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Sonntag, 30. Januar 2011

Geschockt...

Kurz vor dem Schlafengehen nochmal Facebook geguckt und da waren breaking news von n-tv: Zugunglück in Sachsen-Anhalt. Ach Du liebe Güte, wo denn? Magdeburg, Oschersleben, Halberstadt, Hordorf... verdammter Mist, das ist ganz in der Nähe meines ehemaligen Zuhauses, nur ein paar Minuten von meiner Stadt entfernt. Um 22.30 passiert, Nachtschwärmer und Weltreisende mit dem Zug nach Hause, so wie wir mehrmals, zuletzt erst im September, als wir mit Frida Omi und Opi besucht haben und Rail&Fly-Tickets hatten.


Natürlich kenne ich die kleinen, ganz modernen Triebwagen und natürlich auch die Strecke durch endlose Felder, vorbei an alten graffitiverschmierten Bahnhöfen, Kleingärten und Kleckerdörfern. Mit uralten kleinen Schranken und Bimmelsignalen. Tiefste Provinz. Magdeburger Börde. Ab in den Harz. Schöne Sch... =((( Die armen Opfer und Angehörigen und was sagt meine Stadt, wenn die Leute morgen aufwachen und so etwas im Radio hören müssen. Oder gar die Bilder... Zug zerquetscht und umgekippt auf ein gefrorenes Feld geschmissen... so wie damals 1998 auch in Jyväskylä. Es ist ein Jammer und furchtbar. Langenweddingen zwei...

Die deutschen Nachrichtensender kamen erst sehr spät mit Bildern, erst gegen 5 Uhr früh - klar, das ist ja auch absolut in der Pampa - aber BBC hatte bei uns im Fernsehen das erste Video und inzwischen berichten auch finnische, spanische, mexikanische, australische und was-weiss-ich Zeitungen über eines der schwersten Zugunglücke in Deutschland, ganz vorn auf der ersten Seite, mit Eastern Germany was mitten in Deutschland liegt - und auf den Karten sieht man meine kleine Stadt, die die auf englisch sehr eigenartig aussprechen.... wo wir doch eigentlich für unsere Würstchen und den Dom und John Cage und Oschersleben für seine Motorsportarena berühmt sein wollen. Ach Mist alles. Und wieder eine Nacht durchgemacht. Ich weiss schon, wieso ich in Zügen nie vorn sitze :( Scheibenkleister.

Montag, 22. November 2010

Lumimyrsky saksalaisittain...

Da guckt man mal nach langer Zeit ganz unschuldig auf die Webcams meiner drei germanischen Heimatorte - und schwupps - haben die gleich einen saftigen Schneesturm. Hihi, ist das lustig. Hier liegen "nur" so um die 10 cm und nächste Woche sollen wir -25 Grad haben. Ein Grund mehr, einen Kurztrip nach Berlin zu unternehmen =)

Halberstadt, wo sonst Häuser und die Türme des Doms und der Martinikirche zu sehen sind. www.tiny.cc/easdj

Wernigerode mit seinem wunderschönen Märchenschloss... müsst Ihr dann noch einmal bei schönem Wetter gucken, wie das eigentlich sonst aussieht *ggg* www.tiny.cc/iaq6i

Quedlinburg, diesmal offensichtlich ohne Stiftskirche, aber immer noch schick mit seinen restaurierten und halbzerfallenen romantischen Fachwerkhäusern. www.tiny.cc/vzqgu

Montag, 20. September 2010

Tiergehege...

Ich bin immer froh, wenn der letzte Urlaubstag an einem Wochentag ist, so kann man wenigstens noch einmal einkaufen, was einem spontan noch so einfällt. Frida war glücklicherweise wieder hergestellt und Männe und ich hatte das Virus bisher dank vorbeugenden allabendlichen Vodka- und Muskatellerkonsums verschont. Also Fressnapf besucht, den einzigen Tierladen, wo Männchen und Weibchen Meerschwein getrennt gehalten und regelmässig mit frischer Einstreu, Wasser und Heu versorgt werden *malerwähnenmuss*. Danach schnell ABC-Schuhe, aber irgendwie ist neuerdings selbst Grösse 41 (!!!) zu klein, keine Ahnung, was die da zusammenschustern... und zum Schluss der gute alte Halberstädter Tiergarten in den Spiegelsbergen.

War früher Pflichtprogramm alle paar Wochen und ist auch jetzt noch, wenn auch die Gehege jetzt im Herbst etwas vernachlässigt und verwildert aussehen. Und wenn ich inzwischen kein allzugrosser Zoo-Fan mehr bin, weil man die Tiere ja im Fernsehen in der Natur viel besser sehen kann, ohne dass sie ihr Leben lang eingesperrt werden müssen. Grosse Zoos sind da natürlich auch noch einmal etwas ganz anderes, von der Präsentation und vom Austattungsgrad. Aber es war wieder einmal schön, die Wölfe und Esel Pinoccio zu sehen, die Marderhunde und Schnee-Eulen auf finnisch zu grüssen, und überhaupt durch den schönen schattigen Wald zu streifen.

Auf dem Spielplatz da fanden sich übrigens sogar ein paar Spielkameraden für Frida (und neue Namen, haha). Der war fast besser als der ganze Zoo, fand zumindest Tiita. Hinterher noch ein Eis, Kuchen und Cappuccino im Hotel neben dem Reiterhof, ein paar Kastanien gesammelt (wachsen in Jyväskylä dummerweise nicht...), dann noch schnell alle vergessenen Sachen beim Cousinchen eingesammelt und wieder ein schöner Tag um. Ich ärgere mich nur, dass wir diesmal keine Zeit für die Tierheime in Derenburg und HBS gefunden haben, aber wir können ja eh keinen mitnehmen :( Die suchen übrigens händeringend Pflegestellen und natürlich gute endgültige Zuhauses für ihre Fellnasen, falls Da jemand von Euch helfen kann.

Sonntag, 19. September 2010

Yrjö...

Wenn man ganz dolle Heimweh und ein paar Yrjöviren im Bauch hat, muss man nachts schon wieder die Kloschüssel vollk***. Mama mit dicken Augenringen und Sorgenfalten auf der Stirn daneben. Na, dann verpennen wir eben den ganzen Tag. Männe früh noch zur DTM gefahren und dann mit Tiita bis 16 Uhr im Bett geschnarcht. Muss auch mal sein.

Samstag, 18. September 2010

Suomipäivä...

Heute war etwas ganz besonderes - ein richtiger Finnischer Tag auf der Landesgartenschau in Aschersleben. Davon wussten wir schon monatelang, aber es hatte sich doch fast zufällig ergeben, dass wir genau zu der Zeit hier sein würden. Hihi, noch ein paar echte Finnen mehr =) Frida hatte sich in der Nacht davor übergeben müssen (Familienfeiervirus), aber zum Glück war sie tagsüber wieder ziemlich fidel. Vor allem, nachdem ihr der Opa gezeigt hatte, wie man das Weiche aus echten matschigen ostdeutschen Brötchen pulen kann *ggg*

Huch, und dann hingen auch die blau-weissen Fahnen am umzäunten Ascherslebener Stadtpark und am Eingang stand "tervetuloa". Gar nicht auszudenken, wie ich gehüpft wäre, hätte es so etwas 2000-2001 irgendwo gegeben. Und auch jetzt wurde mir ganz warm ums Herz und die Augen ganz feucht, hihi. Dann auch noch Rentiere. Zwei Rens, vom Rentierpark in Salzwedel und ganz zahm, viel zutraulicher als die in Lappland. Toll. Daneben gab es noch Informationsmaterial über das schönste Land der Welt, Tonttus, Pins der Deutsch-Finnischen Gesellschaft, Lachsbrote und Pulla, Lapin Kulta und Marimekko, Skimützen und T-shirts. Alles von zuhause mitten nach Mitteldeutschland gebracht =)

Wir liessen natürlich die Schätze für die noch Finnland-Unkundigen über, unterhielten uns aber sehr nett mit den Leuten von der sachsen-anhaltinischen DFG. Meine Eltern sind da ja auch Mitglied, was sich schon allein aufgrund der Fährenrabatte lohnt. Und meiner Meinung auch Ehrensache ist, wenn man schon ein finnlandverrücktes Kind hat. Ich habe alle zu uns nach Jykälä eingeladen und dann haben wir zugehört, wie die Stadtherren von Aschersleben und Kerava ihre neue Städtepartnerschaft bekanntgegeben haben. Sehr gut, auch wenn ich beide Orte sehr unterschiedlich finde - aber Kerava ist sicher für Deutsche per Flug und Bus leichter zu erreichen als irgendein Provinznest =) Jyväskylä hat übrigens Potsdam als Partnerstadt.

Frida hat also Rentiere geguckt und Hausmalfarben begutachtet, dann sind wir zu einem Kinderspielhaus gepilgert, haben Stangenhaufen begutachtet, die zum Klettern gedacht waren und mit riesigen Legosteinen gespielt - und ganz nebenbei jede Menge Kindernamen fürs Archiv aufgeschnappt. Ansonsten war auf der Laga, und überhaupt in Deutschland, nicht allzuviel für Kinder. Kein neutraler Saft an Ständen (nur ständig pladdernde Caprisonne), keine Pupstöpfchen, nicht einmal in Wickelräumen, keine Kinderkonzerte, keine kostenlosen Buggies, kleine Becher nur auf Nachfrage usw. Dafür gab es in allen Harzrestaurants Kindergerichte, viele Fremde haben mit Frida geschäkert oder versucht, sich mit ihr zu unterhalten und hier und da wurden ihr Süssigkeiten zugesteckt, was es in Finnland gsd überhaupt nicht gibt.

Eigentlich haben wir also zuerst etwas zu Essen und dann noch einen Spielplatz oder eine Hüpfburg gesucht, aber Fehlanzeige. Nur komische Kunstwerke und halt Blumen und jede Menge Rentner. Also wieder zurück an den Anfang und zu den Finns, wo man noch Frauentragen, Gummistiefelweitwurf und Handyzielwerfen demonstrierte. Ein richtig finnisches Baby war übrigens auch da und schon von weitem am - Ihr dürft raten - Reima Haalari statt Jeans zu erkennen =) Frida warf übrigens ihren Stiefel zusammen mit dem Keravaer Bürgermeister, hahaha. Und im Fernsehen waren wir am Abend auch, aber nur ganz kurz. Ein sehr gelungener Tag. Kiitos Suomi ja kohta tullaan takaisin!

Mittwoch, 15. September 2010

Domreiter und Brockenbauer...

Damit ja keiner sieht, wie der Dom aufgrund des 40-Tonnen-Reiterchens einstürzt, wurde die heutige Spitzenaufsetzoperation hinterhältig und heimtückisch von 12 auf 10:30 vorverlegt. Das Gesicht meines Historikerpapas hättet Ihr sehen sollen... auf finnisch wäre das bestimmt ein "voi v*** jumal*** perk*** ei voi olla totta" geworden =) Aber so war das ganze Event schon viel fridafreundlicher. Statt Tierpark und sonstigen Kindereien waren wir nämlich wieder auf dem grünen Domhang. Diesmal klebte die Spitze tatsächlich schon auf der Kirche, aber wir durften noch zugucken, wie man die kreisrunde Haltebühne bei Sturm vorsichtig über die Holz-Blech-Konstruktion fädelte, Frida testete gleich mal die Gleimhaus- und Museumsklos und dann wurde auch noch die letzte Plastetüte von der goldenen Kuppel gezogen. Toll, super gemacht, ich hoffe, der Dom kracht wirklich nicht ein.

Wir haben danach noch den Domplatz unsicher gemacht, auf dem Teufelsstein gesessen (immer noch keine Bar im Dom), die Steine der Erinnerung angesehen (sehr traurig...), das neue Seniorenheim gleich daneben einer architektonischen Betrachtung (gut ausgefallen) unterzogen und die Post von innen angeguckt. Irgendwann müssen wir auch mal ins Städtische Museum und Heineanum, aber dafür ist die Kleine noch zu klein bzw. die Urlaubswochen wieder einmal viel zu schnell um. Sehr schön, diese alten Steinhäuser. Und mich fuchst es ungemein, dass Halberstadt bombardiert wurde und damit fast sämtliche Tourismushoffnungen an das bildschöne historische Wernidorf abtreten musste. Aber Fachwerk ist ja nicht alles.

Dann spanisches Essen im sehr netten Restaurant Papagayo im Rathaus. Ich war ganz aus dem Häuschen, weil auf der Speisekarte wieder einmal all die Gerichte standen, die während meines Finnlandjahres mit spanischen Mitbewohnern tagein, tagaus auf dem Tisch gestanden hatten. Dass meine Familie durchweg nur Schnitzel mit Rahmchampignons bestellte, statt sich durch die superleckeren Tapas zu futtern, und dass Frida nach kurzem Kosten von Tomatenbrot mit Serranoschinken auf Kartoffelpuffer mit Apfelmus umstieg, sorgte dann doch für einen leicht bewölkten Gesichtsausdruck bei Multikulti-Suse. Nee, diese Lokalmatadoren... aber ich kann ja schon froh, sein, dass sie überhaupt mitgekommen waren und nicht auf Wildschwein im Rotkohlbett oder echtem Karjalanpaisti bestanden hatten.

Mit müder Frida noch zu H&M gerast, um ein paar langärmlige Pullis zu besorgen. Deren Auswahl ist in diesem Jahr in 98+ ziemlich dürftig - seit wann ziehen Mädels mit 2 oder 3 einfarbige Rollkragenshirts an? Come on! They're still babies... und dicke Barbapapas müssen ja auch nicht sein, wenn die Mama genau die gleiche Figur hat... also wieder eine Hello Kitty-Tunika. Mami hatte ja ein blümchenberanktes Shirt für 4.95 in der Hand, aber wenn man Frida fragt (selber schuld), muss da natürlich so eine weisse Grinsekatze für umwerfende 12.95 drauf sein =) Plus Handtasche mit dem gleichen Vieh, weil Petra ja auch so eine hat. Jaja. Okay, ich würde sowas auch anziehen, wenn es das in XL gäbe *grins* Für Mama fiel dann netterweise noch eine kleine Flasche Jil Sander Style Soft ab, die mit ins Flugzeug auf Businesstrips passt. Plus grauem Jil-Schal. Sehr cool.

Angesichts Fridas Hängeaugen entschlossen wir uns dann zu einer längeren Autofahrt. Sinnigerweise hatten wir ihre Fleecejacke am Wochenende in Tanne liegenlassen. Nur ein verschwommenes Mökkifoto hatte enthüllt, wo und wann sie zum letzten Mal getragen worden war. Ein Anruf genügt, aha, in der Sauna liegen lassen. Per Brief nööö, könnte zu lange dauern und ausserdem war es da ja schön. Geheimtip: wenn man was liegenlässt, kann man da immer wieder hin!!!

Sanne-Suse wieder 40 km durch den fast schon herbstlichen Harz gekurvt, Jacke identifiziert und eingesackt, Facebook im hoteleigenen WLAN gecheckt (wichtig, Männe ist extra deswegen mit aus dem Auto geklettert) und dann noch Cappuccino, Schneewittchenkuchen und Eis beim berühmten Brockenbäcker genossen. Nicht schlecht. Vor allem das superschicke winzig kleine Blockhaus daneben. Das muss im Winter auch toll aussehen. Hier also meine volle Empfehlung für das Tannedörfchen! Daneben gibt es übrigens auch einen Biohof mit braunen Harzkühen und ganz zahmen Kaninchen, mit Bildern auf www.brockenbauer.de.


Abends haben wir Frida einfach bei Oma und Opa gelassen und sind alleine zu zweit Pizza holen gefahren. Erhoooolsam, mal ohne krakeelende und quengelnde Rückbank so durch die dunkelnde, völlig ausgestorbene Stadt zu fahren. So wie früher. Mit lauter Musik an und über die Welt philosophierend. Ich liebe meine Tochter wirklich über alles, aber sie ist eben Fridadida... extrem hibbelig und interessiert und laut und ungeduldig und schnell beleidigt und immer mit Extrawürsten und superhell und freudig und nervend und ein alberner Goldschatz. Von einer Ausnahmesituation in die andere sozusagen und nichts normal.

Männe darf ich gar nicht mit einem kleinen Bruder oder Schwester ankommen, aber insgesamt und langfristig wäre das vielleicht auch für ihr extremes Prinzessinentum gar nicht schlecht. Oder als Ausgleich, damit Mami und Papi nicht nur ihr den letzten Nerv rauben, indem wir unsere ungeübten Erziehungsversuche an ihr ausprobieren =) Aber dafür bleibt bei einer Autotour natürlich keine Zeit, haha, stattdessen haben wir uns neue und verfallene Häuser angeguckt, die Kneipenszene upgedatet und sogar ein riesiges Solarfeld entdeckt. Wow. Ob wir so was auch auf unser vier Monate im Jahr verschneites Dach basteln sollten? =)

Dienstag, 14. September 2010

Domreiter und Portafanten...

Ich wusste gar nicht, dass unserem berühmten Dom schon jahrzehntelang ein Türmchen fehlt... jedenfalls gab es eine grosse Spendenaktion und heute, ja heute, wurde der sagenumwobene Dachreiterturm auf das Dach unserer grössten Kirche gehievt. Mein geschichtsbegeisterter Papi wollte unbedingt dabei sein und wir hatten riesiges Glück, dass die Omi morgens im Radio gehört hatte, dass das weltbewegende Event um einen ganzen Tag (!) vorgezogen worden war, sonst hätten wir wieder die Hälfte verpasst.

Jedenfalls verbrachten wir den halben Nachmittag auf dem berüchtigt-umstrittenen Domhang mit dem im Sommer beinahe vertrockneten, aber jetzt doch sehr grünen Domhangrasen und guckten zu, wie ein riesiger Kran den unteren Teil des Türmchens viele Meter nach oben hob, vorsichtig zur Seite schwenkte und schliessich millimetergenau in das Domdachloch einführte. Gut gemacht, Jungs. Und morgen kommt noch die Spitze drauf.


Danach konnte ich mich wieder nur mit Ach und Krach, einem neuen Snoopyschlafanzug, winzigen Nemo-Badelatschen, einem Lilifeebuch, einem Familienplaner sowie einem 365-Tage-Hundekalender von C&A und dem Weltbildladen trennen (Parkuhren sind doch besser als Parkhäuser...). An Bäcker und Sushistand vorbei *augenzuhalt* Der Nieselregen war übrigens eine gute Ausrede gewesen, nicht durch die Harzbotanik zu kutschen und draussen herumzulaufen, so wie wir das eigentlich für die ganze Woche geplant hatten. HBS sieht bei Regen noch trauriger aus... vor allem die inzwischen wirklich fast ganz leergezogenen Plattenbauten an der Kühlinger Strasse.

Abends dann Zweitausflug unter Weibsen zu Porta, wo ein toller Indoorspielplatz warten sollte.
Im Gewerbegebiet An den Sülzeteichen übrigens, haben wir nicht tolle Namen hier? *ggg* Frida rannte sofort in das riesengrosse Ballmeer, zu Rutschen und Doppelstockbett und Maltisch und zu unserer grossen Überraschung gab es da sogar eine Betreuung, so dass Mami und Omi zwangsweise schon wieder einkaufen gehen mussten (!).
Ganz toll, der Platz, müssen wir uns merken. Haben zwar nichts gekauft (langsam reicht es wirklich), konnten aber mal ganz in Ruhe herumlaufen, ohne Stress quatschen und gucken.

Auch super. Wo ich doch meine neue Wohnung noch stylen muss.... und Tiita war hinterher ganz glücklich und geschafft. Mit letzter Kraft noch zur Tante ins Nachbardorf, um die im Ferienhaus vergessene Jacke abzuholen und ein Käsebrot zu essen und dann war es Zeit für Zuhause und Zähneputzen und Bettchen. Puuuh. Auf dem Bild sitzt Friduschka (sagt offensichtlich die Tamu immer zu ihr, wusste ich bisher gar nicht) übrigens auf dem städtischen Holzmarktbrunnen - darf man da immer noch Münzen reinschmeissen?

Montag, 13. September 2010

Shoppen...

Komisch, irgendwie haben wir in Deutschland nichts anderes zu tun, als shoppen zu gehen. Zuhause machen wir immer ewig lange Listen, was wir denn unbedingt im schönen Harz machen müssen, und kaum sind wir hier, fällt uns nichts anderes mehr ein, als sämtliche Konsumtempel unsicher zu machen. Wegen Kind nur in kleinen Etappen und ganz oberflächlich, aber dafür umso öfter *grumpf* Eigentlich ärgert mich das bodenlos, aber irgendwie brauchen wir immer irgendetwas bestimmtes kleines, was dann wieder in stundenlange Sessions ausartet. Aber egal, Urlaub ist Urlaub und vieles ist ja hier sozusagen "auf Vorrat" einzukaufen, weil es das entweder in Suomi nicht gibt oder eben viel teurer ist.

Heute also in der Innenstadt gewesen. Mal wieder dem guten alten Roland die Füsse getätschelt und die geheimsten Wünsche ausgekaspert, dann wunderschöne biometrische Fotos gemacht und einen neuen Pass beantragt. War witzig, mit einem ausländisch plappernden Kind auf dem Schoss da zu sitzen und glaubhaft zu versichern, dass man zumindest ab und zu noch in Germanien wohnt und ganz bestimmt niemals nimmer nicht keine ausländische Staatsbürgerschaft beantragt hat. Komische Frage, wo doch Finnland und Deutschland ein Doppelstaatsbürgerschaftsabkommen haben. Aber wer weiss, welche dubiosen Fälle die hier schon hatten. War ja noch nicht einmal gelogen, obwohl ich in meinem tiefsten blau-weissen Inneren doch schon mit einem finniklichen Pass geliebäugelt habe (kostet aber 400 e und dauert ca. 2 Jahre). Aber so lange ich nicht fliessend ykäkö sprechen kann, ist das auch pure Makulatur.

In der Rathauspassage gaaaanz lecker gegessen, Sushi und Bratfischnudeln und Chinapfanne und Seelachs und ein Bismarkbrötchen. Ist toll, nur einmal im Jahr hier zu sein, dann entdeckt man immer neue und tolle Dinge, statt sich in ein und derselben Stadt totzulangweilen *lach* Frida hat einen rosa Trolleykoffer bekommen (endlich!), Mami Schuhe angeguckt (die alten waren in Litauen zertanzt worden...) und dann noch für Friederikchen Winterstiefel und Prinzessinensocken eingesackt (wehe, die Boots sind nicht wasserdicht!). Frida ist ja auch so eine Leidenschaftsshopperin, kommt kaum ohne Buch oder Socken oder Schmuck aus einem Laden - müssen wir ihr noch abgewöhnen, aber hier im Urlaub geht das schon mal. Jedenfalls ein guter Auftakt. Und mit nur fünf Personen auch etwas stressfreier als das wunderschöne Wochenende *hachja*

Abends noch der obligatorische Müdemachausflug. Diesmal zu Reno, um auch der Mama ein paar Winterfüsslinge zu verpassen. Tiita mit Omi getobt und den Laden lautstark unterhalten. Danach noch zu Media Markt (grösser geht's nicht), um Männes Shoppinggelüste zu befriedigen. Okay, der ist dank Kameras und Handys und Haarbürsten und deutschen KinderDVDs und was-weiss-ich-noch auch für meiner einer nicht ganz uninteressant. Frida dann noch nur "für ein Brötchen" in den Edeka geschleift, und das endete mal wieder mit drei vollen Tüten und einem Fuffi weniger im Portemonaie. Nee, also Finnland ist teurer als Deutschland, aber hier ziehen sie einem ganz tückisch trotzdem die Moneten aus der Tasche...

Sonntag, 12. September 2010

Tanne...

Am allerbesten an deutschen Landen ist es immer, meine allerbeste Cousine und ihre Familie zu treffen. Frida geniesst Omi und Opi und ich meine seelenverwandte Sippschaft in blond und xl und mit einem super Humor. Oder so. Hach, ist das immer lustig. Schon in den ersten fünf Minuten haben wir so gegackert, wie ich das in Finnland nur selten und wenn nur nach einen durchzechten Abend zustande bringe. Hihihihi, wir bekommen schon seit unserer Kindheit immer von rein gar nichts Lachanfälle, die sich überhaupt nicht mehr stoppen lassen. Von Waschlappenschlachten, Club-Ausflügen, Ungarnmücken und gefundenen Passbildern ganz zu schweigen.

Da muss natürlich statt hektischen Abendbesuchen ein ganzes Wochenende her. Schickes Ferienhaus mit fünf (!) Schlafzimmern im Tannenpark in Tanne aufgespürt, gebucht und die lieben Verwandten mit Kind und Kegel eingeladen. Dass wir dann trotzdem mehr damit zu tun hatten, die Dreikäsehochs ins Bett und das Abendbrot auf den Tisch zu bekommen, als zu reden, tat eigentlich der fröhlichen Gemeinsamkeit keinen Abbruch. Früher sind wir selbst ja genauso rumgesprungen und unseren Eldis auf die Nerven gegangen (Zitat: Du bringst mich noch zur Weissglut!!!), nur dass wir damals nie gewusst haben, wie nah wir wohl doch einer Deportation nach Sibirien standen...

Das überforderte Kleinkind brüllte gefühlt einmal stündlich, der mittlere Steppke rief aufgrund dessen ganz verzweifelt nach der Polizei und das Teeniemädchen verdrehte die Augen, während das kindergärtliche Fachpersonal, die ältere Generation und der genervte Isi mehr oder weniger sanft Ratschläge verteilten und die Rabenmama schonmal nach ihrer skandinavischen Haarfarbe Ausschau hielt... hilfe =) Jaja, ist ja auch nicht so einfach, jede Nacht woanders schlafen zu müssen und plötzlich nur noch von mamasprache-sprechenden Wesen umgeben zu sein. Nix Sauna und nix Tagesmama und ewiges Schweigen im Walde =)

Aber schön war es trotzdem! Wir waren zweimal baden, haben die deutsche Bande in die Sauna gelockt (zum ersten Mal!), sind ewig Serpentinen gefahren, haben braune Kühe und grüne Hänge fotografiert, die fauchenden Brockenbahndampflocks bestaunt, leckere Currywurst und Kukkis dampfende Erbsensuppe gegessen, haben von Drei Annen bis Wernigerode draussen auf dem Perron gestanden und uns von Qualm und Russ einnebeln lassen, während der Harzwald draussen vorbeizog (okay, jemand hätte uns mit den Kindern reinlassen können, aber es war einfach viel zu voll).

Haben die wohl einzige Hochschule der Welt mit Schmalspurbahnanschluss wieder einmal gesehen (meiner einer hat ja vier Jahre lang die Loks vom Hörsaal aus beobachtet, hihi), haben Hasserode ohne Hasseröder angeguckt und das Westerntor ohne Cowboys und sind dann über die wohl romantischste Einkaufsstrasse Germaniens gerast, nur um ein paar warme Hausschuhe für das fusskalte Mökki zu kaufen. Vorbei an klingenden Schallmeienzügen und staunenden Touristen und dem schönsten Rathaus der Welt. Vor dem wir übrigens noch leckere Eisbecher und Macchiato Amarettos verspachtelten, bedient offensichtlich von Davido Gahanes Bruder *schonwiedergackernmuss*. Dann ins Auto, laut gelacht und gesungen, dass der Mersu wackelte und zurück in den Oberharz. Für noch eine Nacht. Wie schön.


Dumm, dass wir Sonntag schon wieder abreisen mussten. Aber da gab es ja noch einen dichten grünen Pilzwald, in dem ein mysteriöser rostiger Grenzzaun herumstand. Und tolle Baumstümpfe für die Kinder. Und ein, zwei verfallene Gruselschlösser. In Elbingerode konnte man noch echt deutsche Küche geniessen, Wildschweinsteak und Wiener, die keine Kuchen sind. Mit Rotkohl und holländischer Sosse und ähnlichen Spezialitäten, während Frida nur im Schlüpper und kurz vor dem Zappelkoller im echten, dreissig Jahre alten DDR-Bilderbuch blätterte (was ja nur zu gern in meiner Tasche gelandet wäre...). Sehr schön.

Und dann war das Wochenende auch schon wieder vorbei. Echter Urlaub. Schade, dass wir rosa Mökkis und schwarze Audis immer nur mieten und nicht für immer mieten können =) Dass die Rasselbande nicht zu uns nach Suomi kommt. Und dass überhaupt zwischen Mittelfinnland und dem Harz glatte 1,500 km liegen. Aber manchmal, sometimes, only sometimes... we're having fun!

Donnerstag, 9. September 2010

Halbe Weltreise...

Alles schon viel besser. Ich muss mir nur ein bisschen frischen Wind um die Nase wehen lassen und den Stress der letzten Wochen möglichst ganz aus der Birne verbannen =) Also zum Urlaub nach good old Germany. Von der Family verwöhnen lassen, ordentlich shoppen, quatschen und mitteleuropäische Spezialitäten geniessen, mal einfach Klein-Suse statt Mami, Putze und Manager für alles zu sein. Puuh, das waren aber auch ein Frühling und Sommer...

Diesmal haben wir sogar eine ganz andere Reiseart genommen. Mit dem Auto schon ganz früh nach Helsinki gedüst. Flughafen erobert (schon wieder da...), Muminshop auseinandergenommen, die letzte Pulla genascht und gegen Mittag mit AirBerlin in unsere schöne (oder doch weniger schöne) Hauptstadt. Dann statt zu Sixt mit dem Taxi zum Bahnhof Zoo (asiatischer Fahrer) und weiter mit arg quietschenden Klapperzügen (wie im Osten) in die mitteldeutsche Provinz. Hallelujah, vom Zug aus sieht man da zwischen Potsdam, Genthin und Nienhagen wirklich alles andere als blühende Landschaften *grusel*, ganz anders, als wenn man mit einem gemieteten Audi über die schicken neuen Autobahnen tuckert. Schauderhaft... aber zum Glück haben wir ja den niedlichen, verschlafenen und mit wunderschöner Natur und putzigen Häuschen beschenkten Harz vor der Haustür.

Omi und Opi warteten natürlich schon ganz aufgeregt am Bahnsteig auf das ebenso aufgekratze Enkelkind. Und auf die genervten Eltern, die im freundlichen deutschen Nahverkehr erst durch drei Waggons hatten rennen müssen, bis sich zumindest zwei Plätzchen zum Sitzen gefunden hatte... nicht, dass ein deutscher Single mal einen Platz weiter gerückt wäre, um einer hektischen Familie mit brötchenkrümelndem Nachwuchs drei Sitze frei zu machen... und die fünfmal auf dem Klo gewesen waren, weil das kleine Fräulein mal musste, aber sich verständlicherweise auf dem lauten und dreckigen Reichsbahnlokus nicht traute. Und die jemanden drei Stunden bespassen mussten, der ansonsten genau die gleiche Zeit auf dem Rücksitz geschlafen hätte. Aber immerhin waren die Tickets nur halb so teuer wie der oben erwähnte gemietete fahrbare Untersatz - und eigentlich fährt man ja super gerne Bahn (zumindest in Finnland...)

Jedenfalls wieder zuhause, in einer spiessigen Kleinstadt voller Rentner, aber mit tollen Einkaufszentren, schönen alten Häusern, vielen Blumen und Nachbarn, die man zwar nach Jahrzehnten noch siezt, die aber immer alles wissen, einen grüssen und ein bisschen böse sind, wenn man selbst das gar nicht mehr tut, weil man niemanden kennt...mit vielen kleinen dicken Mischlingshunden, vielen interessanten Zeitschriften und jetzt schon 2011er Kalendern, mit 300 Fernsehkanälen und im September Weihnachtskeksen im Supermarktregal. Irgendwie ein kunterbuntes Mischmasch dieses 2010er Deutschland, mit Hochtechnologie und Hirschgeweih, mit Treckerlärm und Siemens, mit Angela und Güntheri und Lillifee. Zuhause und dann doch wieder nicht. Am ersten Abend möchte ich immer nichts wie weg. Und am letzten Tag habe ich immer Angst vor Finnland. Jedesmal, haha. Mal sehen, was wir diesmal alles machen...

Mittwoch, 11. August 2010

Tannenpark...

Ich arbeite jetzt schon die vierte Woche, fange aber jetzt erst an, den Job zu geniessen. Komisch, lag das am Hitzeschwitzwetter, was seit gestern in angenehmen kühlen Nieselregen umgeschlagen ist (ja, der richtige finnische Sommer!) oder daran, dass Männe seit Juli mal wieder zuhause herumhängt, statt einem Tagewerk nachzugehen? Überhaupt sind die beiden Urlaubswochen ja rasend schnell verflogen, im Grunde waren wir ja "nur" in Lappland und dann hier in Palokka mit Omi und Opi baden und Dinge organisieren. Wo doch die richtiger Erholung erst nach 3 Wochen Urlaub einsetzen soll... aber das vielleicht auch nur bei Singles oder glücklichen Paaren, die kein hyperaktives Kleinkind betüddeln müssen. Ich rette mich zumindest schon monatelang von einem Tag zum anderen oder von einem stundenlangen Ins-Bett-Bringen, Wachliegen, Hausarbeit, Zombie-Aufstehen, Büro, Erledigungen, Essen, Ins-Bett-Bringen und Fluchen zum anderen. Männe geht wenigstens abends mal mit seinem Freund spazieren, aber der hat ja sonst auch keine Sorgen.

Aber jetzt zum erfreulichen Teil: die restlichen beiden Urlaubswochen verbringen wir nämlich wieder im Herbst in Deutschland!!! Zuerst hatte ich aufgrund des anstehenden Umzugs und der sonstigen Stresslage (vom Kontostand ganz abgesehen) gar keine Lust. Aber dann habe ich ein tolles, modernes Ferienhaus im Harz gefunden und an meine liebe Cousine gedacht, und mir ist eingefallen, dass Tiita mehrmals täglich von Omi und Opi spricht und sie schrecklich vermisst, und dann haben wir eben gebucht. Diesmal über unsere schöne Hauptstadt mit Air Berlin, weil man da in einem Tag an- und abreist, ohne übernachten zu müssen, und weil immer Ryanair und Bremen langweilig sind. Drei mal 200 e plus Rail & Fly Bahntickets für 25 Euronen (coole Erfindung). Mal sehen, wie Frida die Zugfahrt übersteht. Mit Mietwagen und zwei Übernachtungen kostet so ein Ryan-Billigflug nämlich auch an die 600 Euronen für alle drei und dann können wir das meinetwegen auch in einer Summe bezahlen und im schönen Osten ankommen =)

Also, das Ferienhaus ist diesmal nicht im Hasseröder Ferienpark in Wernigerode (ausgebucht...), sondern mitten im Harz in Tanne. Im Tannenpark, gar nicht weit von der Harzquerbahn oder Brockenbahn (wieder schlecht recherchiert) und dem Brocken, direkt neben einem schönen Hotel, in dem es sogar eine Schwimmhalle für die Mädels und vier Saunen für den Finnenmann gibt. Mit toller Landschaft drumherum und viel Platz für die Kinder. Das ist doch was. Kann dann die ganze Familie (9 Mann) mal ein Wochenende zusammen verbringen, ohne hin und herkutschen zu müssen (Allehol... und die einzigen tiefergehenden Gespräche des Jahres), und wir brauchen uns nicht die ganze Zeit in der Dachkammer bei den Grosseltern stapeln *ggg* Ich freue mich schon riesig!!!

Vor allem auch, weil wir ursprünglich erst im Oktober fahren wollten, aber jetzt alles doch ganz schnell vor der Haustür steht. Männe wollte unbedingt zur DTM nach Oschersleben, mein Chef ist dann in Kanada, wir halten das Septemberwetter für freundlicher und ich kann dann auch meine Arbeit besser einteilen, bevor zu Weihnachten wieder Landunter ist. Irgendwann später im Herbst können wir ja dann noch einmal für ein Wochenende weg, irgendwohin, entweder zu dritt oder zu zweit, nach Kuopio oder Tallinn oder Riga oder London... wenn bloss erstmal mein Häuschen verkauft wäre. Sonntag ziehen wir übrigens um. Und haben erst zwei Helfer *halleluja*

Mittwoch, 2. September 2009

Bei Omi + Opi...



















Good old Germany im September... wir haben den finnischen sonnigen Spätsommer hinter uns gelassen und gegen den deutschen sonnigen Spätsommer getauscht. Mit abgeernteten Feldern statt sich gelbenden Birken, hehe. Frida hatte diesmal im Flugzeug einen eigenen Sitz, was Mami sogar zu ein paar Minuten Schmökern in der Elternzeitschrift verholfen hat. Ryanair Tampere - Bremen und dann wieder drei Stunden mit nem gemieteten Citikka Picasso in sachsen-anhaltinische Gefilde. Alles gut geklappt und dank genug Übung spielt inzwischen auch die Psyche sehr gut mit - wir waren doch erst hier!