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Donnerstag, 17. März 2011

Drei Wochen...

Morgen ist der letzte Tag meines Krankheitsurlaubes (äähm, wie heisst das bloss auf deutsch) und ich bin geradezu entsetzt, wie schnell die Zeit vergangen ist. Hatte ich mir doch vorgenommen, diese Tage richtig zu geniessen, stundenlang vor dem Fernsehen und vor Einrichtungs- und Gartenzeitschriften zu sitzen, ab und zu ein Nickerchen zu halten, Blümchen und Tierchen zu versorgen und - last but not least - unsere Wohnung und sogar die Schränke in einen Zustand zu versetzen, in dem sie noch nie gewesen waren =)

Neeein, irgendwie sind die Tage rasend schnell und ganz anders vergangen. In der ersten Woche war ich ja noch ganz vorsichtig. Montag mein Büro schnell aufgeräumt, Dienstag endlich ausgespannt, und am Mittwoch ins Zentrum, um bei Mehiläinen Fäden ziehen lassen. Am Donnerstag war glaube Frida zuhause, weil sie die Nacht durchgemacht hatte und weil es so schön ist, mit einem kuschligen, warmen Kind bis Mittag zu pennen. Die Wochenenden haben wir immer wunderschön in Familie verbracht und entweder draussen etwas unternommen oder Verwandte besucht. Siehe Bilder in den anderen Posts.

Glücklicherweise war es auch in der zweiten Woche an fast jedem Tag so, dass ich morgens mit Tiita und Mika aufgestanden bin und wir gemeinsam die Kleine zu Tante Laura gebracht haben, so dass ich wirklich viel Zeit für mich hatte. Aber in reality mussten dann doch Rechnungen bezahlt, der Fussboden saubergeräumt, Wäsche gewaschen und Essen gekocht werden, und dann kam schon Mika und der Alltag setzte ein. Einen Tag war Madamchen auch wieder zuhause und am Donnerstag bin ich allein mit dem Bus in die Stadt, um der neuen Filiale von Polarn O. Pyret einen Besuch abzustatten und ein bisschen zu shoppen - das war am allerschönsten, so konnte es weitergehen.

Am Freitag dann konnte ich aber nur noch völlig entsetzt auf den Fernsehschirm starren. Furchtbare Bilder aus Japan, riesige Wellen, weggeflutete Autos, schwimmende Häuser, Müll und Schutt überall, so wie es selbst Stephen Spielberg sich nicht hätte ausdenken können. Ach Du Sch...!!!! Groteskerweise habe ich genau diese Woche meine Kanäle neu geordnet und dabei Arirang und NHK gefunden. Witzig, ein japanischer Kanal... dass der 24h später die Schlagzeilen bestimmen würde, konnte ich da noch nicht wissen. Live und in Farbe. Wasser überall und die Apokalypse auf japanisch. Nachts dann Brände, Explosionen und die ersten Bilder der zerstörten Kernreaktoren. Unstoppbare Vorgänge, schon die ersten Prognosen liessen schlimmes ahnen. Es ging mir wie damals 9/11 - ich habe nachts kaum ein Auge zugemacht.

Wollte die ganze Zeit Nachrichten sehen, aber das geht mit einem kleinen Kind natürlich nicht. Wo man lachend auf ein Auto auf einem Dach zeigen muss und "hups, die schwimmen aber schnell" sagt, während riesige Schiffe ziellos auf Brücken krachen... nee, das geht nicht. Also blieb der Fernseher ab da aus und das war auch für meine Nerven besser. Die News auf Facebook und der n-tv Nachrichtenseite waren und sind schlimm genug. Ich war nur heilfroh, dass man niemals Menschen in den Autos und Schiffen sah... ob die da gephotoshopped hatten?

Und dann fiel mir auf, dass die Finnen ganz anders berichten.  Hesari war viel besonnener, beruhigend, die guten Nachrichten herauspickend und (blind?) Authoritäten vertrauend, während sich in den deutschen Medien alles direkt vor der Haustür und in schlimmsten Bildern und Albträumen ereignete (alles völlig ausser Kontrolle) und eine Seite die andere an Grausamkeiten zu überbieten suchte. Häh, sollte das das gleiche Erdbeben und das gleiche Kernkraftwerk sein?

Letztendlich bin ich auf BBC und CNN mit sachlicheren, ausgeglicheneren Analysen umgestiegen. Und dann die Japaner, die mit Ruhe und Stolz, gefasst und ganz besonnen ihr Schicksal zu ertragen scheinen, zusammenhalten und sisu demonstrieren, während ihr Land einer unvorstellbaren Katastrophe entgegenschlittert und der Nordosten völlig zerstört ist. Keine Tränen im Fernsehen, keine Verzweiflung, keine Massenausreise. Was für ein Paradebeispiel für cross cultural communication.Wie unterschiedlich doch Völker sein können, auch in einer zusammengerückten Welt.

Und dann überlebe ich schon eine Woche lang, was man machen könnte, etwas konkretes, aber ausser Spenden und Internetaktionen sind uns wahrscheinlich einfach die Hände gebunden, wir können nur zugucken, wie Nippon mit letzter Kraft kämpft =( Früher haben Familien sich gegenseitig aufgenommen, Kinder wurden ins Ausland verschickt oder ähnliches, aber jetzt ist (auch glücklicherweise) alles so weit weg. Aber für die Zukunft muss umgedacht werden.

Irgendwie ist unser Energiekonsum und überhaupt der Verbrauch von Resourssen total irrwitzig. Wenn ich sehe, wieviel Spielzeug Fridas Zimmer verstopft, wieviele Bücher und unzählige T-shirts und Hosen sie hat (das meiste davon geschenkt..), wieviel wir jede Woche an Essen und Krempel kaufen - und dann doch stöhnen, weil wir keinen Platz haben und die Schränke proppevoll sind - muss das sein? Können wir nicht alle einen kleinen Schritt zurückschalten? Vielleicht ist das ein Weg zu helfen. Auf mein Baby aus Haiti warte ich übrigens immer noch. Und mir sass am Sonntag ein Riesenkloss im Hals, als drei asiatische Kinder mit Frida bei Kodin Ykkönen spielten. Die Welt ist winzig klein geworden.

Und diese letzte Woche verging dann wiederum damit, meinen und Fridas Schlafrhytmus ins Lot zu bringen. Zuviel Nachrichten, zuwenig Bewegung draussen und zuviel Internet... dafür quietschende Kleinkinder mitten in der Nacht, geschmierte Brote, vorgelesene Bücher und Janosch-Musical-DVDs. Am Montag wieder den halben Tag im Büro, dienstags und mittwochs Frida zuhause. Ewig lange geschlafen und dann haben wir beide eine Busreise in die Stadt, zu Café Voca und dem neuen Spielzeugladen im Forum unternommen (das hat Frida total gefallen!), bevor wir mit dem Papa zu Pasi nach Saarijärvi gefahren sind.

Heute abend war Männe wie so oft beim Eishockey und wir sind wieder mit Fridas Tretschlitten ums Haus gefahren, während alle anderen Kinder schon in den Betten lagen... hehe. Und das war es schon. Vier Wochen ohne Job, rasendschnell vergangen. Japan in Trümmern, und irrerweise dreht die Welt sich weiter. Hast Du auch schon einen von Origami-Kraniche gefaltet? 1000 Cranes for Japan... just to give a bit of hope.

Sonntag, 27. Februar 2011

Rekonvaleszent...

Dafür, dass ich noch drei Wochen krankgeschrieben sein werde, geht es mir verblüffend gut. Ich kann sitzen, liegen und herumlaufen, nur alles nicht besonders lange. Schuhe zubinden im Sitzen geht auch. Bücken, knien und Spülmaschine einräumen auch, aber man soll es ja nicht übertreiben. Tragen darf is gar nix. So muss Männe dauernd ran, Klamotten, Papier und Spielzeug vom Fussboden aufzusammeln. Im Raumschiff wäre das einfacher. Seufzend hat er schon festgestellt, dass Labradore sich als Diensthunde dazu ausbilden lassen, Sachen aufzuheben und Frauchen zu bringen *ggg*

Oh mann, was habe ich mal wieder für Hundefieber. Oder doch erst Bruder für Tiita oder doch erst Haus bauen oder oder... das nennt man hier ruuhkavuodet, Staujahre, die Jahre zwischen 30 und 40, in denen Familie, Karriere, Eltern und Hausbau aufeinander fallen und man vor Projekten gar nicht mehr aus noch ein weiss. Ich bin auch froh, jetzt drei Wochen Pause zu haben, weil es im Job einige Veränderungen gibt. Oder ich mich überhaupt neu orientiere. Durchatmen und dann wieder mit Vollgas geben sozusagen.

Jedenfalls waren wir heute kurz im Zentrum, um endlich das Kompassi-Monatsfoto zu schiessen, ganz kurz vor Toresschluss, und weil Frida neue Schuhe brauchte. Laufen darf ich ja. Aus den Turnschuhen wurden bei Anttila dann doch gefütterte Gummistiefel in lila =) Wir hatten heute zum ersten Mal +2 Grad nachdem das Quecksilber im Februar ansonsten nicht über die minus 25 geklettert ist. Warm wie im Frühling und der Duft erst, der in der Luft lag... aaahhhh!!!

Freitag, 25. Februar 2011

G-stones...

Eine Woche weg vom Fenster, eine Woche sozusagen auf der anderen Seite des Lebens, so wie mir das vor etwas über einem Jahr schon mit meinem Rücken gegangen war. Am Donnerstag abend war ich aus der Palokkaer Ersten Hilfe entlassen worden und wiederhergestellt zuhause eingefallen. Den Freitag verbrachte ich im Büro, mit kneifenden Magenschmerzen auf meinem Stuhl herumrutschend, und am Sonnabend war ich so entnervt, dass ich Männe und Frida bat, mich doch sicherheitshalber noch einmal beim Jyväskyläer Krankenhaus abzugeben (am WE hat Palokka zu), damit die nochmal nachgucken können, während meine Familie sich bei ABC's Tankstellengeburtstag amüsieren würde. Das geht ja wohl nicht weiter so, wenn man nichts essen kann und nie weiss, wann was wie höllisch weh tun wird, von meiner miesen Laune und Unbelastbarkeit ganz zu schweigen. Sogar die Pipi war schon ganz braun.



Also wieder in mein Lieblingskrankenhaus. Ich kam aufgrund der Schmerzen (7 auf einer Skala von 1-10) auch recht schnell dran, es wurde noch im Flur Blut abgenommen und Fieber gemessen und ich durfte mich dann auch ziemlich bald auf eine Liege legen. Mit Kanüle und Tropf und Schmerzmitteln. Da lag ich so und las Hauszeitschriften, stundenlang. Die Schmerzen wurden schon besser, aber ich hatte keine grosse Lust, wieder nachhause geschickt zu werden. Ätzend wurde es erst, als ein unmöglicher Alki in meinem Alter neben mich gelegt wurde, der hat zum Entsetzen seiner Freundin rumgepöbelt, dass es die wahre Freude war... huuaaah.

Dann Ultraschall mit einer ganz netten und hübschen Ärztin - irgendwie sind die Docs neuerdings alle jünger als wir. Klar, verdickte Gallenwand, Verdacht auf Gallenblasenentzündung und ganz viel Gries, ganz super. Sie liess durchblicken, dass sie nicht bis Ende März warten würden, aber so ganz genau äussert sich ja so ein Finn nicht. Nur ich wusste aus dem Netz, dass das schon ziemlich ernst war und dass die da wahrscheinlich nicht mehr lange zappeln können. Also weiter rumgelegen und auf die Laborergebnisse gewartet.

Irgendwann abends durfte ich dann auf die Bettenstation der Nothilfe umziehen, eine Etage höher. Supermodernes Zimmer mit zwei Flatscreen-Tvs, mit WLAN und einer richtig netten Bettnachbarin. Ausruhen.... wenn nur nicht die doofen Krämpfe alle paar Minuten wären und wenn die Kanüle in der Hand nicht so entsetzlich pieksen würde. An Schlaf war nachts auch nicht gerade zu denken, die Wanduhr tickte und die Schwestern guckten alle Stunde nach uns, nahmen Blut ab und knipsten das Licht an und vielleicht wäre ich ja auch aus dem schmalen Bett gefallen... aber da wusste ich noch nicht, was noch kommen würde.

Am Sonntag passierte gar nichts. Immer wieder Blut abgenommen, Fernsehen geguckt, gelesen und mobil gesurft. Abends kamen auch Männe und Frida vorbei. Am Nachmittag hatte ich noch die Freude, mein erstes CTG durchstehen zu müssen. Der Gedanke an die chilenischen Bergarbeiter in ihrer 60cm-Röhre rettete die Situation, ich kam mir richtig tapfer vor und zum Glück war das Ding von innen beleuchtet und der Arzt ganz nett. Der Bauch war dank nächtlicher Nulldiät auch okay, nur hing mir vor Hunger fast die Zunge aus dem Hals. Abends gab es endlich pürierte Gemüsesuppe, die ich ohnehin liebe. Das Krankenhausessen hier ist wirklcih erste Sahne, total lecker und abwechslungsreich. Das war auch schon bei Fridas Geburt so.

Am Montag morgen war ich ganz vorbildlich und habe gearbeitet. Per Handy und Mail alle wichtigen Dateien von meinem Kollegen angefordert (ein Glück, wenn der PC zumindest sortiert ist...), dann gebastelt und korrigiert und nachgedacht und gemailt, was die durchlöcherte Hand hergab. So ist das eben, wenn man der einzige ist, der für seinen Job verantwortlich ist. Am Abend kamen dann die Bauchschmerzen wieder. Arrrghh, also doch richtig, hier zu sein. Gar keine gute Laune mehr. Und ich wurde umquartiert, jetzt auf die richtige bauch-chirurgische Station, ein paar Stationen tiefer, direkt neben der Pathologie *galgenhumoran*

Das Zimmer war schon deprimierender, ziemlich alt und gelblichweiss, mit einen Winz-TV mit vier Kanälen und viel kleineren Fenstern. Na, was soll's. Die Nacht da brachte dann die wirkliche Überraschung. Die nette Omi neben mir war nämlich noch eine schlimmere Nachteule als ich und redete pausenlos... zu meinem Entsetzten sowohl wach als auch im Schlaf und die abstrusesten Dinge. Japaner und Vögel und Soldaten... Wo ich wegen Frida schon so einen federleichten Schlaf habe. Und wenn mal keiner gelabert oder gehustet oder gestöhnt hat, kamen garantiert die Schwestern und erklärten mit zig Dezibel, wo man sei und was jetzt passieren würde. Ich lag wie gelähmt in meinem Bett und versuchte, die Augen zuzubekommen, nix. Alle halbe Stunde wach und wenn ich gerade eingeratzt war, ging es wieder los oder jemand schraubte an meinen Kanülen. Herrje, wie soll man da gesund werden?

Dienstag verging wieder mit Warten. Eine Schwester hatte erwähnt, dass sie mich vielleicht nach hause schicken würden, um erst die Entzündung abheilen zu lassen. Wie bitte? Nicht schon wieder... Dann kam der Arzt vorbei und es hiess doch, dass sie noch während dieses Aufenthalts operieren würden. Ein Lichtblick. Also warten und am Tropf hängen und alle drei Stunden um eine Spritze gegen die Schmerzen bitten. Am Nachmittag war ich so hungrig und müde, dass mir fast das Handy aus der Hand fiel, aber ich sollte duschen und bekam OP-Sachen an und Socken mit einem Loch vorne, so dass man den Zettel für den Leichensaal an den grossen Onkel bammeln kann. In dem Zustand...

Dann die nächste Nacht, noch schlimmer als die erste, aber am Vormittag kehrte Ruhe ein (oder ich bin ins Koma gefallen), so dass ich zumindest bis mittags schlafen konnte. Die Sonne schien auch - und es war mein Geburtstag und sooooo viele Leute hatten mir auf Facebook, per Mail oder SMS gratuliert *freu* Das war richtig schön. Und Männes Schwester und meine besten Kindheitsfreundin hatten sich endlich beim Gesichtsbuch angemeldet, so dass wir besser Kontakt halten können. Dann wieder duschen und Hemdchen an und los ging es. Die asiatische Assistentin witzelte mit mir im OP-Saal, ich guckte interessiert die Instrumente an und der finnische Anästhesist wünschte mir, als die Augen zufielen, noch eine deutsche "gute Nacht, schlaf schön", so dass ich mich tatsächlich grinsend von dieser Welt verabschiedete.

Dann ganz woanders aufgewacht, trockener Mund und ein scheusslich schmerzender Rücken und eine halb ausgekugelte Schulter, aber meine ganz eigene, ganz liebe finnische Aufwachschwester, die alle fünf Minuten rannte, um mir Wasser zu holen. Operiert, jess!!! War ja gar nicht so schlimm. Und wirklich nur Löcher im Bauch, kein langer Schnitt und sooo schön geschlafen. Na endlich. Auf dem Zimmer wartete wieder eine wilde Nacht, so richtig müde war ich ja auch nicht, aber was soll man halt machen... stillhalten und hoffen, dass man irgendwann wieder raus kommt.

Donnerstag war schon der sechste Tag und irgendwie traurig. Ich wusste zwar, dass ich das Schlimmste überstanden hatte und die Wunde tat auch nur ein bisschen weh, ziepte wie Seitenstechen, aber eine Schwester hatte mir gesagt, dass sie einen richtig festsitzenden Stein noch über den Mund herausangeln müssen. Per Magenspiegelung, mit Farbe und Röntgen und möglicherweise Nebenwirkungen, aaaarrrhhh. Wo ich doch im Herbst dabei fast meinen eigenen Körper abgegeben hatte, das ist ja nun wirklich grauenhaft. Und dann noch 30-60 Minuten lang, wie sollte ich das aushalten, ohne zu ersticken? Von anderen Hiobsbotschafen ganz abgesehen.

Glücklicherweise war eine meiner besten Freundinnen an dem Tag als Schwester auf Arbeit, meine Eltern haben angerufen und meine Tante, und am Abend habe ich mit meiner Cousine über verrückt gewordene Omas gelästert - vielleicht habe ich meiner auch das Leben gerettet, nachdem ich sie daran gehindert hatte, einfach mit allen Kabeln auszurücken - und lange Spaziergänge rund um die Abteilung konnte ich auch schon machen und dann kam auch noch Männe vorbei und irgendwie würde die Zeit schon herumgehen. Abends intelligenterweise nach Schlaftabletten verlangt und dann wirklich nur einmal wach gewesen, super!

Dafür hatte ich am Freitag einen argen Kater *würg* und lähmende Angst vor dieser Angelaktion. Nicht mit mir, bitte... irgendwie wegbeamen... dann ging es doch los. Mit Bett dahin und Medi schlucken und hinlegen und dann Schlauch in die Schnute *ööörkkkkss* und dann irgendwann tat es ganz doll weh und die holten Drähte und Schläuche wieder raus und es war eine halbe Stunde vergangen. Ich war mir sicher, dass ich die ganze Zeit wach gewesen war, aber dann kamen mir doch Zweifel... nein, niemals, ich wäre da doch fast erstickt und hätte gewürgt und Panik bekommen und so, und an die Fahrt in mein Zimmer konnte ich mich auch nur halb erinnern.

Und vor allem konnte ich die Schrift auf meinem Handy nicht lesen, als ich Mika hinterher simste und die Schwester stand auch doppelt vor meinem Bett - also ganz ganz schlimme Dröhnung, diese Medis. Meine Freundin hatte ja gesagt, dass die meisten sich kaum daran erinnern, und das stimmte, aber erst im Nachhinein. Gott sei Dank. Ganz komisch, so stockbesoffen war ich schon lange nicht mehr, richtig witzig eigentlich =) Zwei, jeweils fünf Millimeter grosse Kullern haben sie aus den Gängen gepult, halleluja.

Ich war fest überzeugt, dass die mich wegen der Komplikationen noch eine Nacht dabehalten wurden, aber dann kam eine Schwester und fragte, ob ich nach Hause möchte. Was, jetzt schon? Im Ernst? Aber, äähm, hicks, erst wenn ich wieder nüchtern bin, ja? Noch ein bisschen liegen und einen klaren Kopf bekommen. Das klappte dann auch ganz gut und dann kam meine liebe Familie und es ging endlich ab nach Hause. Aus der kurzen Stippvisite bei der Ersten Hilfe war eine ganze Woche geworden.

Eine Woche in einer ganz anderen Welt und doch würde es im Nachhinein eine kurze Episode sein. So wie im letzten Dezember ein Ausflug in auf die andere Seite... aus der wir jungen Leute in der Regel noch relativ schnell wieder ausbrechen können. Ich könnte niemals Krankenschwester sein, vor allem nicht für alte Leute. Bei Tieren kann man helfen, bei Menschen nur zugucken und flicken, was zu flicken geht. Nein, das ist nicht richtig. Aber ich bin meine Steine los. Und vielleicht wird alles andere jetzt auch einfacher, gucken wir mal! Jetzt drei Wochen zuhause, richtig erholen und gesund werden. Das war schon ganz lange vonnöten.

Donnerstag, 17. Februar 2011

Finnische Liebe...

Es heisst ja immer, dass ein Finne seine Liebe zeigt, indem er der Angebeteten ein Haus baut. Aus Holz natürlich. Und am besten noch ne Sauna dazu (bzw. als allererstes) und eine Terrasse und einen Stall und eine Werkstatt und eine Grillikota und und und. Mein Männe allerdings hat mir immer Filme und MusikCDs gebastelt. Und als ich heute früh sogar mit dem Krankenwagen zur Poliklinik musste, weil die dämliche Galle fast explodiert ist, da hat er mir einen Rucksack gegeben, in den sie liebevoll Fridas Titi-Nalle (mit Fridas altem Strampler an), mein Laptop und mein Handyladegerät gepackt hatten. Alles, was man am meisten braucht. Habe ich nicht eine süsse Familie?

Netter Tag, so in der Ersten Hilfe zu liegen und von 8 bis 16 Uhr mit dem Handy zu surfen, mit Strom des öffentlichen Gesundheitssystems. Erst ganz schlapp und blass und dann nach doppelter Medidosis wiederhergestellt. Wobei wieder sichtbar wird, wie sinnlos und teuer die ewig langen Operationsschlangen sind - wenn die mich sofort operiert hätten, wäre die ganze Sache schon längst erledigt. Aber was Gutes hatte das doch... die Laborwerte im Vergleich von Dienstag und heute sagen jetzt laut ganz netter Ärztin, dass wirklich meine Galle spinnt und nix anderes, obwohl der Bauch immer oben und in der Mitte weh tut. Na dann mal raus mit dem Ding...

P.S. Wenn man sein Schlepptop so lieb hat, sollte man es möglichst nicht von 17 bis 5 Uhr im Auto liegen lassen. Vor allem nicht, wenn draussen minus 35 Grad herrschen. Vielleicht sollten sie den USB Memory Stick da oben in meiner Birne auch mal untersuchen =)

Sonntag, 13. Februar 2011

Februarfiebermaus...

Natürlich hatte die kleine Maus Fieber. Sogar 39 Grad und natürlich wollte sie weder Fieber messen noch Fiebersaft schlucken oder sich gar Wadenwickel umbinden oder verdünntes Tablettenwasser trinken oder das letzte Zäpfchen aus Babyzeiten geben lassen. Da war noch das sauteure piepsende Stirnthermometer, aber natürlich waren die Batterien alle. Zum Glück fand sich im Medischrank noch ein winziger, magischer schwarzer Zauberstreifen, den ich einmal auf dem Londoner Flughafen ergattert hatte - und der wie ein Aquariumthermometer zumindest ungefähr die Lage der Dinge anzeigt.


Also Sonntag zuhause, Tiita sogar stundenlang und freiwillig (!) wach (!) im Bett (!), rot und glühend, und Mama daneben und später gemeinsam dunklen Streuselkuchen gebacken. An unserem Backoutput sieht man übrigens, wie oft die Kleine in den letzten Wochen krank gewesen war =) Das ist nämlich das intelligenteste, was man mit halbschlappen Nachwuchs veranstalten kann, ohne an die frische Luft zu müssen und ohne Mami die Decke auf den Kopf knallen zu lassen. 

Übrigens war heute wieder wunderschöner Sonnenschein und blauer Himmel bei -20 Grad und ich bin während Fridas Mittagschlaf sogar heimlich draussen auf den 4m hohen Schneeberg geklettert und durch den oberschenkelhoch versunkenen Garten gestapft, um ein paar Fotos zu machen. Februar ist wirklich toll. Und das Viertel Paracetamol vor dem Einschlafen hat sie witzigerweise genommen, nachdem ich es ihr als Vitamintablette einfach blitzschnell und ganz alltäglich in den Mund gesteckt hatte - und  ein Kuchenstückchen hinterher =) Das klappt aber bestimmt nur einmal. Wobei mir übrigens Nelson einfällt, der seine Tabletten immer in der Backentasche aufbewahrt und noch Stunden später in unsere Schuhe gespuckt hatte...

Donnerstag, 10. Februar 2011

Bauchweh...

Unsere medizinische Nachtwache und die unkomplizierte Neuvola-Morgenstunde in Palokka sind Anfang des Jahres wegrationalisiert wurden und so mussten wir erst einmal die Bereitschaft im Krankenhaus in Jyväskylä testen. Frida hatte am Nachmittag, gleich nachdem ich sie von Laura geholt hatte, schlimme Magenkrämpfe, dazwischen erholte sie sich aber wieder und war ganz die alte. Als sie aber nachts um eins immer noch alle halbe Stunde schreiend aufwachte, bekam ich doch Muffensausen. Mika hatte schon abends gesagt, dass wir zum Arzt fahren sollten und mein schlaues Buch war auch der Meinung, dass man lieber einmal mehr als einmal zuwenig da aufkreuzen sollten. Also Kind zwischen zwei Anfällen angezogen und ins Auto verfrachtet. Zum Arzt wollte sie nicht, aber Papa abholen *räusper* klappte dann. 

Im Krankenhaus war es gaaanz ruhig, kein Wunder mitten in der Woche mitten in der Nacht und bei -20 Grad draussen. Wir bekamen sogar Wartenummer 001 und wurden, nach verschiedenen Anmeldeschaltern relativ schnell ins Arztzimmer gerufen. Den kannte ich sogar noch vom letzten Mal (nach der Schweineimpfung???), weil er so aussieht wie einer von YMCA =) Fridas Bauch wurde abgetastet, in die Ohren geguckt und die Brust abgehört. Dabei weinte sie wieder ganz schlimm, weil wohl gerade wieder ein Magenkrampf kam, und so richtig kindgerecht war der Doc ja auch nicht, obwohl er sein bestes gab... arme Kleine. Zwischendurch immer wieder warten, zum Glück gab es mit anderen wartenden Patienten und rumrennenden Schwestern genug zu gucken. 

Vor allem, als zwei riesengrosse glatzköpfige Polizisten und zwei schwarzuniformierte Wachmänner eine durchgeknallte und freche Neunzehnjährige brachten, die mit 1,1 Promille und im 8. Monat schwanger zum xten Mal versucht hatte, ihr Auto und sich irgendwo gegenzuknallen, weil sie sich mit ihrem Freund gestritten hatte. Ganz toll. Da fragt man sich wieder, wie manche Leute es verdienen, Kinder zu bekommen und andere jahrelang warten müssen :(. In Amerika hätte ich der Tussi ein paar Scheinchen in die Hand gedrückt und das arme Baby zu uns genommen... schlimm so etwas. Ganz schlimm. Darf man gar nicht weiter drüber nachdenkenk, vor allem wenn man immer noch mit dem Gedanken spielt, irgendwann mehr Kinder zu haben oder zu adoptieren. 

Frida wurde dann noch aus dem Finger Blut abgenommen und sie bekam ein tolles Pflaster und ich einen Krankenschein - und dann wurden wir nachts um drei wieder nach Hause geschickt. Sie hatte keine Entzündung, nix Blinddarm oder so etwas, sondern wahrscheinlich einen der herumgehenden Magendarmviren, die sich auch zunächst in Bauchweh äussern können. Wieder ein Tag zuhause... und wir haben bis 14 Uhr geschlafen, immer wieder unterbrochen durch Weinen und strampelnde Strumpfhosenbeinchen... aber ich bin froh, dass wenigstens ein Arzt mal geguckt hat. Jetzt gibt es Toastbrötchen (in Finnland gibt es keinen Zwieback) und verdünnten Kamillentee (Zaubersaft) und Pikku Kakkonen und MTV3 Juniori im Fernsehen fürs Mäuschen und dann ist sie hoffentlich bald wieder hergestellt.

Freitag, 28. Januar 2011

Hustinettenbär...

Nachdem wir so schön durch die finnische Botanik gestampft sind, musste sich natürlich prompt ein Hustenschnupfenvirus bei uns einnisten. Klar, wenn alle anderen Kinder auch mit Rotznase herumlaufen. Am Montag war Pyry, das neue Kind bei Tante Laura, krank und am Dienstag konnte Frida auch nur noch schlapp mit dem Papa auf dem Sofa liegen und Kinderfernsehen gucken. Ganz blass und mit fiebrigen Wangen. 

Und nachts wurde sie alle paar Stunden stinkwütend und kreischte wie eine Feuerwehrsirene neben meinem Ohr, wenn sie durch die verstopfte Nase nicht atmen konnte. Oder wenn Mami und Papi weg waren. Apua. Mami war entsprechend breit und blieb dann am Mittwoch und Donnerstag zuhause. Was sich als hervorragende Lösung herausgestellt hat - Tiita spielte und erzählte (sie ist ja neuerdings gaaaanz lieb und eine richtige Freundin geworden) und rannte mit ihrem Puppenwagen durch die Gegend, bis sie erschöpft ins Bett fiel, und Mami räumte die vermüllte Bude auf, kochte Essen und betüttelte die kleine Schnupfenprinzessin. Unser Haushalt glänzte geradezu. 

Sogar Kuchen haben wir gebacken und Essen gekocht und Fensterbilder gemalt und endlich mal Fridas Spielzeug sortiert und Fotos ausgeschnitten und geklebt und heute waren wir in der Sauna und haben Yuri herumgetragen und die Finnmeeridamen gefüttert und am Computer Buchstaben getippt und und und. Sogar Fridas Hochbett habe ich ganz allein auf Tiefbettstation gewuchtet und die katzenverpinkelte Matratze umgelagert und zigmal den Geschirrspüler angestellt und gewaschen und Bettzeug gewechselt, alles dank pflegeleichter grosser kleiner Tochter. So macht Zuhausebleiben Spass!

Im Sommer hätten wir Tiita eher wieder in den Kindergarten geschickt, aber bei -5 bis -20 Grad ist so ein Schnupfenkind zuhause wirklich besser aufgehoben - die spielen ja sonst morgens und nachmittags fast 2 Stunden draussen in der eiskalten Luft und bremsen lässt sich unsere Maus ja nun wirklich nicht =) Von den durchgehusteten und durchgespielten Nächten und meinen Augenringen ganz zu schweigen... Am Donnerstag kamen abends noch einige liebe Freunde zu Besuch, heute war ich wieder im Büro und jetzt ist die Woche auch schon wieder um. Oh, und heute hat die Sonne so geschienen und war so warm, dass man wirklich schon von kevättalvi sprechen kann, hihihi. Geschafft!

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Operation Jämsä...

Operation geglückt, Patient tot... oder so ähnlich. Nein, es kam ganz anders. Ich habe das ganze Wochenende an Männes PC gearbeitet, meinen Schreibtisch freigeschaufelt und unser Magazin 99% fertig gemacht, sämtliche Termine in den nächsten beiden Wochen abgesagt, Zeitschriften und Bücher zurechtgelegt, sämtliche Passwörter aufgeschrieben und festgelegt, dass mein Grab nach Jyväskylä kommt und Frida bei Männe bleibt, falls ich mich in die ewigen Jagdgründe begeben sollte sowie für den anderen Fall den Kühlschrank halbwegs gefüllt, Anweisungen für Katzen und Meerschweine gegeben, Tasche gepackt, ein paar leichte Dinge für nächste Woche vorgenommen und sich ein bisschen auf die ruhige Zeit zuhause gefreut, aber höllische Angst vor den Schmerzen und Löchern im Bauch gehabt... Männe hat Frida Abholdienste und Übernachtungen organisiert und so weiter...

Heute mittag dann schnell vom Büro nach Hause, Schlafanzug und Handtuch und Zahnbürste eingepackt und los ging es. Sechzig Kilometer durch eine wunderschöne Winterlandschaft nach Jämsä. Natürlich hatte ich Muffensausen, aber noch schlimmer war der Hunger - schon um 2:30 aufgewacht und danach nichts mehr gegessen, weia. Wenn ich umkippe, brauchen die gar keine Narkose mehr... Im Krankenhaus mussten wir fast eine Stunde warten, aber dann kam ein supersüsser und ganz ruhiger Arzt und fing an, mir die Prozedur zu erklären, und wieso ich überhaupt nach Jämsä musste - das KKH in Jyväskylä ist chronisch überfordert (so wie das gesamte finnische Gesundheitssystem...) und da haben sie eben auf dem Land ein paar Dienste gemietet. Er fragte nochmal die Symptome durch, tastete den Streifenbauch ab und ärgerte sich mit seinem Computer herum - und schliesslich fragte ich, ob die Operation denn heute oder erst morgen sein würde, weil ich so furchtbaren Hunger hatte =)

Ein Grinsen und ein schnelles "Nein, nein, das ist erst im nächsten Jahr". Häääh? Also doch... ich hätte es ja wissen müssen. Die verflixten finnischen Schlangen bevor hier mal jemand unters Messer kommt. Die Regierung musste extra per Gesetz eine 6-Monats-Übergrenze einrichten, damit nicht alles aus Kosten und Personalmangelgründen total aus dem Ruder läuft, und das nutzen sie natürlich bis zur Schmerzgrenze aus. Dabei hatte ich, als die Einladung kam, wirklich erst mit einer Voruntersuchung gerechnet und erst aufgrund dessen, dass ich sämtliche Fragebögen ausfüllen musste, die Rezepte mitnehmen und sogar angeben sollte, ob ich die darauffolgende Nacht allein wäre, und aufgrund dessen, dass alles im Jämsä war, angenommen, dass die doch schon sofort operieren wollen. Na, egal. Mit einem riesigen Grinsen hüpfte ich aus dem Untersuchungszimmer und schnell zu Männe, der sicherheitshalber noch im Warteraum sitzen geblieben war. Dann noch Blutdruckmessen und Krankenschwester kennenlernen und fertig war die Laube, ab nach Hause.

Also doch keine Löcher im Bauch und keine höllischen Schmerzen, dafür muss ich jetzt bis Ende März mehr oder weniger weiterhungern, ganz nebenbei noch 20 Kilo abnehmen (sehr gut) und dann werden sich wohl auch die Gallensteine von allein aufgelöst haben, hahaha. Hauptsache, mir geht es die ganze Zeit so gut wie jetzt und nicht so besch... wie z.B. letzte Woche, also abwechselnd mit schrecklichem Beton im Bauch oder abgedrehten Flusen im Kopf. Jedenfalls sieht der Rest des Jahres jetzt richtig rosig aus. Auf Arbeit ist alles wichtige erledigt, ich kann viele neue Sachen starten, die sonst liegengeblieben wären, zuhause werde ich wohl jetzt gründlich aufräumen und die Weihnachtsdeko rausholen, am Freitag ist Spielgruppe und am Sonnabend finnisch-deutsche Weihnachtsfeier, sogar mit deutschem Gottesdienst, und übernächste Woche kommen schon Omi und Opi und dann der Weihnachtsmann. Wenn das nichts ist!

Abends waren wir gleich noch in der Eishalle, weil JYP Tag der Offenen Tür hatte - Frida hat fleissig Autogramme gesammelt und mit den harten Typen da geflirtet, Männe und Niina und Jani und Minna samt Kids waren auch da und Mikas Vater hat mich wie einen Geist angeguckt *ggg* Danach war noch Weihnachtsfeier mit Fridas und den anderen Tagesmüttern in Ritoniity's Kindergarten. Ich wollte das ganze erst skippen, weil meiner Meinung nach zwei Veranstaltungen an einem Abend viel zuviel sind und wir in diesem Jahr schon bei zig Pikkujoulus waren, aber dann hatten die Kinder so ein schönes Kulturprogramm vorbereitet, dass ich mich in Grund und Boden geschämt habe. Frida hat mindestens 5-6 Lieder mit den anderen Kindern gesungen und dazu die Hände bewegt, die Kinder sassen und standen erfrischenderweise dabei auch einfach so, bunt durcheinander im Kreis der Erwachsenen, durften herumlaufen usw. Einfach schön, nur hatte ich natürlich keine Kamera dabei, weil ich ja eigentlich im Krankenhaus sein sollte.

Danach wieder Glöggi, Kuchen und Kekse in einem wunderschön gemütlichen und kleinen Kindergartenraum (wusste gar nicht, dass das da so schön ist, wir wären ja im März fast in das Haus daneben gezogen!), Aino und Frida haben gekaspert und Krach gemacht, dass ihre Mami und ich fast im Boden versunken sind, während Marcus ganz schüchtern und lieb dabei sass, und dann musste auch noch der Rest der Räume erforscht werden. Frida benutzte einmal auch ganz laut "sitten mennään paskalle" (dann gehen wir mal ka..en), was auch auf finnisch gar nicht geht, und die anderen Mamis und Papis dachten sich bestimmt ihren Teil, aber das hat sie halt von ihrem anderen Elternhälfte, weil ich ja nur mit ihr deutsch spreche. Weia, ich hätte wirklich mit 25 noch weiter warten sollen, statt den erstbesten Männe zu krallen, der mich halbwegs mochte... aber manchmal ist er ja auch nett, andere sind vielleicht noch schlimmer und Tiita liebt ihn über alles. Soviel also zu meiner OP. Hier ist was los.

Samstag, 4. Dezember 2010

Backe backe Plätzchen...

Was soll man zum relativ dunklen Winteranfang und in der Vorweihnachtszeit sonst auch machen =) In der Spielgruppe, bei uns zuhause, Mummola und bei deutschen Freunden zu Besuch. Nicht, dass ich mit meinem verkorksten Magen mehr als drei, vier essen könnte, aber Spass macht es trotzdem. Kommt als Geschenk bei Tagesmama & Co auch sehr gut an, die Finns kennen nähmlich nur dunkle, relativ würzige Pfefferkuchen und da legen die auch noch Blauschimmelkäse drauf... Achja, bei meiner Magenspiegelung letzte Woche (die Prozedur war mal wieder eine Grenzerfahrung, nee nee nee) kam heraus, dass ich einen Zwerchfellbruch habe. Na super. Dafür habe ich seit Mitte September schon sage und schreibe 13 kg abgenommen. Vielleicht erledigt sich ja alles doch von selbst, wenn ich hier endlich mal als Hungerhaken herumlaufe? Hier sind jedenfalls ein paar Backbilder.



Die unaufgeräumte Küche auf dem zweiten Foto ist übrigens unsere. Mit fast Vollzeitjob und zwei Sachenrumschmeissern in der Bude ist es halt schwer, auf Einrichtungszeitschriftsniveau zu kommen *seufz*, auch wenn wir inzwischen viel mehr Platz haben. Aber Omi spendiert zu Weihnachten einen Wäschetrockner und ab und zu macht Männe auch mal was... nur nicht aus freien Stücken.

Ich frage mich übrigens schon jahrelang, wieso es in Finnland keine Putzhilfen gibt, die auch mal aufräumen, Meerschweinchen ausmisten, Zeitungen sortieren, bügeln und stopfen und waschen... nicht nur die Oberflächen saubermachen. So wie ich das in Minden und Düsseldorf gehört habe. Das wäre eine super Marktlücke. Aber andere Männes sollen ja genauso sein... und er kümmert sich klasse um die Kleine, wenn Mama zwei-drei-mal in der Woche stinkwütend durch die Bude saust und mit der Mülltüte droht =)

Oh, und scrollt unbedingt weiter nach unten... Männe und Frida haben heute von 11 bis 18 Uhr (!!!) Mittagschlaf bei Mummo gemacht und ich hatte nichts weiter zu tun, als über die vergangenen Wochen zu bloggen und Fotos hochzuladen =)

Freitag, 19. November 2010

Deadline...

So, der berühmt-berüchtigte Brief lag im Kasten und jetzt weiss ich, wann ich denn zur Schlachtbank geführt werde oder vielleicht sogar mein letztes Stündlein schlägt. Am 8. Dezember, zwei Tage nach Nikolaus und dem finnischen Unabhängigkeitstag wird der Bauch aufgeschnippelt und die halb versteinerte Galle herausgeholt. Na super.

Und das auch noch in Jämsä, dem kulturellen Zentrum (Insiderwitz) von ganz Mittelfinnland. Ja, da gab es mal eine Geschichte, dass jemand bestimmtes, der mir sehr wichtig war, viel herumreiste, von einem Festival zum anderen, unter anderem in Helsinki, Turku und Jämsä. Und ich komme gar nicht herum - heulte ich mich bei einer Freundin aus. Die daraufhin in schallendes Gelächter ausbrach und mich einige Wochen später, als wir einmal überhaupt nichts zu tun hatten, zu einer Pizza in der besagten Weltstadt einlud *ggg* Gut, da gibt es einen Parkplatz für Taxis und Rallyautos und zwei Tankstellen und ein Elchdenkmal... und jetzt offensichtlich auch ein Krankenhaus.

Also, mal sehen, was das nun wieder wird. Dabei tut der Bauch doch gleich gar nicht mehr weh? Ob die bei der Gelegenheit sozusagen als Bonus ein paar Kilo Speck absaugen können? Ist doch bestimmt ein Abwasch... =) Naja, vielleicht überlebe ich das. Wenn nicht, müsst ihr woanders weiterlesen... aber insgesamt musste ich jetzt doch nicht 6 oder 12 Monate warten und lieber jetzt operieren, als wenn die wirklich richtige Koliken machen. Montag ist übrigens noch die Magenspiegelung. Aber ich glaube schon, dass alles vom dem Stress mit meiner verrückten Hottentotten-Family kommt. Wenn nicht, merken wir dann im Januar irgendwann, was es war. Mmmh? Jaja, wenn man schon über 30 ist...

Sonntag, 24. Oktober 2010

Fortschritte...

Trotz Halsschmerzen und Husten ein ganz tolles Wochenende. Männe war bis auf Freitag Abend die ganze Zeit zuhause und wir sind richtig gut weitergekommen. Während ich meine Erkältung ausgeschlafen habe, hat er ganz freiwillig sein Zimmer begehbar gemacht, dann haben wir - gerade rechtzeitig vor dem zweiten Schnee - endlich das kleine rote Mökki an seinen endgültigen Platz geschafft und aufgestellt und mit Rindenmulch gefüllt und ich habe bibbernderweise drei Laternchen auf unsere Terrasse gebammelt. Von Sommerdeko also gleich in den tiefsten Winter.

Im Schlafzimmer hängt auch schon eine blinkende Herzchenkette am Fenster und unsere alten Wohnung glänzt seit heute mit niedlichen Tonttu-Vorhängen und einem grün-roten Teppich. Die Zäune im Garten hatten wir ja vor ein paar Wochen schon rausgerissen (siehe Foto), Bilder wieder aufgehängt und Blümchen besorgt. Ob das nun den Ausschlag gegeben hat oder nicht... jedenfalls hat der Mann, der schon wochenlang nach unserer Wohnung geiert, mal wieder sein Angebot um ein paar Hunnis erhöht und wir haben diesmal seufzend, aber doch zufrieden zugestimmt. Schlappe 104.000 statt der anvisierten 107, von 114 ganz zu schweigen, aber sie war ja nun wirklich lange genug zu verkaufen gewesen und wenn sie halt kein Ölscheich haben will, müssen wir uns mit etwas weniger zufrieden geben.

Immerhin elf Tönnchen mehr als wir damals bezahlt hatten. Wenn wir jetzt alle Kredite zurückzahlen, stehen wir mit plus minus 0 da und haben trotzdem unsere Wohnrechtswohnung mit verringerter Miete abbezahlt, das ist doch schon was. Adios nur mein angedachter Urlaub im Süden und meine neue Kamera, aber da Männe jetzt ja auch arbeitet, werden wir wohl bald wieder besser dastehen. Nicht zuletzt aufgrund des über uns schwebenden Pleitegeiers hatte er ja überhaupt angefangen... und wehe, der hört jetzt wieder auf =) Also, vielleicht alles okay, aber wie gesagt, letztens ist der Verkauf ja auch noch im letzten Moment geplatzt. Abwarten und Tee trinken!

Jetzt am WE haben wir uns übrigens wieder überall selbst eingeladen, Mikas Eltern und Tanten besucht, und gestern mit den deutschen Eltern beim Peukkula-Indoorspielplatz gewesen - alles Orte, wo man halbfiebernd einfach nur rumsitzen und zugucken braucht, statt ständig neue Spiele auszudenken, für Essen zu sorgen und gefühlte 99 Kinderfragen pro Minute zu beantworten *lach* Eben gerade war ich schon so fit, dass wir draussen eine halbe Stunde Schnee geschoben und sogar einen Schneebär gebaut haben, richtig mit Möhrennase und Steinaugen und dickem weissen Bauch. Cool, das habe ich auch schon jahrelang nicht mehr gemacht, war total lustig. Meine kleine Frida hat auch fleissig mitgemacht, sie ist auch so süss und schon so gross!

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Erleuchtet...

Entweder die bittere Meduzin wirkt schon nach zwei Tagen (eigentlich erst nach einem Monat oder so), oder ich habe wirklich einmal eine Auszeit gebraucht. Heute doch noch zuhause geblieben, obwohl Tiita auch nicht im Kindergarten war - dafür konnte Männe früh für ein paar Stunden auf seine Arbeit und wir haben einfach bis Mittag unseren Husten ausgeschlafen. Super. Wieviel es immer ausmacht, so eine Flunssa gleich am Anfang im Keim zu ersticken, indem man sich wirklich ausruht und nicht ins Büro oder in der Weltgeschichte herumrennt.

Mit Quengelkind Danonino gefrühstückt, Memory gespielt und ab und zu ausgeruht und gar keine schlechte Laune oder Bauchschmerzen gehabt, sogar Männes Gemaule und Langsamkeit ertragen, ohne an die Decke zu gehen. Nur ganz leiche Übelkeit. Oder die Kopfschmerzen löschen die im Bauch aus. Auf dem Weg zum Auto hatte ich sogar einen Hihihi-Anfall, bei dem Männe gleich die Augen verdreht hat. Nachmittags eine Stunde auf Arbeit, um wichtige Mails zu verschicken, Mika und Frida waren derweil auf dem gegenüber liegenden Spielplatz und bei der Würstchenbude, danach bei Mummo verwöhnen lassen. Die hat uns sogar Pannari mit Erdbeergelee gemacht (Eierkuchen vom Blech, schmeckt superlecker) und natürlich quengelt Frida da weniger als bei uns zuhause.

War eine gute Idee... und angeblich haben die auch alle eine Rotznase, es besteht also keine Ansteckungsgefahr. Laurababy war auch da, sogar ganz alleine, während ihre Eltern im Kino waren. Süss die Kleine und lacht richtig viel, ganz anders als ihre sehr ernste grosse Schwester =) Abends hat Männe noch die Anfang der Woche in letzter Not gekaufte dreileuchterige Küchenlampe (sagenhafte 12,45 e statt 129...) angebaut, unter viel Gestöhne und Fluchen und mit ein paar Nothilfeeinsätzen von mir (mein Ex war Elektriker). Hat "nur" drei Stunden gedauert, sieht aber ganz toll aus. Was machen wir bloss mal, wenn es keine Omas und Opas mehr gibt, die solche tollen Sachen können?

Mittwoch, 20. Oktober 2010

Bauchupdate...

Jaja, vom Baby- über den Immobilien- zum finnischen Invalidenblog... Jedenfalls hat der Doc jetzt endlich mal gefragt, ob bei mir schon einmal eine Magenspiegelung gemacht wurde. Hah, das wurde ja auch mal Zeit. Jetzt gucken die sich Bauch und Speiseröhre mal von innen an. Ich fürchte mal wieder das Schlimmste, aber vielleicht kommt es doch besser. Komisch, dass die das nicht gleich am Anfang gemacht haben. Ansonsten blaue Pillchen schlucken, chillen und Erkältung auskurieren. Übrigens grotesk, wenn man mit Fieber und Halsschmerzen beim Arzt sitzt und um einen Krankenschein für nur einen Tag bittet, weil ab morgen das liebe Kind zuhause ist... die Kindergärten sind in den Herbstferien ja fast alle geschlossen bzw. auf Minimalbetrieb und da Tiita eh schon wochenlang in irgendwelchen Ersatzgruppen war (Laura war zum ersten Mal seit Jahren krank), darf sie jetzt zwei Tage mit Papa zuhause bleiben.

Freitag, 24. September 2010

Gift und Galle...

Das Geheimnis meiner ominösen Bauchschmerzen hat sich jetzt auch vorläufig gelüftet. Streifenbauch in der lokalen Poliklinik ultrageschallt - zu meiner grossen Freude im gleichen Raum, in dem wir Hugobaby zum ersten Mal erblicken durften - und tatsächlich darf sich meiner einer über Gallensteine freuen. Alles voll davon, tolle geologische Ablagerungen. Was man als über 30jährige alles für eigenartige Zipperlein entwickelt! Männes Mama wurde daran letztes Jahr operiert und mir blüht bestimmt das gleiche Schicksal. Na super. Aber ich bin irgendwie auch froh, dass sie etwas gefunden haben. Dieses ewige Unwohlsein und Schweben zwischen Hunger und Völlegefühl und Rückenschmerzen und Drücken im Bauch, verbunden mit der ständigen Angst, etwas Falsches zu essen - nein danke. Mehiläinen, mein privates Arbeitsarztzentrum, hat übrigens im April nur auf Helibakterien oder Milchallergie getippt und nichts gefunden. Hoch lebe also diesmal das finnikliche öffentliche Gesundheitssystem =) Und ich bin immer noch und für alle Zeiten stinkfuchssupersauer, dass meine Schildi-Unterfunktion nicht gleich und sofort in 2003 statt 2005 festgestellt würde, sonst würde ich nämlich heute mit 30 kg weniger herumlaufen und hätte vielleicht weniger Probleme, in allen Richtungen. FCUK kann man da nur sagen.

Sonntag, 19. September 2010

Yrjö...

Wenn man ganz dolle Heimweh und ein paar Yrjöviren im Bauch hat, muss man nachts schon wieder die Kloschüssel vollk***. Mama mit dicken Augenringen und Sorgenfalten auf der Stirn daneben. Na, dann verpennen wir eben den ganzen Tag. Männe früh noch zur DTM gefahren und dann mit Tiita bis 16 Uhr im Bett geschnarcht. Muss auch mal sein.

Freitag, 11. Juni 2010

24 h die erste...

Mami und Frida sind wieder einmal Rallyopfer und 24 h ganz alleine. Die allerdings sehr ereignisreich waren und im Fluge umgegangen sind. Männe hatte es übrigens diesmal mit seinem Freund Pasi auf ein Mökki nach Kouvula verschlagen und das hatte er sich auch redlich verdient, wo er immer so gut auf seine Kleine aufpasst und meiner einer nächste Woche Meetings hat.

Der Freitag Abend war ganz kurz. Zunächst. Frida hatte zwar seit Donnerstag kein Fieber mehr, ist aber dafür nachts ständig aufgewacht und hat wie am Spiess geschrien. Ganz schlimm. Typische Nachtschrecks, bei denen sie nicht richtig wacht wird, sondern nur weint, weint und tritt und sich wälzt und gar nichts hilft. Weder trösten noch in den Arm nehmen noch wach machen, gar nichts. Na super. Das ist einmal in der Nacht schon schlimm genug, weil ich oft nicht einschlafen kann, wenn ich erst einmal wach geworden bin. Wenn es aber alle paar Stunden losgeht, drehen auch die Erwachsenen total am Rad.

Freitag früh waren wir alle total geplättet. Vielleicht zwei, drei Stunden geschlafen und Frida war auch müde - aber wir mussten sie unbedingt zu Tante Laura schicken, weil ich selbst den Schreibtisch zum Überlaufen voll habe und Männe dringende Schulprojekte hat. Laut Laura war sie dann auch ganz normal, nicht übermüdet, normalen Mittagschlaf gehalten und normal gegessen. Abends sind wir dann trotzdem hundemüde schon um 18 Uhr ins Bett. Mama auch eingschnarcht. Kurzer Abend, wie oben schon geschrieben.

Nur, dass Frida um 20 Uhr schon wieder aus Leibeskräften brüllte und ich senkrecht im Bett sass. Das hält doch keiner aus. Vor allem, weil ich in der vergangenen Nacht noch sämtliche finnischen und deutschen Arztbücher auf mögliche Parallelen überprüft hatte. Ohrenentzündung, Blinddarm, Hirnhaut oder ähnliche Schauerlichkeiten? Was, wenn sie wirklich tierische Schmerzen hat, daran hops geht und wir haben nichts gemacht???

Also Kind im Schlafanzug in die Stube geschleppt, halbwegs wach gemacht und zu einer Autotour überredet. Lieber abends um 8 als nachts zwischen 2 und 3, dachte ich mir, und ehe ich hier ganz ausflippe. Tiita sass wie in den vorherigen Tagen auf dem Fussboden und gnatzte und jammerte die ganze Zeit... nee, da muss nachgeguckt werden. Wir also mit Regenschirmen bewaffnet zum Gesundheitszentrum. Hell ist es ja eh, also fällt es gar nicht auf, zu welchen Uhrzeiten wir so die Gegend unsicher machen.

Lange nicht mehr dagewesen... im Foyer sassen 4-5 Familien, die meisten Kinder mit fieberroten Bäckchen, aber halbwegs gut gelaunt. Frida sass brav auf der Bank, dann fing sie auch an, herumzukaspern. Nee, so sehen Halbtote eigentlcih nicht aus. Aber besser, wenn jemand nachguckt. Nach etwas über einer Stunde waren wir dran. Die Schwester oder Ärztin sagte erst, dass Frida schon gross geworden ist (die hat ein besseres Gedächtnis als ich) und dann wurde in die Ohren und den Mund geguckt. Nix, ganz sauber alles. Ich schilderte inzwischen unsere Beobachtungen und sagte auch, dass Tiita Anfang der Woche Fieber gehabt hatte. Dann fragte die Ärztin, ob ihr etwas weh tut. Nein, sagte Frida, die auch sonst nie darauf reagiert hatte, warum sie denn weint. Nur vielleicht, dass Jaakko schon in den Ferien ist. Und heute zu Mami zum ersten Mal, dass unsere Sachen bei Mummo sind. Kann sie das wirklich so mitnehmen?

Dann forschte die Ärztin weiter: Hast Du eine Puppe oder einen Teddy? Ich dachte, oh, die ist aber nett, fragt von hinten herum. Aber nein... hihi. Sie sagte "Dann nimm die mal ganz fest in den Arm und schlafe richtig, ja?" Frida nickte und versprach es. Praktisch veranlagtes Medizinpersonal *grins* Also doch nur Nachtschrecks. Und es soll möglich sein, dass die alle paar Stunden kommen *stöhn* Wir sollen uns Ohrenpfropfen besorgen...

Zum Abschluss des verkorsten Tages fuhren wir um 22 Uhr (!) noch zu ABC, um der tapferen Frida einen Saft zu holen. Die liebt die ABC-Raststätten nämlich über alles... kennt sogar das Logo und kann die Buchstaben lesen *umfall* Gott sei Dank war es noch taghell, da dürfen ab 21 Uhr nämlich auch nur Leute über 18 rein, damit sie vor den reihenweise stinkbesoffenen herumlungernden Jugendlichen geschützt sind. Ha, die lungerten dafür auf dem Parkplatz rum. Und ich und Frida dazwischen, voll Party ey und ich kam mir vor wie 18 - aber es hätte ja auch sein können, dass wir von Helsinki nach Enontekiö oder so reisen und abends noch Rast machen wollen =)

Jedenfalls um 22:30 wieder zuhause gewesen (siehe Beweisfoto) und gegen Mitternacht ins Bett gefallen. So kann man auch ein einsames Wochenende totschlagen. Aber ich war heilfroh, dass Tiita nichts ernsthaftes hat.

Dienstag, 8. Juni 2010

Expressvirus...

Heh, vielleicht 10 min war alles in Butter, sogar eine Bekannte kam schnell vorbei... und dann holte Männe eine jämmerliche Frida ab, die sofort ins Bett, sogar das eigene wollte und zwei Stunden später 39 Grad Fieber hatte und ganz rot leuchtend und apathisch war. Oh nein! Und wie froh war ich spätestens da, dass wir den ersten Verkaufsvertrag genommen hatten. Meine arme Kleine. Inzwischen ist es Gott und Fiebersaft und Schlaf sei Dank schon wieder besser. Keine Ahnung, was das schon wieder war!

Höh, Pustekuchen, in der Nacht kam das böse Fieber zurück. Also Mami einen Tag zuhause und dann Papi einen Tag daheim, weil die Frau Communications Manager dringend im Büro gebraucht wurde. Wir haben nämlich nächste Woche ganz wichtige Meetings hier, mit ca. 100 Teilnehmern aus aller Welt und nur ganz wenige Leute, um das Ding zu schaukeln. Puh, nochmal gut gegangen. Ich freue mich schon darauf, meine Kollegen wiederzusehen. Aber natürlich ist es immer schlimm, eine kranke Fridi zuhause lassen zu müssen. Immerhin bin ich die Mama, auch wenn Männes Tagesbeschäftigung weit weniger wichtig und ertragsbringend ist. Irgendein 48 h Expressvirus also. Und ich denke wieder einmal, dass eine Ersatzpflegestelle für den Notfall ganz sinnvoll wäre, haben wir aber nicht, weil alle Bekannten und Verwandten selbst arbeiten müssen...

Donnerstag, 3. Juni 2010

Und weiter...

Komisch, manchmal fällt mir jeden Tag was zum Posten ein und dann ist wieder tagelang Ruhe... irgendwie waren die letzten beiden Monate richtig aktiv, während ich z.B. im letzten Sommer den Blog sträflichst verlassen hatte.

Aber hier ein kleiner Update... die Wohnung sieht schon besser aus, weil mein und Nachbars Männe jeden Abend mit den Kindern den Sandkasten unsicher machen und Mami da ein, zwei Stunden (oder war es doch nur eine halbe) schrubben kann. Küchenschränke schon abgewischt, Wände geschrubbt (da hingen noch Rotzreste von Nelson dran!!!), Badfliesen poliert und Saunafenster geputzt - mal sehen ob das bis nächste Woche sauber bleibt. Am Montag, Dienstag und Mittwoch kommen nämlich die Herren Wohnungsmakler zu Besuch *bibber*

Übrigens bauen wir hier so richtig Potemkinsche Dörfer - die Schränke aufmachen dürfen die nämlich auf keinen Fall, sonst werden sie von Lawinen erschlagen =) Und was nicht in irgendeinen Schrank passt, muss noch zur finnischen Oma auf Land evakuiert werden. So wie unser drittes Bett gestern oder heute - wenn da nicht Mikas Freund (ich verweise jetzt mal auf einen Post von vor ein paar Tagen *augenverdreh*) statt, wie vereinbart, mit dem Kleintransporter um 16:30 vor der Tür zu stehen, erst um 21 Uhr angerufen hätte - nein, der hat keine Kinder und ich sage jetzt mal gar nichts mehr zu dem Thema...

Und noch ein übrigens: die Wohnung unserer Nachbarn, 3 Zimmer auf 75 qm wurde doch glatt innerhalb eines einzigen Tages verkauft, noch ohne dass die Makler es geschafft hatten, das Ding ins Internet zu setzen und noch ehe die erste öffentliche Vorführung war. Soviel zu unserem Immobilienmarkt momentan. Blasen und Irrsinn uberall, Preise dank anhaltender Minizinsen, grenzenlosen Vertrauens und gnadenlosen Wettbewerbs innerhalb eines Quartals um 12 % gestiegen, während im restlichen Europa alle auf ihren Bruchbuden sitzen bleiben. Aber als Verkäufer soll mir das ja recht sein, ein paar Tönnchen mehr auf meinen Konto sind mir ganz lieb, wo wir momentan noch nicht wieder kaufen müssen. Ich bin gespannt, was die am Montag ansetzen, hier wird der Preis des Maklers nämlich nicht über- sondern unterboten. Und deshalb muss die Bude auch so gut aussehen *stöhn*

Der ganze Stress schlägt mir natürlich immer noch auf den Magen, obwohl ich inzwischen bewusst versuche, ganz ruhig zu bleiben und z.B. auch Männe viel mit Frida spielt, ohne dass ich irgendwelchen Senf dazwischengebe. Die Arbeit ist auch nicht ganz unschuldig, dort mache ich momentan mehrere Projekte gleichzeitig, die in anderen Jahren hintereinander geschaltet sind bzw. im Ausland stattfinden und auch dort organisiert werden, statt in unserem schönen kleinen Finnenland. Puuhh... und das bei 90% Arbeitszeit und mit Umzug und hyperaktivem Kleinkind von 17 bis 20 Uhr plus durchwachte Nächte.

Glücklicherweise hat Cheffe mich hyperventilierende Ziege heute ermutigend darauf hingewiesen, dass wir doch schon fast alles in trockenen Tüchern haben - das stimmt dank zwei Wochen full speed, ist aber noch nicht in meinem Gehirn - und vor allem dem Magenbecken angekommen, haha. Morgen also erstmal der lang erwartete Helicobacter pylori-Test und dann wissen wir mehr. Manno, was bin ich dieses Jahr für eine schlappe Nudel... vielleicht doch diese dämliche Schweinegrippenimpfung???

Donnerstag, 20. Mai 2010

Psychose...

Da ich seit Juli nur noch Stress habe (Wohnung, Kind, Schlaf, Job, Männe, Chaos und zig andere Sachen) wundern mich die Magenschmerzen, die seit Februar immer wieder kommen, gar nicht. Ab zum Doc heute. Wobei ein, zwei Tage ganz allein und irgendwo anders bestimmt die bessere Therapie wären =)

Resultat: Eine Woche ohne Medis abwarten und dann zum Labor. Wird auf Helisonstwasbakterien (Magenschleimhautentzündung) und auf Laktoseintoleranz (sowas haben nur Finns!!!) getestet. Naja, ich hole dann mal den Puuro aus dem Schrank... Und natürlich fängt ein finnischer Arzt nicht mit Psychoblabla oder gar Homeopathie an, sondern holt gleich die Pharmakeule aus dem Schrank. Datt kann ja heiter werden.

Donnerstag, 6. Mai 2010

Poskiontelotulehdus...

Ich fand ja Nasennebenhöhlenentzündungen als Kind vom Namen her immer sehr witzig. Aber dass das so weh tut, als ob man mit der Zahnbürste gleich im ganzen Gesicht ausgerutscht ist, hat mir damals niemand gesagt. Antibiotika und Abschwellungsmittel und drei Tage krankgeschrieben und von dem schrottigen RTL-Hausfrau-TV kriegt man noch mehr Kopfschmerzen. Apua.