Freitag, 11. Februar 2011

My dear Finns...

Wo ich doch neuerdings immer so über die Finns herziehe... das stimmt alles gar nicht. Zumindest meine internationalen Finnenfreunde, also die mit denen ich studiert habe, sind die allerliebsten Menschen auf der Welt. Und die echten, nur einheimischen Finnen auch. Warm und witzig und intelligent und immer noch heilig... ich weiss noch sehr genau, wie stolz ich als Austauschstudentin war, richtige echte Finnen zu kennen und als Freunde zu haben, mit ihren witzigen Vornamen und erst die ulkigen Nachnamen und so exotisch und sooo cool.

Wie sie uns exchange students freundlich aufgenommen und begleitet haben, wie sie uns als Freunde akzeptiert und mitgeschleppt haben und wie toll es immer war, mit ihnen auszugehen, zu saufen und Quatsch zu machen und zu lernen (in dieser Reihenfolge).

Und sich den A... abzufrieren und vor den Bars und in Taxischlangen zu stehen und zusammen irgendwo zu pennen und dann am nächsten Tag wieder ganz schüchtern zu sein und neu anzufangen, obwohl man sich auf der nächsten Party wieder in den Armen liegen würde.

Meine lieben Finns, nach denen ich mir in Düsseldorf und später in Halberstadt die Augen ausgeweint habe, die ich so doll vermisst habe, deren Fotos ich tausende Male angeguckt habe und deren Nummern ich aucn noch in Deutschland jahrelang in meinem Handy gespeichert hatte, als ich mich weigerte, jemals wieder ein altmodisches Festnetztelefon zu nutzen und als mein Zimmer voll blau-weisser Fahnen und Finnlandbilder hing und im Radio nur Suomipoppia dudelte.

Die selben Leute, die mir geholfen haben, als ich wieder hierher gezogen bin, die mit mir gelacht und gestaunt haben, als ich endlich ihre komische Sprache gelernt habe, die hier und da immer noch gefeiert und die dann doch nur spärlich Kontakt gehalten haben, als wir alle arbeiten mussten und unsere Partner fanden und Fitnesstudios wichtiger wurden als durchgefeierte Nächte.

Die aber immer noch meine besten Freunde sind und mit denen kein einziges Wort stockt, wenn wir uns wieder einmal sehen. Mit Insiderstories und uralten Geschichten, haha, und in unserer kleinen grossen Stadt kennen sich erstaunlicherweise alle gegenseitig und sogar unsere Onenightstands sind offensichtlich Freunde und Klassenkameraden voneinander, und überhaupt ist Finnland so klein... und ich bin so stolz, diese Leute zu kennen und als Freunde zu haben, in ihrer Mitte aufgenommen worden zu sein, obwohl Ausländer es hier nicht gerade einfach haben.

Ein halber Finn zu sein, vor allem im Herzen, auch wenn ich manchmal schimpfe und auch wenn mein Auto heute früh total eingefroren war und ich mich während der fünf Wintermonate tagein tagaus frage, wie in aller Welt ich nach Fennoskandia ziehen konnte, wo man ständig irgendwelche Autofenster freikratzen muss, statt im T-shirt unter der spanischen Sonne zu wandeln.

Wo man ein halbes Jahr lang nur mit Mütze und Handschuhe vor die Tür kann und das Anziehen von Kindern mindestens eine halbe Stunde und genauso viele Nerven dauert, wo man bei plus zehn Grad schon schwitzt und bei minus 10 die Handschuhe auszieht und jeden Strahl Sonne geniesst, aber trotzdem den Winter liebt und gleichzeitig flucht und sich freut und sich wundert, was die anderen wohl von uns Finnen denken...

Alles so was und ich bin doch so stolz und glücklich, hier gelandet zu sein. Meine deutschen Freunde sind lieb und treu und herzlich und unkompliziert wie unsere weltbekannten Schäferhunde und ich denke immer, den Finnen ist alles egal, aber wenn wir uns dann wieder treffen, weiss ich, dass auch sie meine richtigen, wirklichen, ganz lieben Freunde von früher sind. Und wenn ich sie reden höre und richtig darüber nachdenke, weiss ich auch wieder, dass sie die niedlichste Sprache der Welt sprechen und die verlässlichsten Menschen auf der Welt sind und wir immer Freunde sein werden, auch wenn wir uns nur in Facebook sehen. Meine Finns.

Danke, dass ich herkommen durfte und danke, dass Ihr da seid und ganz normal mit mir den ganzen Abend quatscht, ohne auch nur einen Satz über Deutschland zu sprechen, so wie das fremde Leute immer tun. Danke dass wir richtige Freunde sind - und überhaupt darf ich gar nicht daran denken, dass alle meine Träume wahr geworden sind, dass ich in Finnland wohne, in meiner Lieblingsstadt, mit einem echten Finn und einer kleinen Finnin und in einm Haus am Wald und mit einer langhaarigen roten und einer blauen Katze und süssen Meeris und Computer und Auto und mit seeehr netten deutschen und finnischen Freunden.

Unter einer eiskalten Sonne und mit meist 70 cm Schnee und allem, was man sich nur wünschen kann. Kiitos Suomi ja anteeksi jos olen joskus hyvin kärsimätön ja vaativa ja epäreilu... kyllä on tosi kiva olla täällä ja teidän kanssa, aina. Aivan ihana.

Und mir ist das gerade alles eingefallen, nachdem ich mit vier meiner alten, besten Studienfreundinnen essen war. Nach einer Flasche samppanja natürlich =) My best friends from my exchange study times, still the best year of my life which has changed it all and forever. Luckily =) Kiva olla Suomessa. Aivan ihana lumikasamaa ja hienot ihmiset...

Donnerstag, 10. Februar 2011

Bauchweh...

Unsere medizinische Nachtwache und die unkomplizierte Neuvola-Morgenstunde in Palokka sind Anfang des Jahres wegrationalisiert wurden und so mussten wir erst einmal die Bereitschaft im Krankenhaus in Jyväskylä testen. Frida hatte am Nachmittag, gleich nachdem ich sie von Laura geholt hatte, schlimme Magenkrämpfe, dazwischen erholte sie sich aber wieder und war ganz die alte. Als sie aber nachts um eins immer noch alle halbe Stunde schreiend aufwachte, bekam ich doch Muffensausen. Mika hatte schon abends gesagt, dass wir zum Arzt fahren sollten und mein schlaues Buch war auch der Meinung, dass man lieber einmal mehr als einmal zuwenig da aufkreuzen sollten. Also Kind zwischen zwei Anfällen angezogen und ins Auto verfrachtet. Zum Arzt wollte sie nicht, aber Papa abholen *räusper* klappte dann. 

Im Krankenhaus war es gaaanz ruhig, kein Wunder mitten in der Woche mitten in der Nacht und bei -20 Grad draussen. Wir bekamen sogar Wartenummer 001 und wurden, nach verschiedenen Anmeldeschaltern relativ schnell ins Arztzimmer gerufen. Den kannte ich sogar noch vom letzten Mal (nach der Schweineimpfung???), weil er so aussieht wie einer von YMCA =) Fridas Bauch wurde abgetastet, in die Ohren geguckt und die Brust abgehört. Dabei weinte sie wieder ganz schlimm, weil wohl gerade wieder ein Magenkrampf kam, und so richtig kindgerecht war der Doc ja auch nicht, obwohl er sein bestes gab... arme Kleine. Zwischendurch immer wieder warten, zum Glück gab es mit anderen wartenden Patienten und rumrennenden Schwestern genug zu gucken. 

Vor allem, als zwei riesengrosse glatzköpfige Polizisten und zwei schwarzuniformierte Wachmänner eine durchgeknallte und freche Neunzehnjährige brachten, die mit 1,1 Promille und im 8. Monat schwanger zum xten Mal versucht hatte, ihr Auto und sich irgendwo gegenzuknallen, weil sie sich mit ihrem Freund gestritten hatte. Ganz toll. Da fragt man sich wieder, wie manche Leute es verdienen, Kinder zu bekommen und andere jahrelang warten müssen :(. In Amerika hätte ich der Tussi ein paar Scheinchen in die Hand gedrückt und das arme Baby zu uns genommen... schlimm so etwas. Ganz schlimm. Darf man gar nicht weiter drüber nachdenkenk, vor allem wenn man immer noch mit dem Gedanken spielt, irgendwann mehr Kinder zu haben oder zu adoptieren. 

Frida wurde dann noch aus dem Finger Blut abgenommen und sie bekam ein tolles Pflaster und ich einen Krankenschein - und dann wurden wir nachts um drei wieder nach Hause geschickt. Sie hatte keine Entzündung, nix Blinddarm oder so etwas, sondern wahrscheinlich einen der herumgehenden Magendarmviren, die sich auch zunächst in Bauchweh äussern können. Wieder ein Tag zuhause... und wir haben bis 14 Uhr geschlafen, immer wieder unterbrochen durch Weinen und strampelnde Strumpfhosenbeinchen... aber ich bin froh, dass wenigstens ein Arzt mal geguckt hat. Jetzt gibt es Toastbrötchen (in Finnland gibt es keinen Zwieback) und verdünnten Kamillentee (Zaubersaft) und Pikku Kakkonen und MTV3 Juniori im Fernsehen fürs Mäuschen und dann ist sie hoffentlich bald wieder hergestellt.

Montag, 7. Februar 2011

Sascha...

Irgendwie habe ich ja geahnt, dass ich jemanden kennen würde, der von dem Zugunglück betroffen ist, aber das es so heftig kommen würde, hätte ich nicht gedacht. Die Tante und der Cousin meiner einzigen Cousine sind tödlich verunglückt und das ausgerechnet mit der am meisten betroffenen Familie. Ich werd nicht wieder... ich kannte ihn nur als ganz kleines Kind, wir hatten keinen Kontakt mehr und die Bilder und der Name sagten mir anfangs gar nichts, aber das ist trotzdem ganz ganz schlimm. Vor allem tut es mir leid, dass wir uns eben gar nicht kannten und das, wo unsere Familie eh schon winzigklein ist. Ruhe sanft... sogar einen Hund hatte der. Nee, also ich bin fertig.

Sonntag, 6. Februar 2011

Kinderbücherparade...

In der Blogwelt kursiert gerade eine Liste mit gern gelesenen Kinderbüchern, hier also meine... ganz spontan eingefallen:

1. Der kleine Angsthase von Elizabeth Shaw (war ganz früher mein Lieblingsbuch und Frida hat den neuesten Druck davon) 
2. Vierbeinige Freunde und Zöglinge des Zoo von Vera Tschaplina (zigmal gelesen und immer wieder schön... ich wollte ja auch mal Zootierpfleger werden bevor mich die kapitalistische Wirklichkeit eingeholt hat, haha)
3. Weltall, Erde, Mensch (das hatten meine Eltern zu Ihrer Jugendweihe bekommen und da waren soooo tolle Saurier drin... zum Schrecken meiner Mom, haha)
4. Wolfsblut von Jack London (das konnte ich später kaum aus der Hand legen... und erst Ethan Hawke im gleichnamigen Film, jammi jammi...)
5. Drei lustige Gesellen von Eno Raud (übrigens aus Estland...)

Und noch sooo viele, die ich teilweise monatelang immer wieder aus der Bibliothek ausgeliehen hatte und nicht mehr weiss, wie sie heissen, auch Pioniergeschichten, alles über Tiere und fremde Länder, russische Erzählungen, die uralten Bücher meines Papis, Bilderbücher, Klappbücher, später aufregende Teeniegeschichten, gruslige Widerstandsliteratur und alles, was ich noch so in die Hände bekommen konnte und in ein, zwei Tagen durchgeschmökert hatte. 

Ich habe sogar die Bücher gern gelesen, die wir für den Deutschunterricht bekommen haben. Nur, dass die dann immer so elendig zerpflückt werden mussten, hat mich gestört. Heute stehen meine Schränke voll von Finnlandbüchern, für die ich noch gar keine Zeit hatte, weil ich ja ständig in meinen Computer gucke :( Und ich müsste viel mehr auf finnisch lesen... aber ich kapituliere immer vor dem Buchstabenwirrwarr *ggg*

Donnerstag, 3. Februar 2011

Intervac...


Eigentlich suche ich im Freundeskreis jemanden, der im Februar auf unser Häuschen und die Tiere aufpasst, während wir bei Titi-Nalle sind, aber irgendwie will von denen bisher keiner nach Jyväskylä *grumpf* Aber da wäre ja noch Haustausch... das finde ich schon lange super, nur konnten wir bisher nicht mit einem vorzeigebaren Objekt dienen *lach* Also einfach mal bei Intervac angemeldet. Vielleicht springen ein paar nette Wochenendurlaube in Finnland oder gar was in Europa dabei heraus. Für Flüge können wir das Geld ja vielleicht noch gerade so zusammenkratzen =)



Sonntag, 30. Januar 2011

Geschockt...

Kurz vor dem Schlafengehen nochmal Facebook geguckt und da waren breaking news von n-tv: Zugunglück in Sachsen-Anhalt. Ach Du liebe Güte, wo denn? Magdeburg, Oschersleben, Halberstadt, Hordorf... verdammter Mist, das ist ganz in der Nähe meines ehemaligen Zuhauses, nur ein paar Minuten von meiner Stadt entfernt. Um 22.30 passiert, Nachtschwärmer und Weltreisende mit dem Zug nach Hause, so wie wir mehrmals, zuletzt erst im September, als wir mit Frida Omi und Opi besucht haben und Rail&Fly-Tickets hatten.


Natürlich kenne ich die kleinen, ganz modernen Triebwagen und natürlich auch die Strecke durch endlose Felder, vorbei an alten graffitiverschmierten Bahnhöfen, Kleingärten und Kleckerdörfern. Mit uralten kleinen Schranken und Bimmelsignalen. Tiefste Provinz. Magdeburger Börde. Ab in den Harz. Schöne Sch... =((( Die armen Opfer und Angehörigen und was sagt meine Stadt, wenn die Leute morgen aufwachen und so etwas im Radio hören müssen. Oder gar die Bilder... Zug zerquetscht und umgekippt auf ein gefrorenes Feld geschmissen... so wie damals 1998 auch in Jyväskylä. Es ist ein Jammer und furchtbar. Langenweddingen zwei...

Die deutschen Nachrichtensender kamen erst sehr spät mit Bildern, erst gegen 5 Uhr früh - klar, das ist ja auch absolut in der Pampa - aber BBC hatte bei uns im Fernsehen das erste Video und inzwischen berichten auch finnische, spanische, mexikanische, australische und was-weiss-ich Zeitungen über eines der schwersten Zugunglücke in Deutschland, ganz vorn auf der ersten Seite, mit Eastern Germany was mitten in Deutschland liegt - und auf den Karten sieht man meine kleine Stadt, die die auf englisch sehr eigenartig aussprechen.... wo wir doch eigentlich für unsere Würstchen und den Dom und John Cage und Oschersleben für seine Motorsportarena berühmt sein wollen. Ach Mist alles. Und wieder eine Nacht durchgemacht. Ich weiss schon, wieso ich in Zügen nie vorn sitze :( Scheibenkleister.

Freitag, 28. Januar 2011

Hustinettenbär...

Nachdem wir so schön durch die finnische Botanik gestampft sind, musste sich natürlich prompt ein Hustenschnupfenvirus bei uns einnisten. Klar, wenn alle anderen Kinder auch mit Rotznase herumlaufen. Am Montag war Pyry, das neue Kind bei Tante Laura, krank und am Dienstag konnte Frida auch nur noch schlapp mit dem Papa auf dem Sofa liegen und Kinderfernsehen gucken. Ganz blass und mit fiebrigen Wangen. 

Und nachts wurde sie alle paar Stunden stinkwütend und kreischte wie eine Feuerwehrsirene neben meinem Ohr, wenn sie durch die verstopfte Nase nicht atmen konnte. Oder wenn Mami und Papi weg waren. Apua. Mami war entsprechend breit und blieb dann am Mittwoch und Donnerstag zuhause. Was sich als hervorragende Lösung herausgestellt hat - Tiita spielte und erzählte (sie ist ja neuerdings gaaaanz lieb und eine richtige Freundin geworden) und rannte mit ihrem Puppenwagen durch die Gegend, bis sie erschöpft ins Bett fiel, und Mami räumte die vermüllte Bude auf, kochte Essen und betüttelte die kleine Schnupfenprinzessin. Unser Haushalt glänzte geradezu. 

Sogar Kuchen haben wir gebacken und Essen gekocht und Fensterbilder gemalt und endlich mal Fridas Spielzeug sortiert und Fotos ausgeschnitten und geklebt und heute waren wir in der Sauna und haben Yuri herumgetragen und die Finnmeeridamen gefüttert und am Computer Buchstaben getippt und und und. Sogar Fridas Hochbett habe ich ganz allein auf Tiefbettstation gewuchtet und die katzenverpinkelte Matratze umgelagert und zigmal den Geschirrspüler angestellt und gewaschen und Bettzeug gewechselt, alles dank pflegeleichter grosser kleiner Tochter. So macht Zuhausebleiben Spass!

Im Sommer hätten wir Tiita eher wieder in den Kindergarten geschickt, aber bei -5 bis -20 Grad ist so ein Schnupfenkind zuhause wirklich besser aufgehoben - die spielen ja sonst morgens und nachmittags fast 2 Stunden draussen in der eiskalten Luft und bremsen lässt sich unsere Maus ja nun wirklich nicht =) Von den durchgehusteten und durchgespielten Nächten und meinen Augenringen ganz zu schweigen... Am Donnerstag kamen abends noch einige liebe Freunde zu Besuch, heute war ich wieder im Büro und jetzt ist die Woche auch schon wieder um. Oh, und heute hat die Sonne so geschienen und war so warm, dass man wirklich schon von kevättalvi sprechen kann, hihihi. Geschafft!

Donnerstag, 27. Januar 2011

Fontti...

Also wenn Blogger mit seinem neuen Editor weiter so rummauschelt, ziehe ich zu Wordpress um... entweder ist die Schrift winzig klein (small, so wie früher) oder riesengross (normal, das hier) und in deren HTML findet sich kein Mensch zurecht *aarggh* Aber jetzt geht es, oder? Muss jetzt zwar in riesengross tippen (14pt?) und der Zeilenumbruch spinnt, aber das Ergebnis sieht fast so aus wie vorher.

Sonntag, 23. Januar 2011

Grillsaison eröffnet...

Kaum guckt die Sonne eine Stunde länger durch die Wolken, zieht es den durchschnittlichen Finn schon unaufhaltsam in die Natur.

Heute waren wir mit Frida auf unserem Lieblingsnaturpfad in Sarvenperä, gleich hinter Kuohu, wo die lokalen Ureinwohner vor vielen Jahren sogar einen winzigen Ausschnitt Winterkrieg gebaut haben: Holzbunker unter der Erde, in dem man sogar schlafen kann (2005 gemacht), daneben ein Grillplatz (fast jedes Jahr getestet) und ein kurzer Schützengraben gen Osten (in dem wir uns immer vor Nelson versteckt haben, hahaha).

Sogar eine Sauna mit einer superklaren Quelle gibt es ein paar Meter weiter und insgesamt geht der Rundweg ca. 4 km lang durch wunderschönen Wald, Lichtungen, Sumpf und an einer alten Mühle, einer zweistöckigen Rauchsauna, einer Laavu und einem Vogelturm vorbei.

Aber mit Frida sind wir nur knapp einen Kilometer gegangen und das bei ca. 50 cm Schnee. Glücklicherweise latscht da öfter mal jemand lang und sogar die Loipe daneben war gespurt. Es war wunderschön, erst durch den hellen und dann abends durch den stockdunklen Märchenwald zu stapfen, ein stolperndes und ständig hinfallendes, aber ganz tapferes und wild plapperndes Kind zwischen Mami und Papi.

Gegrillt haben wir natürlich auch, echt finnische Makkaras und thüringische Bratwürstchen. Und Papa hatte warmen Johannisbeersaft in die Thermoskannen gefüllt und Mami hatte sogar Brötchen (Finnen wickeln Würstchen nur in Küchepapier, igitt...) und Ketchup mit. Da ist den Wölfen und Bären, die im Gebüsch hockten, garantiert das Wasser im Mund zusammen gelaufen.

Oh, und bei der Gelegenheit ist mir eingefallen, dass ein Husky für solche Abenteuer bestimmt doch besser geeignet ist als ein Chinesischer Schopfhund oder Galgo *lach* War das schön!

Samstag, 22. Januar 2011

Dörfler...


So ganz habe ich ja meine Immobilienhobby noch nicht aufgegeben, wisst Ihr ja. Heute waren wir zum Geburtstag einer deutschen Freundin auf dem Land und das war wieder so eine Erfahrung in die Richtung, plus einige andere Vorzeichen. Hey, ich glaube überhaupt, ich habe dank unserer deutschen Spielgruppe inzwischen mehr deutsche als finnische Bekannte hier, hahaha, jedenfalls sehe ich sie viel öfter als die Eingeborenen und sie machen auch einen weitaus herzlicheren Eindruck (wen wundert's... *ggg* aber das hatten wir ja schon).


Jedenfalls wohnen die in einem wunderschönen, ganz alten, halbrenovierten Herrenhaus, aus alten Blockbohlen, mit wunderschönen hohen Räumen, grossen Fenstern und ganz viel Atmosphäre. Ein Traum für jeden Talo&Koti-Leser, Romantiker oder Möchtegernarchitekten mit dicker Brieftasche oder dem richtigen Händchen dafür (Männe und ich können nur Photoshop...). Die alten grauen und rot-weissen Gebäude im Schnee, mit Tannen und Erlen drum herum und flackernden Kerzen in der Einfahrt, einfach ganz toll. Ein richtiges Märchenschloss.


Gleichzeitig wurde auf Etuovi ein superschickes Einfamilienhaus in Kuohu zum Kauf angeboten, 110 qm für schwindelnde 250.000 Euronen, nur zwei Jahre alt, und auch nicht ganz in der Pampa, aber doch so, dass man überlegen müsste, ob 3-4 Nachbarn und jede Menge Wald ringsherum zum Glücklichsein ausreichen und ob man zu Schule und Bus 5 km mit dem Rad rund um nen See fahren will. Vor allem, weil das (bis auf den Preis) alle Kriterien erfüllt, die ich bisher so in meinem Spukekopf hatte - jetzt allerdings tendiere ich doch eher dazu, wieder näher in die Stadt zu ziehen... nen Afghanen bekommen wir ja doch nicht *lach* und sogar Waldmensch Mika brummte nur etwas von... "liian kaukana".


Naja, einen Lottoschein habe ich trotzdem geholt, heute war mit 7,4 Millionen der höchste Jackpott aller Zeiten zu vergeben. Oh, und ich gucke übrigens so mit einem halben Auge wieder nach Eigentumswohnungen, weil unsere Miete inzwischen auf nette 750 Taler geklettert ist und langfristig Besitz günstiger und hier auch viel üblicher ist - aber Kaufen ist bei den Preisen (siehe oben) offensichtlich wirklich nicht mehr drin. Es sei denn, man gewinnt im Lotto, kann selbst renovieren (siehe oben), wohnt jott-wee-dee in Kajaani oder macht es sich mit Kind und Kegel auf knapp 40-60 qm in den Wachstumszentren gemütlich.Wobei wir ja eine super Wohnung haben, aber eben genau die gleiche gekauft bammelt schon irgendwo in den 200.000-Sphären *örks* Also weiter brav Miete zahlen und gucken, was Etuovi.com und Veikkaus.fi bringen =)