Ruubi hat es jetzt besser... wir haben sie heute über die Regenbogenbrücke ziehen lassen. Ihr Gesamtzustand war wirklich schlecht - sie war relativ dünn, sehr knochig, hatte überall "Löcher" im Fell und auf beiden Augen hatte sich innerhalb einer Woche grauer Star gebildet. Dazu die Lähmung in den Hinterbeinen. Der Tierarzt wollte es nicht so geraderaus sagen, aber mir war es ziemlich klar, dass wir ihr mit der letzten Spritze helfen würden. Sechs Jahre ist ja auch ziemlich gut für so ein zierliches Rasseschwein.
So hatte sie einen schweinewürdigen Abschied - bis zuletzt gefressen und vielleicht keine Schmerzen. Der TA sagte, dass es kein Vitamin C-Mangel wäre, dann hätte sie Gefühl in den Beinen gehabt, aber starke Schmerzen. So waren zwar die Gelenke verdickt, aber sie hat nicht reagiert, als er an ihren Füssen herumgedrückt hat. Also nur ein Problem von vielen... und ich bin wirklich froh, dass sie so friedlich gehen konnte. Er hat ihr eine Beruhigunsspritze gegeben, dann ist sie vor mir auf dem Tisch eingeschlafen und später gab es einen zweiten Pieks ins grosse Mümmelherz. Dann war es schon vorbei. Mach's gut und wir sehen uns!
Jaska Stummelzahn hatte ich als Begleitschwein mit und der Doc hat ihm netterweise gleich mit in die Schnute geguckt. Die Backenzähne sind okay und haben keine Spitzen. Wir müssen nur warten, dass der obere Schneidezahn nachwächst und aufpassen, dass er ordentlich Heu mümmelt und die Zähne unten nicht zu lang werden. Er hat mir auch noch gezeigt, wie man die Zähne gegeneinander reiben muss, um zuhause zu prüfen, dass da nichts hakt. Schon der Begriff "Spitzen" hat mich aufhorchen lassen - vielleicht kannte sich da wirklcih mal jemand ein bisschen aus. Jedenfalls machte diese Klinik einen besseren Eindruck als unsere Stammklinik - oder es lag nur daran, dass Männer als Ärzte eh immer einen kompetenteren Eindruck machen *seufz*
Jedenfalls bin ich nicht besonders traurig, sondern richtig erlöst. Endlich durfte mal ein Schweinchen ohne Aufgasung oder ähnliches und relativ schnell gehen. Ach Ruubi... ich weiss noch, wie Du auf meinem Arm sasst und ich fand, dass Du wunderschön zu meiner schwarzen Daunenjacke passt =) Es war schön, Dich kennenzulernen!
Heute habe ich mich zweimal zu Tode erschrocken. Das erste Mal war noch relativ mild... Ruubi kann die Beine nicht mehr bewegen. Ansonsten ist sie ruhig und frisst - und ich weiss immer noch nicht, was die Tiere haben könnten. Jaska und Jasmiina sind fit. Ruubi ist dagegen schon alt und es könnte sein, dass allgemein etwas nachlässt, aber auch, dass Frida ihr etwas auf den Rücken geworfen oder Saaga sie umgerannt hat. Ich befüchte, dass wir die Kleine am Montag wirklich einschläfern müssen. Ich muss das jetzt wirklich beobachten. Und noch einmal surfen, ob es diese legendäre Meerschweinchenlähme wirklich gibt.
Der zweite Schock war dann wirklich heftig. Ich war ja mit Frida den ganzen Tag allein, wir haben Heu geholt, einen schönen Retro-Pyjama (orange-braune Igel) und eine Matschhose (türkiiiiis) gekauft. Dann Fussboden gefegt und gewischt, neue Bettwäsche aufs Bett (ganz schick in schwarz-weiss) und überhaupt mal wieder Ordnung in unsere Bude gebracht, während Frida geholfen oder gespielt hat. Dann sollte es Obstbrei zum Kaffee geben. Frida pappelte selbst, sehr schön macht sie das schon. Zwischendurch quäkte sie ab und zu mal, ich dachte eigentlich an beginnende Müdigkeit, Hunger oder den wohlbekannten Willen, selbst alle Löffel halten zu wollen. Als sie fast satt war und mit Schmierei anfing, nahm ich selbst Glas und Löffel in die Hand, um ihr noch ein bisschen zu helfen. Haps, haps... ähm, was hat sie da Rotes an der Hand? Und ich auch? Und was ist da komisches durchsichtiges auf dem Löffel?
Sorry, es klingt wie im Gruselfilm, war aber leider echt: grosse Glassplitter. Ich dachte, ich spinne. Das kann doch nicht wahr sein!!! Drei Splitter puhlte ich aus dem Matschzeug, rief schnell Männe an und dann sassen wir auch schon im Auto zur Poliklinik. Verdammte Sch.... ich stotterte mir total etwas zusammen, als wir an der Anmeldung standen. Die Frau guckte ganz ungläubig, aber zum Glück hatte ich das Glas mitgenommen - unten an der Kante war ein winziges Loch. Irgendwo muss das Glas also hingefallen und die Splitter nach innen gekommen sein. Der Albtraum einer Babyfamilie. Komischerweise war ich immer noch ziemlich ruhig - Frida machte ja auch einen ganz normalen Eindruck.
Der Arzt guckte Frida in den Mund, fragte mich aus und sagte dann, dass wir sicherheitshalber noch zum richtigen Krankenhaus fahren sollten. Es kann sein, dass sie über Nacht dort beobachtet werden muss. Leider sieht man Splitter weder im Röntgen noch im Ultraschall richtig, wenn dem Glas nichts besonderes beigemischt ist. Im richtigen Krankenhaus - wo die Notaufnahme im Gegensatz zum letzten Jahr jetzt richtig modern und freundlich ist - wurden wir von Schwester zu Schwester und Fenster zu Fenster weitergereicht. Frida wurde von einer ganz lieben Schwester gewogen (10.3 Kilo) und rannte mit wachsender Begeisterung und laut jodelnd dann auf den Gängen auf und ab, bis die Müdigkeit sie übermannte. Über eine Stunde mussten wir warten.
Dann guckte eine junge, ziemlich unfreundliche Ärztin Frida in den Mund. So gut sie konnte, unser Mädchen hatte nämlich keine Lust mehr. Nichts kaputt. Das Auf-den-Bauch-drücken gefiel Frida auch nicht. Aber die Ärztin meinte, es sei sehr unwahrscheinlich, dass Frida erstens einen Splitter verschluckt hätte und zweitens, dass dieser Schaden anrichten würde. Mmmh. Wenn die meint??? Inzwischen wollte ich eigentlich auch nur noch weg. Sie schlug vor, dass wir über Nacht auf der Station bleiben - aber wenn wir nicht weit weg wohnen, können wir auch nach Hause. Bei Bauchschmerzen oder sonstigen Auffälligkeiten sofort anrufen. So sitzen wir jetzt zuhause, gehen gleich ins Bett und können nur hoffen, dass nichts passiert ist. Dämlich. Obwohl ich kein schlechtes Gefühl habe. Also, drückt Daumen. Ich hoffe ja, dass die Dinger erst nach oben gekommen sind, als ich umgerührt habe. Und dass Frida inzwischen alle sperrigen Sachen selbst aus dem Mund nimmt. Auf jeden Fall gucke ich mir jetzt jedes Glas auch von unten an - das darf wirklich nicht war sein.
P.S. Mein intelligenter Mann hat vorhin Puzzle gespielt... alle Teile aus dem Brei gesiebt und dann angelegt - und wir haben wirklich alle drei abgeplatzten Stücke. Wieso die allerdings nach innen gefallen sind, ist mir auch schleierhaft. Wobei die Gläschen ja mit Unterdruck abgefüllt werden. Naja, ich rufe bei der Firma an - wenn wir in Amerika wären, könnten wir von der Schadenersatzklage nach Beverly Hills ziehen. Entweder bei der Firma oder im Supermarkt hat jemand etwas fallen lassen, was nicht fallen hätte dürfen. Schwein gehabt.
Es ist so schlimm, dass ich es gar nicht wahrhaben möchte. Und schon gar nicht schreiben will. Aber leider kann ich es nicht mehr ändern... Kurre hat es nicht geschafft. Und noch schlimmer: er war zurückgekommen und wir hatten ihm nicht geholfen. Als ich heute nach der Arbeit eher beiläufig in den Käfig guckte, lag da sein kleiner Körper, ganz kalt und mausetot. Irgendwann war er dort hineingeklettert, hatte sich hingesetzt und war eingeschlafen. Für immer. Und wir hatten ihn nicht bemerkt. Wie kann man nur so dumm sein!!!???
Gestern war noch ein schöner sonniger Tag gewesen und ich war mit Frida im Garten gewesen - da war noch niemand da. Aber gestern spät abends oder heute früh hätten wir unbedingt noch einmal nachgucken müssen. Wo ich ihm doch extra gesagt hatte, er soll zurückkommen, wenn er die Mama nicht findet. Sch... verdammte. Natürlich war noch Futter im Stall, aber vielleicht hätte er lieber Milch getrunken. Oder in der warmen Stube gesessen. Oder im kuschligen Fleece geschlafen. Aber jetzt ist es zu spät. Vermasselt. Endgültig.
Andererseits ist es ein Wildtier, er muss einfach in der Lage sein, draussen zu überleben. Ewig hätten wir ihn (so wie Mika es gern gehabt hätte) nicht drinnen behalten können. Und vielleicht war er wirklich so krank, dass es besser war für ihn, zu gehen. Schon am Sonntag. Mmmh. Mach's gut kleiner Kurre. Wir haben es versucht, aber nicht gut genug. Nur zwei Tage konnten wir Dir schenken. Grüss unsere Meeris dort oben und vielleicht sehen wir uns irgendwann. Dämlicher Tag heute. Och mannooo... mein liebes kleines Eichhornkind *schluchz* Ich kann es immer noch nicht glauben... er war doch gerade eben noch hier... ach Mist. Von dem Flugzeugunglück in Madrid will ich erst gar nicht schreiben. Mit zwei Babies an Bord. Alles ganz schlimm.
Diese Kinder... Frida brüllt morgens immer noch, wenn ich sie bei Laura abgebe. Aber zuhause, wenn sie fertig angezogen ist, rennt sie sofort zur Tür, versucht verzweifelt, ihre Turnschuhe an die dicken Knubbelfüsse zu bekommen und statiert laut und fingerzeigend "Kiia, Kiia". So heisst ja ihre Freundin bei der Tagesmami. Da will man unbedingt hin. Sofort! Also muss man so schnell wie möglich aus der Tür. Wehe, die Mama hat ihr Handy in der Küche liegen lassen und muss nochmal zurück *bäääähhhhh*
Also, ich glaube, ihr gefällt es da. Inzwischen schläft sie auch oft 2.5 Stunden am Nachmittag. Isst gut und ist eine liebe Maus, die der Tante deutsch beibringt. Und zweimal haben wir sie schon bis 19 Uhr wach halten können - mit dem Erfolg, dass sie dann zwar jammert und taumelt, aber später wie ein Stein schläft und Männe und ich stundenlang allein zusammenhocken müssen =) Ausserdem kommt ein neuer Zahn. Der vordere Backenzahn rechts, also hinter den noch nicht vorhandenen Eckzähnen. Vielleicht ist sie deshalb auch ein bisschen maulig. Und knabbert gern auf der Milchquelle herum, auuutsch.
Jaaa, und Männe ist wieder da. Eigentlich freue ich mich ja, aber es ist auch stressiger. Irgendwie sind wir doch sehr verschieden, er wird immer schrulliger und ich immer ungeduldiger mit diesem Finnen *seufz* Manchmal denke ich, männlichen Wesen fällt es sehr viel schwerer, auf Familie und Verantwortung umzustellen. Aarghhhh... Fehlen halt die Hormone. Ausserdem ist irgendwie alles in der Schwebe - die Finanzierung für seinen Job läuft diesen Monat aus und wir haben keine Ahnung, was im September wird. Wahrscheinlich bleibt wieder alles an mir hängen *seufz* Aber wir dürfen auf keinen, keinen Fall unseren guten Daycare-Platz verlieren.
Kurre geht es wahrscheinlich auch gut. Gestern war ein sonniger Abend und die Zeit war gekommen, ihn wieder in den Wald zu schicken. Am Tag vorher war er beim Füttern schon aus der Hand geschlüpft und hatte in der Wohnung gezeigt, wie ein Hörnchen rasen, springen und klettern kann. Wuuuuuush.... und weg war er *lach* Zum Glück konnte ich ihn wieder mit der grossen Decke fangen und er hat dann noch eine Nacht mit Mandeln und Fridamilch verbracht. Jedenfalls war er dann gestern rasendschnell in der Kiefer vor unserem Haus verschwunden. Tschüss, mein kleiner Lieber und hoffentlich findest Du die Mama wieder!
Die grosse Überraschung kam dann heute früh. Männe hatte, als ich noch unterwegs war, auf Arbeit angerufen und ich sollte unbedingt zurückrufen... Kurre sass quicklebendig auf unserem Spielmökki! Er war es wirklich! Wir hatten extra den Käfig dort stehen lassen, damit er zurückkommen kann, falls es Probleme gibt. Falls er wieder nass wird oder nichts zu essen findet. Und da sass er, rot und keck und frech. Hihi. Hat kurz Mandeln geklaut und ist dann wieder abgedampft. Tsja, das Problem haben wir jetzt wohl für die nächsten 20 Jahre *ggg* Diese Fellnasen und Nacktfrösche...
Hihihi, das Eichhörnchenkind lebt noch! Und wie... als ich eben gerade aufgestanden bin (man beachte die Uhrzeit), lag das Kleine immer noch zusammengerollt und guckte schläfrig, aber statt dem mit Fleece bedeckten Fussboden des Käfigs hatte man es sich auf Jaskas Handtuchhängematte bequem gemacht. Der weiss, was gut ist... Bewegen tut es sich also jetzt von alleine - gestern vor dem Einschlafen hing es plötzlich sogar kopfüber wie Batman von der Decke (siehe Bild).
Die fürsorgliche Fridamama wollte noch einmal Milch geben (da kommt übrigens fast gar nichts mehr, uuups), aber Kurre war jetzt so agil und schnell, dass ich den Versuch, ihn aus dem Käfig zu holen, lieber gleich einstellte. Nicht, dass er noch unsere Wohnung auseinandernimmt. Oder meine Finger blutig beisst. Aber ich habe mich gefreut. Dem geht es wieder gut! Frisch aufgewacht, stürzte man sich dann gleich auf die restlichen Mandeln und Sonnenblumen, guckte gross in die ungewohnte Gegend und zeigte, wie man als Waldbewohner klettern kann. Cool. Der kommt also spätestens morgen früh in den Garten, hoffentlich hört dieser eklige Nieselregen bis dahin auf...
Und noch einmal zu den Schweinies: mir ist völlig schleierhaft, was sie hatten. Alle drei sind wieder munter, jedenfalls so munter, wie man als Seniorschwein mit etwas Untergewicht sein kann. Komisch. Sie hatten sich wirklich komisch bewegt, schlapp wie eine Flunder herumgelegen und nicht fressen wollen und ich war mir fast sicher, dass zumindest Jasmiina es nicht schaffen würde. Dann hat sie zweimal geniesst, sich aufgesetzt und geputzt und ab da war alles besser. Jaska hatte schon eher gesessen und frisches Gras gemümmelt... keine Ahnung, womit Frida sie da vergiftet hat. Oder - wie mir gestern schlagartig am Telefon mit Männe eingefallen ist - unser etwas dominanter Neuzugang namens Saaga hat die Perückengeschwister verletzt, als sie sie bei Rangkämpfen durch den Bau gescheucht hat. Oder jemand ist versehentlich über sie gelaufen, Wirbelsäule verrenkt oder so etwas. Anders kann ich mir das auch nicht erklären. Sehr mysteriös.
Als ob man nicht schon mit den Schweinchen genug zu tun hätte... eben kam ich aus dem Schlafzimmer und da sitzt auf den pitschnassen alten Matratzen draussen ein rotes Fellbündel. Ganz traurig, bibbernd und den Kopf zwischen den Pfoten vergraben. Häääh? Zum Glück hatte ich meine Brille auf und kannte diese Gesellen - ein Kind von Olli Orava! Was machst Du denn hier??? Wo ist denn Deine Mama? Du frierst ja!
Ach Du liebe Güte, auch noch ein Eichhörnchenbaby! Und wieso kommen diese halbabgeklappten Wesen immer genau vor unsere Tür? Genau wie das Hasenkind mit furchtbarem Durchfall vor zwei Jahren, was wir dann zum Tierarzt zum Einschläfern bringen mussten. Ich habe doch gar keine Ahnung von Wildtieren. Oder sagen wir, nur theoretisch, schliesslich habe ich meine ganze Kindheit über die Nase nur in Tierbücher gesteckt. Naja, erstmal eine Stunde geguckt, ob nicht Mama Eichhorn auftaucht und das Kleine abholt. Nix da. Dem war nur kalt. Die hingestellten Nüsse wollte es auch nicht. Bis auf Handlänge kam man heran.
Ich habe dreimal Mika angerufen und schliesslich einigten wir uns, den Kerl zumindest für die kalte Nacht hereinzuholen - schliesslich giesst es draussen in Strömen und wurde auch schon dunkel. Decke über das Tier, fast genesene Meerschweinchen (dazu später) zu den anderen Meeris gesetzt und Hörnchen mit ein paar dicken Ästen in den Käfig. Wo es weiter traurig sass. Susku hat das Netz durchwühlt. Keine Kuhmilch, logisch. Katzenaufzuchtmilch bekommt man Sonntag abends aber auch nirgens. Ob ich? Okay, schlimmer es kann es auch nicht mehr werden - also ein paar Spritzer von Fridas Milch in eine Spritze gezogen.
Mit dickem Handschuh das kleine Wesen hochgehoben und Spritze ins Mäulchen. Man schmatzte vorsichtig. Ekligerweise liefen einige Silberfischviecher übers Rotbuschelfell. Yäääk, gleich totgemacht. Was man sich da noch alles einschleppt... von Tollwut u.ä. ganz zu schweigen. Aber das Eichhörnchenkind kann ja auch nicht draussen sitzenbleiben. Jedenfalls wurden nach einigen Schlucken Milch die Augen klarer und dann mümmelte man ein paar Mandeln und Sonnenblumenkerne. Sehr gut. Aber man war seeehr müde... oder vielleicht totkrank.
Und meiner einer fand Eichhörnchenaufzuchtanweisungen auf der Website von Korkeasaari. Demnach ist es mit seinen offenen Augen schon ein Teenie, der vielleicht auf seinen Streifzügen verloren gegangen ist. Man soll sie eigentlich draussen lassen, weil die Mamas sie oft finden, aber wenn sie ganz ermüdet, kalt und hungrig sind, kann man sie für einen Tag oder so nach drinnen holen und aufpäppeln. Richtig drinnen aufgezogene Hörnchen werden oft so fordernd, dass sie Parks und Wälder für Menschen unbegehbar machen *lach* Naja, ich bin schon ein bisschen erleichterter. Da müssen wir dann eine Suchanzeige aufgeben. Na, ich lass Kurre hier, bis Männe morgen da ist und dann sehen wir weiter. Herrjemineh.
Selber schuld ist man eigentlich, wenn es nachts um 2:19 ist und hier immer noch ein Zwerg durch die Gegend turnt. Der schon dreimal im Bett lag, aber dank lautem Fensterklopfen, penetranten Hundeärgern, Wändehauen und sonstigen Spässen wieder in die Stube befördert werden musste. Und das schlimmste daran ist, dass die Mama selber daran schuld ist. Obwohl sie ja auch nicht müde ist - aber Babies und werktätige Menschen gehören halt samstag nachts ins Bett. Basta.
Aber so einfach ist das nicht, wenn man bis 14 Uhr tief und fest geschlafen hat. Wenn man den ganzen Tag wegen Dauerregens nicht an die frische Luft konnte. Wenn man drei kranke Meeris pflegen musste. Und wenn das oben genannte Baby in der letzten Nacht zwar von 20 bis 2 Uhr geschlafen hat (während die Mama eine höchst interessante wissenschaftliche Studie über finnisch-deutsche Beziehungen studierte), aber dann zwei Stunden herumgekaspern musste. Was wiederum ein Grund für das Verpennens des heutigen Vormittags war - der Wecker war zwar gestellt (Vorsatz: wir wachen immer, auch am WE um 8 auf, damit Fridas Rhytmus nicht durcheinander kommt), drang aber nur von weitem und ganz leise in die Traumlandschaften der schlummernden Weibsbilder. So wie immer eigentlich.
Also, alles wieder im Eimer, Susku Raben- und Assimutter, Kind völlig durcheinander und ahnungslos und morgen um 10 haben wir Sommerausflug. Bei strömenden Regen und totmüde. Und am Montag müssen wir wieder um 6 aus den Federn. Kann mir mal jemand bitte helfen? Ein hoffnungsloser Fall...
Wieder Sorgen um die lieben Vierbeiner. Die Mehrheit unserer Meerschweinchen ist ja mittlerweile im Rentenalter angekommen und alle sind viel ruhiger geworden. Allerdings hat Jaska gestern beim Schlafen eigenartig geknarzt. Als ob er Schmerzen hätte, genau wie das Xenia immer gemacht hatt. Mist... rausgenommen und erstmal Zähne begutachtet. Ein Schneidezahn war ja vor einer Woche abgebrochen, aber da der kleine Herr weiter gut gefressen hatte, habe ich es beim Beobachten gelassen. Jetzt waren allerdings die unteren Zähne sehr lang geworden und hatten sich V-förmig zugespitzt. Nicht gut. Vor allem, da sich ja oft gleichzeitig die Backenzähne falsch entwickeln und ggf.über die Zunge wachsen, so dass das Tier vor vollem Napf verhungern muss.
Heute mittag habe ich den kleinen Kerl dann extra gesetzt. Etwas Novalgin gegeben und geguckt, ob er frisst - macht er. Zieht trotz abgekniffenem Zähnen lieb das angebotene Heu ein, ist aber irgendwie schlapp und schlecht drauf. Und das natürlich am Wochenende, wo alle Tierärzte geschlossen sind. Ich habe kurz die Bereitschaft angerufen - die Ärztin stellte zwar wirklich gute Fragen, vertröstete uns aber auch auf Montag. Vielleicht Röntgen, Zähne angucken, abtasten, Ultraschall.. ich wusste ja selbst nicht genau, was ihm nun fehlt. Keine Aufgasung, kein Wärmeschock, kein Schnupfen, Hinterbeine bewegen sich doch normal... mmh. Und noch mysteriöser wurde das ganze, als Jasmiina, seine Schwester am heutigen Abend genauso schlapp in Stall lag. Sie hat normale Zähne. Was haben die beiden nur? Ruubi sitzt jetzt auch im Hospital, weil sie ja schon lange mit ihren Zysten herumlaboriert und heute auch nicht richtig fressen wollte.
Eben habe ich alle drei noch einmal mit Pelletbrei und Super Vetrum gepäppelt und extra frisches Gras aus dem Garten geholt, aber mit gefällt das alles nicht. Hat Frida etwas Giftiges in den Stall geworfen? Waren die Pellets, die sie gestern ausnahmsweise statt Heu bekommen hatten, irgendwie verdorben? Haben sie überhaupt während des total verregneten Sommers zu wenig Frischfutter bekommen? Zu wenig Vitamine? Zu wenig aufgepasst? Was sich jetzt bei den Senioren zuerst äussert? Oder hat Saaga irgendwelche Viren eingeschleppt? Ihre Vergesellschaftung ist übrigens richtig gut verlaufen, alle sind jetzt nett zueinander =) Ich befürchte nur, dass wir drei von der Bande jetzt auf einmal verlieren... die kleinen Fellnasen gehen immer so schnell =(
Und schon wieder Freitag, die Zeit rast. Irgendwie komme ich zu nichts, aber wie gesagt, ist es auch sehr ruhig. Frida macht ja abends kaum mehr was als zu pennen *seufz* Ist aber auch gut so, ich bin nach 6 Stunden Arbeit auch nicht mehr besonders kreativ. Allerdings macht mir die morgendliche Weinerei zu schaffen. Hätte ich doch noch zuhause bleiben sollen? Ist sie mit einem Jahr noch zu klein für die Kita? Hätte Männe nicht noch ein paar Monate auf sie aufpassen können? Und warum ist der überhaupt auf dieser dämlichen Rally?
Aber andererseits weiss ich, dass dies die beste Lösung ist. Laura sagt immer wieder, dass Frida tagsüber eine ganz Lustige ist, viel Quatsch macht, inzwischen ohne Weinen und zwischen den anderen Kids liegend Mittagschlaf hält, gern Musik hört, total gern die Katzen anguckt, wie ein kleiner Hund bellt, immer wieder tanzt und lacht und stundenlang herumtapsen will. Ich glaube, die beiden mögen sich - nur morgens will halt Frida erstens nicht aufstehen und zweitens nicht, dass die Mama weggeht. Blöd. Männe meint, dass es vielleicht auch daran liegt, dass er nicht da ist. Und dass man sich ja überhaupt erst an alles gewöhnen muss. Wenn unsereiner einen neuen Job hätte, wäre ja auch erstmal alles fremd und doof. Und ich war am Dienstag auch traurig, weil Männe weggefahren ist, bin jetzt aber ganz zufrieden mit unserem Frauenhaushalt. Mmmmh.
Vielleicht ist es nächste Woche besser. Ansonsten muss ich sagen, dass wir wirklich einen sehr guten Platz für Frida bekommen haben. Die Tagesmami ist sehr nett und gesprächig, erzählt jeden Tag, was und wie Frida gemacht hat, was es zu essen gab, ob Kaka gekommen ist, wo sie waren, was Frida alles lustiges neu gelernt hat und und und. Richtig nett. Und begeistert von unserer Kleinen. Und wie flexibel sie für uns ist - das gäbe es nie und nimmer in einem Kindergarten. Sie akzeptiert Fridas Stoffwindeln und wäscht sie sogar, obwohl sie nie vorher welche gesehen hat. Legt sich zum Einschlafen eine Weile neben die kleine Maus.
Möchte ein paar Worte deutsch lernen, fragt, was Fridas Lieblingsbrei ist und passt auch die Einschlafzeiten dem an, wann die Kinder müde sind. Frida darf selbst mit dem Löffel essen, wenn sie möchte, bekommt ihre Sachen und Windeln gewechselt, wenn sie dreckig sind, wir können sie bringen und abholen, wann wir möchten und bekommen beim Abschied Fridas Sachen fein sortiert in ihren Rucksack gepackt. Und das alles für nur 140 Euronen im Monat - die Rechnung ist nämlich gestern eingetrudelt. Danke Finnland und Jyväskylän mlk. Einfach toll. Jetzt muss die Kleine nur noch lernen, dass die Mama immer wiederkommt. Und dass 7 Uhr früh nicht mitten in der Nacht ist =) Heh, genau das hat bei mir offensichtlich 33 Jahre gedauert... oder noch mehr?
Die Woche vergeht wie im Flug. Heute früh hat Frida wieder geweint, als sie aufstehen musste. Weia, das mag die Mama gar nicht. Zum Glück kann ich das Kind nach dem Anziehen immer blitzschnell aus der Wohnung und ins Auto befördern, weil ich ja selbst schon angezogen und fertig bin. Draussen geht es dann immer. Nur, dass bei der Tagesmami wieder Tränen flossen, als ich ihr die Gummistiefel ausgezogen habe. Was, Frida rein und dann auch noch Mami weg? Das geht doch gaaar nicht!!! Und müde bin ich auch noch! Buaaaahh!
Also grosser Mist. Aber was sollen wir machen. Sind ja keine Millionäre. Das Kind muss früher ins Bett. Also bin ich gleich nach der Arbeit mit Frida zu Oma und Opa gefahren. Dort haben wir mit der Cousine gespielt, gegessen und gekaspert, bis das Fridakind wieder gegen 17 Uhr müde wurde. Ab ins Auto und zurück nach Hause - Frida konnte genau eine halbe Stunde im Auto schlafen und musste dann wieder aufwachen, um mit Mami zu essen und zu spielen. Puuuuh, Punkt 8 lagen wir beide totmüde im Bett. Bye bye social life... =)