Was ist los... wir wühlen uns so durch den Alltag. Eigentlich merkt man jetzt gar nicht, dass Männe nicht zuhause ist. Wir sind halt auf Arbeit und im Kindergarten oder essen oder schlafen =) Tatsächlich ist es sehr ruhig und fast angenehm *lach* Die Wohnung ist unangetastet, sprich entweder so sauber oder so vermüllt wie _ich_ sie hinterlassen habe, die Glotze bleibt aus und die Küche so gut wie kalt. Alleinerziehende working mum ist halt etwas ganz anderes als zu dritt oder allein mit einem Baby zuhause!
Heute habe ich zum ersten Mal Frida ganz früh und ganz allein zu Laura gebracht. Es war schwer, sehr schwer, die Kleine überhaupt wachzubekommen. Ojeee... nur mein Hinweis auf den vor dem Bett sanft schlummernden Koira hat sie so halbwegs die Augen aufschlagen lassen. Beim Anziehen und beim Abgeben flossen Tränen, aber angeblich ist das immer schnell vorbei *hoff* Auf Arbeit war es wie immer schön, ich habe dieses Jahr gar keinen Urlaubskater, sondern freue mich, in meinen Papierbergen und meinem Computer herumwühlen zu dürfen. Und natürlich reden wir viel über Kinder =)
Umgehauen hat es mich allerdings, als Laura am Nachmittag fragte, was "Papi" denn auf finnisch heisst. Die kleine Madame hatte nämlich den lieben langen Tag und sogar beim Einschlafen immer "papi papi" gesagt. Mein armes Hasenkind! Ob sie doch ihren lieben Isi vermisst? Das ist ja zum Herzerweichen! Ausserdem war sie sehr müde. Wir waren noch kurz bei Kalle und seiner Mama, um den Ikea-Katalog zurückzubringen, und dort konnte sie sich kaum noch auf den Beinen halten und hat immer in Mamis T-shirt gelangt =)
Zuhause dann erstmal getrunken und prompt von 17 bis 19 Uhr geratzt. Dann mit Nelson raus. Ich habe nur ein Problem, sie dann vor 22 Uhr ins Bett zu bekommen - schliesslich müssen wir morgens früh raus. Aber das wird schon. Oh, und wir haben heute ein bisschen mit den Nachbarskindern im Sandkasten gespielt und mit deren Mama gelabert. Schön und hat Seltenheitswert. Irgendwie müssten wir mal in eine kinderreichere Gegend ziehen...
Ein Blog über Finnland, das schöne Jyväskylä, verrückte Finnen, meterhohen Schnee, tiefen Wald, dicke Babybäuche, kreischende Fridas, vierköpfige Meerschweinchen, estnische Tax Free Wolf Retriever, spanische Minikläffer, wuschlige rote und blaue Katzen und viel mehr...
Mittwoch, 13. August 2008
Dienstag, 12. August 2008
Strohtag 1...
Wieder Strohwitwenwoche, so wie im letzten Jahr um die gleiche Zeit. Männe ist in D und wir amüsieren uns hier zu zweit. Wobei Frida ja eine ganz andere Person ist *lach* Jedenfalls haben wir heute diesen schönen Herrn kennengelernt. Von und zu Quito, 10 Jahre alt und wohnt ungefähr 4 km von hier. Ein toller Hund, genauso eine graue Schnauze wie Nelson, mit sehr schönem Fell, edel und sehr schmusig. Vielleicht ist es ja doch so, dass unser nicht der einzige liebe Hund auf der Welt ist =)
Ansonsten der normale Alltagsstress... ich war von 8 bis 14 Uhr auf Arbeit, dann ist Männe zu seiner Weltreise aufgebrochen, Frida war bei Laura, hat danach von 17 bis 19 Uhr gepennt, dann waren Oma und Opa hier zum babysitten, während ich auf dem Vorstandstreffen des finnisch-deutschen Vereins weilte und oben genannten Kerl näher kennenlernen konnte. Abends dann beim Stillen um 21 Uhr eingeschnarcht. Man kommt halt zu nix mehr - aber irgendwie ist unsere Bude auch viel aufgeräumter als vorher *lach*
Ansonsten der normale Alltagsstress... ich war von 8 bis 14 Uhr auf Arbeit, dann ist Männe zu seiner Weltreise aufgebrochen, Frida war bei Laura, hat danach von 17 bis 19 Uhr gepennt, dann waren Oma und Opa hier zum babysitten, während ich auf dem Vorstandstreffen des finnisch-deutschen Vereins weilte und oben genannten Kerl näher kennenlernen konnte. Abends dann beim Stillen um 21 Uhr eingeschnarcht. Man kommt halt zu nix mehr - aber irgendwie ist unsere Bude auch viel aufgeräumter als vorher *lach*
Montag, 11. August 2008
Besuch aus Rovaniemi...
Heute habe ich zum ersten Mal in diesem Jahr Männe gebeten, mir mein wie immer zuhause vergessenes Telefon auf Arbeit zu bringen - und es hat sich voll gelohnt. War doch da eine SMS von einem alten Bekannten, Julián aus Espanja, äähm neuerdings Lappland. Einem meiner Studienkumpels, Mitbewohner und Fast-Bruder, der auch gleich nach dem Austauschjahr im schönen Finnland hängengeblieben ist.
Er war gerade mit Frau und Sohn bei den Schwiegereltern in Äänekoski zu Besuch und wollte am Nachmittag vorbeikommen. Sehr gut. Ich also freudestrahlend nach Hause, Frida abholen. Die er zuletzt als winziges Baby gesehen hatte. Oder halt, erstmal Windeln, Cokis und was zum Anbieten im Supermarkt besorgen. Witzigerweise hatte Julián die gleiche Idee (Finnland ist ja wie immer ein Dorf) und so fielen wir uns schon vor dem S-Market eigenen Gemüsestand in die Arme *grins* Hola y que tal, ystäväni? How are you, everything fine? Mitä kieltä puhutaan nyt?
Ach, ist das immer schön, alte Freunde zu treffen. Wir laberten und laberten und dann kam noch Männe nach Hause und wir laberten... vor allem über unsere Kinder. Über alte Freunde. Über Lappland und Namen und über alles. Mit manchen Freunden und vor allem Halb-Bekannten und mehr oder weniger Saufkumpanen ist es schwierig, nach so langer Zeit noch gemeinsame Themen zu finden. Aber Spanier und Mitbewohner und internationale Papis sind da eine ganz andere Liga. So schmeckt doch der erste Arbeitstag! Bueno bueno!
Das Foto ist übrigens im Herbst 1999 in unserer spanisch-deutschen WG in Roninmäki aufgenommen. Mit Franzosen, Singapurern, Germans, Spaniern und Holländern. Julián zweiter von links und ich ganz rechts. Das waren noch Zeiten *schwärm* Und wahrscheinlich die einzige Party, auf der wirklich kein Allehol geflossen ist und wir alle nur Hausklamotten anhatten *ggg* If I could turn back time...
Er war gerade mit Frau und Sohn bei den Schwiegereltern in Äänekoski zu Besuch und wollte am Nachmittag vorbeikommen. Sehr gut. Ich also freudestrahlend nach Hause, Frida abholen. Die er zuletzt als winziges Baby gesehen hatte. Oder halt, erstmal Windeln, Cokis und was zum Anbieten im Supermarkt besorgen. Witzigerweise hatte Julián die gleiche Idee (Finnland ist ja wie immer ein Dorf) und so fielen wir uns schon vor dem S-Market eigenen Gemüsestand in die Arme *grins* Hola y que tal, ystäväni? How are you, everything fine? Mitä kieltä puhutaan nyt?Ach, ist das immer schön, alte Freunde zu treffen. Wir laberten und laberten und dann kam noch Männe nach Hause und wir laberten... vor allem über unsere Kinder. Über alte Freunde. Über Lappland und Namen und über alles. Mit manchen Freunden und vor allem Halb-Bekannten und mehr oder weniger Saufkumpanen ist es schwierig, nach so langer Zeit noch gemeinsame Themen zu finden. Aber Spanier und Mitbewohner und internationale Papis sind da eine ganz andere Liga. So schmeckt doch der erste Arbeitstag! Bueno bueno!
Das Foto ist übrigens im Herbst 1999 in unserer spanisch-deutschen WG in Roninmäki aufgenommen. Mit Franzosen, Singapurern, Germans, Spaniern und Holländern. Julián zweiter von links und ich ganz rechts. Das waren noch Zeiten *schwärm* Und wahrscheinlich die einzige Party, auf der wirklich kein Allehol geflossen ist und wir alle nur Hausklamotten anhatten *ggg* If I could turn back time...
Samstag, 9. August 2008
Tampere...
Frida war mit Oma und Opa und Mama auf Expressvisite in Tampere, knapp zwei Stunden von hier, während Männe auf einem Autorennen in Joensuu gefilmt hat. Nix besonderes, aber es war eine gute Art und Weise, den Strohwitwentag herumzukriegen und wir haben viel erlebt. Zudem wir von morgens bis abends eingeladen waren und Frida jede Menge Sachen geschenkt bekommen hat *freu*
Also, ich lass am besten Bilder sprechen... wir haben zuerst in Orivesi Kaffee getrunken, waren dann im Stadtzentrum, auf dem Markt und in der Markthalle (jaaaa, in Tampere funktioniert die!). Susku hat sich alles angeguckt, über die Mustamakkara gelächelt und im Auto lecker Sushi gegessen. Dürfen Babies Sushi? Frida hat es jedenfalls geschmeckt, auch wenn es eine Heidenarbeit war, das olle Wasabi vom Reis zu puhlen.
Dann sofort weiter in ein grosses Gewerbegebiet, wo Männes Eltern sich mit Outdoorsachen und Winterschuhen eingedeckt haben. Ich fand nichts besonderes, aber Frida freute sich über einen riesengrossen, an die Wand geklebten Ajokoira, einen echt finnischen Jagdhund. Koira koira! Und ein Strahlen ging über die Pausbacken.
Übrigens sind Ajokoiras Männes Lieblingsrasse - und ich finde, die sehen aus wie aufgepumpte Beagles. Oder riesige 80er-Jahre-Meerschweinchen, zumindest von der Farbe her *lach* Danach konnte Frida noch in einem anderen Ramschladen schön herumtapsen, bunte Sachen begucken und fremde Leute angrinsen. Und viele Male "gai" sagen, was soviel bedeutet wie "will ich haben". Ojeee...

Die kleine Maus sollte eigentlich die ganze Zeit schlafen, aber es gab ja viel zu viel zu sehen. So pennte man trotz kurzem Nachtschlaf erst gegen 15 Uhr ein und wachte schon eine halbe Stunde später wieder auf, als wir gerade in einem anderen Gewerbegebiet angekommen waren. Irgendwas hatte ihr in der Nase gejuckt und - bumms - waren die Augen wieder auf. Gugn gugn gugn, ich bin wieder da!
Jedenfalls sind Mama und frisch aufgewachte Frida die Grosseltern suchen gegangen und dazu hunderte von Metern über Parkplätze und durch schicke Passagen gebattert. Kann ja keiner wissen, dass die dämliche Navigation uns an den Hintereingang von verkkokauppa.com geführt hatte und die Tür desselben genau neben dem Einkaufszentrum lag, in dem wir herumspazierten. Handy war natürlich im Auto. Klamottenläden über Klamottenläden, sehr cool - aber wir mussten ja zu dem Elektroschrott *lach*
Am Ende durfte meiner einer noch einen Wunsch äussern und wir sind zur Gartenabteilung vom Bauhaus gefahren. Schön, sooo viele Pflanzen. Und Frida durfte einen riesengrossen Wagen schieben. Sie freut sich da immer so. Zum Glück ist nichts runtergefallen und sie hat nicht einmal geweint, als sie sich die Finger an der Klappe geklemmt hat (Zitat "wo hängst Du denn fest?" als ich sie hochnehmen wollte). Tapferes Kind!
Natürlich hat sie auch auf der Rückfahrt nicht geschlafen. Bei ABC in Orivesi noch den Fussboden mit Salat, Kartoffeln und Curryhähnchen garniert, zweimal so laut gekreischt, dass wir da jetzt bestimmt Hausverbot haben (WANTED: Frida) und im Windelwechselraum wechselweise fast in die Steckdose und das Kinderklo gefasst - aber dann konnten wir beruhigt nach Hause. Und auf der Fahrt von Kuohu nach Palokka - Mama hat laut Depeche Mode und Zen Café gehört und sich sonnabenderweise irgendwie gewünscht, mal wieder eine Bar von innen zu sehen - ist sie buchstäblich umgefallen und hat geschnarcht, bis gegen Mitternacht der Papi kam =)
Also, ich lass am besten Bilder sprechen... wir haben zuerst in Orivesi Kaffee getrunken, waren dann im Stadtzentrum, auf dem Markt und in der Markthalle (jaaaa, in Tampere funktioniert die!). Susku hat sich alles angeguckt, über die Mustamakkara gelächelt und im Auto lecker Sushi gegessen. Dürfen Babies Sushi? Frida hat es jedenfalls geschmeckt, auch wenn es eine Heidenarbeit war, das olle Wasabi vom Reis zu puhlen.
Dann sofort weiter in ein grosses Gewerbegebiet, wo Männes Eltern sich mit Outdoorsachen und Winterschuhen eingedeckt haben. Ich fand nichts besonderes, aber Frida freute sich über einen riesengrossen, an die Wand geklebten Ajokoira, einen echt finnischen Jagdhund. Koira koira! Und ein Strahlen ging über die Pausbacken.
Übrigens sind Ajokoiras Männes Lieblingsrasse - und ich finde, die sehen aus wie aufgepumpte Beagles. Oder riesige 80er-Jahre-Meerschweinchen, zumindest von der Farbe her *lach* Danach konnte Frida noch in einem anderen Ramschladen schön herumtapsen, bunte Sachen begucken und fremde Leute angrinsen. Und viele Male "gai" sagen, was soviel bedeutet wie "will ich haben". Ojeee...
Die kleine Maus sollte eigentlich die ganze Zeit schlafen, aber es gab ja viel zu viel zu sehen. So pennte man trotz kurzem Nachtschlaf erst gegen 15 Uhr ein und wachte schon eine halbe Stunde später wieder auf, als wir gerade in einem anderen Gewerbegebiet angekommen waren. Irgendwas hatte ihr in der Nase gejuckt und - bumms - waren die Augen wieder auf. Gugn gugn gugn, ich bin wieder da!
Jedenfalls sind Mama und frisch aufgewachte Frida die Grosseltern suchen gegangen und dazu hunderte von Metern über Parkplätze und durch schicke Passagen gebattert. Kann ja keiner wissen, dass die dämliche Navigation uns an den Hintereingang von verkkokauppa.com geführt hatte und die Tür desselben genau neben dem Einkaufszentrum lag, in dem wir herumspazierten. Handy war natürlich im Auto. Klamottenläden über Klamottenläden, sehr cool - aber wir mussten ja zu dem Elektroschrott *lach*
Am Ende durfte meiner einer noch einen Wunsch äussern und wir sind zur Gartenabteilung vom Bauhaus gefahren. Schön, sooo viele Pflanzen. Und Frida durfte einen riesengrossen Wagen schieben. Sie freut sich da immer so. Zum Glück ist nichts runtergefallen und sie hat nicht einmal geweint, als sie sich die Finger an der Klappe geklemmt hat (Zitat "wo hängst Du denn fest?" als ich sie hochnehmen wollte). Tapferes Kind!
Natürlich hat sie auch auf der Rückfahrt nicht geschlafen. Bei ABC in Orivesi noch den Fussboden mit Salat, Kartoffeln und Curryhähnchen garniert, zweimal so laut gekreischt, dass wir da jetzt bestimmt Hausverbot haben (WANTED: Frida) und im Windelwechselraum wechselweise fast in die Steckdose und das Kinderklo gefasst - aber dann konnten wir beruhigt nach Hause. Und auf der Fahrt von Kuohu nach Palokka - Mama hat laut Depeche Mode und Zen Café gehört und sich sonnabenderweise irgendwie gewünscht, mal wieder eine Bar von innen zu sehen - ist sie buchstäblich umgefallen und hat geschnarcht, bis gegen Mitternacht der Papi kam =)Freitag, 8. August 2008
Die letzen Tage...
So, das war der letzte Urlaubstag und am Montag starten wir in den gefürchteten und geliebten Alltag einer ganz normalen finnischen Kinderfamilie. Unser erster Herbst mit Arbeit, Kindergarten, Sportkursen, Kerzen und Fleecepullovern. Das Wetter ist schon dementsprechend: seit heute nacht giesst es, es sind nur noch 10-15 Grad und es kann auch nicht mehr lange dauern, bis die Birken gelb werden. Meine Zimmerpflanzen hat der kühle und regnerische Sommer schon entschärft - die sehen alle ganz schlimm aus. Entweder verbrannt oder ersäuft oder sonstwie mitgenommen. Aber ich habe ja auch anderes zu tun, als meinen grünen Daumen auszuleben.
Frida hat sich gut bei der Tagesmama eingelebt. Von einer Stunde am Montag und zwei am Dienstag und Mittwoch sind wir gestern und heute auf knapp 6 Stunden Betreuung gekommen. Frida hat also schon zweimal bei ihrer Pflegefamilie geschlafen. Hat mir natürlich einige Bauchschmerzen gemacht - sie kann ja zumindest zuhause nicht ohne Mamis Milch oder das Geruckle von Auto oder Buggy einschlafen. Aber dort muss es klappen *seufz* Meine einzige Hoffnung waren die anderen Kinder und Lauras Erfahrung - und dass Frida immer grösser wird und vielleicht versteht, dass Schlaf nichts schlimmes ist, sondern dass man richtig glücklich in die eigene Falle sinken kann.
Frida hat sich auch einigermassen gut gehalten. Zwar geweint, aber dann ist sie auf dem Schoss der Tagesmama eingeschlafen. Zweimal wurde versucht, sie ins Reisebett zu legen, aber das Mäuschen wurde wieder wach und brüllte. Auf dem Sofa war sie dann so fertig, dass Laura sie doch für eine Stunde hinlegen konnte. Aber festgekrallt am T-shirt hat sie sich beim Einschlafen... mein armes kleines Kätzchen. Heute dann hat sie schon 2 Stunden geschnarcht, und zwar mit den beiden anderen Kindern zusammen im grossen Bett. Das ist doch was! Hat sie eben ne ganz kleine Mama und nen ganz kleinen Papa. Hauptsache nicht allein! Und im September kommt noch ein kleines Mädchen, dann kann man zur Not zu viert im Bett kuscheln.
Die grosse Mama und der grosse Papa hatten dafür die Woche ihres Lebens. Zuerst sind wir ja noch kichernd einfach essen gefahren, aber am Ende der Woche haben wir nur noch das gemacht, was uns in den Kopf gegangen ist. Jetzt verstehe ich den Rat, dass man vor der Geburt eines Babies noch einmal viel zu zweit unternehmen soll! Statt Aufräumen waren wir jeden Vormittag irgendwo Kaffee trinken, haben die Stadt unsicher gemacht, stundenlang geshoppt, alles angeguckt, herumgefahren, gemütlich gegessen, noch ein Laden irgendwo, noch hier und noch da gucken, dann ein bisschen zuhause gesurft und notdürftig Ordnung gemacht... alles ohne an das liebe Würstchen denken zu müssen. So wie früher. Und das war wirklich erholsam. Ich liebe Frida über alles, aber so ein paar Tage für sich selbst sind Gold wert. Wir streiten uns auch viel weniger, sehr gut!
Das Abholen war auch immer schön. Frida spielte meist irgendwo, haute Musikinstrumente zusammen, alberte mit den anderen Kindern, ärgerte die Emppu-Katze, war auf Lauras Schoss oder kam uns mit einem "oh oh" entgegengekrabbelt. Sie hat immer gut Essen bekommen, die Windeln wurden wahrscheinlich regelmässiger gewechselt als bei mir und sogar schön ausgewaschen, man war draussen im Wald, im Sandkasten und auf dem Hof. Und abends totmüde. Wir müssen Frida jetzt nur wirklich gegen 18 Uhr Abendessen geben - sonst pennt sie uns beim shoppen gegen 19 Uhr ein und wacht nicht mehr auf.
Endlich ein richtiger Rhytmus, um 7 aufstehen, um 8 Frühstück, um 9 Kindergarten, um 10 raus, um 11 Mittag, um 12 Schlafen, 14 Uhr Zwischenmahlzeit, 15 Uhr raus, 16 Uhr nach Hause, 17 Uhr Essen, 18 Uhr Pikku Kakkonen und dann ab in die Falle. Möglichst so fest, dass Mama und Papa noch ein bisschen Zeit für TV und Internet haben. Wie lange habe ich schon nicht mehr vor der Glotze gesessen! Ich glaube, ich finde es ganz gut, so ein grosses Mädchen zu haben =) Und am allerallerschönsten ist der Moment, wo man das frisch von der Kita gekommene Welpi samt Overall und Gummistiefeln aufs Familienbett schmeisst und erst einmal ordentlich durchkitzelt. Meine Fridadida!!!
Frida hat sich gut bei der Tagesmama eingelebt. Von einer Stunde am Montag und zwei am Dienstag und Mittwoch sind wir gestern und heute auf knapp 6 Stunden Betreuung gekommen. Frida hat also schon zweimal bei ihrer Pflegefamilie geschlafen. Hat mir natürlich einige Bauchschmerzen gemacht - sie kann ja zumindest zuhause nicht ohne Mamis Milch oder das Geruckle von Auto oder Buggy einschlafen. Aber dort muss es klappen *seufz* Meine einzige Hoffnung waren die anderen Kinder und Lauras Erfahrung - und dass Frida immer grösser wird und vielleicht versteht, dass Schlaf nichts schlimmes ist, sondern dass man richtig glücklich in die eigene Falle sinken kann.Frida hat sich auch einigermassen gut gehalten. Zwar geweint, aber dann ist sie auf dem Schoss der Tagesmama eingeschlafen. Zweimal wurde versucht, sie ins Reisebett zu legen, aber das Mäuschen wurde wieder wach und brüllte. Auf dem Sofa war sie dann so fertig, dass Laura sie doch für eine Stunde hinlegen konnte. Aber festgekrallt am T-shirt hat sie sich beim Einschlafen... mein armes kleines Kätzchen. Heute dann hat sie schon 2 Stunden geschnarcht, und zwar mit den beiden anderen Kindern zusammen im grossen Bett. Das ist doch was! Hat sie eben ne ganz kleine Mama und nen ganz kleinen Papa. Hauptsache nicht allein! Und im September kommt noch ein kleines Mädchen, dann kann man zur Not zu viert im Bett kuscheln.
Die grosse Mama und der grosse Papa hatten dafür die Woche ihres Lebens. Zuerst sind wir ja noch kichernd einfach essen gefahren, aber am Ende der Woche haben wir nur noch das gemacht, was uns in den Kopf gegangen ist. Jetzt verstehe ich den Rat, dass man vor der Geburt eines Babies noch einmal viel zu zweit unternehmen soll! Statt Aufräumen waren wir jeden Vormittag irgendwo Kaffee trinken, haben die Stadt unsicher gemacht, stundenlang geshoppt, alles angeguckt, herumgefahren, gemütlich gegessen, noch ein Laden irgendwo, noch hier und noch da gucken, dann ein bisschen zuhause gesurft und notdürftig Ordnung gemacht... alles ohne an das liebe Würstchen denken zu müssen. So wie früher. Und das war wirklich erholsam. Ich liebe Frida über alles, aber so ein paar Tage für sich selbst sind Gold wert. Wir streiten uns auch viel weniger, sehr gut!
Das Abholen war auch immer schön. Frida spielte meist irgendwo, haute Musikinstrumente zusammen, alberte mit den anderen Kindern, ärgerte die Emppu-Katze, war auf Lauras Schoss oder kam uns mit einem "oh oh" entgegengekrabbelt. Sie hat immer gut Essen bekommen, die Windeln wurden wahrscheinlich regelmässiger gewechselt als bei mir und sogar schön ausgewaschen, man war draussen im Wald, im Sandkasten und auf dem Hof. Und abends totmüde. Wir müssen Frida jetzt nur wirklich gegen 18 Uhr Abendessen geben - sonst pennt sie uns beim shoppen gegen 19 Uhr ein und wacht nicht mehr auf.
Endlich ein richtiger Rhytmus, um 7 aufstehen, um 8 Frühstück, um 9 Kindergarten, um 10 raus, um 11 Mittag, um 12 Schlafen, 14 Uhr Zwischenmahlzeit, 15 Uhr raus, 16 Uhr nach Hause, 17 Uhr Essen, 18 Uhr Pikku Kakkonen und dann ab in die Falle. Möglichst so fest, dass Mama und Papa noch ein bisschen Zeit für TV und Internet haben. Wie lange habe ich schon nicht mehr vor der Glotze gesessen! Ich glaube, ich finde es ganz gut, so ein grosses Mädchen zu haben =) Und am allerallerschönsten ist der Moment, wo man das frisch von der Kita gekommene Welpi samt Overall und Gummistiefeln aufs Familienbett schmeisst und erst einmal ordentlich durchkitzelt. Meine Fridadida!!!
Donnerstag, 7. August 2008
Markt...
Eigentlich haben alle finnischen Städte einen Markt. Nur der Jyväskyläer hat in den letzten Jahren ein trauriges Schattenleben geführt - abseits der Haupteinkaufsstrasse und etwas bergauf gelegen, mit einem ollen Busbahnhof aus den 70ern im Hintergrund, sonstigen Müllgebäuden, lauten staubigen Strassen und einer fast verwaisten Markthalle umgeben, war dort einfach überhaupt nichts mehr los. Noch schlimmer kam es, als der Busbahnhof abgerissen und durch eine riesige Baustelle ersetzt wurde. Wobei ich Fotos von 1999 habe, als noch Stände auf dem Markt standen. Aber das ist lange her.
Im gleichen Jahr, im August, habe ich nämlich das Marktleben in Helsinki liebengelernt. Ganz am Hafen gelegen, gibt es da frische Fische, saftige Erdbeeren, knackige Erbsen, frisch geflücktes Gemüse, ulkige Souvenirs, blau-weisse Fahnen und Buden mit Pyttipannu, Pulla, Muikkus und sonstigen finnischen Spezialitäten. Schiffe und Möwen, Touristen und Finnen. Stundenlang bin ich da immer rumgelaufen, habe geguckt, gekauft und das Geschehen beobachtet. In Jyväskylä gab es sowas nicht (mehr). Sogar der ganz neu erfundene Weihnachtsmarkt fand an einem hässlichen, zugigen Ende der Kauppakatu statt und nicht auf dem Marktplatz, wo er ja dem Namen nach schon hingehört. Was habe ich immer geredet und geredet, wie man das anfangen müsste...
Heute allerdings habe ich etwas ganz Verblüffendes entdeckt. Männe war kurz auf Arbeit und hat mich aufgrund einer roten Ampel schon an der Ecke von Väinönkatu und Yliopistonkatu ausgesetzt. Und was war das denn? Stände und Musik auf dem Marktplatz? Häääh? Ungläubig bin ich die Treppen hoch und da war tatsächlich das, was ich jahrelang vermisst hatte. Buden mit Kaffee, Kuchen und Fleischpasteten, bunte Blumen, Erdbeeren, Blumenkohl, Möhren, Erbsen, Honig, Flechtwaren und sonstigen Sommerprodukten. Und ein Opi sass auf dem Brunnenrand und spielte traurige finnische Weisen auf dem Akkordeon, während sich andere Omis und Opis sowie Familien mit Kindern ihren Kaffee schmecken liessen und mit dem Handy in der Weltgeschichte herumtelefonierten. Cooool! Eine Fata Morgana, hahaha.
Tatsächlich hatte der Platz schon Anfang des Jahres gemütlichere Züge angenommen, als eine hohe Hausfassade an der Nordseite errichtet wurde und damit die Fläche ungefähr um die Hälfte verkleinerte. Dann schien heute die Sonne, es war warm und Urlaubszeit. Und vielleicht hat es sich langsam herumgesprochen, dass der Markt zu neuem Leben erwacht ist. Touristen, aber auch viele Einheimische. Und alle freuten sich sicherlich, dass auch wir im Korndorf wieder einen Markt haben. Mit fast italienischem Flair. Jedenfalls möchte ich nicht wissen, was die neuen Wohnungen kosten, die da ihren Balkon in Richtung Marktplatz haben. Und deren Preis ist heute sicherlich noch um ein paar Euronen geklettert =) Nur für Balkonkästen mit Blumen reicht es offensichtlich nicht mehr *läster* Jetzt hoffe ich nur, dass mit dem Markt auch die Markthalle wieder erwacht. So eine hat nämlich auch jede finnische Stadt - nur unsere steht verwaist und traurig herum. Oh, und interessant war überhaupt, dass einige der Marktverkäuferinnen offensichtlich aus Thai- oder anderen asiatischen Ländern stammten. Globalisierung...
Im gleichen Jahr, im August, habe ich nämlich das Marktleben in Helsinki liebengelernt. Ganz am Hafen gelegen, gibt es da frische Fische, saftige Erdbeeren, knackige Erbsen, frisch geflücktes Gemüse, ulkige Souvenirs, blau-weisse Fahnen und Buden mit Pyttipannu, Pulla, Muikkus und sonstigen finnischen Spezialitäten. Schiffe und Möwen, Touristen und Finnen. Stundenlang bin ich da immer rumgelaufen, habe geguckt, gekauft und das Geschehen beobachtet. In Jyväskylä gab es sowas nicht (mehr). Sogar der ganz neu erfundene Weihnachtsmarkt fand an einem hässlichen, zugigen Ende der Kauppakatu statt und nicht auf dem Marktplatz, wo er ja dem Namen nach schon hingehört. Was habe ich immer geredet und geredet, wie man das anfangen müsste...
Heute allerdings habe ich etwas ganz Verblüffendes entdeckt. Männe war kurz auf Arbeit und hat mich aufgrund einer roten Ampel schon an der Ecke von Väinönkatu und Yliopistonkatu ausgesetzt. Und was war das denn? Stände und Musik auf dem Marktplatz? Häääh? Ungläubig bin ich die Treppen hoch und da war tatsächlich das, was ich jahrelang vermisst hatte. Buden mit Kaffee, Kuchen und Fleischpasteten, bunte Blumen, Erdbeeren, Blumenkohl, Möhren, Erbsen, Honig, Flechtwaren und sonstigen Sommerprodukten. Und ein Opi sass auf dem Brunnenrand und spielte traurige finnische Weisen auf dem Akkordeon, während sich andere Omis und Opis sowie Familien mit Kindern ihren Kaffee schmecken liessen und mit dem Handy in der Weltgeschichte herumtelefonierten. Cooool! Eine Fata Morgana, hahaha.
Tatsächlich hatte der Platz schon Anfang des Jahres gemütlichere Züge angenommen, als eine hohe Hausfassade an der Nordseite errichtet wurde und damit die Fläche ungefähr um die Hälfte verkleinerte. Dann schien heute die Sonne, es war warm und Urlaubszeit. Und vielleicht hat es sich langsam herumgesprochen, dass der Markt zu neuem Leben erwacht ist. Touristen, aber auch viele Einheimische. Und alle freuten sich sicherlich, dass auch wir im Korndorf wieder einen Markt haben. Mit fast italienischem Flair. Jedenfalls möchte ich nicht wissen, was die neuen Wohnungen kosten, die da ihren Balkon in Richtung Marktplatz haben. Und deren Preis ist heute sicherlich noch um ein paar Euronen geklettert =) Nur für Balkonkästen mit Blumen reicht es offensichtlich nicht mehr *läster* Jetzt hoffe ich nur, dass mit dem Markt auch die Markthalle wieder erwacht. So eine hat nämlich auch jede finnische Stadt - nur unsere steht verwaist und traurig herum. Oh, und interessant war überhaupt, dass einige der Marktverkäuferinnen offensichtlich aus Thai- oder anderen asiatischen Ländern stammten. Globalisierung...Mittwoch, 6. August 2008
Himmlische Ruhe...
Ich traue mir ja gar nicht, es zu schreiben, aber hier herrscht himmlische Ruhe und wir faulen nur so vor uns herum, obwohl die Wohnung ringsum in Trümmern liegt. Frida ist von 9 bis 12 bei der Tagesmami und Mama und Papa sind einfach zuhause und erholen sich. Nix mit mütterlichen Tränen, weil das geliebte Riesenbaby im Kindergarten ist. Mama war schön duschen, knabbert leckere Donuts und daddelt im Netz herum, während Papa auf dem Sofa liegt und schläft. Genau das richtige, bevor es nächste Woche mit der Arbeit weitergeht. Aaaaah! Und so war unser Leben immer, bevor wir Kinder hatten? Uuups. Oder war das zu langweilig?
Dienstag, 5. August 2008
Steckenpferde...
Heute war Fridas zweiter Tag bei der Tagesmami und wieder hat alles gut geklappt. Diesmal war sie sogar von 9 bis 12 dort, hat gespielt, gegessen, Laura an der Hand tausendmal durch den Hof geführt und zugeguckt, wie ihre "Geschwister" mit Steckenpferden durch die Gegend gehoppelt sind. Überhaupt soll sie wohl die Grossen sehr gut beobachten und genau verfolgen, was die so anstellen. Dann hoffen wir mal, dass Frida auch genauso wie Kiia und Mikael brav ins Mittagschlafbettchen geht, wenn es auf das Ende der Woche zugeht =)
Während der Zeit waren Männe und ich im Stadtzentrum - Männe auf Arbeit und ich habe H&M geplündert (die obligatorischen Bodies, hellblau-schwarze Snoopyshirts und Mütze sowie braune Retrosachen mit Tieren... süss!) und geschockt festgestellt, dass 80 und 86 die allerletzten Babygrössen sind *weia* Und Fridas bei huuto.net ersteigerte Schuhe sind angekommen - nagelneue himbeerrote Timberlands mit Klettverschluss für 25 statt im Laden satte 50 Euro *freu* Die unnützerweise im Dunkeln leuchten sowie schmutz- und wasserresistent und besonders für Babyfüsse geeignet sind. Da freut sich die Mama!
Ansonsten ist Nelson heute seine Satellitenschüssel und die Fäden losgeworden (Narbe sehr gut verheilt!) und wir waren in Karstula, um ein - sorry für alle, die das nicht verstehen können *ggg* - Meerimädchen abzuholen, dessen Partnerin gestorben war. Eine ganz weisse Schönheit mit Rubinaugen. Die Art von Schweinies, die die meisten Leute nicht leiden können oder gar für Versuchslaborratten halten, aber ich finde die wunderschön... Die kleine Nela stand schon seit einiger Zeit als Anzeige bei suomi24.fi, als Albinoschweinchen (die es ja gar nicht gibt) und niemand interessierte sich so richtig für sie - vielleicht wegen der Farbe, vielleicht aber auch, weil sie mitten in der mittelfinnischen Pampa wohnte - jedenfalls war das genau das richtige für mich =) Namensvorschläge können gern unter Kommentaren abgegeben werden - ich suche was mysteriöses, feenhaftes mit drei Silben... muss demnächst mal meinenirisches und walisischen Namensbücher vorkramen. Und sie sieht soooo sehr aus wie Talulah, gross und schön und weich - nur etwas zu heiss gewaschen, also ohne Farbe *lach*
Eigentlich hatte ich schon vor der Rally nach einer Mitfahrgelegenheit für die Kleine gesucht bzw. wollte selbst die 100 km fahren, aber irgendwie waren unsere Tage zu vollgestopft und so ist halt Dienstag daraus geworden. Männe hat gleich die Gelegenheit genutzt, bei seinen Freunden Pasi und Jami in Saarijärvi vorbeizufahren und Pläne für seine deutsche Rallyreise nächste Woche zu schmieden und Frida hat ihr Mittagsnickerchen halten können, während wir durch die spätsommerliche Landschaft düsten.
Überhaupt beobachte ich ja momentan wieder mit Argusaugen, ob sich die ersten gelben Blättchen an den Birken zeigen, während sich das noch grüne Korn im Wind wiegt, die Waldweidenröschen langsam verblühen und die Kapuzinerkresse im Abendlicht strahlt. Einem Deutschen kann man das vielleicht so erklären, dass in Finnland sofort nach dem Mai der September ausbricht *grusel* und tatsächlich ist es momentan schweinekalt - morgens nur so um die 10 Grad... ob das nochmal was wird mit dem Sommer???
Während der Zeit waren Männe und ich im Stadtzentrum - Männe auf Arbeit und ich habe H&M geplündert (die obligatorischen Bodies, hellblau-schwarze Snoopyshirts und Mütze sowie braune Retrosachen mit Tieren... süss!) und geschockt festgestellt, dass 80 und 86 die allerletzten Babygrössen sind *weia* Und Fridas bei huuto.net ersteigerte Schuhe sind angekommen - nagelneue himbeerrote Timberlands mit Klettverschluss für 25 statt im Laden satte 50 Euro *freu* Die unnützerweise im Dunkeln leuchten sowie schmutz- und wasserresistent und besonders für Babyfüsse geeignet sind. Da freut sich die Mama!
Ansonsten ist Nelson heute seine Satellitenschüssel und die Fäden losgeworden (Narbe sehr gut verheilt!) und wir waren in Karstula, um ein - sorry für alle, die das nicht verstehen können *ggg* - Meerimädchen abzuholen, dessen Partnerin gestorben war. Eine ganz weisse Schönheit mit Rubinaugen. Die Art von Schweinies, die die meisten Leute nicht leiden können oder gar für Versuchslaborratten halten, aber ich finde die wunderschön... Die kleine Nela stand schon seit einiger Zeit als Anzeige bei suomi24.fi, als Albinoschweinchen (die es ja gar nicht gibt) und niemand interessierte sich so richtig für sie - vielleicht wegen der Farbe, vielleicht aber auch, weil sie mitten in der mittelfinnischen Pampa wohnte - jedenfalls war das genau das richtige für mich =) Namensvorschläge können gern unter Kommentaren abgegeben werden - ich suche was mysteriöses, feenhaftes mit drei Silben... muss demnächst mal meinenirisches und walisischen Namensbücher vorkramen. Und sie sieht soooo sehr aus wie Talulah, gross und schön und weich - nur etwas zu heiss gewaschen, also ohne Farbe *lach*
Eigentlich hatte ich schon vor der Rally nach einer Mitfahrgelegenheit für die Kleine gesucht bzw. wollte selbst die 100 km fahren, aber irgendwie waren unsere Tage zu vollgestopft und so ist halt Dienstag daraus geworden. Männe hat gleich die Gelegenheit genutzt, bei seinen Freunden Pasi und Jami in Saarijärvi vorbeizufahren und Pläne für seine deutsche Rallyreise nächste Woche zu schmieden und Frida hat ihr Mittagsnickerchen halten können, während wir durch die spätsommerliche Landschaft düsten.Überhaupt beobachte ich ja momentan wieder mit Argusaugen, ob sich die ersten gelben Blättchen an den Birken zeigen, während sich das noch grüne Korn im Wind wiegt, die Waldweidenröschen langsam verblühen und die Kapuzinerkresse im Abendlicht strahlt. Einem Deutschen kann man das vielleicht so erklären, dass in Finnland sofort nach dem Mai der September ausbricht *grusel* und tatsächlich ist es momentan schweinekalt - morgens nur so um die 10 Grad... ob das nochmal was wird mit dem Sommer???
Montag, 4. August 2008
Ohne Frida...
Ohne Frida waren wir heute für eine Stunde und es war irgendwie komisch. Ich kam mir vor wie ein alberner Teenager, hahaha, als wir zu zweit essen und shoppen gegangen sind, während Frida sich in Ruhe an die Tagesmami gewöhnte. Erst hatten wir eine Dreiviertelstunde mit Baby, Tagesmami und der fast vierjährigen Kiia auf dem Fussboden gespielt, bis Frida einigermassen aufgetaut war. So gut konnte sie sich also doch nicht an unseren doch recht gelösten Besuch im Juni erinnern =)
Dann sind nacheinander ich und dann Männe gegangen. Weia, wie spannend. Und wieviel Frida schon versteht! Ich sagte laut, dass Mami jetzt einkaufen geht, viel Spass und ich hole Dich gleich ab und tschüss. Frida stand sofort auf, nahm meine Hand und marschierte in Richtung Ausgangstür. Uuups, dass war eigentlich anders herum geplant. Die Schuhe anziehend sagte ich auf finnisch zu Mika, dass er sie auf den Arm nehmen und beide mir zusammen winken sollen. Was macht Frida? Winke winke zu Papa und zerrt mich zur Tür. Öööhm...
Laura kam dann glücklicherweise auf die Idee, den Kater angucken zu gehen und weg war ich. Draussen im Auto war es komisch zu warten. Ob sie weinen würde? Mein armes Häschen. Hoffentlich ist sie nicht zu dolle in Panik. Aber wir haben ja keine Wahl. Dann kam Mika raus - er war einfach still und leise gegangen, als Frida in ein Spiel vertieft war. Pädagogisch falsch, aber zumindest erfolgreich =)
Wir fuhren zum Euromarket, gingen Mittag essen und shoppen (siehe oben) und dann war es auch schon wieder Zeit, das Kind abzuholen. Mit ganz mulmigem Gefühl schlichen wir zum Haus und horchten. Ohrenbetäubendes Gebrüll? Tränenbäche aus der Haustür? Eine verzweifelte Tagesmami? Nix da. An der Tür kam uns Frida auf dem Arm entgegen und als sie dann auf der Erde stand, machte sie ganz verdutzt: oh oh oh und guckte uns gross an. Nanu? Wo waren die denn? Als ich mich allerdings hinkniete und Mäuschen auf den Schoss kletterte, flossen dicke Tränen. Buuaaaah, ihr habt mich allein gelassen! Laura musste lachen - hatte sie vielleicht da erst gemerkt, dass wir gar nicht da waren. Auf Mika war Frida auch böse - weinte auch, als er sie auf den Arm nehmen wollte. Ach arme Frida.
Aber sie hat brav dort Mittag gegessen, fast einen ganzen Teller voll, ist viele Runden an der Hand durch die Stube marschiert, den Namen der Katze gelernt "Emm Emm", mit Kiia und Mikael Bekanntschaft geschlossen und hat sich offensichtlich auch sonst gut gehalten. Dass hinterher Tränen kommen, soll wohl normal sein. Sicherlich gewöhnt sie sich an alles. Schwierig wird es nur, wenn sie dort schlafen soll. Ohne Mamibrust. Und wenn Mama und Baby erst einmal realisieren, dass das jetzt Alltag wird. Dass wir nicht nur einfach mal so dort sind, sondern dass Frida dort "arbeitet" und dass wir nie wieder einfach nur so zuhause herumhängen können. Nur noch abends zuhause. Komisch. Das war's nun also endgültig mit der Babyzeit.
Dann sind nacheinander ich und dann Männe gegangen. Weia, wie spannend. Und wieviel Frida schon versteht! Ich sagte laut, dass Mami jetzt einkaufen geht, viel Spass und ich hole Dich gleich ab und tschüss. Frida stand sofort auf, nahm meine Hand und marschierte in Richtung Ausgangstür. Uuups, dass war eigentlich anders herum geplant. Die Schuhe anziehend sagte ich auf finnisch zu Mika, dass er sie auf den Arm nehmen und beide mir zusammen winken sollen. Was macht Frida? Winke winke zu Papa und zerrt mich zur Tür. Öööhm...
Laura kam dann glücklicherweise auf die Idee, den Kater angucken zu gehen und weg war ich. Draussen im Auto war es komisch zu warten. Ob sie weinen würde? Mein armes Häschen. Hoffentlich ist sie nicht zu dolle in Panik. Aber wir haben ja keine Wahl. Dann kam Mika raus - er war einfach still und leise gegangen, als Frida in ein Spiel vertieft war. Pädagogisch falsch, aber zumindest erfolgreich =)
Wir fuhren zum Euromarket, gingen Mittag essen und shoppen (siehe oben) und dann war es auch schon wieder Zeit, das Kind abzuholen. Mit ganz mulmigem Gefühl schlichen wir zum Haus und horchten. Ohrenbetäubendes Gebrüll? Tränenbäche aus der Haustür? Eine verzweifelte Tagesmami? Nix da. An der Tür kam uns Frida auf dem Arm entgegen und als sie dann auf der Erde stand, machte sie ganz verdutzt: oh oh oh und guckte uns gross an. Nanu? Wo waren die denn? Als ich mich allerdings hinkniete und Mäuschen auf den Schoss kletterte, flossen dicke Tränen. Buuaaaah, ihr habt mich allein gelassen! Laura musste lachen - hatte sie vielleicht da erst gemerkt, dass wir gar nicht da waren. Auf Mika war Frida auch böse - weinte auch, als er sie auf den Arm nehmen wollte. Ach arme Frida.
Aber sie hat brav dort Mittag gegessen, fast einen ganzen Teller voll, ist viele Runden an der Hand durch die Stube marschiert, den Namen der Katze gelernt "Emm Emm", mit Kiia und Mikael Bekanntschaft geschlossen und hat sich offensichtlich auch sonst gut gehalten. Dass hinterher Tränen kommen, soll wohl normal sein. Sicherlich gewöhnt sie sich an alles. Schwierig wird es nur, wenn sie dort schlafen soll. Ohne Mamibrust. Und wenn Mama und Baby erst einmal realisieren, dass das jetzt Alltag wird. Dass wir nicht nur einfach mal so dort sind, sondern dass Frida dort "arbeitet" und dass wir nie wieder einfach nur so zuhause herumhängen können. Nur noch abends zuhause. Komisch. Das war's nun also endgültig mit der Babyzeit.
Frida hoitoon...
Ojee, Frida ist ein grosses Mädchen. Heute geht sie zum ersten Mal zu ihrer Tagesmami. Oder sagen wir, sie muss, ääähm darf, zum ersten Mal dort ein bisschen allein bleiben. Wobei allein auch wieder völlig falsch ist - sie hat ja dort die Tagesmami, ihre neuen Geschwister, zwei Katzen, zwei Hunde und was weiss ich für Hausstaubmilben, Flöhe und Blümchen auf der Fensterbank. Nur die Mami und den Papi nicht. Aber es ist ja nur kurz. Und unsere kleine Frohnatur schafft das bestimmt. Jedenfalls ist meiner einer ziemlich aufgeregt, obwohl ich es mir eigentlich noch schlimmer vorgestellt hätte.
Irgendwie habe ich als DDR-Kind so eine fröhliche Vorstellung vom Kindergarten, dass ich mich eigentlich für Frida freue, dass sie jetzt tagsüber Spielkameraden haben wird und nicht nur mit der blöden und total einfallslosen Mami herumhängen muss. Andererseits kenne ich meine Kleine und weiss, dass sie weder alleine einschlafen kann noch bisher grossartig von der Mama getrennt war. Selbst bei Oma setzt ein ohrenbetäubendes Kreischen ein, wenn sie mich eine halbe Stunde nicht gesehen hat und dann plötzlich meine Stimme aus einem anderen Raum hört. Und beim Babycafé kam sie immer ganz aufgelöst hinterhergekrabbelt, wenn ich noch schnell etwas aus dem Auto holen wollte. Aber das war im Mai und jetzt ist August. Mit meinen Eltern allein hat sie es sehr gut ausgehalten. Klar wird sie das schaffen. Und eine Tagesmami ist ja immer da, arbeitet nicht in Schichten so wie die Erzieherinnen im Kindergarten. Und dort gibt es so viel zu sehen und zu machen. Die wird das schon schaukeln, andere haben das auch geschafft!
Ein bisschen Sorgen macht mir nur der Fakt, dass Männe nächste Woche in good old Germany weilen wird und Frida somit dann schon volle 6-7 Stunden bei der Tagesmami zubringt. Aber ich habe noch ein paar Überstunden, die ich im Notfall abbummeln kann. Hoffen wir, dass alles gut und diese dämliche Woche schnell vorbeigeht. Siehe letztes Jahr, apua apua. Apropos Männe: der hat heute Geburtstag und hatte gestern abend plötzlich eine ziemliche Frida-Tagesmami-Krise. Auf einmal fiel ihm ein, dass Frida doch noch ganz klein ist und unmöglich weggegeben werden kann. Dass er doch hätte noch länger zuhause bleiben können und so. Hah, das hätte er sich vielleicht doch ein klein bisschen eher überlegen müssen. Männer!!! Aber im Notfall ginge es, vielleicht für ein halbes Jahr oder so. Mit seinem Künstlerjob verdient er nämlich meinen Befürchtungen nach weitaus weniger als wenn er mit Frida zuhause bleiben würde *stöööhn* Aber daran will ich noch gar nicht denken.
Irgendwie habe ich als DDR-Kind so eine fröhliche Vorstellung vom Kindergarten, dass ich mich eigentlich für Frida freue, dass sie jetzt tagsüber Spielkameraden haben wird und nicht nur mit der blöden und total einfallslosen Mami herumhängen muss. Andererseits kenne ich meine Kleine und weiss, dass sie weder alleine einschlafen kann noch bisher grossartig von der Mama getrennt war. Selbst bei Oma setzt ein ohrenbetäubendes Kreischen ein, wenn sie mich eine halbe Stunde nicht gesehen hat und dann plötzlich meine Stimme aus einem anderen Raum hört. Und beim Babycafé kam sie immer ganz aufgelöst hinterhergekrabbelt, wenn ich noch schnell etwas aus dem Auto holen wollte. Aber das war im Mai und jetzt ist August. Mit meinen Eltern allein hat sie es sehr gut ausgehalten. Klar wird sie das schaffen. Und eine Tagesmami ist ja immer da, arbeitet nicht in Schichten so wie die Erzieherinnen im Kindergarten. Und dort gibt es so viel zu sehen und zu machen. Die wird das schon schaukeln, andere haben das auch geschafft!
Ein bisschen Sorgen macht mir nur der Fakt, dass Männe nächste Woche in good old Germany weilen wird und Frida somit dann schon volle 6-7 Stunden bei der Tagesmami zubringt. Aber ich habe noch ein paar Überstunden, die ich im Notfall abbummeln kann. Hoffen wir, dass alles gut und diese dämliche Woche schnell vorbeigeht. Siehe letztes Jahr, apua apua. Apropos Männe: der hat heute Geburtstag und hatte gestern abend plötzlich eine ziemliche Frida-Tagesmami-Krise. Auf einmal fiel ihm ein, dass Frida doch noch ganz klein ist und unmöglich weggegeben werden kann. Dass er doch hätte noch länger zuhause bleiben können und so. Hah, das hätte er sich vielleicht doch ein klein bisschen eher überlegen müssen. Männer!!! Aber im Notfall ginge es, vielleicht für ein halbes Jahr oder so. Mit seinem Künstlerjob verdient er nämlich meinen Befürchtungen nach weitaus weniger als wenn er mit Frida zuhause bleiben würde *stöööhn* Aber daran will ich noch gar nicht denken.
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