Samstag, 4. Juli 2009

Heppa + Hund...

Heute waren wir auf einem Pferde-Event in Sarvenperä, dem Nest, wo wir unter anderem gern hinziehen würden :) Die Pferde waren nicht so wichtig (meine Meinung), aber es gab viele andere Sachen zu sehen: frisch geschorene Alpakas, ein 4 Wochen altes Kälbchen, zwei zischende Gänse (Frida hatte grosse Angst!), drei Kaninchen, zwei Schafe, eine Ziege und ein paar Hühner.

Ausserdem jede Menge altertümliche und seltsame Maschinchen für Wald, Haus und Hof, ein paar Fressbuden (Makkara, Limsa, Kahvi + Pulla) sowie die Kuohuer Feuerwehr. Darüber drohte die ganze Zeit eine dicke schwarze Regenwolke und wir bibberten bei nur 9 Grad, aber insgesamt war es sehr schön. Vor allem, mal wieder im Wald zu sein, sonst kommt man ja kaum noch dazu. Tiita hat es auch gefallen, vor allem, mit ihren Cousinen Iida und Petra herumzutoben (sprich: sie zu kommandieren).

Danach hatte ich noch ein Aha-Erlebnis. Wir sind bei einem von Männes Bekannten vorbeigefahren, um eine Incar-Kamera für seinen morgigen Rallytesteinsatz abzuholen. Als er aus dem Auto sprang, wollte ich ihn noch warnen "Du, pass auf, dass hier kein Hund frei rumläuft". Bei so in der Wildnis stehenden Einfamilienhäusern weiss man ja nie... Und tatsächlich, als er vor dem Haus ankam, wuselte da etwas in Kniehöhe herum. Aber was!!! Ein Welpe!!!

Ein kleiner gelber Golden Retriever, noch ganz weich und rund und knuffig. Zu meiner grossen Freude kam der kleine Kerl dann hinter Männe zum Auto gerannt und ich konnte mich kaum noch einkriegen: ein Baby! Ein Hundebaby... erst zwei Monate alt. Pfoten auf meinen Schoss, gewinselt und geschnuppert und herumgewuselt und geguckt und gelacht und sich knuddeln lassen. Ich musste dann noch zweimal aus dem Auto, um das kleine Tier davon abzuhalten, geradewegs unter die Räder zu stolpern. Und um ihn zu knuddeln, das weiche Fell zu streicheln und mich sattzusehen.

Und dann sah ich plötzlich, dass er all das hatte, was Nelson mit der Zeit verloren hatte... eben ein richtiger kleiner lebendiger Hund, ein Freund des Menschen zu sein. Der beim Stehen ein Bein hebt, der hört und sieht und spielt und lacht und sich des Lebens freut und mit dem man tausend tolle Sachen anstellen kann. Nelson kann das alles nicht mehr und vielleicht war dies eine sehr wichtige Begegnung für meine angeknackste Psyche: dass er keineswegs in dem Zustand ist, in dem wir ihn immer noch gerne sehen würden, sondern dass er es vielleicht verdient hat, endlich seinen Frieden zu finden und zu den Sternen zu ziehen. Mmmh.

Zuhause sagte Mika noch, dass der alte Hund dieser Leute vor drei Monaten eingeschläfert werden musste, weil er einen Tumor im Auge hatte. Zufall? Vorsehung? Seit zwei Jahren, seit der Diagnose seines Herzfehlers, weiss ich, dass wir Nelson nur noch begrenzt haben, schleppe mich damit herum und kann ihn kaum noch ansehen, ohne mich innerlich zu verabschieden. Vielleicht wird der Donnerstag doch eine Erleichterung sein? Ein Loslassen?

Der kleine Golden hat zumindest gezeigt, dass es weitergeht, dass immer neues Leben entsteht und man vielleicht eines Tages darüber hinwegkommt. Sich freut, Nelson zumindest kennengelernt zu haben. Wir haben weder Zeit noch Geld für einen Welpen, aber vielleicht eines Tages? Oder wenn ich nur fest an das Welpi denke...

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