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Freitag, 26. August 2011

Wundervolles Zypern...

Eigentlich habe ich es noch vor zwei Wochen für teuren Unfug gehalten, nach dem superheissen finnischen Sommer ausrechnet im August nach Zypern zu fliegen. Vor allem, weil es unsere letzten Moneten waren - aber andererseits war es die einzige Woche, von der ich halbwegs im vorhinein sagen konnte, dass wir beide dort keine anderen Verpflichtungen gehabt hätten - und im Februar bei -30 Grad, als wir die Reise gebucht hatten, kann man sich ja auch nicht vorstellen, dass man im finnischen Sommer jemals schwitzt, haha.

Auf jeden Fall hatten wir einen wunderbaren Urlaub!!! Erst recht, nachdem wir am Dienstag im völlig verregneten und 17 Grad kalten Helsinki eintrudelten. Ich habe wirklich vier Tage gebraucht, bis ich mich halbwegs mit dem Gedanken angefreundet hatte, hier im Polar zu wohnen und damals 1999 nicht im sonnengewärmten Nicosia auf englisch studiert zu haben *ggg* Tagebuch habe ich in Zypern übrigens auch geführt, aber das ist grösstenteils nicht druckreif, haha. Hier also nur ein paar zusammenfassende Worte:

Zypern ist einfach toll. Die Landschaft fand ich zu Anfang etwas zu karg und vertrocknet und halt südlich etwas verlottert, aber daran hatte man sich nach ganz kurzer Zeit gewöhnt. Am Flughafen wären wir vor Hitze fast eingegangen, der Schweiss lief bei 33 Grad nur in Strömen. Das ewige Schwitzen war aber nach zwei Tagen Akklimatisation auch vorbei und dann war es nur noch super. Vor allem, da man ja eh den ganzen Tag im Pool liegen durfte. Der war auch genial - riesengrosse und ganz flach abfallend, so dass Erwachsene und Kinder im selben Becken herumliegen durften, ohne von einem Pipisee in den anderen zu klettern. Haaaach, und so klares und blaues Wasser, sowohl im Pool als auch im direkt am unser Hotel angrenzenden Meer.

Überhaupt das Meer... ich liebe so grosse Wasseransammlungen über alles, und wenn sie dann noch so schön blau und so schön warm sind *schwärm* Die vielen Felsen und Steine an unserem Strand haben nur ein bisschen gestört, die meiste Zeit waren wir eh am Pool (igitt Sand und Salzwasser, haha) und wenn man einmal im Wasser war, schwebte man ja eh nur darin herum und hatte seine Füsse nicht mehr auf dem Boden. Frida hat es im Pool auch besser gefallen, weil da mehr Kinder und tolle Rutschen waren... hauptsache, das Meer ist da und man könnte, wenn man wollte =) Glücklicherweise hatten wir sogar Meeresblick von unserem Zimmer aus, das habe ich extra so gebucht, auch wenn es im Nachhinein vielleicht gar nicht so wichtig war, weil wir eh die meiste Zeit draussen waren.

Früh war Frida an fünf Tagen im Bamse-Club. Das hatte ich erst als so eine Art Abschiebestation für die Kids gesehen, damit die Eltern auch mal für zwei Stunden in Ruhe am Pool liegen und lesen können, aber es hat sich als Volltreffer und als Höhepunkt des ganzen Urlaubs herausgestellt. Was die alles mit den Kindern gemacht haben! Schatzsuche und Indianerfest und Kinderdisco und Coco-Geburtstagsfeier und alles mögliche. Ganz liebe Betreuer aus Finnland, Schweden und Dänemark und ganz viele Kinder mit hellblauem Bamse-Shirt, Bamse-Rucksack und gleichen Basecaps, die freudestrahlend dort jeden Tag hinmarschierten und mittags wieder mit Basteleien, Fotos oder anderen Schätzen abgeholt wurden. Klasse. Zweimal lag sogar ein geheimer Brief von Bamse-Bär vor unserer Ferienhaustür, was Tiita ganz aus dem Häuschen gebracht hat.

Die Häuser in unserem Hotel, oder besser Feriendorf, waren auch total schön, kleine Bungalows im griechischen Stil - und dazwischen Drinnenblumen in riesigen Dimensionen. Was habe ich gelacht, ficus benjamina, bougainvillae, und was wiess ich noch in voller Pracht und 3-4 Meter hoch zu sehen =) Fast alle Pflanzen kannte ich aus dem Topf und hier wachsen sie endlich mal richtig, glänzend grün, gross und ohne olle Milben oder so etwas. Von den Palmen ganz zu schweigen, die haben mir schon auf der Fahrt vom Flughafen zum Hotel die Glückstränen in die Augen getrieben... so ganz habe ich es auch nicht vergessen, dass ich vor 1989 nie im Leben nach Finnland oder gar Zypern gekommen wäre.

Und die Leute... super freundlich, alle grüssten immer, auch Zimmerfrauen, Hausmeister, alle sprachen fliessend und einwandfrei englisch (mit britischem Akzent, haha), mit allen konnte man sich richtig unterhalten, Scherze machen und so etwas. Klar, feine englische Vergangenheit, was man an organisatorischen Dingen und dem Linksverkehr durchaus schnell erkennen konnte. Frida verliebte sich hoffnungslos in Markos, einen unserer Kellner. Nachdem er am ersten Tag spontan mit ihr erzählt und geschäkert hatte, war ihr jedes zukünftige Zusammentreffen so peinlich, dass sie immer hochrot und kichernd reissaus nahm, wenn Markos nur in unser Blickfeld rückte. Später fragte sie sogar vor dem Gang ins Restaurant, ob der Mann wieder da wäre... tsja, sie hat noch nicht viele lächelnde und freundliche erwachsene fremde Männer gesehen - und der Markos war wirklich ein ganz lieber Kerl, immer lachend und immer nett.

Ausserdem gab es da noch die Animateure, die nach einer Woche fast zu unserer Familie gehörten und immer Zeit für ein Schwätzchen hatten. Die lieben finnischen, schwedischen und norwegischen Mädels, Clowns Coco und Gustav, der nicht nur wie Nils Holgersson aussah, sondern atemberaubende Kunststückchen hinlegte und die gesamte Damenwelt im Handumdrehen um seine Finger wickelte. Und das Essen erst... ganz leckeres Frühstück und riesige Auswahl beim Abendbuffet, jeden Abend ein anderes Thema, und man konnte essen bis zum umfallen. Wir hatten nur Halbpension, haben anfangs mittags Brötchen im Haus geschmiert, aber dann doch meist in der Poolbar gegessen, was sehr lecker und insgesamt ein bisschen billiger als all-inklusive war. Super war auch, dass ein kleiner Supermarkt direkt an das Hotel angeschlossen war, so dass man alles mögliche schnell besorgen konnte, ggf. hätte man auch in der Miniküche des Ferienhauses selbst kochen können.

Ayia Napa war auch einen Besuch wert. Als Familie hatten wir zwar kein grosses Interesse an den Restaurants und Nachtclubs, aber die Hauptstrasse sind wir langmarschiert (Frida mit niegelnagelneuen Hackenschuhen!), das Kloster haben wir angeguckt, und an einem anderen Tag sind wir noch mit dem Taxi zum Hafen gefahren, um da Abendbrot zu essen. Sehr schön auch da, mit vielen kleinen Fischerbooten, grossem Piratenschiff, orangem Nemo-Boot und einem gelben Unterwassertaucher.

Und die Katzen... überall Katzen, Kater, Katzenkinder. Vom orientalischen Typ, also im Vergleich zu unseren Riesenplüschviechern ganz klein, schmal und dünn, mit Fledermausohren, langen Schnuten und fast nicht vorhandenem Fellchen. Katzenkinder, die riesigen Hunger hatten und dankbar unsere Fischköppe unter dem Restauranttisch hervorgezogen haben. Ganz viele in rot, und alle zahm. Vielleicht sollten die Kater kastriert werden, ich möchte nicht wissen, was die mit den vielen Babykatzen machen. Unsere Tiger waren übrigens während der Zeit in einer Tierpension in Korpilahti, weil wir niemanden gefunden hatten, der die Biester für eine Woche nehmen wollte, aber das haben sie ganz gut überstanden. Und dank neuer Katzenstreu hat sich das Pieselproblem auch in Wohlgefallen aufgelöst *freu*

Ausserdem habe ich gelernt, dass ein Kamel den Titel Wüstenschiff nicht zu Unrecht trägt. Meine Güte, wie so ein Dromedar schaukeln kann. Männe ist normal und so cool wie John Wayne geritten, aber das Video von meiner Wüstenexpedition könnte man gleich direkt an irgendeine Witzsendung im TV schicken, so komisch habe ich auf dem zwei Meter hochen Buckelrücken geschwankt - vom Auf- und Absteigen ganz zu schweigen *grins* Frida hat das Baden natürlich am meisten gefallen. Und Sandburgen bauen fand sie toll. Überhaupt muss es schon Jahre her sein, dass sie so viel Zeit mit Mami und Papi verbringen durfte.

Wir haben uns ab und zu mit der Betreuung abgewechselt, aber die meiste Zeit waren wir doch zu dritt unterwegs. Frida hat auch neue Freunde kennengelernt, eine Stella aus Turku und eine Aada aus Tampere. Ich fand es wunderschön, wie die kleinen Kinder aus Skandinavien, Spanien und Jamaika zusammen im Pool plantschten (heile Multikultiwelt), aber richtige Freunde fanden sich dann doch nur, wenn man eine gemeinsame Sprache hatte. Vielleicht müssen wir mal zwei Fliegen mit einer Klatsche schlagen und in einen Club fahren, in dem auch Deutsche sind... entweder ich kriege dann das totale Heimweh oder ich bin nach einer Woche heilfroh, weit weg in Finnland zu wohnen, haha.

Deutsche und Briten gab es in unserem Hotel bis auf den letzten Tag (da konnten wir dann witzige Beobachtungen anstellen...) überhaupt nicht, man durfte weder um 6 Uhr morgens die Liegen reservieren (Gott sei Dank) noch sonstwelche nervigen Urlauberspirenzchen ertragen, sondern konnte einfach die ruhige Nordländer-Atmosphäre geniessen, gewürzt mit etwas spanischem (ich liebe Spanien!) Einfluss und einigen wenigen Leuten aus anderen Ländern. Gestört hat nur, dass das Kinderprogramm fast nur auf schwedisch war. Die Felsen im Meer. Und dass wir nach acht Tagen wieder abreisen mussten. Aber ansonsten: einfach super. Und falls jemand Finnmatkat bzw. Tui für teuer hält... jeder einzelne Cent hat sich gelohnt, so toll war das organisiert. Ich glaube, da müssen wir nochmal hin.





















Donnerstag, 28. Juli 2011

Remontit...

Wenn man mal ein paar Tage zuhause ist und nicht nur in der Gegend rumgurkt, dann kann man sogar endlich die Wohnzimmerwände anmalen (das Projekt liegt ja seit Ostern brach), den Zierkirschbaum vor dem Schlafzimmerfenster beschneiden (Äste abgefroren), einen neuen, ganz weichen Sattel auf das geliebte, aber fast ungenutzte Mountainbike schrauben (man wird halt alt...), nach einem Jahr finally Schuhschrank, Haken und Spiegel im Flur befestigen und Tiitas zu klein gewordene Treter in 26 und 27 aussortieren. Also Sachen, zu denen man sonst nie kommt. Gut, dass wir kein Ferienhaus gemietet hatten!

Sonntag, 24. Juli 2011

Karvakorvat Bauernhof...

Weil es mir letztes Jahr so gut gefallen hat, sind wir auch in diesem Sommer wieder zum Karvakorvat Bauernhof nach Lievestuore gefahren. Der gehört zu einem Zooladen hier in Jyväskylä und wurde vor zwei Jahren für die Öffentlichkeit zugängig gemacht. Ist zwar ein bisschen weit weg von unserer Stadt, aber dadurch bekommt man zumindest ein bisschen Ausflugslaune, und viele Kinder sind eigentlich trotzdem immer da. Luke Marsunens zuhause übrigens =)

Es gibt Ziegen und Schafe und eine knallrote Katze, Puten und Perlhühner, ein grosses und ein kleines schwarz-weiss geflecktes Pferd (die sehen sooo toll aus...), einen winzigen Chihuahua (was für Frida), mindestens drei andere Hunde, Meerschweinchen, Kaninchen, Enten und was noch so fleuchen und kreuchen kann. Alles im Grünen zwischen wunderschönen rot-weiss angemalten Häusern und Ställen. Dazu kann man auf einen Bagger klettern, im Sandkasten spielen und den grossen Trampolin unsicher machen. Wie fast alle ihre Altersgenossen ist Tiita eine begnadete Trampoliinihüpfern, eigentlich hat sich nur Mama für die ollen Tiere interessiert *lach*

Als besondere Attraktion haben die jetzt auch ein Rentier. Namens Aslak, hachja. Der bald einen Spielkameraden direkt aus Lappland bekommen soll. Nicht dass Ihr denkt, in Jyväskylä laufen Rens auf der Einkaufstrasse herum... die sind hier im Süden natürlich fast genauso selten wie in Deutschland und deshalb habe ich mir den Po ausgefreut. Omi und Opi hat es glaube auch gefallen. Der rote Kater wollte gar nicht mehr von Opis Seite weichen (genau wie Hovawart-Hund Hertta letzte Woche, weia) und wäre beinahe mit in das deutsche Auto eingestiegen...

Danach waren wir wieder einmal am Hafen, das Monatsfoto knipsen. Sooo viele Boote. Und merkt Ihr, das aus Korpilahti war uns hinterhergeschippert *lach* Spatzen und Enten gab es auch. Offensichtlich war auch der Dalai Lama da ;) Und unsere nette Stadt hat das zugeschüttete neue Hafenbecken fast fertig. Statt See und grüner Promenade gibt es dort jetzt einen neuen Parkplatz (ganz toll) und eine ulkig gewundene Behelfs(?)strasse. Bleibt abzuwarten, ob das nur für die Rally ist oder so bleiben soll. Angeblich gibt es ja auch den hirnrissigen Plan, die Kreuzung dort direkt neben dem See (!) in einen Tunnel zu legen... und einen mosaikbestückten Paradeplatz zu basteln. Moskau lässt grüssen, sozusagen... wo die Stadt schon kein Geld hat.

Aber genug des Meckerns, wir haben im Urlaub soooo viel unternommen. Ich komme nur mit dem Bloggen nicht hinterher, weil mein WLAN spinnt. Mobil gehen Mail und Facebook, im Büro kann ich abends noch Texte tippen, aber dann fehlen wieder die Bilder... aber das kommt alles noch nach und nach *versprochen*

Samstag, 23. Juli 2011

Segel segel....

Heute war Päijänne-Segelregatta von Padasjoki nach Korpilahti. Vorher mussten wir aber noch mit Männe und Tiita zu Erätukku und zum Fahrradladen. Und das Kind wollte unbedingt ein Eis und unbedingt bei Britta's Kiosk, einem winzigen Tante-Emma-Laden ganz am anderen Ende von Palokka. Stöhnend gaben wir nach... und zehn Minuten später hielt ich staunend ein Rubbellos in der Hand, was einen Gewinn von 500 Euronen ankündigte. Waaaauuutsi!!! Genau Fridas Anteil an unserer Urlaubsreise *freu* Oder die halbe Miete oder hundert neue Lose, alles sehr wollkommen. Man sollte also immer auf seine Kinder hören =)

Korpilahti war aber auch sehr schön. Ich mag ja den Hafen dort eh total, und obwohl noch gar keine Wettbewerbsteilnehmer da waren, war es wieder sehr schön, dort einfach nur Kaffee zu trinken und die schönen Boote anzusehen. Wellen und Wind und Leute und Hunde, sogar welche aus Deutschland. Dann zogen pechschwarze Wolken auf und innerhalb weniger Minuten prasselte es so auf Land und See, dass alle Leute nur noch rennend Schutz im Restaurant suchten.


Halb lachend, heilfroh und halb staunend. Wie es den Leuten auf dem See erging, konnte man nur erahnen, die Wellen waren selbst im Hafen fast einen halben Meter hoch und die Tropften platschten wie aus Eimern auf die Boote und Planken. Später stand in der Zeitung, dass zwei Boote gekentert waren, dass die Wellen beim Tehiselkä zwei Meter hoch und das erste Schiff erst fast 22 Uhr angekommen war. Uijuijui. Für uns war es aber nur ein schöner Ausflugstag.


 
Und natürlich sind wir fassungslos und erschüttert über die Ereignisse in Norwegen. Es ist unglaublich, entsetzlich und unvorstellbar, wie ein einzelner Typ so viele Menschen, Familien und das ganze Land ins Unglück stürzen kann. Und so kaltblütig und jahrelang geplant. Voi vittu mikä paskapää. Wir halten Hand mit allen Norwegern und allen aufrechten, liberalen und vernünftigen Menschen dieser Welt. Ei sellaista saa tapahtua :(

Dienstag, 19. Juli 2011

Miniurlaub Peurunka...

Eigentlich wollten wir ja an die Westküste verreisen. Nach Yyteri, Kalajoki, Turku oder Naantali zur Muminwelt, oder nach Kokkola zur grossen Wohnungsmesse. Entweder Omi und Opi ganz allein in der Mitte ihres Finnlandaufenthalts, oder wir deutschsprachigen zu viert oder nur mit Mika. Aber aussichtslos, so kurzfristig eine bezahlbare Übernachtung zu finden. Alles ab 120-150 pro Zimmer und pro Nacht aufwärts, wenn man überhaupt etwas einigermassen komfortables findet. Rumtelefonieren wollte ich nicht, Intervac ergab auch nichts, und Männe wollte allein mit mir auch nicht weg (typisch). Nur für ein, zwei Nächte hätte ausserdem wieder in einen Fahrmarathon ausgeartet - und ehrlich gesagt kommen viele Familien aus dem restlichen Finnland ausgerechnet nach Jyväskylä, weil wir hier auxh so viel für Kinder zu bieten haben *lach*

In den Sonderangeboten hatte ich aber etwas Urlaubsähnliches ganz in der Nähe gefunden: eine Nacht im Peurunka Sport- und Spahotel im benachbarten Laukaa für 29 Euro pro Person. Momentan ohne Spa, weil die ganz neu gebaut wird, aber deshalb war es ja auch so billig... aber eine Nacht im Hotel ist als Urlaub vielleicht ganz nett =) Vor allem, wenn dort seit letztem Sommer Hilarius Maus wohnt. Also sind wir da hin. Weil die Fahrt nur eine halbe Stunde dauerte, noch in Laukaa shoppen gewesen, Urlaubsfeeling verbessern. Dann Zimmer angeguckt, etwas ältere Reihenhäuser mit jeweils vier Zimmern in der Nähe des Haupthotels. Frida fand es witzig, einen Raum ganz allein mit Mami und zu haben und dann noch ein eigenes Bett.

Dann Hilarius Hiiri. Ein grosser Spielplatz rings um ein altes, grosses, rot-weiss getünchtes Haus. Mit Hüpfburgen, Traktor, süss eingerichteten alten Stallungen, mit Bühne, Sandkasten und - natürlich Animateuren. Sehr aufgeschlossenen, freundlichen und kindgerechten. Wieder wurde Tiita gar nicht müde, die beiden grossen Mäuse und die drei Schauspielmädchen an die Hand zu nehmen, immer wieder zu umarmen und alles zu erzählen... man könnte glatt den Eindruck bekommen, das Kind wird zuhause in einem Schrank unter der Treppe gehalten =) Als ob sie schon immer dort gewesen wäre, rannte sie von einer Attraktion zur anderen, in das Haus, holte sich eine gemalte Maus auf die Hand, testete die tollen Fatboy-Sitzsäcke, hüpfte und rannte und lachte.

Zwischendurch gab es immer wieder Singen, Tanzen und eine Art Zirkusmusical auf der Bühne, bei dem die Kinder (witzigerweise fast nur Mädchen!) begeistert mitmachten. Eigentlich brauchten wir uns als Erwachsene wieder nur einen schattigen Platz zum Sitzen suchen und den Ausgang im Auge behalten, damit das Kind nicht hops ging =) Zwischendurch mal ein Munkki unter der Nase eingeschoben und weiter ging's =) Glücklicherweise war auch deren Programm um 17 Uhr professionell abgeschlossen, sonst hätten wir Frida da niemals rausbekommen... 

Danach finnisches Abendbrot mit Buffet im Hotel, Fisch und Broiler (heisst hier wirklich so... hachja) mit Salat und Gemüse und vielen anderen leckeren Sachen für € 14,30. Essen ist in Finnland nur a la carte teuer, mittags (um die 8 Euro), von den reichhaltigen Buffets und mit den Kundenkarten der oligopolen Ketten (Kesko und S-Ryhmä) kann man sich wirklich gut durchfuttern, vor allem, weil Salat, Brot, Getränke und Kaffee immer im Preis inbegriffen sind. Dumm nur, wenn man dann spät abends Knast schiebt, weil es ja nirgends iltapala, also Brot mit Joghurt und Saft oder ähnlichem mehr gibt, und man die mitgebrachten Kekse schon zwischendurch aufgefuttert hat, ääähm.

Der Abendspaziergang führte uns noch auf einer holzgespänten Bahn (weicher zum Laufen und Nordic Walking) rund um das Ferienzentrum und deren riesige Baustelle. Tonnenweise Heidelbeeren im Wald und Golf-Frisbeescheiben, die uns kreuz und quer um die Ohren sausten, dazu ein nachgebauter Kriegsunterstand mit interessanten Schützengräben und eine Mami und eine Frida, die zwischendurch mal ganz dringend aufs Klo mussten (Rennen mit 18 kg Kind auf dem Arm, das dann doch nur Pipi musste, puuuh). Sehr schöne Abendaktivitität. Natürlich gab es drinnen auch einen Spielraum, und man hätte ins Fitnesstudio und in die Sauna gekonnt, und ab 22 Uhr wäre auch Karaoke gewesen, aber ich habe mit der saunascheuen Tiita lieber im Zimmer geduscht und sie dann in meinem eigenen Bett eingeschläfert, ääähm, und mich auch...

Was natürlich dumm war - die alte Schlaflosigkeit setzte ein, und das, wenn man nur ein Zimmer hat, das Fenster nicht weit auf- und kein Licht anmachen kann. Dazu ein Bärenhunger, seit 17 Uhr nichts mehr gegessen und absolut gar nichts ausser Wasser in der Reisetasche, weia. Glücklicherweise ging wenigstens das Handy ins Netz. Irgendwie bin ich gegen fünf Uhr wieder eingeschlafen, aber das war es dann für den nächsten Tag. Omi und Opi haben uns um 9:30 aus der Falle geschmissen, damit wir es noch zum Frühstück schafften, wieder superleckeres Buffet - allerdings ohne Brötchen und Marmelade für die verwöhnten Deutschen, sondern nur mit Eiern, Würstchen und Speck sowie leckerem Haferbrei für die Finns (Männe hätte wieder seine Freude gehabt). Geschmeckt hat's trotzdem, und die Omi hat den Honig für den Tee einfach auf ihr Brot gekippt =)

Danach ging es bei bewölktem Himmel und Regen wieder in die Heimat. Miniurlaub geglückt - auch wenn es eigentlich gereicht hätte, einfach nur die Maus zu besuchen und danach wieder nach Hause zu fahren. Aber das machen wir ein andernmal. Ich bin eh seit letztem Herbst so reisescheu geworden... Lust habe ich, aber wenn es an die Verwirklichung geht, bleibe ich doch lieber zuhause... ganz komisch. Es hängt vielleicht damit zusammen, dass Tiita im letzten Deutschlandurlaub so schlimmes Heimweh bekommen hatte, immer zu Mummo wollte, dass ich anderswo nicht besonders gut schlafe, dass wir eh wenig Geld haben und dass Männe auch nicht so ein grosser Reisefreak ist - ausserdem sehe ich ja auf meinen Dienstreisen schon ziemlich viel. Und bald geht es ja auch nach Zypern!

Übrigens waren wir mit meinen Eltern auch schon einmal in Peurunka, als Frida ungefähr 2 Jahre alt war. Damals war Winter und wir haben einen wunderschönen Spaziergang entlang des verschneiten Sees gemacht, in dem jetzt die Kinder laut plantschend gebadet haben. Danach hat Frida Spaghetti oder rote Beete gegessen und in dem feinen Villipeura-Restaurant eine Schweinerei sondersgleichen angerichtet *lach* Ich habe schon hier im Blog danach gesucht, aber ich glaube, dass das wieder so eine aktive Phase war, in der ich nicht zum Bloggen gekommen bin... schön war's, damals und heute.

Sonntag, 17. Juli 2011

Saturday night...

Sonnabend wieder in die Stadt, aber ganz anders. Wir hatten mehr schlecht als recht und bei furchtbaren Lärm draussen im Garten im Zelt geschlafen (Tiita brauchte drei Stunden, um einzuschlafen und danach lag ich bis morgens früh wach), dann haben wir zuhause gewühlt, waren einkaufen und draussen spielen und haben das Blumenbeet neben der neuen Terasse neu bepflanzt, inklusive Plantagen-Ausflug allein mit Männe.

Ich komme wirklich nicht besonders gut mit ihm klar, aber auch nicht mit meinen älteren Herrschaften...  und schon gar nicht mit beiden zusammen, aber das liegt wahrscheinlich daran, dass ich ein chronisch missmutiger und frustrierter Einzelgänger geworden bin und auch sonst von allem viel zu sehr gestresst bin, statt meine Ferien zu geniessen... *seufz* Oh, und beim Friseur war ich. Endlich wieder braune Haare, aber mir hellen und roten Streifen, also genau andersherum als vorher. Sieht gut aus, vor allem ist die ausgefranste und herausgewachsene eklig lockige Mähne endlich weg...

Abends ging es dann sehr schön und locker weiter. Eine Freundin von mir wollte ausgehen, Männe witterte auch gleich eine gute Gelegenheit und schon stand der Plan: Ab zu seinem Freund in die Sauna bzw. gleich in die Stadt oder beides kombiniert. Dass die Babysitter schlafen gingen, bevor das Baby im Bett lag, erschwerte die Situation etwas, aber das bewährte Muminbuch beförderte dann doch das Kindlein ins Land der Träume und die Mama ins Bad, um sich schick zu machen. Mit neuen Haaren *freu*

Männe hatten wir vorher schon zu seinem Freund gekutscht und ich folgte gegen Mitternacht mit dem Taxi. Dort gab es einen schimmernden See im Nachtlicht, nackige Kerle in der Sauna und schreiende Möwen, die schönste finnikliche Mitternachtsidylle. So ruhig und so cool. Ein paar Cider und eine Flasche russischer Vodka trugen auch zur allgemeinen Entspannung bei. Besonders freute ich mich über das frischgetaufte Baby von letzter Woche und seinen Papa, die auch für einige Zeit dazu gestossen waren. Und die im See kurvende Bisamratte *lach*

Später sind wir alle in die Stadt, wo auch meine Freundin auftauchte. Bricks, und dann automatisch London. Eigentlich wollten die Finns ja nur auf ein Bier in eine Bar und nicht in einen Nachtclub, aber das endet immer so *kicher* Die Kerle standen an der Bar und quatschten und ich habe meine obligatorischen Runden gedreht, um alte Bekannte aufzuspüren, was mit Ile und Vesa auch gut gelang *freu* Die Mucke dort ist aber wirklich schlimm.... als ob über Dreissigjährige wirlich nur Dr. Alban und ähnliches Gedöhns hören würden. Glücklicherweise ging bald das Licht wieder an und die Leute wurden gegen 4 Uhr auf die fast taghelle Strasse geschmissen. Immer dieses schlechte Gewissen =) Nichtsdestotrotz sind wir barfuss noch bis nach Lutakko gelatscht und haben den restlichen Morgen bis 7 Uhr oder so mit Mika und Teemu auf Marjas Balkon verbracht. Sehr schön.

Nur der Kater am folgenden Tag war nicht so toll. Und der am darauffolgenden auch nicht - in dem Alter kann man wirklich nur noch zwei-dreimal im Jahr ausgehen =) Sonntag und Montag (!) also mit Matschbirne und flauem Magen. Glücklicherweise gab es wieder Freiwillige für Frida, aber es ist insgesamt doch angenehmer, wenn sie bei solchen Unternehmnungen ganz bei der finnischen Mummofamilie schläft und wir sie abends bettfertig nur abzuholen brauchen... aber selber schuld, wenn man so saufen muss wie die Einheimischen, nicht wahr?

Freitag, 15. Juli 2011

Keskusta...

Am Freitag war Stadt-Tag. Zum Verdruss meines einkaufsscheuen Papas ging es mit dem Bus in die Stadt (eigentlich erst mit dem Auto zur Bushaltestelle, weil der Bus in den Schulferien einen weiten Bogen um unser Wohngebiet macht...) Shoppen und gucken und Monatsbild vom Kompassi machen. Frida kurvte mit ihrem Laufrad über die Einkaufsstrasse und hätte mehr als einmal beinahe ahnungslose Passanten umgeschubst.





Knallpinke H&M Ballerinaschuhe gab es für sie. Und Anfang der Woche hatte Opi schon einen neuen Herbsthaalari von Jonathan sowie neue Fleecesachen gesponsort. Dunkler ist es übrigens auch schon geworden. Frida liebt übrigens öffentliche Verkehrsmittel - ist das bei Euren neumodischen Sprösslingen auch so?

Donnerstag, 14. Juli 2011

Peukkula...

 
 
 
 
 
 
Donnerstag ging es dann draussen weiter: Peukkula Abenteuerpark hier in Jyväskylä, gleich neben Viherlandia und dem alten Biokraftwerk. Mit vielen Häuschen, Prinzessin, Pirat, Hexe und Peukkis-Fellmonster, mit Blumen, Hüpfburgen, Bühnen, Kletterstrecke und zig Spielanlagen in einem riesengrossen Park. Im Winter hatten wir ja dort nur drinnen gespielt, aber die Aussenanlage ist auch richtig schön.

Tiita wuselte stundenlang mit den anderen Kindern und den Animatoren herum, guckte Theater, hörte einem Konzert zu,bewunderte die Prinzessinenbude, erschrak sich vor dem Hexenhaus, pflückte Erdbeeren, bastelte und spielte, ass Eis und liess sich die Sonne auf den Pelz brennen. Wirklich schön. Uns fiel nur öfter der Rattenfänger von Hameln ein, so wie die Kinder diesen kostümierten Wesen folgten, sie umarmten und förmlich anbeteten =) Eigentlich blieb uns nur übrig, hinterherzustiefeln, auf der Wiese zu sitzen und Fotos zu machen, hehe.

Im übrigen war es weitaus einfacher, diese ganzen Unternehmnungen nur mit Omi und Opi zu machen - Männe war arbeiten - so brauchte ich weder zu übersetzen, noch seine ewig finstere Miene anzugucken noch sonstwie interkulturelle Differenzen und Zeitpläne auszugleichen. Meine eigenen inneren Kämpfe (dazu später) sind wahrlich schon anstrengend genug *lach* Aber draussen ist es immer wunderschön und es macht riesigen Spass, Tiita beim Toben, Tanzen und Spielen zuzusehen.
Die Finnen machen sowas auch immer mit viel Spass, Professionalität und Liebe zum Detail, auch wenn das ganze oft einen kleineren Rahmen hat als in Deutschland. Peukkula ist also wirklich einen Ferientag wert!