2008

Zwei Leben...

Wie die Überschrift schon sagt, versuche ich jetzt, sozusagen zwei Leben zu kombinieren. Sehr komisch. Morgens schön auf Arbeit gestiefelt und es war richtig nett. Man konnte in Ruhe alles neu kennenlernen, am Computer fudeln, sogar essen, ohne ständig gehetzt in die Runde zu gucken und jemandem am Hosenbein hängen zu haben. Andererseits habe ich schon ziemlich oft auf die Uhr geschielt und mich gefragt, was ich denn sonst so alles acht Stunden lang im Büro gemacht habe *lach* Zum Glück konnte ich heute schon um 13 Uhr abdampfen.

Im Auto sass dann eine liebe kleine Knuddelmaus - mein anderes Leben. Ich musste sie sofort aus dem Sitz nehmen und abknutschen und auch sie streckte sofort die Ärmchen aus und wollte auf meinen Schoss. Süss!!! Männe ist auf Arbeit und ich mit Madamchen nach Hause, wo wir erst einmal ausgiebig gespielt und dann den Geschirrspüler eingeräumt haben. Dabei habe ich allerdings auch auf die Uhr geschielt. Mannomann, immer diese Unzufriedenheit =) Obwohl ich das Robben auf dem Fussboden diesmal weitaus mehr genossen habe als sonst. Um 15 Uhr war dann in Palokka Babycafé und ich bin praktisch in mein gutes altes Mamaleben zurückgekehrt. Sehr schön und so vertraut.

Bis ich dann auf der Rückfahrt feststellte, dass es ja schon 18 Uhr war, noch kein Essen vorbereitet geschweige denn der Einkauf erledigt noch die Bude aufgeräumt noch Mails gelesen oder Rechnungen bezahlt oder das liebe Facebook oder der Blog upgedatet waren. Uuuups. Da liegt also der Hase im Pfeffer. Natürlich kann man zwei Leben vereinbaren - aber dann ist der Tag halt eher zu Ende. Beziehungsweise klappt man schon um 20 Uhr auf dem Sofa ab oder so. Na, das kann noch heiter werden =)

P.S. Natürlich hat Frida den ersten Tag mit Papa glänzend überstanden. Morgens um 7 von selbst wach geworden, brav Brei gegessen, Tagessachen angezogen, zweimal spazieren gewesen, einmal dabei eingeschlafen, zwei Stunden geratzt, dann Schinkensosse gegessen, Windel vollgepupst, ins Auto gesetzt und Mama abgeholt. War da was? Vielleicht hätte Mika ja das Baby von Anfang an nehmen sollen. Der kann das irgendwie besser als ich...

Sonntag, 1. Juni 2008

Fridas Jahr vorbei...

Hach, mir ist ganz komisch zumute. Einerseits freue ich mich auf mein Büro und meine Kollegen, andererseits kommt es mir vor, als ob mir morgen ein Arm oder ein Bein abgehackt wird. Und besonders im grossen und weltgeschichtlichen Kontext ist es schwer zu akzeptieren, dass das Jahr mit Fridababy jetzt vorbei ist. Ehrlich gesagt, kommt es mir vor, als ob Frida morgen ganz weg sein wird. Als ob wir sie nie wiedersehen - dabei wird mir spätestens morgen Nachmittag genauso ein Hosenscheisserchen am Bein kleben wie sonst auch immer. Aber die Zeit, wo ich mich ganz und gar der kleinen Maus widmen konnte (ääähm musste), ist halt vorbei und kommt nie wieder.

Angst habe ich auch vor dem Moment, wo ich realisiere, dass ich im Alltagsstress angekommen bin. Dass ich halt jeden Morgen, jede Woche von Montags bis Freitags und von Sommer bis Winter um 6:30 aufstehen und dann 6 Stunden auf Arbeit zubringen muss und mir nicht mehr frei wie ein Vögelchen bin. Noch schlimmer wird das sicher dann, wenn Frida bei der Pflegefamilie ist. Ich bin wirklich heilfroh, dass sie jetzt noch zwei Monate in Papis Obhut sein darf. Und dass ich bald Urlaub habe. Aber im Herbst... wobei ich mich hoffentlich dann schon wieder an den Alltagsrhytmus gewöhnt habe. Und wenn ich ehrlich sein soll, ist das Stress- und Ungewissheitslevel zuhause sogar noch viel höher als auf Arbeit. Vor allem darf ich nicht vergessen, dass wir das Geld brauchen und dass es jetzt im Sommer keine Clubs u.ä. mehr gibt, sondern mir total die Decke auf den Kopf fallen würde.

Und überhaupt - ich habe es doch gar nicht genossen, zuhause zu sein. Aber komisch ist es schon. Naja. Es soll ja auch gewisse Leute gegeben haben, die wie ein Schlosshund geheult haben, sowohl als sie in Finnland zum studieren angekommen sind als auch (selbstverständlich!) bei der Abfahrt. Die kräftig geschluckt haben, als sie sich vor einem Jahr vom Büro und den Kollegen verabschieden mussten und genauso, als sie dorthin zurückkehrten. Wahrscheinlich ist das das gleiche Phänomen - der Mensch ist halt ein Gewohnheitstier *ggg* Dämlich =)

Samstag, 31. Mai 2008

Saturday...

Heute haben wir gleich mit dem internationalen Kram weitergemacht. Also erst völlig verpennt - Frida war gestern schon nach dem ersten Stillen tief eingeschlafen und nicht mehr wachgeworden, was uns verleitet hat, bis 1 Uhr vor den Computern zu sitzen. Dunkel wird's ja eh nicht mehr... aber dafür haben wir den Wecker um 7:30 nicht gehört und natürlich das Babyschwimmen verpasst. Und unseren schön eingeübten Rhytmus wieder versaut - aber selber Schuld. Ab Montag geht eh alles andersrum =)

Nachmittags waren wir also kurz in der Stadt, ich habe glatte 90 Euronen in einer bekannte schwedische Klamottenkette verbraten und weiss jetzt auch, wieso man auf Dienstreisen Tagesgeld bekommt. Nicht etwa fürs Essen, sondern auch für die schicken Klamotten, die man extra dafür anschaffen muss. Wobei ich diesmal gut weggekommen bin - habe ich doch zum ersten Mal in 5 Jahren richtig ab- und nicht etwa zugenommen und daher passen auch einige ältere Sachen. Jippi! Genau 8 kg weg seit März und das ohne grosse Anstrengungen - manchmal Essen aufschreiben (ravinto.fi), Stillen und Zappelbabybetreuen reichten offensichtlich aus, um mein elendiges Gewicht auf den Stand von Dezember 2003 zu bringen. Genaue Werte nenne ich mal lieber nicht, bekanntlich haben ja PCOS und Schilddrüsenunterfunktion deutliche Spuren an meinem Luxusbody hinterlassen *grummel*

Frida hat natürlcih auch ein paar neue Sachen bekommen. Die darf ja auch noch wachsen =) Grösse 80 passt jetzt perfekt, aber ich renne immer noch automatisch zu dem Regal, in dem ganz winzige Strampler, Jäckchen und Hosen hängen. Die bei genauerer Betrachtung eigentlich nur Püppies und Meerschweinchen passen können. Danach waren wir bei einem informalen Treffen von Familien aus zwei Kulturen. In der Tourutupa, wo Frida und ich ja auch sonst immer herumhängen. Und mit fast den gleichen Leuten, die wir schon gestern bei Monimessi getroffen hatten. Aber das schadet ja nix. Frida hat wieder mit ihren französischen, amerikanischen, englischen, marokkanischen und nigerianischen Freunden gespielt und die zwei Stunden vergingen wie im Flug.

Danach waren wir noch in Kuohu, mein kleines Auto abholen und einen langen Spaziergang mit Frida durch die Sommerbotanik (Mücken, Giersch, blühende Weiden, Erlen und Löwenzahn) machen, bis die Augen zufielen, mit Oma und Opa Kaffee trinken, deren Keksvorräte leeren, Mails lesen und dann ging es wieder nach Hause. Morgen ist grosse Geburtstagsparty und gleichzeitig der aller, allerletzte Mamababyurlaubstag. Und immer noch weiss ich nicht, ob ich mich freuen oder traurig sein soll. Wehmütig auf jeden Fall, und ein bisschen ängstlich vor dem Stress, der da eventuell auf mich zukommt, aber gleichzeitig freue ich mich auf mein Büro, meine Kollegen und darauf, dass mir dort wahrscheinlich kein süsses Krümelmonster am Hosenbein klebt. Aber ein Bild kommt auf den Schreibtisch! Oder doch nicht... sonst vermisse ich das Sabberbaby vielleicht doch zu sehr =)

Montag, 21. April 2008

The world we live in and life in general...

Der Text stammt aus einem meiner Lieblingssongs (na???) und beschreibt das, worüber ich heute so nachdenke, ganz gut. Komisch, wenn man dauernd zwischen verschiedenen Welten pendelt und sich mit 33 noch darüber Gedanken machen muss, was man wann und wo im Leben eigentlich will. Aber vielleicht ist das ja normal. Besonders in Finnland ist es ja nicht unüblich, mitten im persönlichen Mittelalter alles noch einmal umzuschmeissen und ganz neu anzufangen, hehe.

Also, ich war heute vier Stunden auf Arbeit, nur mal so als kleine Hilfe für ein Projekt, was sich über die letzten vier Jahre erstreckt hat. Bilder raussuchen, Dinge zusammenfassen und Bilanz ziehen und so etwas. Das ganze fand ich entwicklungstechnisch interessant, weil es einen Vorgeschmack auf den Alltag bieten sollte, den wir im Sommer haben werden - ich vormittags auf Arbeit und Männe nachmittags und Frida irgendwo dazwischen. Ich habe extra aufgepasst, wie ich das alles empfinden würde, weil mir ja manchmal als Hausmami die Decke sehr gründlich auf die Birne fällt, ich aber durchaus gern zu Hause bin. Arbeiten tue ich aber auch irgendwie sehr gern...

Und tatsächlich bin ich froh, aus finanziellen Gründen da keine Entscheidung treffen zu müssen. Booaaah, ist das komisch. Auf Arbeit war es schön und interessant, aber andererseits habe ich schon auf die Uhr geschielt und darauf gewartet, wieder losdüsen zu dürfen. Vielleicht, um Frida wieder knuddeln zu können. Oder doch eher, um wieder in meine Freiheit aufbrechen zu dürfen. Tsja, die Freiheit dauerte 15 min Autofahrt und dann hing mir wieder jemand mit verschmierter Schnute, dreckigen Sachen und vollgepieselter Windel am Hosenbein. Nix Freiheit. Ääähm, das ist es also auch nicht. Was nun?

Im Büro kann ich wenigstens in Ruhe am Computer herumdaddeln, Excel-Tabellen basteln, Anzeigen entwerfen, Protokolle tippen, Artikel und Nachrichten texten, herumtelefonieren und so etwas. Mit relativ guter Erfolgsgarantie und gezielt. Oft kreativ und abwechslungsreich, aber inzwischen auch mit angenehmer Routine. Meist in Eigenregie, allerdings auch nicht ganz frei, sondern da ist ja auch noch mein netter Chef, der es meist extrem eilig hat. Ausserdem muss man da geschlagene 8 Stunden sein - und gerade wenn man nach Hause fahren möchte, um richtig den Tag zu beginnen, ist man schon wieder so müde, dass man direkt auf dem Sofa einschlafen könnte. Mmmh. Auch doof.

Nur zuhause ist aber - siehe oben - auch blöd, weil man eh nicht dazu kommt, seine eigenen Sachen in Ruhe zu machen. Shoppen, surfen, saubermachen, im Garten wühlen, Wäsche waschen, aufräumen - Fehlanzeige, weil ein 70cm-Zwerg unterhalten sein will. Oder gerettetet werden muss. Der ja nichtmal alleine Mittagschlaf halten kann *stöhn* Der aber doch so niedlich und unschuldig ist, dass ich jedesmal ein schlechtes Gewissen habe, wenn ich doch mal genervt bin. Nochmal studieren ist zu teuer. Selbständig zu sein ist auch blöd, weil ich keine brilliante Geschäftsidee habe, viel zu gesellig und viel zu faul für so etwas bin *lach* Vielleicht sollte man nach 5 Jahren wirklich die Branche wechseln, aber ich liebe ja meinen internationalen Job, die Leute, die Reisen und überhaupt kommt es in JKL einem Lottogewinn gleich, einen unbefristeten Arbeitsplatz zu haben. Das geht also auch nicht.

Also alles blöd oder alles gleich schön *lach* Und ich weiss also immer noch nicht, ob ich mich darauf freuen soll, im Juni wieder arbeiten zu können oder ob ich traurig sein solle. Aaargghhhh... Männe meint typisch finnischerweise beherrscht und unterkühlt und schulterzuckend, dass eben kommt was kommt und wir uns schon daran gewöhnen werden. Und sogar im Vauva-Lehti stand heute, dass Finns dazu erzogen wurden, ihre Gefühle zu unterdrücken, sich zu beherrschen und möglichst wenig Trara zu machen, geschweige denn über ihre Gedanken zu reden. Getröstet wurde vor 100 Jahren auf dem Land nur bei Lebensgefahr, Reden war Energieverschwendung und Umarmungen bei zig Kiddies eh zu viel des Guten. Was zu einer abwartenden, scheuen, kühlen Bindungskultur geführt hat, die man heute bei den Babies langsam zu korrigieren versucht. Mmmm. Man gut, dass ich zumindest meinen Blog habe, um Selbstgespräche zu führen, hihihi. Aber ich schweife ab...

Als Fazit könnte ich jetzt vielleicht schreiben, dass ich mich freue, auch mal ein Jahr zuhause gewesen zu sein, aber das auf die Dauer doch nicht mein Ding ist. Wobei ich fürchte, dass ich im Juni an meinem Schreibtisch sitzen und denken werde, dass ich das Jahr mit Frida gar nicht richtig ausgekostet habe. Mist. Warum gibt es keine gemeinsame Elternzeit? Ein Jahr mit Männe _und_ Frida zuhause wäre der Traum gewesen. Oder meinetwegen in einer afrikanischen Dorfgemeinschaft, wo Mamis und Kinder sich täglich und ungezwungen auf dem Dorfplatz zum Essenmachen und Labern treffen, statt alleine zu Hause vor sich hinzumauscheln. So. Vielleicht sollte ich Politiker werden =)

P.S. In der Halberstädter Volksstimme war gar kein Frida-Foto *snif* Kann jemand vielleicht von der Seite einen Scan organisieren? Bitte per Mail an suskifrida-75@yahoo.de.